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  1. Avatar von Mendo
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    AW: IWC Ingenieur automático Da iw323601 Homens relógio mecânico (CBI) - $223.00

    Danke Hillie. Jetzt bin ich wirklich neugierig auf die Fotos. Hoffe, ihr werdet nicht leicht seekrank.
    Too blessed to be stressed

  2. Avatar von red_gillian
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    AW: IWC Ingenieur automático Da iw323601 Homens relógio mecânico (CBI) - $223.00

    Danke fürs Berichten, Hillie! Durch deine Schreibe lässt sich eure Reise schön nachvollziehen.
    Whoever is unjust, let him be unjust still.
    Whoever is righteous, let him be righteous still.
    Whoever is filthy, let him be filthy still.
    Listen to the words long written down
    When the man comes around.

    - Johnny Cash, When the man comes around

  3. Avatar von Hillie
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    AW: IWC Ingenieur automático Da iw323601 Homens relógio mecânico (CBI) - $223.00

    Einen wunderschönen Sonntag und ein bisschen Lektüre zur Unterhaltung.
    Seekrank werden wir übrigens nicht!

    Grönland 3
    Der Freitag begann nach ziemlich unruhiger Nacht wieder sehr früh, denn ab 4 Uhr durchfuhren wir die Sullorsuaq Straße, die sich durch große, mächtige Eisberge ankündigte. Um 8 Uhr waren wir an unserem Liegeplatz vor Saqaq angekommen und drifteten wieder, denn die MS Hamburg war von wahren Kolossen umgeben. Kurz danach wurden die Zodiacs zu Wasser gelassen und da wir zur Gruppe 3 gehörten, durften wir bald mit tatkräftiger Hilfe der Besatzung ins Zodiac steigen und uns gleich auf den uns zugewiesenen Platz setzen. Bei nebligem Wetter mit leichtem Nieselregen kreuzten wir 45 Minuten zwischen den Eisbergen umher. Da wir warm und wetterfest angezogen waren, machten uns die 5 Grad und die Feuchtigkeit nichts aus. Durch den Nebel hatte die Fahrt fast einen mystischen Charakter!
    Am Nachmittag stand wieder ein Vortrag auf dem Programm: „Die Geologie von Grönland und die Eisberge“. Das war sehr interessant, war Grönland doch vor Urzeiten einmal mit tropischen Wäldern bedeckt gewesen. Die Eiskappe im Norden, die 1000 m ins Meer hinunterreicht, ist insgesamt über 4000m hoch, im Süden sind es nur knapp 3000 m.
    Noch vor dem Abendessen näherten wir uns dem Eqip Sermia Gletscher, den wir wegen des vielen Eises in der Lagune nur von Weitem sehen konnten. Da unser Schiff ja auch wieder drehen musste, war ein näheres Herankommen nicht möglich, denn der Gletscher kalbt ständig und erzeugt dadurch immer wieder Flutwellen.
    Die Nacht zum Samstag war unwahrscheinlich ruhig und so waren wir ausgeschlafen, als das Schiff gegen 7 Uhr vor dem kleinen Ort Ilimanaq Anker warf. Der Ort ist einer der ältesten auf Grönland und hat heute 54 Einwohner, die vom Fischfang leben. Er wurde 1752 von der dänischen Handelsmission gegründet und spielte bis zum Beginn des 19. Jh. im Walfang eine wichtige Rolle. Mit Tenderbooten fuhren wir an die Pier und konnten bei fast Sonnenschein einen schönen Spaziergang in der Tundra unternehmen.
    Ilimanaq liegt am Rande der Diskobucht (sie hat den Namen von ihrer etwas kreisförmigen Form), nördlich des Ilulissat Eisfjordes. Dieser Fjord ist 40 km lang, 7 km breit und bis zu 1200 m tief. An seinem Ende schiebt sich der Ilulissat Gletscher täglich bis zu 22 m nach Westen. Er ist damit der schnellste Gletscher der Welt. Dabei brechen riesige Eisberge ab, die mehrere Kilometer lang sind und bis zu 150 m aus dem Wasser reichen. Mit der Tide schwimmen sie Richtung Atlantik, den sie nach etwa 2 Jahren erreichen. Davor liegt allerdings eine 300 m hohe Eisbarriere (die Isfjellbanken), über die sie geschoben werden. Da das nicht so einfach ist, stauen sie sich am Eingang zum Fjord und verbarrikadieren auch oft den Hafen von Ilulissat. Größere Eisberge zerbrechen dort. Dieser Gletscher entwässert 10 % des gesamten Inlandeises Grönlands.
    Die Menge Eis, die jeden Tag vom Gletscher abbricht, würde zu Wasser verflüssigt ausreichen, um New York ein Jahr lang mit Trinkwasser zu versorgen!
    Den Samstagnachmittag haben wir vor den Panoramafenstern verbracht und das Eisspektakel auf uns wirken lassen!
    Gegen 16 Uhr erreichten wir unseren Ankerplatz vor dem Hafen von Ilulissat am südlichen Ende des Fjordes. Ein Teil der Passagiere brach gleich zu einem Helikopterflug über den Eisfjord auf, den wir uns aber schenkten. Wie werden uns das Schauspiel am Sonntag von einem Boot aus anschauen.
    Nach dem Abendessen, das unter dem Motto stand: „Zu Gast in Skandinavien“ bereiteten uns unsere Lektoren um 21 Uhr eine vergnügliche Stunde. Im „Club der Lügner“ erklärte jeder sehr überzeugend einen unbekannten Begriff jeweils aus der Sicht seines Fachbereichs. Dabei nahmen sie sich gegenseitig auf die Schippe. Es war dann an uns, durch die Stärke des Applauses die wahre Erklärung herauszufinden. Ein Beispiel: Pingo. Das ist tatsächlich der grönländische Name für eine schwangere Frau, aber gleichzeitig auch der geologische Begriff für kleine kugelförmige Eishügel unter der Erde, die es z.B. auch in Oberbayern gibt.
    In der Nacht driftete die MS Hamburg wieder vor dem Hafen von Ilulissat, um bei Auftauchen eines größeren Eisberges jederzeit abfahrtbereit zu sein. Die kleineren Eisberge, die sog. Crawler, die auf Radar nicht zu sehen sind, sind die gefährlichen. So konnten wir beruhigt in einen wunderschönen Sonntag hineinschlummern. Davon dann mehr beim nächsten Mal!
    Tschüß!
    Neugierde ist der Kompass meines Lebens

