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  1. Avatar von Hillie
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    AW: Hillies on tour

    Hallo!
    Der Donnerstag war für uns ein sehr angenehmer Tag, wir saßen nur im Bus und bewunderten die Landschaft. Allerdings war es für unseren Fahrer eine wahre Herausforderung, fuhren wir doch vom See (740 m ü. Meereshöhe) bis zum Pass auf 3200 m ü. Meereshöhe. Und das alles mit unendlichen Kurven und auf engster Straße, die immer wieder durch Baustellen unterbrochen wurde, da es ständig Bergrutsche gibt. An den Baustellen ist die Straße immer nur zur vollen Stunde für 10 Minuten geöffnet, dann 50 Minuten gesperrt. Aber wir hatten Glück und mussten nur 2 x wenige Minuten warten. Dann waren wir in der Tarokoschlucht und in unserem Hotel, das aus kleinen Holzhäuschen besteht, die auf Stelzen stehen, um die Schwingungen eventueller Erdbeben auszugleichen. Nachts können auch Affen auf dem Dach herumtoben. Na, schauen wir mal! Am Freitag ist Wandertag (4 Wanderungen sind angesagt und wir haben schon die Stöcke ausgepackt).


    Wir hatten Glück, unser Wandertag stand unter einem guten Stern: 25 Grad, Sonne und 85% Luftfeuchtigkeit. Wir entschieden uns für die drei Wanderungen, die die verschiedenen Abschnitte der Tarokoschlucht, eine Marmorschlucht zeigten. Das war schon sehr beeindruckend, die hohen Wände zu sehen, die tiefen Schluchten, die glatt geschliffenen riesigen Gesteinsbrocken. Es waren insgesamt 10 km, meist eben und auf guten Wegen. Mehrmals ging es durch Tunnels (so dunkel, wie Tunnels ohne Beleuchtung nun mal sind). Mittagspause machten wir in einem kleinen Ort und da das Abendessen im Hotel am Donnerstag nicht gerade ruhmreich war (sehr an das in Massen vorhandene asiatische Klientel angepasst, ebenso wie das Frühstück), erwarteten wir für den Freitagabend auch keine lukullischen Höchstleistungen. So gönnten wir uns in einem kleinen Straßenlokal ein kulinarisches Mittagessen: Nudelsuppe mit Pilzen, Rind mit Zwiebeln vom heißen Teller (besser, als wir das je bei einem Chinesen in Deutschland gegessen haben) und frische Garnelen, knusprig gebraten.
    Die 4. Wanderung schenkten wir uns, da sie hoch hinauf zu einem Schrein für einen bekannten Poeten führte. Wir (und nicht nur wir) saßen indessen am Ufer eines Wasserfalls und tranken frischen Mangosaft.
    Der Samstag, der letzte Tag in Taiwan brachte uns über die Ostküste, mit schönen Aussichten und durch einen 13 km langen Tunnel wieder zurück nach Taipeh. Dort startete die Maschine der China Airlines pünktlich und es ging in drei Stunden nach Süd-Korea. Die Uhr wurde eine Stunde vorgestellt und bald landeten wir in Busan, der zweitgrößten Stadt in Süd-Korea.
    Davon dann mehr im nächsten Bericht.
    Zum Abschluss noch eine Geschichte aus Taiwan, so wie man sich die Entstehung des Mondes erzählt:
    Vor unendlich vielen Jahren gab es zwei Sonnen, die unbarmherzig auf Taiwan hernieder strahlten. Da beschlossen die Menschen, dass eine Sonne genug sei und drei junge Männer bewaffneten sich mit Pfeil und Bogen und machten sich auf den Weg dorthin, wo man den Sonnen besonders nah war. Da sie wussten, dass sie sehr lange unterwegs sein würden, nahmen sie jeder ein kleines Kind mit und auf ihrem Weg pflanzten sie immer wieder Orangenbäumchen. Endlich kamen sie nach sehr vielen Jahren an ihrem Ziel an. Die Männer waren schon sehr alt, aber die Kinder waren herangewachsen und ihre Aufgabe war es nun, eine Sonne abzuschießen, Das gelang auch einem von ihnen und die Hülle der Sonne zerplatzte und die heißen Strahlen töteten die alten Männer. Von der Sonne blieb nur eine Hülle übrig. Die jungen Männer machten sich auf ihren Rückweg und konnten sich unterwegs von den Früchten der Bäume ernähren, die auf dem Hinweg gepflanzt worden waren. Endlich kamen sie wieder nach Hause und alle freuten sich, dass es nur noch eine Sonne gab. Die leere Hülle der zweiten Sonne aber ist der Mond.
    Einen schönen Abend wünschen Herr und Frau Hillie
    Neugierde ist der Kompass meines Lebens

