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    AW: Hillies on tour

    Seit Samstag sind wir wieder unterwegs und so kommt hier der erste Bericht von der Waterkant:

    Dangast 1

    Die Fahrt in den Norden war in Ordnung, auch wenn es unzählige kleine Baustellen gab. Die Brücken im Sauerland werden saniert und so wechselten sich immer wieder einspurige Straßenführung und Geschwindigkeitsbeschränkungen ab. Trotzdem waren wir vor der Zeit in Dangast
    Der Schlüssel für unsere Ferienwohnung hing am vereinbarten Ort und wir konnten eine moderne, geschmackvolle Wohnung beziehen. Sie liegt in einem reinen Wohngebiet und ist sehr ruhig. Sie hat eine Terrasse mit Strandkorb, die in den Garten hinaus geht. Im Haus sind insgesamt 6 Wohnungen.
    Nach dem Auspacken machten wir uns auf nach Varel, denn wir hatten im „Aal und Krabbe“ für 18 Uhr einen Tisch reserviert. Natürlich landete Fisch auf unsere Teller. Nach einer köstlichen Krabbensuppe (die Krabben werden nicht in Marokko oder sonstwo gepult, sondern in Greetsiel) gab es ganze Scholle bzw. Limandesfilet. Da das Lokal zur örtlichen Brauerei gehört, gab es eine Bierspezialität: Tide-Bier in Bioqualität.
    Gut gesättigt ging es zurück nach Dangast.

    Am Sonntag haben wir zunächst einen Erkundungsspaziergang durch Dangast unternommen. Dangast ist ein kleines Nordseebad in Ostfriesland, ca. 30 km südlich von Wilhelmshaven, ein kleiner Ort, der eigentlich nur aus touristischen Unternehmungen besteht: Hotels, Restaurants, Ferienhäuser und -wohnungen, Boutiquen und ein paar Geschäfte für die Grundversorgung. Er hat aber einen langen, sandigen Strandabschnitt und einen schönen, alten Hafen. Dort war bei dem schönen Wetter natürlich viel los. Wir meldeten uns in der Kurverwaltung an und erhielten unsere Kurkarten. Mal schauen, welche Vorteile wir nutzen können.
    Den Nachmittag verbrachten wir im Strandkorb auf unserer Terrasse mit Lesen.

    In der Nacht zum Montag regnete es stark und gewittert und so erstrahlte am Montagmorgen ein blauer Himmel. Zunächst wurde eingekauft und nach einem guten Frühstück liefen wir bei sehr warmen Temperaturen am Strand entlang und durch einen schönen Park wieder zu unserer Wohnung. Auffällig sind die vielen Wälder hier im Norden. Der Nachmittag war wieder dem Nichtstun gewidmet.

    Am Dienstag stand Wilhlemshaven auf dem Programm. Es ist eine relativ junge Stadt, wurde sie doch erst 1869 vom jungen König Wilhelm I. dem späteren Kaiser Wilhelm I. gegründet. Er ließ auch die Brücke, die nach ihm benannt ist errichten und eine Marinewerft. Das Eingangstor zur Werft ist sehr imposant, interessant ist aber vor allem der alte Werftbriefkasten, der im Toreingang hängt und heute noch geleert wird. Natürlich besuchten wir auch das Wilhelm I. Denkmal und die Garnisonkirche, eine Kirche, die von ihrer Geschichte geprägt ist. Sie wurde 1872 als Elisabethkirche eingeweiht, nach der Gemahlin des verstorbenen König Friedrich Wilhelm IV. Ihr erstes Geläut galt dem Frieden mit Frankreich 1871. Gedenktafeln an der Wand erinnern an Besatzungsangehörige, die bei kriegerischen Auseinandersetzungen in den Kolonien, bei Haverien oder Schiffsuntergängen ums Leben gekommen sind. Auffällige Nachbildungen der Wappen an den Kirchenbänken erzählen ebenfalls die Geschichte der Marine.
    Wir liefen bei wunderschönem Wetter am Großen Hafen entlang und wollten eigentlich eine Hafenrundfahrt machen. Aber die von uns geplante Abfahrtszeit hatte sich – bedingt durch Niedrigwasser – um 1 ¼ h verschoben und so lange wollten wir dann doch nicht warten. Außerdem waren wir durch das viele Laufen müde geworden und fuhren deshalb mit dem Bus wieder zurück zu unserem Auto.
    "Wir brauchen Bürokratie, um unsere Probleme zu lösen. Aber wenn wir sie erst haben, hindert sie uns, das zu tun, wofür wir sie brauchen."
    Ralf Dahrendorf (1929-2009)

