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Thema: Ohne Glauben
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12.03.2009, 12:12
AW: Ohne Glauben
Mein Avatar zeigt Charlotte Gainsbourg.
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12.03.2009, 12:28
AW: Ohne Glauben
Trotzdem steht es nicht als Recht der katholischen und evangelischen Kirche im GG. Das habe ich dort nicht gelesen. Dass diese beiden Kirche damals, als diese Artikel des GG geschrieben wurden, die einzig anerkannten Religionsgesellschaften waren und sie somit meinte, aber eben andere Religionsgemeinschaften nicht ausschloss, bezweifele ich nicht.

PischtiMan sollte sich nicht ueber Dinge aergern,
denn das ist ihnen voellig egal.
Euripides
Man soll nicht das Leben veraendern, man soll nicht die Welt veraendern. Man muss das Leben vielgestaltiger machen, ... Man muss die Unterschiede wuerdigen. Unterschiede staerken die Identitaet.
Carlos Fuentes "Die Jahre mit Laura Diaz"
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12.03.2009, 12:29Inaktiver User
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12.03.2009, 12:33
AW: Ohne Glauben
Ich bin eine "beinharte" Atheistin. Meine Ansichten diesbezüglich sind tatsächlich "knallhart".
Allerdings "hasse" ich Gott oder eine sonstige Bibelfigur nicht. Wenn ich nicht an seine Existenz glaube, wie könnte ich ihn dann hassen? Außerdem ist "Hass" ein viel zu starkes Gefühl, das im Endeffekt mit "Liebe" verwandt ist. Eine so ausgeprägte Abneigung einer Sache gegenüber hat - meines Erachtens - nichts mit "frei sein von etwas" zu tun. Wenn ich "frei vom Glauben an einen Gott" bin, habe ich es auch nicht nötig mich gegen ihn zu echauffieren. Letzteres erachte ich nur dann für angebracht, wenn die Gegenseite mich nicht ernst nimmt und völlig ignoriert, dass man auch ohne Glauben ein zufriedenstellendes und ethisch-moralisches Leben leben kann.
Das atheistische Engagement, das mir hier zu Unrecht schon unterstellt wurde, sähe ich dann gegeben, wenn ich Gläubige von meiner Ansicht überzeugen wollen würde oder ihnen gar mangelnde Intelligenz unterstellen würde weil sie an etwas glauben, an das ich nicht glauben kann und auch nicht glauben will.
Ideologische Verbohrtheiten lehne ich immer ab, egal ob auf gläubiger oder ungläubiger Seite. Das hat aber nichts damit zu tun, seinen persönlichen Standpunkt zu vertreten. Das tue ich und zwar nachhaltig, aber ich gehe nicht davon aus, dass meine Ansicht die allein selig machende zu sein hat.
AnitraMein Avatar zeigt Charlotte Gainsbourg.
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12.03.2009, 12:48
AW: Ohne Glauben
..ob es einen Gott gibt...wer weiß das?
Ich denke aber, wenn man die 10 Gebote genauer betrachtet, erkennt man, dass ein "Miteinander" sehr viel einfacher sein könnte.
Ich tendiere auch eher dazu, dass es keinen Gottesbeweis gibt und die Bibel eine Sammlung von Überlieferungen ist...dennoch halte ich die Bergpredigt und das Hohe Lied der Liebe ( 1. Korinther,13 ) für beachtenswert.
Allerdings bin ich persönlich grade von Menschen die regelmäßig zur Kirche gehen schon mehrfach bitter entäuscht worden...oder vielleicht hatte ich grade an diese Menschen eine besonders hohe Erwartungshaltung ? !Oh Cherie, du machst misch Haut von die Gans...
Einem Hörigen die Freiheit erklären zu wollen, ist wie die Quadratur des Kreises!
...das Geheimnis liegt in der Sauce...
Ich bin immer auf der Höhe, Herr Inspector!
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12.03.2009, 12:56
AW: Ohne Glauben
Das war an Pischti gerichtet, aber trotzdem möchte ich dich dazu etwas fragen. In welchem Land lebst du denn, in dem "Irrationalismus, Mystik, Esoterik, Scharlatanerie und Gottesfrömmigkeit" offensichtlich so stark dominieren, dass du dich als Atheistin unterdrückt fühlen musst?
"Irrationalismus, Mystik, Esoterik, Scharlatanerie und Gottesfrömmigkeit" gibt es meines Erachtens überall und ist somit ein Teil der Gesellschaft, wie der Atheismus eben auch. Jeder einzelne hat das Recht so zu leben und zu denken wie er will. Ich gehe dabei jetzt von Deutschland und westlich geprägten Ländern aus. Dass es grundsätzlich auch anderes gibt, ist mir bekannt.
Ich lebe in einer besonders katholisch geprägten Ecke Deutschlands in der bisweilen (NICHT allgemeingültig!) ein evangelischer Christ schon eine Art Außenseiter ist. Ich lebe da zusammen mit meinem ebenfalls atheistischen Mann (wir sind beide bereits vor mehr als 20 Jahren aus der evangelischen Kirche ausgetreten) und unserem ungetauften (!!) Sohn.
