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  1. Avatar von Nijntje74
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    AW: Hillies on tour

    Ich bin durch Zufall über deinen Bericht über meine Wahlheimat gestolpert... Danke - wenn man so täglich, oder zumindest wöchentlich daran vorbeikommt, verlieren die Dinge doch manchmal ein wenig ihren Zauber...aber nie so ganz.

    Ist der Leuvener Weihnachtsmarkt tatsächlich berühmt? Sowas ist natürlich Geschmacksache, aber ich kann das nicht ganz nachvollziehen, für mich kommt da nie so richtig Stimmung auf (ich messe halt an schönen Weihachtsmärkten in Deutschland). Wenn schon Leuven/Flandern in der Weihnachtszeit würde ich empfehlen, das Wochenende zu wählen, an dem der Beginenhof mit Kerzen beleuchtet ist, das ist absolut zauberhaft (am Samstag vorm 2. Advent ist das immer, wenn ich mich nicht irre). Ausserdem ist auf dem Platz vorm Rathaus ab dem 7. Dezember immer eine "Winterlandschaft" mit Licht- und Klanginstallationen aufgebaut, das lohnt sich auch (nicht als einziger Programmpunkt, aber wenn man schon mal da ist...)
    Schon so ein Grosser - mein Augusthase 2010
    und schon nicht mehr soooo klein - Mai-Maus 2014

  2. Avatar von Hillie
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    AW: Hillies on tour

    Ob der Leuvener Weihnachtsmarkt so berühmt und schön ist, vermag ich nicht zu sagen. Wir waren ja im März dort. Außerdem ist Weihnachtsmarkt nicht so mein Ding. Die Stimmung ist sicherlich romantisch aber die Menschenmassen stoßen mich ab.
    Niemand ist mit einem Etikett um den Hals auf die Welt gekommen, auf dem steht "Mensch erster Qualität" oder "Mensch zweiter Qualität". Die Etiketten haben wir Menschen erfunden.
    Anita Lasker-Wallfisch (geb. 1925), eine der letzten bekannten Überlebenden des Mädchenorchesters von Auschwitz



  3. Avatar von Hillie
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    AW: Hillies on tour

    Für die, die es interessiert, kommt hier der Link zu ein paar Bildern.
    Niemand ist mit einem Etikett um den Hals auf die Welt gekommen, auf dem steht "Mensch erster Qualität" oder "Mensch zweiter Qualität". Die Etiketten haben wir Menschen erfunden.
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  4. Avatar von Mendo
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    AW: Hillies on tour

    Danke Hillie, daß Du Dir soviel Mühe machst. Flandern ist toll!
    Too blessed to be stressed

  5. Avatar von Mendo
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    AW: Hillies on tour

    Huhu Hillie!

    Gut angekommen?

    Diesmal bin ich besonders gespannt, denn Georgien steht auf meiner Löffelliste.

    Gute Reise!
    Too blessed to be stressed

  6. Avatar von Hillie
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    AW: Hillies on tour

    Ja, Yerevan hat uns fest im Griff!
    Niemand ist mit einem Etikett um den Hals auf die Welt gekommen, auf dem steht "Mensch erster Qualität" oder "Mensch zweiter Qualität". Die Etiketten haben wir Menschen erfunden.
    Anita Lasker-Wallfisch (geb. 1925), eine der letzten bekannten Überlebenden des Mädchenorchesters von Auschwitz



  7. Avatar von semiramis
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    AW: Hillies on tour

    Ich war auch schon neugierig, wünsche eine gute und vor allen Digen interessante Zeit.
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    Tom Waits

  8. Avatar von Hillie
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    AW: Hillies on tour

    Kaukasus 1

    Hallo aus Armenien!