    "Widme dich der Liebe und dem Kochen mit ganzem Herzen!"
    Dalai Lama (geb. 1935)

    "Warum denn immer gleich so sachlich werden, wenn es doch auch persönlich geht!"

    André Heller (geb. 1947)

    in der BriCom als Hillie unterwegs seit 2003

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    AW: Hillies on tour

    Weiter geht es mit

    Dangast 2

    Wir legten am Mittwoch einen ruhigeren Tag ein und nahmen uns für Donnerstag Jever vor. Auf dem Weg dorthin regnete es stark und der Regen nahm den Hochnebel und die Wolken mit, so dass wir bei blauem Himmel und Sonne, aber kalten Temperaturen in der Stadt des friesisch-herben Bieres ankamen. Das Bier ist dort allgegenwärtig, aber wir schenkten uns sowohl die Brauerei, als auch den Jever Shop. Dafür gab es viele andere interessante Gebäude zu sehen.
    Allen voran das Schloss, das auf eine alte Wehranlage zurückgeht und unter Maria von Jever (1500-1575) maßgeblich ausgebaut wurde. Jever ist eine Stadt der Brunnen, vor allem der Sagenbrunnen, der Kosakenbrunnen (erinnert an die Befreiung der Stadt durch die Franzosen) und der Kiebizbrunnen waren sehenswert. Wir statteten auch der Stadtkirche mit dem Grabmal des Edo Wiemken einen Besuch ab. Er war ein Ostfriesischer Häuptling und der letzte männliche Regent der Herrschaft Jever aus dem Häuptlingsgeschlecht der Wiemkens. Leider wurde das Grabmal gerade renoviert, so dass wir es nicht sehen konnten. Der Name Edo Wiemken ist in Ostfriesland sehr verbreitet und jeder Ort hat eine Straße nach ihm benannt. Das Besondere an ostfriesischen Kirchen ist der frei stehende Kirchturm. Das kleine, aber feine Rathaus mit einem von Löwen geschmückten Treppenaufgang liegt gleich daneben. Interessant war auch der Wüppgalgen, der der Bestafung kleinerer Vergehen diente. Es sollte keiner zu Tode kommen, aber Lug und Trug wurden mit dem Eintauchen des Käfigs in das Wasser geahndet. So ist in den Geschichtsbüchern zu lesen:

    Muss das denn sein, Herr Offizier.“ Ganz ängstlich schaut die Etje Meinen den Feldwebel direkt ins Gesicht.
    Eine Menge Leute sind schon heran gelaufen, um das Spektakel aus nächster Nähe zu erspähen. [...]
    Neben dem Feldwebel Heubner steht der Stadtwachtmeister Tönjes Backer, schaut eben zu seinen Leuten herüber. „Kasten, alles klar ...?“ Einer seiner Handlanger, der vierschrötige Angesprochene an dem Galgen gelehnt, nickt. Kann also endlich losgehen.
    Bitte, bitte Herr Offizier. War doch nur ein Birnchen, die eine Seite war schon ganz braun angelaufen.“ Der Feldwebel schüttelt seinen Kopf. „Und der Apfel letzten Sonnabend auf dem Neuenmarkt und das halbe Laib Brot gestern bey der Wittwe Rulle?“ Irgendwie muss Feldwebel Heubner darüber lächeln: „Etje, Etje, da musst du itzt durch. Da hilft alles nichts.“ Endlich kommt sein Auftraggeber, Börchert Hinrichs, zurück von der Herrenpforte gelaufen. „Haben den Schlüssel schon ein halbes Jahr nicht mehr brauchen müssen!“ ruft der Stadtdiener etwas außer Atem.
    Die Etje zieht eine kleine Schnute: „Uuuh! Das viele Wasser, Herr Offizier, da wollt ihr die arme Etje ganz untertauchen, wollt ihr?“ Heubner lächelt nur verhalten: „Und das ganze dreimal – mindestens, Etje! Sollst es ja nit so schnelle wieder vergessen.“ [...]
    Die Handlanger des Wachtmeisters, zu sechse am Galgen, beginnen ihr Werk. Zwei der stärkeren Burschen, Karsten und der wanstige Bolko, betätigten die Kurbel. Langsam hebt sich der Gitterkasten mit der nun laut aufheulenden Etje empor. Dann wird der Galgen von den anderen Gesellen über den Stadtgraben geschwenkt. „Das ihr uns de Etje aber ganz sauber werden lasset. Jaaa?“ ruft der alte Pferdehändler Jan. Wieder ist das Gelächter groß. [...]Da gibt der Wachtmeister sein Zeichen und – die Welle des Galgen wird aus der Verankerung entlassen – der Gitterkasten fällt herunter.
    Laut klatschend schlägt der Kaste n mit der kreischenden Etje auf die Wasseroberfläche und versinkt schnell – aber nur zur Hälfte.
    Hoch mit ihm“, ruft Tönjes Backer und kräftige Männerhände drehen wieder an der Winde. Schon ist der Kasten wieder emporgezogen. In ihm ein kleinlaut wimmerndes Häuflein Elend. Der Stadtwachtmeister schaut wieder hinterrücks. Börchert Hinrichs ist zufrieden. [...] Herabgelassen und geöffnet kommt ein zerzaustes und patsch-nasses Etwas langsam aus dem Gitterkasten herausgekrochen.“

    nach Wilke Krüger, Dezember 2018, nahzulesen bei: Wüppgalgen

    Zum Schluss schauten wir uns noch den „historischen Hafen“ und die Schlachtmühle an. Sie hat ihren Namen daher, dass Jever vor dem Bau der Eisenbahn auf dem Wasserweg von Hooksiel aus versorgt wurde und an dieser Stelle ein Schlagde (Be- und Entladeplatz) war.
    Da es anfing zu regnen, beendete wir unseren Stadtrundgang mit einem Eis und fuhren wieder nach Hause.

    Für den war Freitag trockenes Wetter vorausgesagt (was sich auch bewahrheitete), und so machten wir uns auf zur südwestlichen Fahrt um den Jadebusen. Erste Station war das „Schwimmende Moor“ bei Sehestedt. Das ist eine absolute Besonderheit in Deutschland. Zur Entstehung:
    Vor ca. 1000 Jahren war der gesamte Jadebusen ein Hochmoor. Stürme und Wellen rissen immer mehr Moor ab und es wäre ganz verschwunden, hätte nicht Admiral Sehestedt 1725 mit einem Deich ein kleines Stück Moor erhalten. Bei starker Flut wird dieses Stück unterflutet und erweckt den Eindruck, dass es schwämme (war aber bei unserem Besuch leider nicht der Fall). Bei Deichbau standen noch Häuser auf dem Moor und bei starker Flut hoben und senkten sie sich mit dem Wasser und die Bewohner mussten ihre Häuser nicht verlassen. Inzwischen stehen keine Häuser mehr und es ist ein schöner Rundweg mit Infotafeln angelegt. Moorfarbene Tümpel zeugen vom Untergrund.