Ein Problem stellte dies für uns drei aber NIEMALS dar.
Aber natürlich weiß ich ja nicht, in welchem Land du lebst.
AnitraMein Avatar zeigt Charlotte Gainsbourg.
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12.03.2009, 13:01Inaktiver User
AW: Ohne Glauben
Anitra, da habe ich mich wohl unglücklich ausgedrückt, weil alle so darauf herumreiten.
Falls Du jetzt den Eindruck hast, ich liefe angefüllt mit Hass herum (ich muss über die Vorstellung selber lachen)... nein, das ist ganz sicher nicht so, ich fühle "Gott" gegenüber nur eine große Gleichgültigkeit.
Aber ich verabscheue Religionen. Da mag mein Temperament mit mir durchgehen, das ich das so politisch unkorrekt ausdrücke, es ist aber so. Ich verabscheue sie für das, was sie seit Jahrhunderten mit und aus Menschen machen. Ich verabscheue das Autoritäre, Misogyne, Rationalitätsfeindliche, Absurde, etc. pp. .... es sind viele Aspekte.
Noch einmal: ich lasse die Gläubigen in ihren anderen threads völlig in Ruhe. In diesem thread aber muss man sagen dürfen, dass man Religion verabscheut (um das "böse" Wort "hassen" mal außen vor zu lassen, an dem sich so viele stören).
Ich fühle mich nicht unterdrückt ! Da hast Du was Falsches reininterpretiert.
Es ging nicht um "meine Unterdrückung", die natürlich nicht existiert, sondern um was anderes: um gesellschaftlichen Druck, der spätestens dann ausgeübt wird, wenn Du Kinder hast. Ich bin die EINZIGE unter allen Eltern gewesen, die sich darüber echauffiert hat, dass im Klassenzimmer ein Kreuz hängt, und wollte es weg haben. Bin damit natürlich nicht durchgekommen, mein Kind wurde aber durchaus schief angeschaut. Das möchte ich ihm nicht nochmal antun.
Zweites Beispiel: ein Kind aus der direkten Nachbarschaft. Beide Kinder haben sich gut verstanden und haben häufig zusammen gespielt. Bis irgendwann zwischen der Mutter und mir das Thema Religion aufkam und ich mich als Atheistin outete, die ihr Kind möglichst religionsfrei erziehen möchte.
Das Nachbarskind ist nicht wiedergekommen.
Wo ich lebe ? In Europa. Weitere Informationen gebe ich nicht heraus - das hat absolut nichts mit diesem thread zu tun, sondern mit der Entscheidung, nach einer sehr unangenehmen Stalking-Erfahrung im Netz künftig völlig anonym zu bleiben.Geändert von Inaktiver User (12.03.2009 um 13:49 Uhr)
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12.03.2009, 13:57
AW: Ohne Glauben
Danke für die Richtigstellung! "Gleichgültigkeit" gefällt mir in diesem Zusammenhang besser. Aber im Prinzip ist unwichtig, was mir gefällt oder nicht.

Ich habe eine andere Wortwahl als du, rede also nicht von "Abscheu". Aber auch das ist letztendlich unerheblich.Aber ich verabscheue Religionen. Da mag mein Temperament mit mir durchgehen, das ich das so politisch unkorrekt ausdrücke, es ist aber so. Ich verabscheue sie für das, was sie seit Jahrhunderten mit und aus Menschen machen. Ich verabscheue das Autoritäre, Misogyne, Rationalitätsfeindliche, Absurde, etc. pp. .... es sind viele Aspekte.
Die Tatsache was Religionen mit und aus Menschen machen und was alles im Namen von Religionen geschah und geschieht lässt auch mich zu dem Schluss kommen, dass ein Leben völlig ohne Religion auch viele Probleme weniger mit sich brächte. Aber sicherlich würde es dann ganz andere geben, denn der Mensch an sich ist nicht zum friedlichen Miteinander gemacht. Auf Grund dessen was weltweit geschieht und durch alle Jahrhunderte hindurch geschehen ist, kann ich eigentlich nur zu diesem Schluss kommen. (Und wenn ein Gott diese "Schöpfung Mensch" zu verantworten hat......Die Thematik ist bekannt.)
"Gott" macht für mich einfach keinen Sinn. "Auf Erden" hilft er einen sowieso nicht* und auf ein wie auch immer geartetes Leben nach dem Tode in dem nach "gut" und "böse" eingeteilt wird kann ich getrost verzichten. Und selbst wenn es nur das "Paradies" gäbe und keine "Hölle", erschließt sich mir der Sinn eines solchen oder gar der Wunsch danach nicht.
