Nur in den Paulusbriefen gibt es Andeutungen über Homosexualität.
"Ihre Frauen vertauschten den natürlichen Verkehr mit dem widernatürlichen; ebenso gaben die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau auf und entbrannten in Begierde zueinander; Männer trieben mit Männern Unzucht und erhielten den ihnen gebührenden Lohn für ihre Verirrung. (Röm 1,26f EU"
"Wißt ihr denn nicht, daß Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Täuscht euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Lustknaben, noch Knabenschänder, noch Diebe, noch Habgierige, keine Trinker, keine Lästerer, keine Räuber werden das Reich Gottes erben. (1_Kor 6,9 EU)"
Die erste Stelle ist wahrscheinlich von späteren Autoren hineingeschrieben worden. Die zweite bezieht sich auf Päderastie.
IM AT dagegen gibt es sehr eindeutige Verbote
"Du darfst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau schläft; das wäre ein Gräuel. (Lev 18,22 EU);
Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; Blutschuld lastet auf ihnen. (Lev 20,13 EU"
Die Verbote im alten Testament haben in meinen Augen zwei Gründe: Um den Bestand des sehr kleinen Volkes der Israeliten zu erhalten, wurden sexuelle Praktiken, die nicht auf Kinderzeugung ausgerichtet waren verboten, zum anderen gehörten homosexuelle Handlungen zum Kult anderer Völker, die andere Götter anbeteten. Also waren diese Gebote eine Abgrenzung.
Muss man deshalb heute als Christ Homosexualität ablehnen? Nein. Es war immerhin ein langer Weg bis vor 30 Jahren auch das Strafgesetzbuch diese sexuelle Ausrichtung tolerierte.
Antworten
Ergebnis 111 bis 120 von 464
Thema: Christliche Fundamentalisten
-
25.03.2009, 11:52
AW: Christliche Fundamentalisten
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
-
25.03.2009, 11:56Inaktiver User
AW: Christliche Fundamentalisten
Diese Handlungen wurden von angeblichen Anbetern JHWH`s vollzogen.
Wenn du aber in der Bibel weiter liest, wirst du feststellen, dass Gott dies ganz klar verurteilte.
Er hatte aber Geduld mit den Menschen und warnte sie eindringlich durch seine Propheten.
Sie mußten umkehren und durften diese gottentehrenden Handlungen nicht mehr tun.
Diese Zeit der Reue und Umkehr dauerte manchmal Jahrzehnte oder länger.
Doch wie aus der Bibel hervorgeht, wurde das Urteil vollzogen, wenn sie nicht bereuten...
Ein Beispiel ist die babylonische Gefangenschaft, die eine Strafe Gottes an sein Volk war.
Sie wollten einfach nicht auf die Warnungen der Propheten ihres Gottes JHWH hören.
-
25.03.2009, 12:21
AW: Christliche Fundamentalisten
Wir verlieren uns nicht, wenn wir die Frage diskutieren, wie Jesus war. Das überlasse ich nicht den Fundamentalisten. Sie verstehen Jesus immer mit der Drohgebärde der Verdammnis.
Lieblos war Jesus nur dann, wenn du unter Liebe verstehst, immer nett und höflich zu sein. Jesus konnte unfreundlich sein, ja. Aber er war unfreundlich nur dann, wennn er sah, wie Menschen im Namen der Religion unterdrückt wurden. Dann konnte er deutliche Worte finden und z.B. die Händler aus dem Tempel treiben, weil die mit ihrem Devotionalienhandel fromme Geschäfte machten.
Liebe ist dennoch das Motiv aller Handlungen Jesu und das auf eine so grenzenlose Weise, dass die religiösen Führer damals um ihre Gebote und Ordnungen fürchteten und meinten, ihn der Gotteslästerung anklagen zu müssen.
pepkuss
-
25.03.2009, 12:21Inaktiver User
-
25.03.2009, 12:31
AW: Christliche Fundamentalisten
In deinem fundamentalistischen Weltbild sind alle geschichtlichen Katastrophen eine Strafe Gottes für unbotmäßiges Verhalten der Menschen. Leute wie du würden - wenn sie die Macht dazu hätten - dem "lieben" Gott wohl jederzeit nachhelfen, wenn es darum ginge, die Menschen für ihre Sünden zu bestrafen. Denn Gott meint es ja nur gut und erzieht die Menschen. Also ist die Rute in der Hand dieses Gottes das Beste, was dem Menschen passieren kann.