    Unsere Fahrt führte uns weiter nordwärts. Wir besuchten schöne Mühlen und alte Kirchen, die aber leider geschlossen waren. Den Abschluss bildete die Nachbildung eines Langhauses aus der Bronzezeit. Bei Grabungen entdeckte man 1971 Überreste der ältesten Marschensiedlung an der deutschen Nordseeküste und erstellte 2005 einen originalgetreuen Nachbau. Leider hatte es geschlossen.
    Geändert von Hilie (02.10.2021 um 17:27 Uhr)
    "Wir brauchen Bürokratie, um unsere Probleme zu lösen. Aber wenn wir sie erst haben, hindert sie uns, das zu tun, wofür wir sie brauchen."
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    AW: Hillies on tour

    Heute kommt der letzte Bericht:

    Dangast 3

    Am Samstag legten wir wieder einen ruhigen Tag ein und liefen bei angenehmen Temperaturen gegen 11 Uhr zum Strand. Dort begann gerade das Drachenfest und wahre Ungetüme tummelten sich am Himmel: riesige Haie, Tintenfische, Wale, ein Leuchtturm, eine Krabbe, Donald Duck und Daisy … Darunter viele kleine Lenkdrachen, die wie die großen den Himmel bevölkerten.
    Dangast wurde 1804 als erstes Seebad an der Nordseeküste gegründet und besitzt eine Besonderheit: den Geestwald. Der Ort liegt auf einem Geestrücken mit Bewaldung bis ans Wattenmeer. Die Geest bezeichnet eine geomorphologische Landform in Norddeutschland, Flandern, den Niederlanden und Dänemark, die durch Sandablagerungen während der Eiszeiten entstand und im Gegensatz zum nacheiszeitlich entstandenen Schwemmland, dem Marschland steht. Wenn man also Glück hat, entdeckt man den Specht am Strand und den Wattläufer im Wald.

    Der Sonntag war ein regnerischer Tag, aber immerhin konnten wir morgens zum Strand laufen und in der Bäckerei frische Brötchen holen. Den Tag verbrachten wir mit lesen und Musik hören.

    Montag war wieder eine Unternehmung angesagt: Fahrt nach Aurich, der zweitgrößte Stadt Ostfrieslands (was sowohl die Fläche als auch die Bevölkerungszahl betrifft). Auf einem Stadtspaziergang durch die Fußgängerzone besuchten wir interessante Häuser, wie das älteste noch erhaltene Haus, das Hansteinhaus mit mittelalterlichem Mauerwerk, das älteste Bürgerhaus aus dem Jahr 1630, alte Gaststätten und Apotheken, die Lambertinikirche und einen Gebäudekomplex im Neorenaissance-Stil, der sich „Ostfriesische Landschaft“ nennt. Was ist darunter zu verstehen?