    Der Nachtflug über Wien nach Yerevan (wie die Hauptstadt Armeniens in der Landessprache heißt) verlief pünktlich und von einigen Turbulenzen abgesehen, auch ruhig. Um 3:40 Uhr landeten wir, allerdings dauerte die Immigration sehr lange, dafür kreisten dann auch schon die Koffer. Luisa, unsere armenische Reiseleiterin erwartete uns schon (sie ist ein wahrer Glücksfall, denn sie hat Germanistik studiert und mit einem Stipendium einige Zeit in Weimar gelebt). Das Hotel war auch schnell erreicht und wir schliefen erst einmal einige Stunden, bevor wir uns dann in den Trubel dieser quirligen und modernen Hauptstadt stürzten. Wie liefen zum Platz der Republik, ein großer beeindruckender halbrunder Gebäudekomplex mit den wichtigsten Einrichtungen Yerevans. Dort sahen wir auch das Staatswappen, das in der Mitte den Berg Ararat zeigt. Dazu gibt es eine lustige Geschichte: Die Türkei monierte den Berg Ararat im armenischen Wappen, da der Berg ja in der Türkei liege. Armenien konterte: Mond und Stern der türkischen Fahne gehörten ja auch nicht der Türkei!
    Im Museum für alte Handschriften sahen wir dann wunderschöne gemalte und geschriebene Exponate. Und da unsere Reiseleiterin mehrere Jahre in diesem Museum gearbeitet hatte, konnte sie uns natürlich viel darüber erzählen. Der Bus brachte uns dann nach Etschmiadsin, der alten Hauptstadt Armeniens und einer der Hauptsitze des Katholikos der armenisch orthodoxen Kirche. Die Hauptkathedrale wird momentan renoviert und war nicht zugänglich. Deshalb besuchten wir die Kirche der Hl. Repsime, eine typische Kreuzgewölbekirche. Wir hatten Glück, denn eine Hochzeit ging gerade zu Ende und eine Erwachsenentaufe begann. So hatten wir von beiden einen guten Eindruck.
    Den Abschluss bildete ein wenig schöner Teil der Geschichte: das Denkmal für die Opfer des Genozids 1915-1917. Eine schlichte Anlage hoch über Yerevan erinnert an die systematische Ermordung der armenischen Bevölkerung: eine ewige Flamme, ein gespaltener Obelisk, die Flaggen der Staaten, die den Genozid als Völkermord anerkennen und ein kleiner Wald, der aus Nadelbäumen besteht, die Staatsmänner, Regierungschefs, Organisationen usw. bei ihrem Besuch gepflanzt haben. 2018 wurde dort auch von Angela Merkel ein Baum den Opfern gewidmet.
    Von dort ging es zurück nach Yerevan zum Abendessen in ein typisch armenisches Restaurant. Dort wurde aufgetischt: Linsen- und Tomatensalat mit Petersilie, Rotkohl- und Apfelsalat mit Blauschimmelkäse und Koriander, dann folgte eine tomatige Gemüsesuppe mit Croutons. Das Hauptgericht war eine Variation der gefüllten Weinblätter (es wurden allerdings kleine Gemüsezwiebeln gefüllt) und in einer Schale aus knusprigem Fladenbrot serviert. Napoleon, eine Blätterteigsüßigkeit mit Vanilleeis und ein armenischer Kaffee rundeten dieses Mahl ab. Wir tranken, da wir durstig waren, jeder ein lokales Bier dazu, denn anschließend gab es im Hotel die obligatorische Vorstellungsrunde mit einer Flasche armenischen Weinbrandes.

    Am Montag ging es bereits um 8:30 Uhr los, denn wir fuhren in die fruchtbare Ararat Ebene. Dort gedeihen Aprikosen, Feigen, Äpfel, Maulbeeren und natürlich Wein und sehr viel Gemüse und Kräuter. Ziel waren zwei alte Klosteranlagen, bei denen wir allerdings nicht alleine waren: Khor Yirap und Norawauk. Die Fahrt dorthin führte durch eine beeindruckende Schlucht mit teilweise dunkelroten Felswänden. Die Mühen des Aufstiegs wurden anschließend mit einem Mittagessen in einem wunderschönen Gartenlokal belohnt. Dazu spendierte die deutsche Reiseleiterin zwei große Karaffen armenischen Rotweins. Somit war die Ruhe im Bus auf der Heimfahrt gesichert.
    Die Gruppe ist klein (16 Leute), die meisten in unserem Alter und zumindest bis jetzt angenehm und pünktlich. Die deutsche Reiseleiterin ist Ende 40 und hat eine nette, souveräne Art.