  4. Avatar von Hillie
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    AW: IWC Ingenieur automático Da iw323601 Homens relógio mecânico (CBI) - $223.00

    Grönland 4

    Heute gibt es einen letzten Bericht aus Grönland!
    Es war in der Tat ein wunderschöner Sonntag, wahrscheinlich der Höhepunkt der Reise. Die Sonne ging rot über dem Eisfjord auf und nach einem frühen Mittagessen bestiegen wir, gestärkt durch grönländischen Fischkuchen, immer zu zwölft ein kleines Schiff (es gab nur Außenplätze) und fuhren bei Sonne und kühlen 6 Grad 2 Stunden durch die fantastische Welt der Eisberge. Wir kamen ziemlich nahe heran und sahen die unterschiedlichsten Farben, die ehemaligen Gletscherspalten und die Abbruchkanten. Einige dieser Eisberge können bis nach New York treiben. Buckelwale begleiteten uns und eine Robbe schaute neugierig, wer da wohl ihre Mittagsruhe störte. Einige Eisberge hatten einen leicht rosa Schimmer. Sie haben schon einen leichten Algenbefall. Die Tour war so toll, dass es uns erst beim Aussteigen bewusst wurde, wie ausgefroren wir doch waren. Einige Becher heißen Tees erweckten wieder die Lebensgeister und wir hielten einen wohl verdienten Mittagsschlaf in unserer myollig-warmen Kabine.
    An diesem Tag war fast das gesamte Schiff unterwegs. Es fanden 6 Flüge über das Eisfeld statt, 6 Wanderungen über einige Hügel zum Fjord und 20 Bootstouren hinein in die Eiswüste. Dazu war eine gut organisierte Logistik erforderlich. Aber es klappte alles, jeder wusste, wann er wo zu sein hatte und zum Abendessen waren alle wieder an Bord.
    In der Nähe des Eisfjordes gibt eine Schlucht, die Hexenschlucht. Dorthinein stürzten sich in früheren Jahren die alten Menschen, wenn im Winter nicht genügend Nahrung für alle da war.
    Die Nacht zum Montag wurde wieder etwas unruhig, als das Schiff die schützende Küste verließ. Wir saßen noch beim Frühstück, als wir (dieses Mal an der Pier) in Aasiaat anlegten. Dieser Ort ist mit 3100 Einwohnern der fünftgrößte Ort auf Grönland. Wir konnten direkt vom Schiff aus an Land gehen und uns den Ort anschauen. Was gab es: Touristeninformation, zwei große Supermärkte, Polizei, Feuerwehr, Schule, Kindergarten, Altenheim, Souvenirläden, Friseur, eine Kirche, zwei Cafés, ein Hotel und eine geschlossene Grillbude. Außerdem teilweise asphaltierte Straßen mit Verkehrszeichen, manchmal einen Gehsteig und immer wieder Treppen, um in einen höher gelegenen Ortsteil zu gelangen. Ein Friedhof, ein Fußballfeld und einen Flughafen, die alle weit außerhalb liegen, rundeten die Infrastruktur ab. Diese Beschreibung passt auf jeden Ort hier in Grönland. Zwischen den Ortschaften gibt es keine Straßen, jeglicher Verkehr findet mit Flugzeug und/oder Boot statt. Achja, in jedem Ort gibt es eine Kanone, die immer dann abgefeuert wird, wenn nach der langen Winterszeit endlich das erste Versorgungsschiff anlegt.
    In den Supermärkten kann man wirklich alles kaufen, neben den Lebensmitteln auch Fahrräder, Kleinteile für Motoren und Gewehre, die die Grönländer für Jagd brauchen. Grönland hat übrigens keine Armee und kennt auch kein Wort für „Krieg“. Dafür ist die Suizidrate bei den jungen Menschen die höchste in der Welt. Das hängt damit zusammen, dass die Grönländer entwurzelt werden. In den 60er Jahren baute man plattenbauartige Wohnhäuser und siedelte die Menschen dorthin um. Inzwischen hat man allerdings eingesehen, dass das ein Fehler war.