  2. Avatar von Hillie
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    AW: Hillies on tour

    Süd-Korea 1

    Hallo!
    Am Sonntag besuchten wir zunächst den UN-Friedhof, eine Gedenkstätte für die gefallenen Soldaten des Koreakrieges (übrigens der einzige Friedhof, der in UN-Verwaltung ist). 16 Nationen waren an diesem Krieg beteiligt gewesen und bis auf die über 40 000 US-Soldaten sind alle Gefallenen hier beigesetzt. Lediglich die USA hat ihre Toten „heimgeholt“. Ganz erstaunt waren wir (und auch unser Reiseleiter), dass auch die deutsche Fahne an einem der Masten wehte. Aber Miss Emi, unsere koreanische Reiseleiterin konnte uns aufklären. Noch während des Krieges hatte Deutschland medizinische Unterstützung angeboten, was aber nicht erwünscht gewesen war. Erst am Ende des Krieges nahm man diese Hilfe an und ehrt mit der Fahne jetzt erst das Engagement Deutschlands. Es ist eine sehr schöne, gepflegte Anlage und als wir dort waren, pflegten junge Menschen die Gräber. Um 10 Uhr mit einer kleinen militärischen Zeremonie die UN-Flagge gehisst.
    Anschließend fuhren wir zum Hafen und hatten die Möglichkeit zu einem Spaziergang oberhalb der Klippen, bevor es ins größte Einkaufszentrum der Welt ins Sinsegae ging. Dort hatten wir Mittagspause, in der wir (Japan ist ja nicht weit) Tempura aßen. So gestärkt erklommen wir (allerdings mit Rolltreppen) den Drachenkopfberg, auf dessen Spitze der Busan Tower steht. Mit dem Aufzug ging es 122 m hinauf und der Blick auf die zweitgrößte Stadt Süd-Koreas, auf Busan lohnte sich wirklich.
    Nach einer kurzen Ruhepause im Hotel stand der Besuch des abendlichen Fischmarktes auf dem Programm. Es war schon erstaunlich, welche Besonderheiten das Meer zu bieten hat. Abendessen war dann in Form eines Fischbuffets im 5. Stock des Fischmarktes. Wir alle waren von der fischigen, fleischigen und vegetarischen Vielfalt überrascht. Getränke konnte sich jeder selbst zapfen und wie das bei Buffets nun mal so ist, man isst einfach zu viel.
    Deshalb fiel unser Frühstück am Montag auch eher spartanisch aus, so wie es auch in Taiwan meist der Fall war. Zunächst fuhren wir bei einem Himmel, so blau, wie man ihn sich eigentlich gar nicht vorstellen kann, zum Unmunsa-Kloster, dem Wolkentor-Kloster, in dem buddhistische Nonnen ausgebildet werden. Um 10:40 Uhr findet jeden Tag die zweite religiöse Zeremonie statt, der wir beiwohnen konnten. Eine halbe Stunde wird in einem sehr eintönigen Singsang rezitiert, die große Trommel geschlagen, Glöckchen erklingen und Holzstäbe geben den Rhythmus an. Dazu erheben sich die Nonnen immer wieder aus dem Fersensitz, verneigen sich, bzw. knien nieder. Da ihr täglicher Alltag sehr viel sitzende Meditation beinhaltet, dienen diese Übungen auch der Fitness.
    Nun uns hat das ungewohnte Sitzen nach einer halben Stunde gereicht und wir waren froh, bald danach wieder im Bus richtig sitzen zu können. Weiter ging die Fahrt nach Gyeongju. Dort machten wir in einer „Pariser“ Bäckerei Mittagspause und es gab mal was nicht Asiatisches zum Schnabulieren.
    Den Abschluss der Besichtigungstour bildete ein Besuch im UNESCO Weltkulturerbe Dorf Yangdon. Einst ein lebendiges Dort wurde es immer mehr von Touristen überschwemmt, so dass immer mehr Einwohner das Dorf verließen. Wir konnten aber sehr schön die verschiedenen Wohntypen sehen.
    Unser Hotel für zwei Nächte liegt außerhalb von Gyeongju und ist ein Boutique-Hotel, sehr fein mit einer in den Boden eingelassenen Badewanne und extra Dusche. Das WC hat wie in den meisten Hotels in Asien ein eingebautes Bidet, wie wir das von zu Hause ja auch schon kennen. Abendessen wird heute im nahegelegenen Hilton Hotel sein. Sicherlich auch wieder sehr gut.
    Vielleicht mal ein Wort zur Gruppe: es sind 7 Ehepaare (zwei aus der Schweiz, ein deutsch-indisches Paar) und 9 Alleinreisende (2 Männer, 5 Frauen). Alle sehr nett bis auf einen, der meint, zu allem seinen nicht besonders intelligenten Kommentar geben zu müssen. Dazu wechselt er im Bus die lange Hose in die kurze um, zieht sein Unterhemd aus und ebenso die Schuhe. Wir meiden ihn wo immer es geht. Seine Frau ist sehr nett. Der Reiseleiter ist auch schon ziemlich genervt.