    Am Dienstag stand wieder Kultur auf dem Programm. Zuerst besuchten wir das Höhlenkloster Geghard, das am Ende der Garnischlucht (Basaltgestein) liegt. Es ist zweistöckig angelegt, wobei der untere, ebenerdige Teil als Gruft für die Stifter diente und die eigentliche Kirche im oberen Geschoss liegt. Die Halle hat eine unwahrscheinlich tolle Akustik, die wir beim Gesang eines Chores erleben durften. Die Weiterfahrt brachte uns zu einem Erdofen, in dem das traditionelle Fladenbrot Lawasch gebacken wird. Wir füllten es uns mit Schafskäse und verschiedenen frischen Kräuter und genossen es sozusagen als Wrap. Das Mittagessen war wieder in einem Gartenlokal mit verschiedenen Salaten, Kebabspießen, gegrillten Kartoffeln und als Nachtisch frisch gebackenem Hefegebäck. Die Weiterfahrt führte uns zum Sewansee, dem großen Süßwassersee Armeniens. Hoch über dem See liegt das kleine Sewankloster, allerdings scheuten wir die 234 Stufen hinauf und auch wieder hinunter und saßen dafür am See.
    Ein Tunnel kürzte die Strecke nach Dilijan ab. Dieser Luftkurort liegt in der „armenischen Schweiz“ und unser Hotel ist von Wald und Landschaft pur umgeben. Das Abendessen wird Buffet sein, allerdings haben wir fast keinen Hunger mehr.
    Morgen werden wir Armenien verlassen und es geht zu Fuß mit Gepäck über die Grenze nach Georgien.
    Von dort melden wir uns wieder.
    Viele Grüße Hillie und Hilliemann
    Niemand ist mit einem Etikett um den Hals auf die Welt gekommen, auf dem steht "Mensch erster Qualität" oder "Mensch zweiter Qualität". Die Etiketten haben wir Menschen erfunden.
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  9. Avatar von semiramis
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    AW: Hillies on tour

    Danke Hillie, dass Du uns daran teilhaben lässt.
    Lawasch heißt dieses leckere Brot auch im Iran und ich war fast süchtig danach.
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  10. Avatar von Hillie
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    AW: Hillies on tour