    Am Anfang waren die Landstände die Versammlung der drei gleichberechtigten Gruppen aus Rittern und Vertretern der Bürger und Bauern. Sie vertraten im Mittelalter die ostfriesische Bevölkerung gegenüber dem Landesherrn, dem Grafen- und späteren Fürstenhaus. Diese Ständevertretung gibt es in Ostfriesland bereits seit mehr als fünfhundert Jahren.
    Bis zum 19. Jahrhundert besaß die Ostfriesische Landschaft auch wesentliche politische Rechte. Von Kaiser Leopold I. ist ihr 1678 sogar ein eigenes Wappen verliehen worden, das den Ritter und den Baum auf dem Upstalsboom zeigt. Der Upstalsboom war während der Zeit der Friesischen Freiheit im 13. und 14. Jahrhundert die Versammlungsstätte der Abgesandten der friesischen Landesgemeinden, der Sieben Seelande, westlich der heutigen Stadt Aurich. Dieser Hügel war und ist das Symbol für die Freiheit der Friesen. An diesem Ort trafen sich im Mittelalter die Vertreter der selbständigen friesischen Landesgemeinden. Hier wollten sie bei ihren Zusammenkünften gemeinschaftlich ihre Rechte und Freiheiten stärken und sichern.
    Mitbestimmung und Selbstverwaltung haben also in Ostfriesland eine lange Tradition. Die moderne Ostfriesische Landschaft hat sich während des 20. Jahrhunderts von der alten Ständeversammlung zu einem zeitgemäßen Kulturparlament entwickelt. Sie ist heute eine demokratisch-parlamentarisch verfasste Körperschaft des öffentlichen Rechts, ein höherer Kommunalverband. An die Stelle der Landstände sind die drei ostfriesischen Landkreise und die Stadt Emden getreten, deren Kommunalparlamente die Mitglieder der Landschaftsversammlung wählen. Die Ostfriesische Landschaft vertritt daher nach wie vor die ostfriesische Bevölkerung.
    Gut gefallen haben uns auch verschiedene Skulpturen, die in der Innenstadt aufgestellt waren. Zum Beispiel ein Seehundzirkus, ein Moorbauernehepaar oder faul herumliegende Bären.
    Zum Abschluss des Tages machten wir noch einen kurzen Ausflug zum Großsteingrab in Tannenhausen. An historischer Stelle hat man hier ein Hünengrab nachgebaut. Es handelt es sich um eine ca. 5000 Jahre alte Megalith-Grabanlage der Trichterbecherkultur (= die erste vom Ackerbau geprägte Kultur des nordischen Frühneolithikums), die im Zuge der Christianisierung und des damit einhergehenden Kirchenbaus zerstört wurden. Die drei ursprünglichen im Original erhaltenen Findlinge im Volksmund auch "Butter, Brot und Käse - Botter, Brood und Kääs" genannt, wurden 2014 um sieben weitere mannshohe und jeweils ca. 5 Tonnen schwere aus Mecklenburg Vorpommern stammende Steine ergänzt, um die Ausmaße des Großsteingrabes zu veranschaulichen.
    Ganz in der Nähe steht auch die kleinste Mühle Niedersachsens, die Meints Mühle, die nur 6,5 m Höhe misst; der Durchmesser der vier mit Segeltuch versehenen Gatterflügel beträgt etwa 12 Meter. Sie reichen also bis fast auf den Boden. Hinten an der Kappe hat die Mühle, die auch Erdholländer genannt wird, eine Vorrichtung, mit der sie von Hand in den Wind gedreht wird.

    Dienstag, Mittwoch und Donnerstag waren wieder Ausruh- und Lauftage. Da es immer gegen Nachmittag warm wurde, nutzten wir auch unsere Terrasse.

    Den Freitag begannen wir bei blauem Himmel und Sonne mit einem schönen Spaziergang im Neuenburger Urwald. Verschlungene Pfade durchziehen den Neuenburger Urwald, das Herzstück der Friesischen Wehde. Zusammen bilden sie ein gut durchdachtes Wegenetz, welches die grüne Oase zwischen Zetel und Neuenburg zu einem beliebten Ausflugziel für Naturliebhaber, Sportler und Erholungssuchende werden lässt. Der beeindruckende Baumbestand wirkt magisch, zuweilen sogar undurchdringlich. Der Neuenburger Urwald ist seit mehr als 100 Jahren Naturschutzgebiet, in dem sich Flora und Fauna ohne den Einfluss des Menschen entwickeln können.
    Die Wanderwege im Neuenburger Urwald sind nach dem Knotenpunktsystem ausgeschildert, so dass man problemlos ohne Karte oder Kompass wandern kann und immer wieder zum Auto zurückfindet.
    Zum Abschluss gibt es am heutigen Nachmittag noch einmal eine Sonnenrunde am Strand, dann wird gepackt und heute Abend gehen wir noch einmal essen.
    Morgen sind dann 14 aktive und erholsame Tage zu Ende und wir wissen schon jetzt, dass wir – wenn nichts dazwischen kommt – sicherlich wieder nach Dangast kommen werden. Eine Adresse für eine schöne Wohnung kennen wir ja.
    "Wir brauchen Bürokratie, um unsere Probleme zu lösen. Aber wenn wir sie erst haben, hindert sie uns, das zu tun, wofür wir sie brauchen."
    Ralf Dahrendorf (1929-2009)

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    André Heller (geb. 1947)

    in der BriCom als Hillie unterwegs seit 2003

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    AW: Hillies on tour

    Hallo,
    nachdem die Bilder zu unserer Ostfrieslandtour nun endlich online sind, hier der Link:

    hillie1947 | Flickr


    Der Reisebericht und die dazugehörigen Bilder unserer letzten Exkursion kommen demnächst.









