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  1. Avatar von Prada26
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    AW: Hillies on tour

    Sehr tolle eindrucksvolle Bilder.
    Danke Hillie so können wir an deiner Reise ein wenig teilhaben.

  2. Avatar von Hillie
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    AW: Hillies on tour

    Hallo!

    Hier kommt der erste Bericht unseres Kurztrips nach Flandern!

    Flandern 1

    Mit dem obligatorischen Stau Richtung Frankfurt und zwei Pausen kamen wir gegen 15 Uhr in Mechelen an.
    Wir machten einen kurzen Stadtrundgang: Marktplatz mit dem filigranen Rathaus und Gewandhaus, historischen Häuserfronten mit schönen Giebeln und der beeindruckenden Romboutskathedrale. Der unvollendete Turm sollte ursprünglich 168 m hoch werden, es wurden aber nur 97 m. Erwähnenswert ist auch, dass dieser Koloss auf einem Fundament steht, das nur 2 m in die Tiefe geht. Der gotische Innenraum wurde durch die calvinistischen Bilderstürmer geplündert und später im Barockstil wieder ausgestattet. Allerdings ohne die üblichen Stuckornamente und auch nicht ausgemalt, so dass das Innere zum gotischen Baustil sehr gut passt. Anschießend besuchten wir ein „eigenartiges“ Museum, das Museum für „verrückte“ Kunst. In zwei kleinen Räumen wurden hier Gemälde zusammengeführt, die man in dieser Anzahl selten in einem Museum findet. Es handelt sich um Werke aus dem 16. Jh., die Szenen aus dem damaligen täglichen Leben darstellen. Mit derbem, aber auch feinsinnigem Humor, leicht erotisierend schauen die Maler, teilweise im Stil eines Hieronymus von Bosch den Menschen liebevoll über die Schulter. Die Farben sind durchweg kräftig, oft plakativ. Das war eine ganz besondere Art der Malerei.

    Anschließend fuhren wir mit etwas Stau um Antwerpen in einer guten Stunde nach Gent und bezogen unser Hotel, das in der Fußgängerzone mitten in der Altstadt liegt.

    Nach dem Auspacken machten wir uns auf die Suche nach einem Restaurant, denn wir wollten natürlich die Spezialitäten Flanderns ausprobieren. Wir mussten gar nicht weit gehen und aßen:
    Krabbenkroketten mit Salat, Brötchen und Butter (eine Portion zu zweit), anschließen Waterzooi met vis (= eigentlich Wassersuppe mit Fisch, die sich als eine leckere Fischsuppe mit viel Gemüse und mehreren Stücken von Weißfisch ohne Gräten entpuppte) und Seezunge Müllerin mit Friten und Salat. Dazu ein belgisches Bier und die Nachtruhe war gerettet.
    Niemand ist mit einem Etikett um den Hals auf die Welt gekommen, auf dem steht "Mensch erster Qualität" oder "Mensch zweiter Qualität". Die Etiketten haben wir Menschen erfunden.
    Anita Lasker-Wallfisch (geb. 1925), eine der letzten bekannten Überlebenden des Mädchenorchesters von Auschwitz


    Geändert von Hillie (21.03.2019 um 13:43 Uhr)