Den Sinn in einem Strang der "ohne Glauben" heißt sehe ich vordergründig auch in dem Austausch von Gleichgesinnten. Aspekte von Gläubigen können dabei interessant sein. Hinweise hingegen, dass "das Leben nur in Jesus" ist und ein "Leben ohne Jesus" ein "schlechtes Leben" sei etc. etc. sind in einem Strang mit diesem Titel aber ebenso unabgebracht wie wenn ich oder andere Atheisten (in einem reinen Glaubensstrang) Gläubigen "Unkenntnis", "mangelnden Sachverstand" und/oder "mangelnde Intelligenz" unterstellen würden.Noch einmal: ich lasse die Gläubigen in ihren thraeds völlig in Ruhe. In diesem thread muss man sagen dürfen, dass man Religion verabscheut (um das "böse" Wort "hassen" mal außen vor zu lassen, an dem sich so viele stören).
Was ist so schlimm an dem Kreuz? Grundsätzlich finde ich ein "Sinnbild" das im Prinzip eine absonderliche Grausamkeit zeigt auch etwas seltsam. ABER: Wenn ich mich von einer Mehrheit umgeben sehe, für die dieses Sinnbild eine hohe Bedeutung hat, muss ich mich der Mehrheit beugen. Ich weiß nicht, wie das Verhältnis in deinem Fall gewesen ist. Aber nehmen wir an, es stand "nur" 9:1 (also neun wollen das Kreuz, einer nicht), dann ist es eben ein Mehrheitsprinzip dem Folge geleistet werden muss. Ich für meinen Teil nehme Kreuze und Kruzifixe (die in der Gegend in der ich lebe annähernd überall herumhängen) zwar wahr, weiß aber, dass sie zu der Tradition des überwiegenden Teils der Menschen hier unabdingbar dazugehören. Das muss ich akzeptieren und so ein "Kreuz" tut auch nicht wirklich weh. Solange ich nicht gezwungen werde in meinen eigenen vier Wänden dergleichen aufzuhängen........Ich fühle mich nicht unterdrückt ! Da hast Du was Falsches reininterpretiert.
Es ging um folgendes: ich bin die EINZIGE unter allen Eltern gewesen, die sich darüber echauffiert hat, dass im Klassenzimmer ein Kreuz hängt, und wollte es weg haben. Bin damit natürlich nicht durchgekommen, mein Kind wurde aber durchaus schief angeschaut. Das möchte ich ihm nicht nochmal antun.
Meinem Sohn hätte ich so einen Kampf garantiert nicht angetan. Er war ja vier jahre lang sogar im katholischen Religionsunterricht. Er hat das unbeschadet überlebt und gläubig ist er auch nicht geworden (wenn doch, hätte ich es akzeptiert und garantiert nicht versucht ihn zu beeinflussen.)
Ich erwarte(te) auch kein "outing" deines Wohnortes oder des Landes in dem du lebst. Meine Frage war eher rhetorisch zu verstehen, denn das Problem, das du beschreibst wird auch europaweit nicht flächendeckend existieren.Wo ich lebe ? In Europa. Weitere Informationen gebe ich nicht heraus - das hat absolut nichts mit diesem thread zu tun, sondern mit der Entscheidung, nach einer sehr unangenehmen Stalking-Erfahrung im Netz künftig völlig anonym zu bleiben.
Liebe Grüße
Anitra
*Zusatz:
Mir ist bewusst, dass im Sinne und nach dem Verständnis einiger Gläubiger oder wahrscheinlich Gläubiger in ihrer Gesamtheit "Gott" durchaus eine Hilfe ist. In meinen Augen ist dergleichen eine Art Selbstsuggestion. Wenn dies dem einzelnen aber Hilfe, Trost, Erleichterung, Zuversicht etc. bringt, dann ist das doch nur positiv für diejenigen, die es betrifft und daher in keiner Weise generell abzulehnen.Mein Avatar zeigt Charlotte Gainsbourg.
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12.03.2009, 14:37Inaktiver User
AW: Ohne Glauben
Ich habe mich ja der Mehrheit gebeugt. Und wollte ursprünglich auf Pischtis Einwand eingehen, ich sei inkonsequent. So einfach ist es nämlich nicht mit der Konsequenz.
Allerdings finde ich, dass Religion in den laizistischen Staaten des 21. Jahrhunderts ausschließlich eine Privatangelegenheit ist, und würde mir wünschen, dass religiöse Symbole aus öffentlichen Gebäuden verschwinden.
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12.03.2009, 16:47Inaktiver User
AW: Ohne Glauben
Wie meinst du das?
Wenn jeder die zehn Gebote beachten würde, wäre alles gut?
Never ever!
Längst gibt es genügend Menschenrechtskonventionen und Gesetze, die befolgt werden (sollten) - und Mord wird in der Regel recht umgehend und gleich hier auf der Erde bestraft.
Trotzdem passiert es.
Und die 10 Gebote sind völlig unzureichend.
"Du sollst nicht stehlen" - wie erbarmungslos ist diese Regel, wenn jemand hungernd am Tisch eines Reichen steht und nichts abbekommt.
"Du sollst kein falsches Zeugnis geben" - und was, wenn ich jemanden durch die Wahrheit (Verrat seines Aufenthaltsort) in einem Terrorregime dem sicheren Tod ausliefere?
Klar, da kommen jetzt alle möglichen Auslegungstricks, die zeigen, dass Gott doch viel barmherziger sei als diese Regeln nahelegen.
Das finde ich verlogen.


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