    "Wir brauchen Bürokratie, um unsere Probleme zu lösen. Aber wenn wir sie erst haben, hindert sie uns, das zu tun, wofür wir sie brauchen."
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    AW: Hillies on tour

    Sehr schöne Bilder Hillie! Danke
    “You are the sky. Everything else- it’s just the weather.”

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    AW: Hillies on tour

    Liebe Hillie,
    Mit viel Freude habe ich Deinen Reisebericht gelesen.
    Wir lieben Dangast und fahren 4-5mal im Jahr dorthin.
    Da mein Mann gehbehindert ist, schätzen wir die kurzen Wege dort.
    Auch wenn es nicht die offene Nordsee ist, mögen wir das Klima und die Ruhe.

    Also, vielen Dank für die Einblicke und besonders den Tipp mit Aurich werden wir aufnehmen.
    Liebe Grüße Bärbel

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    AW: Hillies on tour

    Das freut mich sehr, Mendo und Zahlenmensch. Wir waren sicherlich nicht das letzte Mal dort.
    "Wir brauchen Bürokratie, um unsere Probleme zu lösen. Aber wenn wir sie erst haben, hindert sie uns, das zu tun, wofür wir sie brauchen."
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    AW: Hillies on tour

    Hallo!
    In drei Portionen kommt der Reisebericht unserer letzten Tour zur Himmelsscheibe Nebra.

    Nebra 1

    Himmelsscheibe Nebra (15.-18.10.2021)

    Unsere viertägige Gruppenexkursion in das Saale-Unstrut-Gebiet in Sachsen-Anhalt hatte die Himmelsscheibe von Nebra zum Schwerpunkt. Deshalb fuhren wir auch am Freitag nach unserer Ankunft in Nebra nicht ins Hotel, sondern gleich mit dem Bus hinauf zum Mittelberg, dem Fundort der Himmelsscheibe. Die letzte Strecke mussten wir zu Fuß gehen. Die örtliche Reiseleiterin erzählte uns dann die abenteuerliche Geschichte dieses bis jetzt einmaligen Fundes:

    Es ist eine kreisförmige Bronzeplatte mit Applikationen aus Gold, die als die älteste bisher bekannte konkrete Himmelsdarstellung gilt. Ihr Alter wird auf 3700 bis 4100 Jahre geschätzt. Der Fund der Aunjetitzer Kultur (eine Vermischung der Schnurkeramiker aus dem Südwesten und der Glockenbecherkeramiker aus dem Osten Europas) aus der frühen Bronzezeit Mitteleuropas zeigt astronomische Symbole.
    Die längere Zeit nach der Entstehung eingearbeiteten Goldelemente und die vermutlich bewusste Vergrabung vor etwa 3600 Jahren lassen den Schluss auf einen längeren, möglicherweise religiösen Gebrauch zu. Die Bronzescheibe stellt Vollmond und zunehmenden Mond sowie die Plejaden (7 Sterne) dar. Rechts und links (ursprünglich vorhanden) sind zwei Horizontbögen, die jeweils einen Winkel von 82 Grad überstreichen und sowohl Sonnenauf- und -untergang zwischen Winter- und Sommersonnenwende am Horizont auf dem Breitengrad des Fundortes aufzeigen.
    Als letzte Ergänzung kam ein weiterer goldener Bogen mit zwei annähernd parallelen Längsrillen hinzu, der als Sonnenschiff gedeutet wird, wie man es aus ägyptischen oder minoischen Abbildungen kennt. Umgeben ist der Bogen an den Längsseiten von kurzen Einkerbungen in der Bronzeplatte, vergleichbar der Darstellung von Rudern auf anderen bronzezeitlichen Schiffsdarstellungen aus Griechenland und Skandinavien. Diese Ergänzung hat vermutlich keine kalendarische Funktion, sie könnte die allnächtliche Überfahrt der Sonne von West nach Ost darstellen. Die kleinen Goldpunkte sollen wohl Sterne darstellen.