  3. Avatar von Hillie
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    AW: Hillies on tour

    Weiter geht es mit
    Flandern 2
    Der Donnerstag war der Stadt Gent gewidmet. Bis gegen 13 Uhr marschierten wir durch die Stadt: Rathaus und Marktplatz, wunderschöne Patrizier- und Bürgerhäuser mit Staffelgiebeln und alte Kornspeicher wechselten sich ab. Dann war die Kathedrale St. Bavo an der Reihe, die durch den Genter Altar berühmt ist. Dieser wurde von den Gebrüder Eyck geschaffen. Momentan wird er im Museum der Schönen Künste restauriert und wir sahen eine Kopie. Aber auch sie war schon sehr schön und beeindruckend. Den Belfried, in dem die wichtigsten Urkunden der Stadt gelagert werden, sahen wir von außen. Dann folgten die kunstvollen Zunfthäuser entlang der Kais Graslei und Korenlei und zum Abschluss die Burg Gravensteen. Dann wurden wir in die Mittagspause entlassen. Nun musste es aber sein: original belgische Fritten (handgeschnitten aus Kartoffeln mit Schale) und für jeden eine belgische Waffel. Anschließend war Ausruhen im Hotel angesagt, bevor es dann mit dem Bus zum Museum der Schönen Künste ging.Wir hatten eine sehr gute, abwechslungsreiche Führung durch unseren Reiseleiter und sahen nicht nur von Bosch, Breugel und Rubens, sondern auch moderne flämische Künstler.Heute Abend haben wir uns dem belgischen Wit Blauw verschrieben. Das ist eine spezielle belgische Rinderrasse. Es gab: Carpaccio davon und anschließend Filetsteak (200 g), einmal mit Pfeffersauce, Fritten und Salat, einmal mit neuen Kartoffeln, Kräuterbutter und Salat. Und dann wollten wir es wissen: es musste ein Genever (= Wacholderschnaps) sein und ein Espresso. Müde sind wir ins Hotel gerollt und haben noch ein bisschen Fußball geschaut: Belgien – Russland. Morgen geht es nach Brügge.
    Niemand ist mit einem Etikett um den Hals auf die Welt gekommen, auf dem steht "Mensch erster Qualität" oder "Mensch zweiter Qualität". Die Etiketten haben wir Menschen erfunden.
    Anita Lasker-Wallfisch (geb. 1925), eine der letzten bekannten Überlebenden des Mädchenorchesters von Auschwitz



  4. Avatar von Hillie
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    AW: Hillies on tour

    Flandern 3
    Als wir am Freitagmorgen um 8:30 Uhr abfuhren, herrschte starker Nebel, aber je näher wir uns Brügge näherten, umso mehr lichtete es auf und als wir zu Beginn unserer Stadterkundung in ein Boot stiegen, kam die Sonne hervor und wir konnten bei tollem Sonnenschein Brügge von den Kanälen aus erleben. Die Handels- und Wohnhäuser sehen vom Wasser aus ganz anders aus und die unterschiedlichsten Giebelarten sind immer wieder interessant. Nach der Kanalfahrt ging es zu Fuß weiter (am Ende des Tages hatten wir wieder 8 km hinter uns gebracht).
    Zunächst ging es in das Groeningemuseum, wo wir wieder mehr über die flämischen Meister, vor allem van Eyck erfuhren. Der nächste Punkt der Besichtigungstour war der Marktplatz mit dem imposanten Provinzialgebäude. Hier machten wir mit vielen anderen Touristen Mittagspause und heute stand das belgische Nationalgericht Moules&Frites auf unserem Speiseplan (= Muscheln und Fritten). Wie üblich teilten wir uns eine Portion. Nach der Pause ging es weiter zum Rathaus mit einem wunderschönen gotischen Rathaussaal. Der Reichtum Brügges kommt unter anderem auch von der Tatsache, dass die Stadt Handelsumschlagplatz war. Händler aus vielen Ländern trafen sich hier und handelten Waren untereinander. Es musste aber immer ein „Makler“ aus Brügge bei diesen Geschäften dabei sein, der außer seiner Anwesenheit keine andere Aufgabe hatte, als seine „Gebühren“ zu kassieren.
    Wir schauten in die Heiligblutkirche mit einem gotischen Altarbild und einer Ampulle, die „angeblich“ Blut Christi enthält. Gläubige verehren diese Reliquie, spenden und erhalten ein Bildchen (wer nichts spendet, bekommt auch nix!!!). Nächste Station war die Sankt Salvatorkathedrale mit einem bemerkenswerten Chorgestühl, in dem einst die Chorherren des Ordens zum Hl. Vlies saßen (diesen Orden gibt es heute noch). Ihre Wappen sind über den Sitzen zu sehen. Letzter Besichtigungspunkt in Brügge (das übrigens Brüsche gesprochen wird) war das Memling Museum, das im Sint-Jansspitaal untergebracht ist. Hier wurden bis 1978 Pilger, Kranke und Sieche von Nonnen versorgt. Ein kurzer Spaziergang zum Bus und wir konnten während der guten Stunde heimwärts entspannen.
    Für unser Abendessen hatten wir zum Glück wieder einen Tisch reserviert und es gab:
    Käse- und Krabbenkroketten, Rumpsteak vom Simmentaler Rind, Pommes und Salat und für mich gebratenen Lachs mit Salat. Je ein Bier dazu und einen Espresso zum Abschluss. Dann wurden nur noch die Beine hochgelegt.
    Heute fahren wir nach Antwerpen.
    Niemand ist mit einem Etikett um den Hals auf die Welt gekommen, auf dem steht "Mensch erster Qualität" oder "Mensch zweiter Qualität". Die Etiketten haben wir Menschen erfunden.
    Anita Lasker-Wallfisch (geb. 1925), eine der letzten bekannten Überlebenden des Mädchenorchesters von Auschwitz