    Nach dem Mittagessen machte sich die MS Hamburg auf den langen Weg nach Süden in die Hauptstadt Nuuk (630 km). Am Montagnachmittag gab es zwei Vorträge: „Tiere der Arktis in den Märchen der Inuit“ und „Wer lebte wann und wo in Grönland? – Die Besiedlungsgeschichte von Grönland“
    Am Abend verabschiedete sich die Crew mit einem Glas Sekt, an das sich das Kapitänsdinner anschloss.
    Da es keine Eisberge mehr gab, konnten die Stabilisatoren ausgefahren werden und die Nacht wurde ruhig.
    Am Dienstagmorgen gab es zwei Vorträge: „Nuuk- die Hauptstadt Grönlands“ und „Entdeckung und Erkundung der Arktis“.
    Um 11.30 Uhr erschien Neptun, denn wir hatten in der Nacht mal wieder den Polarkreis überquert und es mussten einige (es war fast das ganze Schiff ohne uns!) „getauft“ werden. Mit Ausnahme der Temperaturen war es der gleiche Klamauk wie bei der Äquatortaufe im letzten Jahr!
    Aus Liegeplatzgründen war der Fahrplan geändert worden und wir ankerten am frühen Nachmittag an der Pier von Nuuk. Dort waren wir nicht alleine, ein großes Kreuzfahrtfahrtschiff aus der AIDA-Reihe, die AIDAcara, lag schon dort.
    Da es am Mittwochmorgen bereits weiterging, fanden alle Ausflüge am Dienstagnachmittag statt. Das war sehr bedauerlich, da wir so nicht in die Stadt konnten. Aber wir hatten Glück und waren bei der ersten Gruppe, die zur Bootsfahrt in die Fjorde östlich von Nuuk in die Boote steigen durften. Zuvor hatten wir uns mit einer sehr leckeren grönländischen Fischsuppe gestärkt und der kalte Wind, der trotz strahlendem Sonnenschein wehte, machte uns nicht so viel aus. Wir sahen noch einmal eine sehr beeindruckende Fjordlandschaft und einige Eisberge.
    Am Abend kam ein grönländischer Künstler an Bord, der 45 Minuten lang zur Gitarre sang und dann auch trommelte. Über Nacht blieb das Schiff an der Pier und am Mittwoch legte es dann um 8 Uhr zur letzten großen Etappe ab zurück nach Kangerlussuag (428 km). Dort werden wir gegen 4 Uhr am Donnerstagmorgen auf Reede liegen.
    Damit der Seetag nicht zu langweilig wird, hat sich die Kreuzfahrtdirektion einige Aktivitäten ausgedacht: Es gibt noch einmal zwei Vorträge: „Die Tierwelt von Grönland“ und „Klima und Klimaveränderungen“. Um 11.30 Uhr findet der traditionellen Frühschoppen mit Freibier für alle und bayrischen Grillspezialitäten statt. Ja, und am Nachmittag heißt es Kofferpacken, denn spätestens um Mitternacht werden diese von der Besatzung abgeholt. Am Donnerstag ist gegen 6.30 Uhr Ausschiffung und um 10.10 Uhr geht es zurück nach Düsseldorf. Wir werden dort mit 4 Stunden Zeitverschiebung um 19 Uhr landen und mit dem Shuttle in unser Flughafenhotel fahren.
    Zehn interessante Tage auf einer faszinierenden Insel gehen damit zu Ende. Wir haben nicht geglaubt, dass Schnee und Eis, Tundra und Felsen so spannend und abwechslungsreich sein können. Was aber eigentlich das Schönste an der Tour war: das Wetter. Wir konnten alles Ausflüge und Spaziergänge ohne Regen unternehmen. Die Temperaturen waren bei richtiger Kleidung angenehm, wir hatten sogar relativ viel Sonne. Also eine durch und durch gelungene Expeditionsreise in die Arktis!
    Aus Deutschland melden wir uns dann wieder!
    Geändert von Hillie (07.09.2018 um 08:31 Uhr)