    Entdeckt wurde die Scheibe am 4. Juli 1999 von zwei illegal agierenden Raubgräbern, die mit Metalldetektoren arbeiteten. Bei der Ausgrabung wurde die Scheibe auch beschädigt. Sie wurde unter der Hand weiterverkauft und bei einer Übergabe 2002 in der Schweiz konnte die Polizei den Fund, sowie die Beifunde (zwei Schwerter, zwei Beile, ein Meißel und Bruchstücke spiralförmiger Armreife) sicherstellen. Nach der Restaurierung sind sie nun in Halle im Landesmuseum für Vor- und Frühgeschichte ausgestellt.
    Seit Juni 2013 gehört die Himmelsscheibe von Nebra zum UNESCO-Weltdokumentenerbe in Deutschland.
    Im zugehörigen Museum, der Arche Nebra, sahen wir einen interessanten Film mit den Erklärungen zur Himmelsscheibe.
    Dann fuhren wir ins Hotel, das für 3 Nächte unsere Unterkunft war.
    Geändert von Hilie (25.10.2021 um 16:14 Uhr)
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    Nebra 2

    Am nächsten Tag ging es zunächst nach dem Frühstück nach Magdeburg und wir hatten eine etwas andere Stadtführung. Sie begann im Wissenschaftshafen, einem modernen Stadtquartier. Es ist aus dem ehemaligen Handelshafen entstanden, der im Laufe der Zeit seine Funktion als Umschlagplatz verlor. Der Wissenschaftshafen ist ein Museums-, Wissenschafts- und Forschungsstandort. Zukünftig soll er mit innovativem Gewerbe, Wohnen, Dienstleistung und durch die Lage zur Elbe auch mit Freizeit und Tourismus verknüpft werden. Ferner sahen wir den Elbauenpark, das Gelände der Bundesgartenschau 1999. Dann fuhr uns der Bus zum Dom St. Mauritius und St. Katharina und wir konnten alleine den Dom (ab 955 errichtet), die Grablege Ottos des Großen, des ersten Kaisers des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, besuchen. Er ist zudem der erste gotische Dom auf deutschem Boden und der größte Sakralbau im Osten Deutschlands.

    In der Innenstadt fällt sofort ein eigenartiger rosafarbener Bau auf: das Hundertwasserhaus „Grüne Zitadelle“ aus dem Jahre 2005. „Grün“ deshalb, weil die Dächer begrünt sind und Blumenwiesen die Rampen zieren. Eine Besonderheit: jeder Bewohner, darf, soweit sein Arm aus dem Fenster reicht, die Mauer bemalen = Fensterrecht. Hundertwasser hatte die Pläne noch vor seinem Tod fertiggestellt, so dass mit dem Bau 2003 begonnen werden konnte.
    Nach einer Mittagspause fuhren wir eine halbe Stunde nordwärts zum Ringheiligtum Pömmelte. Es ist eine Kreisgrabenanlage, die bis jetzt einmalig in Deutschland ist. Sie besteht aus sieben Ringen hölzerner Palisaden, Gruben und Wällen, die Einblicke in die Rituale und Lebenswelten vom Übergang der Jungsteinzeit (sie begann vor ca. 10 000 Jahren und endete 2000 v. Chr.) in die Frühbronzezeit (3000 -2000 v. Chr.) gewährt. In dieser Übergangszeit wurden aus den Jägern und Sammlern Hirten und Bauern und die Sesshaftigkeit begann. Pömmelte ist von der Größe her mit Stonehenge in Großbritannien vergleichbar.
    Zwei Haupttore führen in den Innenraum und sind auf feste Positionen (Winter-Sommer-Sonnenwende und Tag- und Nachtgleiche) ausgerichtet. Man hat Gräber aus den Schnurkeramiker- und Glockenbecherkulturen gefunden, die auch auf Menschenopfer hinwiesen.
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    Nebra 3

