Hallo liebe Foris,
das Leben ist voller Überraschungen...
Ich werde im Dezember auf die Philippinen reisen. Wir (mein Mann und ich) fliegen nach Cebu und werden uns - wenn alles klappt - mit meiner Tochter und ihrem Liebsten (unterwegs als Rucksacktouristen) dort treffen.
Ehrlich gesagt war ich bisher nie außerhalb der europäischen Grenzen unterwegs. Die Entscheidung dorthin zu fliegen, hat sich zufällig in einem Gespräch mit meiner Tochter und meinem Mann ergeben. Und wir wollten ja schon immer mal was ganz anderes machen...
So, mittlerweile ist der Flug gebucht und ich bin hin und hergerissen, zwischen Abenteuerlust und leichtem Anflug von Panik. Was erwartet mich in einem fremden Land? Komme ich mit dem Klima klar, und, und und... Zum Glück bin ich nicht zimperlich und denke, dass ich diese Reise überleben werde - wahrscheinlich.
Meine Frage nun an die Community: Überall wenn ich über Tourismus auf den Philippinen lese, geht es ums Tauchen und Schnorcheln - wir tauchen und schnorcheln nicht. War jemand von euch schon mal in der Gegend um Cebu (die Gegend nennt sich "Die Visayas")? Und wenn ja, was habt ihr dort unternommen - vom Tauchen und Schnorcheln einmal abgesehen? Welche Erfahrungen habt ihr von eurer Reise mitgebracht?
Wäre für ein paar Rückmeldungen sehr dankbar
Einen wunderschönen Abend wünscht Marlana
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12.08.2013, 18:53Inaktiver User
Philippinen - was unternehmen, wenn man kein Taucher ist?
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16.08.2013, 03:33
AW: Philippinen - was unternehmen, wenn man kein Taucher ist?
*meld*
Neid!!!
Ich lieeeeebe die Philippinen, hoffentlich werde ich es nochmal irgendwann schaffen, für ein paar Wochen zurückzukehren.
Ihr solltet Euch unbedingt den Reiseführer von Lonely Planet besorgen. Da gibts tolle Tipps für alles.
Von Cebu aus solltet Ihr unbedingt einen Abstecher auf die Nachbarinsel Bohol machen. Da könnt Ihr diese süßen kleinen Kerlchen hautnah erleben: Tarsier
Aber Achtung, die haben ganz schön spitze Beißerchen
Man kann viel wandern und auch an wunderschönen Stränden chillen. Auf Bohol zB am "Panglao Beach", und die "Chocolate Hills" besteigen.
Lasst Euch vor Abreise in der Apotheke beraten bezgl Medis gegen Reisedurchfall usw. Mich hat es damals ziemlich übel erwischt, allerdings nicht vom Essen an den kleinen Straßenständen sondern vom Fast Food bei McDoof.
Die Menschen sind superfreundlich, immer gut drauf. Mit ein bisschen Englisch kommt man weiter und wenn man dann noch "maraming salamat po" (vielen Dank) kennt, dann ist alles tutti :)
*auchmitwill*Geändert von Kantorka (16.08.2013 um 03:44 Uhr)
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23.09.2013, 02:47
AW: Philippinen - was unternehmen, wenn man kein Taucher ist?
Es gibt einen sehr guten Reiseführer in deutsch von Jens Peters.
Cebu und die umliegenden Inseln sind vielfältig, schöne Strände und Landschaften - also auch als Nichttaucher viel zu unternehmen.
Die Menschen dort sind sehr freundlich, das Essen teilweise ungenießbar - nicht zu vergleichen mit Thailand oder Indonesien.
Ich war 2 x hauptsächlich zum Tauchen auf den Philippinen. Mich haben einige Sachen zu sehr gestört, daß es mich nicht mehr hinzieht. Und natürlich auch, da es woanders bessere Tauchgebiete gibt.
Gestört hat mich die nahezu immer präsente Prostitution und die vielen alleinreisenden Männer, die meinen, daß sie tolle Hechte seien, wenn sie da so ein junges Ding abschleppen. Die Mädels und Jungs sind dort billig und das zieht bei manchen Männern.
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23.09.2013, 06:56
AW: Philippinen - was unternehmen, wenn man kein Taucher ist?
Hallo Marlana,
Ich lebe in Cebu City und kann Dir hoffentlich ein paar Tipps geben.
Ausser Schnorcheln und Tauchen kann man hier in den Visayas auch einfach nur den Strand geniessen. Sehr beliebt sind in Cebu die Resorts in Mactan, die ich persoenlich aber nicht so toll finde. Ich wurde da eher in den Norden von Cebu fahren, nach Malapascua oder Bantayan Island, oder in den Sueden nach Moalboal zum White Beach. Im Sueden des Landes gibt es kleinere Staedchen mit schoen restaurierten alten spanischen Plaetzen rund um Rathaus und Kirche, z.B. Argao oder Carcar.
Die Sehenswuerdigkeiten in Cebu City selber koennt Ihr an einem Tag abklappern: Magellan's Cross (wo Magellan angeblich die erste Messe auf philippinischen Boden gehalten hat), Sto. Nino Church, Fort San Pedro und Plaza Independencia.
Dann gibt es noch ein paar kleinere Museen, die ganz nett sind (allerdings nicht zu vergleichen mit europaeischen Museen), in denen es hauptsaechlich um Stadtgeschichte geht: Yap-Sandiego Ancestral House, Jesuit House und Casa Gorordo sind ehemalige Haeuser "wichtiger" Familien, die jetzt Museen sind. Das Museo Sugbo befindet sich im ehemaligem Gefaengnis und hat eine Ausstellung zur Stadtgeschichte und einige weitere naturkundliche und historische Ausstellungen.
