Vornerweg moechte ich anmerken, dass es im GG kein verankertes Recht der katholischen und evangelischen Kirche gibt. Sie nutzen die Rechte, die ihnen das GG als Religionsgesellschaften anbietet.
Ich habe ja auch kein Problem, dass ueber Religion unterrichtet wird. Allerdings je mehr ich darueber lese, bin ich der Meinung, dass es die Gesellschaft ueberhaupt nicht mehr widerspiegelt und dass es in gewisser Hinsicht Augenwischerei ist.
Ich bleibe dabei, dass ich fuer ein Unterrichtsfach Ethik bin, in dem verschiedene weltanschauliche Lehren in Grundzuegen dargestellt werden, z.B. Atheismus, Christentum u.a.
Und dass das Fach Religion als ordentliches Fach in den ersten 20 Artikeln des GG steht, finde ich fragwuerdig. Ich kann es dahingehend verstehen, dass dieses vor recht langer Zeit geschrieben wurde, als der Staat begann, sich von der Kirche bzw. Staatskirche zu loesen.
Aber ich verstehe nicht, was ueberhaupt generell die Festlegung eines Faches auf ein ordentliches Lehrfach im GG zu suchen hat. Ueber Physik, Musik, Literatur und Deutsche Sprache als ordentliche Schulfaecher stehen die Festlegungen ja auch woanders.
Es tauchen fuer mich immer mehr Fragen auf.
Pischti
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Thema: Ohne Glauben
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12.03.2009, 11:05
AW: Ohne Glauben
Geändert von Pischti_H (12.03.2009 um 11:28 Uhr) Grund: Rechtschreibfehler
Man sollte sich nicht ueber Dinge aergern,
denn das ist ihnen voellig egal.
Euripides
Man soll nicht das Leben veraendern, man soll nicht die Welt veraendern. Man muss das Leben vielgestaltiger machen, ... Man muss die Unterschiede wuerdigen. Unterschiede staerken die Identitaet.
Carlos Fuentes "Die Jahre mit Laura Diaz"
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12.03.2009, 11:10
AW: Ohne Glauben
Na, soo selten sind sie nicht. Viele outen sich nicht so gerne. Bis vor kurzem was ein Atheist in der gängigen Volksmeinung automatisch ein ganz böser Mensch.Beinharte Atheisten sind wirklich eine Seltenheit.
Jedenfalls gehöre ich zu den Seltenen.
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12.03.2009, 11:30Inaktiver User
AW: Ohne Glauben
Dann sind wir ja schon zwei

Ja, das mit dem Outing mag stimmen, ich tue es auch nur, wenn z.B. meinem Kind keine Nachteile daraus erwachsen oder ellenlange, zermürbende Sinnlos-Diskussionen zu entstehen drohen - z.B. wenn mal wieder die Zeugen Jehovas bei uns läuten. Denen sage ich immer, dass ich strikt römisch-katholisch bin, dann ist Ruhe
Stimmt - ein amoralischer Mensch. Dass es eine Moral vollkommen ohne Religion und Glauben geben kann, ist allerdings auch ein revolutionärer Gedanke und sehr jung noch dazu. Das hat erst mit Darwin angefangen.
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12.03.2009, 11:37
AW: Ohne Glauben
Da meine Familie ja zu mindestens 50% atheistisch ist und einige meiner Freunde, sehe ich mich nicht als Ausnahme. Und ich habe auch kein Problem hier im recht religioesen Griechenland zu sagen, dass ich Atheistin bin. Ich stosse da hin und wieder auf Unverstaendnis, aber ich habe keine Nachteile dadurch.
Uebrigens war Darwin nicht der erste der Moral und Glauben trennte, da gab es schon andere vor ihm, die sich dazu geaeussert haben wie z.B. Kant.