    Der Sonntag brachte wohl den Höhepunkt dieser Exkursion: der Besuch des Museums in Halle. Wir hatten eine sehr engagierte Führerin, eine Studentin der Archäologie im 5. Semester, die uns durch die Sonderausstellung zur Himmelsscheibe von Nebra führte. Wir sahen das Original – durch Glas getrennt und konnten uns gar nicht sattsehen. Sie ist wirklich wunderschön. Demnächst geht die Ausstellung nach London, so dass wir Glück hatten, sie noch zu sehen.

    Im Museum ist auch die Original Dolmengöttin ausgestellt, deren Fundort wir nach einer Mittagspause besuchten. Da es Sonntag war und die Geschäfte geschlossen, begnügten wir uns mit einem Eis und einem Kaffee. Dann fuhren wir nach Langeneichstädt, südöstlich von Halle. Dort hatte 1987 ein Bauer beim Pflügen eine mächtige Steinplatte beschädigt. Die folgenden archäologischen Grabungen bargen ein ca. 5000 Jahre altes Steinkammergrab. Eine der Deckplatten erwies sich als wohl ältere verzierte Steinstele (1,76 m hoch), die bei der Anlage der Kammer mit verbaut wurde. Eine Nachbildung steht nun neben dem geöffneten Grab. Sie zeigt die stilisierte Darstellung einer „Dolmengöttin“, was durch zahlreiche Ritzungen am oberen Ende der Stele belegt wird. Sie stellen in stark vereinfachter Form eine weibliche Gottheit dar. Diese ist sonst eher in Westeuropa im Zusammenhang mit den dortigen Großsteingräbern und Menhiren (= bretonisch für langer Stein) zu finden. Die phallische Gestalt wird durch ein Näpfchen an der Spitze betont. An den Seiten der Göttin zeigen sich deutliche Glättspuren. Sie deuten auf einen religiösen Brauch hin: Von der Berührung des Menhirs erhoffte man sich Fruchtbarkeit für Mensch, Tier und Feldfrüchte. Auf dem Boden der Grabkammer wurden außerdem Schmuckstücke aus Tierzähnen, Kupfer, Knochen und Bernstein gefunden.

    Der letzte Tag, der Montag brachte dann schon die Heimreise, allerdings stand vorher noch der Besuch des Sonnenobservatoriums Goseck auf dem Programm. Es handelt sich um eine Kreisgrabenanlage (Durchmesser 70 m), die mit ihren 7000 Jahren als ältestes Sonnenobservatorium Europas gilt und vollständig ausgegraben und rekonstruiert wurde. Die Führung machte der Mann, der bei der Ausgrabung und der Rekonstruktion mit dabei war. Im nahegelegenen Schloss gibt es eine kleine Ausstellung, in der die Funde aus den Grabungen der beeindruckenden Kreisgrabenanlage gezeigt werden.
    Da die dazugehörige Gaststätte geöffnet hatte und das Wetter wunderbar war, beschlossen wir, dort im Freien unsere Mittagspause zu machen, sicherlich schöner und besser als auf einer Raststätte an der Autobahn. Um 20 Uhr waren wir wieder in Würzburg.

    Es waren vier unwahrscheinlich interessante Tage mit vielen neuen Informationen, die wir einerseits durch örtliche Führer erhielten, aber auch von unserem Reiseleiter, Professor für Altes Testament an der Universität Rostock und mit zwei Doktortiteln für Theologie und Philosophie. Außerdem ist er ein evangelischer Pfarrer. Also rundum ein Glücksgriff.


    Anmerkung: Der Link für die dazugehörigen Bilder kommt demnächst.
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