Falls Ihr Glueck habt, koennt Ihr eine Auffuehrung der Dancing Inmates besuchen. Sie finden immer am letzten Samstag im Monat statt und um Weihnachten/Neujahr gibt es manchmal gesonderte Auffuehrungen.
Vom Taoist Temple hat man einen schoenen Blick ueber die Stadt.
Dann ist ein Ausflug nach Bohol sehr interessant. Man kann Tagesausfluege buchen, aber ich wurde empfehlen, ueber Nacht zu bleiben, das ist weniger stressig und ihr koennt abends noch den Strand geniessen. Ihr koennt euch ein Motorrad mieten und selber fahren, oder Euch ein Auto (mit oder ohne Fahrer) mieten, um zu den Sehenswurdigkeiten zu gelangen. Da gibt es zum einen die "Chocolate Hills" im inneren von Bohol, eine bizarre Landschaft von hunderten von gleichfoermigen Huegeln. Und dann koennt Ihr natuerlich die Tarsier, die kleinsten Primaten der Welt besuchen. Es gibt mehrere "Tarsier-Viewing" spots, aber ich empfehle das Tarsier Sanctuary in Corella. Dort werden die Tiere artgerecht gehalten.
Uebernachten koennt ihr in einem der Resorts in Alona Beach. Ich persoenlich liebe die Bohol Bee Farm, ein Oeko-Resort, abgelegen vom Alona Beach, das wie ein kleiner Paradiesgarten ist.
Meine Lieblingsinsel in den Visayas ist Siquijor. Es ist eine kleine Insel mit sehr viel Charme und freundlichen Bewohnern. In den Philippinen haftet ihr jedoch der Ruf an, dass es dort Hexen und schwarze Magie geben soll, und viele Filipinos haben Angst dorthin zu fahren :). Tatsaechlich ist die Insel bekannt fuer ihre Heiler, die alle moeglichen Kraeutertrunks gegen alle moeglichen Probleme zusammenmixen.
Ansonsten kann ich ebenfalls das Philippinen Handbuch von Jens Peters empfehlen.
Die Menschen hier sind sehr freundlich und hilfsbereit und generell sind die Philippinen ein relativ sicheres Reiseland. Jedoch gibt es in den letzten Jahren vor allem in den Grossstaedten immer mehr Probleme mit kleineren Delikten wie Taschendiebstahl oder das sog. Snatching (wegreissen von Halsketten oder Handys beim telefonieren). Und natuerlich solltet ihr euch immer ueber die ueblichen Preise informieren (am besten beim Hotelpersonal, Touristeninformation oder Security guards) und handeln. Von "Amerkanos" wird gern das Vielfache des eigentlichen Preises genommen.
Das Klima ist im Dezember ertraeglich. Es ist "cold season", mit Durchschnittstemperaturen so um die 25 Grad mit ziemlich hoher Luftfeuchtigkeit. Allerdings regnet es nicht mehr ganz so viel wie zur Zeit, der "rainy season".
Falls Ihr um die Weihnachtszeit reist: Weihnachten ist Hauptreisezeit. Das ganze Land reist vor den Feiertagen nach Hause und danach wieder zurueck an die jeweiligen Arbeitsorte. Daher fuer alle Reisen ab Mitte Dezember vorab buchen, vor allem Inlandsfluege und Faehren.
Das Essen hier ist hauptsaechlich von spanischer und chinesischer Kueche beeinflusst und von den Geschmackserlebnissen her weitaus weniger "exotisch" als andere Laender in der Region. Gerade in Cebu ist Schwein das beliebteste Fleisch ("Lechon"/Spanferkel ist eine der beliebtesten Spezialitaeten hier) und danach kommt Huhn, meistens gegrillt oder frittiert. Rind gibt es eher wenig (und das ist meistens schuhsohlenzaeh). Obwohl es viel Gemuese gibt, wird es relativ wenig gegessen. Fuer Vegetarier kann das Essen eine Herausforderung werden (ausser man kocht selbst), denn auch Gemuesegerichte enthalten fast immer Fleisch ("damit es besser schmeckt"). Andererseits habt ihr auch eine Riesenauswahl an Fisch und Meeresfruechten aller Art, und das sehr, sehr guenstig (wenn ihr so etwas moegt). Und natuerlich schmecken die tropischen Fruechte hier sehr lecker, allen voran die suessen und saftigen Mangos, Ananas, Papaya, Pomelo und jede Menge anderer Fuechte.
Die angesprochene Prostitution und die alleinreisenden Maenner sind nach wie vor sehr weit verbreitet, allerdings habe ich in den letzten Jahren einen leichten Wandel erlebt. Waehrend es noch vor ein paar Jahren ausschliesslich Tauch-, Koreanische Pauschal-, und Sextouristen gab, gibt es jetzt mehr und mehr Rucksacktouristen oder Paerchen und Familien, die Land und Leute kennenlernen wollen. Die Tourismus-Industrie beginnt sich langsam zu entwickeln und anzupassen, steckt aber nach wie vor noch in den Kinderschuhen.
Ich hoffe, ich konnte einige deiner Fragen klaeren.
Mabuhay! Und viel Spass hier in den Philippinen.
Jolinia



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