PischtiMan sollte sich nicht ueber Dinge aergern,
denn das ist ihnen voellig egal.
Euripides
Man soll nicht das Leben veraendern, man soll nicht die Welt veraendern. Man muss das Leben vielgestaltiger machen, ... Man muss die Unterschiede wuerdigen. Unterschiede staerken die Identitaet.
Carlos Fuentes "Die Jahre mit Laura Diaz"
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12.03.2009, 11:41
AW: Ohne Glauben
Man sollte sich nicht ueber Dinge aergern,
denn das ist ihnen voellig egal.
Euripides
Man soll nicht das Leben veraendern, man soll nicht die Welt veraendern. Man muss das Leben vielgestaltiger machen, ... Man muss die Unterschiede wuerdigen. Unterschiede staerken die Identitaet.
Carlos Fuentes "Die Jahre mit Laura Diaz"
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12.03.2009, 11:44Inaktiver User
AW: Ohne Glauben
Ja, in der Philosophie existiert die Trennung von Glaube und Moral schon viel länger; ich hatte es aber anders gemeint, nämlich naturwissenschaftlich: dank der Evolutionstheorie existiert die Annahme, dass "Moral" (ich nenne es lieber Altruismus, Empathie) ein evolutionäres Phänomen ist, weil es letztenendlich das Weiterleben der Spezies homo sapiens sichert.
Im übrigen beneide ich Dich darum, dass Du kein Problem damit hast, Dich offen als Atheistin zu bekennen. Du kannst mir glauben, bei mir ist das anders... allerdings lebe ich in einem Land, in dem Irrationalismus, Mystik, Esoterik, Scharlatanerie und Gottesfrömmigkeit eine lange, ungebrochene Tradition haben.....
man mag mir nun vorwerfen, alles in einem Topf zu werfen - letztendlich sehe ich aber nicht so viele Unterschiede.
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12.03.2009, 11:49
AW: Ohne Glauben
Doch, denn sie waren die einzigen anerkannten Religionsgemeinschaften zur der Zeit, als die Weimarer Verfassung geschrieben und verabschiedet wurde.
Diesen Status haben inzwischen aber auch weitere Relgionsgemeinschaften erlangt:
"Man unterscheidet geborene Körperschaften, die den Status schon bei Inkrafttreten der Weimarer Reichsverfassung innehatten, und gekorene, denen er später verliehen wurde. Nicht nur die evangelischen Landeskirchen und römisch-katholische Bistümer sind solche Körperschaften des öffentlichen Rechts, sondern auch zahlreiche kleinere Religionsgemeinschaften und sogar areligiöse Weltanschauungsvereinigungen. Beispiele sind die Altkatholische Kirche, die Christengemeinschaft, zahlreiche evangelische Freikirchen, die Neuapostolische Kirche, die Zeugen Jehovas, die Israelitischen Kultusgemeinden, die Christian Science, aber auch Weltanschauungsgemeinschaften wie der Bund für Geistesfreiheit Bayern oder die Freireligiöse Landesgemeinde Pfalz usw., ihre Zusammenschlüsse und nach Maßgabe des Kirchenrechts auch ihre Untergliederungen (z.B. Kirchengemeinden, Kirchenbezirke usw.)." aus Wiki
Aber in nahezu allen Schulgesetzen der Länder sind für die Religionsklassen eine Mindestteilnehmerzahl von 7 Schülern vorgeschrieben. Wird die Zahl nicht erreicht, erfolgt Ethikunterricht.
Diese Mindestzahl gilt übrigens auch für Wahlfächer. Mein Jüngster meldete sich vor Jahren zum Russischunterricht an, da nur 5 Schüler sich da eingeschrieben haben, wurde das Angebot nicht aufrecht gehalten.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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12.03.2009, 11:53Inaktiver User
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12.03.2009, 11:59
AW: Ohne Glauben
Ja, ich habe keine Kinder. Trotzdem denke ich, dass ich gerade meinen Kinder (wenn ich welche haette) vorleben sollte, dass ich fuer meine reflektierte Meinung einstehe und meine demokratischen Rechte nutze.
Ich schreie meine Haltung natuerlich nicht jeden Morgen zum Fenster hinaus, jedoch verstecke ich sie ganz gewiss nicht.
@Opelius
Ich lerne nie aus
Ist aber auch nicht mein besonderes Interessengebiet.

PischtiMan sollte sich nicht ueber Dinge aergern,
denn das ist ihnen voellig egal.
Euripides
Man soll nicht das Leben veraendern, man soll nicht die Welt veraendern. Man muss das Leben vielgestaltiger machen, ... Man muss die Unterschiede wuerdigen. Unterschiede staerken die Identitaet.
Carlos Fuentes "Die Jahre mit Laura Diaz"
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12.03.2009, 12:07
AW: Ohne Glauben
Wer sind die Atheisten? Ich verstehe mich zwar als Atheist aber nicht unbedingt als sonderlich engagierter. Ich diskutiere hier mit und vertrete meinen Standpunkt. Ist denn allein das "kund tun" des Standpunkts schon als Engagement zu verstehen?
Ich will ja niemanden bekehren, behaupte auch nicht einmal dass ich "Recht habe". Meine Einstellung gilt unweigerlich für mich (und das drücke ich aus) aber im Gegensatz zu den Aussagen mancher Gläubiger hier erhebe ich keine Allgemeingültigkeit darauf.
Für mich ist das logisch. Aber auch auf diese Aussage erhebe ich keinen Allgemeingültigkeitsanspruch.Ich verstehe jetzt besser: der Atheismus der Atheisten verdankt sich der Gläubigkeit der Gläubigen.
So dass die Atheisten eine Art Negativ-Identität durch die Abgrenzung von den Gläubigen zu leben gezwungen sind, da ihnen ja allenthalben die kruden und unbeweisbaren Glaubensannahmen der Gläubigen begegnen, gegen sie sich die Atheisten nun einmal zur Wehr setzen müssen.

pepkuss
Das ist deine Aussage und ist weit davon entfernt was ich zum Ausdruck bringen wollte. Ich lebe weder in einer "Negativ-Identität" noch sehe ich mich zu einer solchen gezwungen und es liegt mir auch völlig fern mich Gläubigen gegenüber "zur Wehr zu setzen". *kopfschüttel*
Ich vertrete - wie alle anderen hier - meine Meinung, betone aber dazwischen immer wieder einmal, dass ich darauf keinen Allgemeingültigkeitsanspruch erhebe. Irgend etwas scheinst du - meinem Empfinden nach - vollkommen missverstanden zu haben.
Liebe Grüße
AnitraMein Avatar zeigt Charlotte Gainsbourg.



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