    Kaukasus 2

    Guten Morgen aus Georgien!
    Zunächst noch ein Wort zum armenischen Brandy, der vorzüglich schmeckt. Wir wollten uns eine Flasche mit nach Hause nehmen und haben auch gleich am ersten Nachmittag eine gute Flasche gekauft. Am Abend erfuhren wir von unserer Reiseleitung, dass die georgischen und vor allem die aserbeidschanischen Zöllner keinen Alkohol aus Armenien ins Land lassen! Also was tun? Da wir am 9. Juni unseren 46. Hochzeitstag hatten, beschlossen wir aus diesem Anlass, die Flasche am Dienstagabend mit der Gruppe zu trinken. Das fanden alle toll und so saßen wir nach dem Abendessen noch eine Stunde in gemütlicher Runde zusammen.
    Der Mittwoch begann mit einem letzten armenischen Kloster, Haghpat, das hoch oben im gleichnamigen Ort liegt. Die Fahrt dorthin war landschaftlich wunderbar, sehr grün und geologisch interessant, da es Erdbebenland ist (1988 fand ein großes Erdbeben in Yerevan und Umgebung statt). Die Straße dorthin und auch weiter im Verlauf bis kurz vor die armenisch-georgische Grenze war allerdings fürchterlich und wir bewunderten unseren Fahrer, der es meisterhaft verstand, die vielen Schlaglöcher zu umfahren.
    Am Eingang des Klosters waren die üblichen Souvenirstände zu finden, aber dieses Mal gab es eine Besonderheit: frische Maulbeeren – eine köstliche Leckerei, die wir uns schmecken ließen.
    Die Grenze war schnell erreicht, die Kontrolle verlief problemlos und auf georgischer Seite erwartete uns ein neuer Bus mit Fahrer und der georgischen Reiseleiterin Ekatherina (abgekürzt Eka). In einer guten Stunde waren wir in der Hauptstadt Georgiens Tbilisi (=warme Stadt oder Stadt der warmen Quellen), wie Tiflis in der georgischen Sprache heißt. Der Abend klang in einem georgischen Lokal aus.
    Am nächsten Morgen standen zunächst zwei Kirchen der orthodoxen georgischen Kirche auf dem Programm. Da man es hier der Kleiderordnung strenger nimmt, mussten die Männer lange Hosen und die Frauen (selbstverständlich auch in langen Hosen – noch lieber sieht man allerdings einen Rock – und eine Kopfbedeckung tragen. Da diese beiden Kirchen anscheinend auf dem Besuchsprogramm aller Touristengruppen stehen, waren sie entsprechend überlaufen.
    Die Mittagspause verbrachten wir auf einem Weingut, das den Wein nach der traditionellen Art in Amphoren aus Ton, den sogenannten Qvevri ausbaut. Eine Amphore fasst ca. 2000 l Wein, ist in den Boden eingelassen und wird zum Reifen des Weines mit einer Dichtung aus Lehm und einem Glasdeckel abgedeckt, auf den dann noch Sand kommt. Aus dem Trester brennt man einen hervorragenden Grappa. Bei einem leckeren Mittagessen mit georgischen Spezialitäten (z.B. Bällchen aus karamellisierten Zwiebeln bzw. aus Lauch mit Walnüssen, getrockneten Auberginen, mit den Blättern der Rote Beete gefülltes Fladenbrot und natürlich frischen Tomaten, gefolgt von einem Fleischgang mit viel Koriander gewürzt) probierten wir den roten und den weißen Wein und nach dem Essen rundete ein Grappa, ein Kaffee und frischer Orangenkuchen das opulente Mahl ab.
    Bevor wir es uns im Bus so richtig bequem machen konnten, stand der Besuch der Festung Ananuri auf dem Programm. Die Weiterfahrt erfolgte auf der alten Heeresstraße nach Norden bis kurz vor die russische Grenze. Seit dem russisch-georgischen Krieg (2008) unterhält Georgien keine diplomatischen Beziehungen mehr zu Russland. Das Gas holen sie sich aus Aserbeidschan, nachdem Russland mitten im Winter einmal den Gashahn abgedreht hatte.
    Die Fahrt war landschaftlich wunderschön, erinnerte teilweise an das Allgäu, später an die Schweiz und dann waren sie plötzlich da, die schneebedeckten Gipfel des Kaukasus. Wir überquerten den Kreuzpass (2295 m) und hatten bald unser Ziel des Tages erreicht: die wunderschönen Zimmer im Hotel Kasbegi Rooms. Von unserem Zimmer aus sahen wir den 5047 m hohen Kasbek, der am Morgen des Freitags in der aufgehenden Sonne glänzte. Auf halber Höhe steht die kleine Dreifaltigkeitskirche, zu der wir heute nach dem Frühstück mit Jeeps hinauf fahren werden.
    Davon dann beim nächsten Mal!
    Viele Grüße
    Hillie und Herr Hillie
    Niemand ist mit einem Etikett um den Hals auf die Welt gekommen, auf dem steht "Mensch erster Qualität" oder "Mensch zweiter Qualität". Die Etiketten haben wir Menschen erfunden.
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