  5. Avatar von Mendo
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    AW: Hillies on tour

    Hallo Hillie, vielen Dank für Deine Berichte.
    Es muß toll sein. Ich freue mich auf Deine Fotos.

    Ich bewundere Deine Energie. Laßt es Euch gut gehen.
    Too blessed to be stressed


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    AW: Hillies on tour

    Viel Spass Euch.

  7. Avatar von Hillie
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    AW: Hillies on tour

    Flandern 4
    So, mit Antwerpen geht es nun weiter. Der ganze Tag war durch leichten Hochnebel geprägt, aber es war trocken und angenehm warm.
    Zum Beginn eine Geschichte zum Namen von Antwerpen:Der Riese Druon Antigon kontrollierte den Fluss Schelde und verlangte von den vorbeifahrenden Schiffern Zoll. Konnte einer nicht bezahlen, hackte er ihm die Hand ab. Der Held Brabo überwältigte Druon, hackte ihm nun im Gegenzug die Hand ab und warf diese in den Fluss. „Hand werfen“ = Antwerpen.
    Unseren Besuch in Antwerpen war ein Spaziergang einmal quer durch die Stadt (8 km) und begann im Rubenshaus. Wir sahen das Gebäude, in dem der Maler von 1610 bis zu seinem Tod (1640) gelebt hat und neben seinen Werken waren viele teilweise unbekannte Bilder von Malern seiner Zeit ausgestellt. Wir hatten wieder eine tolle Führung. Besonders beindruckend war die „Kunstkammer des Cornelius von der Geest“, das berühmte Gemälde und Personen der damaligen Zeit innerhalb eines Gemäldes zeigt. Danach ging es weiter zum Marktplatz mit dem Rathaus, das leider eingerüstet war und einem schönen Ensemble typischer Patrizierhäuser. Mittagspause machten wir in einer eher untypischen Kneipe: in einem tibetanischen Lokal und aßen Momos, kleine, gefüllte Teigtaschen. Der Nachmittag stand zunächst wieder im Zeichen Rubens und der Liebfrauenkirche. Diese beherbergt neben vielen anderen Gemälden die Bilder „Kreuzerhöhung“, die „Kreuzabnahme“ und die „Auferstehung“ des großen Meisters. Weiter ging es zu einem Museum ganz besonderer Art: das Haus des Plantin Moretus, das vierhundert Jahre Druck- und Verlagswesen zeigt. Über die Autobahn ging es wieder zurück nach Gent und da Samstag war, ganz ohne Verkehr.
    Zum Glück hatten wir in unserem (inzwischen) Stammlokal reserviert. Es gab noch einmal Carpaccio, dann Filet vom Simmentaler Rind, Fritten und Salat und für mich Waterzooi mit Fisch. Der Wirt spendierte uns den Genever, da wir nun zum 3. Mal hier waren.
    Die Beine freuten sich anschließend sehr, als sie endlich hochgelegt wurden.
    Morgen geht es nun noch einmal nach Mechelen, weiter nach Leuwen und dann zurück nach Hause. Schade. Davon dann morgen oder übermorgen mehr.
    Gut Nacht!
    Niemand ist mit einem Etikett um den Hals auf die Welt gekommen, auf dem steht "Mensch erster Qualität" oder "Mensch zweiter Qualität". Die Etiketten haben wir Menschen erfunden.
    Anita Lasker-Wallfisch (geb. 1925), eine der letzten bekannten Überlebenden des Mädchenorchesters von Auschwitz



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