  5. Avatar von VanDyck
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    AW: Hillies on tour

    @ Hillie:
    Dankeschön für deine Berichte.
    Und ebenso vielen Dank für die Mühe, die du dir damit gemacht hast.
    Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
    dann durchfluten sie mich wie Regen ...
    American Beauty
    Ich habe das Maus zurück geholt.
    The Green Mile

  6. Avatar von red_gillian
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    AW: Hillies on tour

    Sehr spannend. Vielen Dank, Hillie!
    Whoever is unjust, let him be unjust still.
    Whoever is righteous, let him be righteous still.
    Whoever is filthy, let him be filthy still.
    Listen to the words long written down
    When the man comes around.

    - Johnny Cash, When the man comes around


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    AW: Hillies on tour

    Herzlichen Dank für deine Berichte. Das macht Lust, auch einmal dorthin zu fahren.

  8. Avatar von elail
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    AW: Hillies on tour

    Ich danke auch für Deine Berichte !
    Das Leben ist schön,
    von einfach war nie die Rede !


  9. Registriert seit
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    AW: Hillies on tour

    tolle fotos!!
    liebe grüße

  10. Avatar von Hillie
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    AW: Hillies on tour

    Wieder zu Hause

    Guten Morgen!
    Die Ausschiffung verlief problemlos, ebenso der Transport zum Flughafen. Aber dann kam die Maschine aus Düsseldorf mit 1 Stunde Verspätung an, da es vor dem Abflug einen medizinischen Notfall gegeben hatte. Bis dann alles Gepäck ausgeladen und unseres wieder eingeladen war, dauerte es nochmals und mit insgesamt 2 Stunden Verspätung landeten wir in Düsseldorf. Auf die Koffer mussten wir fast 2 Stunden warten und waren gegen 23 Uhr im Hotel. Ein Absacker in der Bar musste noch sein, dann waren wir bettreif.

    Dafür verlief die Heimfahrt am nächsten Morgen ohne Stau und der Alltag hat uns wieder.

    Wenn die Bilder online gehen, melde ich mich wieder.
    Danke für die vielen positiven Rückmeldungen!
    Neugierde ist der Kompass meines Lebens

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