    Der Dienstag war ein langer Tag: Zunächst statteten wir dem Tumuli-Park einen Besuch ab. Er ist das Zentrum der Silla-Kultur, eine hochentwickelte Königskultur in Zeitraum 4.-6. Jahrhundert. Sie bestatteten ihre Toten mit sehr viel Grabbeilagen in hohen Hügeln, die dort überall zu sehen sind. Einige dieser Grabhügel hat man geöffnet und die Grabbeigaben sind im Museum ausgestellt. Sie sind vor allem aus Gold und sehr fein ziseliert. Nach der Mittagspause in einem koreanisch-chinesischen Lokal fuhren wir zur Seokguramgrotte, die eigentlich keine Grotte im herkömmlichen Sinn ist, sondern vor einer Öffnung im Fels hat man einen Tempel mit einer Buddha Statue gebaut. Der Architekt wollte damit seine Eltern ehren. Den vorläufigen Abschluss bildete der Besuch im Bulguksa-Tempel, wo uns ein Mönch zu Tee und Kuchen gefüllt mit roter Bohnenpaste empfing. Mit Hilfe einer Übersetzerin unterhielten wir uns über buddhistische Anschauungen unter anderem über das Thema „Glück“. Nun, wir konnten uns allerdings auf keiner gemeinsamen Ebene treffen.
    Nach einer kurzen Pause im Hotel fuhren wir zu einem Spezialitätenrestaurant, um eine koreanische Spezialität zu probieren: Feuertopf.
    Für immer 4 Leute stand eine Art Wok in der Mitte, gefüllt mit Brühe, geschmorten Zwiebeln, Glasnudeln und klein geschnittenem Schweinefleisch (das wir aber nicht aßen). Dazu waren auf dem Tisch unzählige Schälchen mit Kimchi, dem angeblichen Superfood, Auberginen, Algenarten, Mungbohnen-Nudeln in Sesampüree, Kartoffelbrei, ganz viel grünes rohes Gemüse, scharfe Pasten, für jeden ein Schälchen Reis und eine pikante, scharfe Suppe mit Tofuwürfeln. Dazu gab es Wasser und als Nachtisch Kürbissaft. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber fast alles schmeckte.
    Den Abschluss bildete ein gemeinsamer Spaziergang durch den erleuchteten Anapji-Park. Das war ein absoluter Höhepunkt. Der ehemalige Palastbereich war bunt erleuchtet, allerdings nicht kitschig. Die Tempel spiegelten sich in den Teichen, Bäume und Strauchgruppen erschienen in verschiedenen Farben. Es war eine ganz ruhige, fast meditative Stimmung, was durch die leise Hintergrundmusik noch verstärkt wurde. Obwohl viele Menschen unterwegs waren, war es nicht laut.
    Relativ spät kamen wir zurück ins Hotel und schliefen bei offenem Fenster und viel frischer Luft tief und fest.
    Am Mittwoch ging es früh los, denn wir hatten um 10:38 Uhr einen Termin im Haeinsa-Tempel. Es waren gut 2 Stunden Fahrt und dann noch 20 Minuten Aufstieg. Pünktlich wurde dann zu dieser für uns ungewohnten Uhrzeit abwechselnd von zwei Mönchen eine Trommel geschlagen und anschließend erklang die große Glocke.
    Dieser Tempel beherbergt allerdings eine große Kostbarkeit: Zwei Hallen enthalten 81 258 hölzerne Druckstöcke mit eingeschnitzten Textseiten, beidseitig beschriftet. Sie waren 1251 fertig und wiegen jeder etwa 3 kg. Das Holz dafür wurde ganz besonders präpariert: 3 Jahre lag es in Salzwasser, 3 Jahre in Süßwasser, 3 Jahre in der Erde und wiederum 3 Jahre an der frischen Luft zum Trocknen. Die Hallen, in denen die Holzplatten aufbewahrt werden, haben eine besondere Luftzirkulation, so dass auch heute noch das Holz unversehrt ist. Die Mönche allerdings glauben, dass Buddha seine schützende Hand darüber hält. Die Mönche haben eine eigene mönchische Feuerwehr, denn Feuer ist das, was man an diesem Ort am meisten fürchtet.
    Auf der Weiterfahrt besuchten wir noch das Dorf Gunsang, das durch den Anbau und den Verkauf von Ginseng bekannt ist, Natürlich mussten wir die bizarren Gebilde in den großen Flaschen bestaunen, bevor wir uns auf den Weg zu unserem heutigen Hotel in Daejon machten. Heute Abend haben wir frei und werden uns gleich ein schönes Restaurant zum Abendessen suchen.
    Unsere nächste Station ist dann schon die letzte: die Hauptstad Seoul.
    Viele Grüße
    Hillie und Herr Hillie
    Neugierde ist der Kompass meines Lebens

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