Grauslich, und letztlich auch gemeingefährlich diese Denkweise. Zum Glück leben wir in einem demokratischen Staat mit Religionsfreiheit, in dem aufgeklärte Menschen solchen "Kirchen" nicht nachlaufen - noch nicht. Man kann vor solchen Denkweisen nur warnen und ich informiere meine Schüler dementsprechend.
pepkuss
-
25.03.2009, 12:31Inaktiver User
AW: Christliche Fundamentalisten
Versuch einer Antwort:
Frauen sind für heterosexuelle Männer eine ständige Versuchung zu Lust, Leidenschaft, Hingabe, Liebe.
Wenn man ein "aufrechter Gläubiger" sein will, geht das natürlich nicht, denn dann würde man ja Gott aus dem Fokus verlieren.
Statt die eigenen Triebe unter Kontrolle zu bringen, versuchen Männer dann eben ganz gerne die Frauen unter Kontrolle zu bringen.
Sei es, dass sie grundsätzlich als sündhaft dargestellt werden oder dass sie massiv in ihrer Freiheit beschnitten werden (Verschleierung und Im-Haus-Eingesperrtsein im Islam z.B.).
Männer haben oft Angst vor der sexuellen Macht der Frauen, und was mächtig ist, das versucht man kleiner zu machen als es ist.
Warum sich Frauen nicht dagegen wehren? Weil viele durch die Jahrhunderte dieses männliche Denken derart verinnerlicht haben, dass sie gar nicht auf die Idee kommen, sie könnten genauso frei und offen leben wie Männer.
Sexualität und Gottesfürchtigkeit schließen für viele Gläubige einander aus.
Schade. Denn wir sind Menschen, mit allem was dazu gehört - und das sind eben auch Lust und Leidenschaft.
-
25.03.2009, 12:36Inaktiver User
AW: Christliche Fundamentalisten
Hallo Pepkuss

Da hast du eine falsche Schlußfolgerung gezogen...
Wenn Gott eingreift, dann warnt er vorher.
Aus der Bibel geht es klar hervor.
Ich denke, dass diese Unterstellung "ich würde nachhelfen, wenn ich die Macht dazu hätte" etwas frech von dir formuliert wird!
Du scheinst mich überhaupt nicht zu kennen...
Denn sonst würdest du mir solch ein gottentehrendes Verhalten nicht unterstellen!
Wahre Nachfolger Jesu sind durch ihre Liebe, die sie allen gegenüber zeigen zu erkennen.
Wahre Nachfolger Jesu halten sich aus politischen Streitigkeiten heraus.
Sie ziehen nicht in den Krieg und töten Menschen anderer Nationalitäten.
Kann man das wirklich von allen christlichen Religionsgemeinschaften sagen?
In Gesprächen mit Fundamentalisten wurde mir offen gesagt, dass sie im Fall eines Krieges zur Waffe greifen...
Und auch die großen Kirchen bzw. ihre Anhänger ziehen fleißg in den Krieg.
Katholiken gegen Katholiken, Protestanten gegen Protestanten,
DAS finde ich falsch.
Aber wie du schon sagtest: Wir haben Religionsfreiheit.
Und so wie du informiere auch ich meine Gesprächspartner über diese Tatsachen...
Nachtrag:
Jesus sagte warnend: "Jeder der zum Schwert (eine Waffe zur damaligen Zeit) greift, wird durch das Schwert umkommen".
Wahre Nachfolger Jesu, wie die frühen Christen halten sich aus der Politik heraus.Geändert von Inaktiver User (25.03.2009 um 13:01 Uhr)
-
25.03.2009, 12:38
AW: Christliche Fundamentalisten
med,
besser formuliert habe ich das noch nirgendwo gelesen, glaube ich.
sollte ich doch mal religionslehrerin werden, darf ich dich dann zitieren?
-
25.03.2009, 12:39
AW: Christliche Fundamentalisten
Genau, maddin, das biblische Verbot der Homosexualität hatte zeitgeschichtliche Gründe. Es ging um die Abgrenzung von bestimmten Praktiken, die man als Götzendienst, als Prostitution (im Tempel) und als bedrohlich für die Nachwuchssicherung empfand.
Das hat absolut null mit der heutigen Diskussion um sexuelle Vorlieben oder Abneigungen von Menschen zu tun. Nur fundamentalistische Bibelleser übertragen die biblischen Aussagen eins zu eins in die Gegenwart und bekunden damit, dass sie keine Ahnung haben von historischen und theologischen Zusammenhängen.
Daher nochmals: Bildung ist die beste Waffe gegen tumben Fundamentalismus und zugleich genau das, was diese Leute als besonders "gefährlich" für ihe Positionen erachten. Daher bekämpfen sie eine aufgeklärte und kritische Bibellektüre und Theologie.
pepkuss
-
25.03.2009, 12:42


Zitieren
