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Thema: Budapest

  1. Avatar von Spadina
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    Budapest

    Ich war in Budapest.

    Low budget. Flug wunderbar, sanft gelandet. Es hat am Dienstag in Budapest gegossen wie hulle.

    Gott sei Dank hatte ich den Abend zuvor noch das Wetter aufgerufen, Regenwahrscheinlichkeit wurde mit 100 % angegeben, somit habe ich nachgerüstet mit einer Regenjacke und einem Minischirm.

    In Ungarn kommt man ganz schön in die HUFe. Sprich der ungarische Florist wird HUF abgekürzt.

    900 HUF (2,75 €) braucht man, um mit dem Bus, der zwischen den Terminals alle 20 Minuten abfährt, direkt ins Zentrum (22 km) zu gelangen. Die Fahrkarte kann man schon am Informationsschalter direkt davor kaufen. Ich besorgte auch gleich eine 72 Stundenkarte für alle Öffis. Mit 4960 HUFs ist man damit gut bedient.

    Der Bus hält in Pest am Zentralknotenpunkt Deák Ferenc ter, wo alle Metros und viele Busse starten.

    Mein Hostel lag 300 Meter entfernt, direkt an der wunderschönen Basilika. Hier zog ich unters Dach in einen Schlafsaal mit 4 Betten. Ich war die einzige Frau, zwei Kölner kamen abends dazu, dann ein Australier.

    Ich kenne das schon von anderen Hostels. Gemischte Belegung.

    Vor ein paar Jahren, in Prag, das war mein erster Hostel-Aufenthalt überhaupt, von nichts eine Ahnung - und mein erster Gang ging zu C&A nebenan, eine Schlafanzughose kaufen, weil ich nicht nur im Slip und Shirt durch die Gänge wetzen wollte...

    Tja, ich war also aus Erfahrung nun bereits bestens ausgerüstet.
    Meinen Rucksack habe ich erst einmal weggeschlossen. Auf in die Stadt....

    Und dann ging es los: wohin nur bei dem Regen? Es schüttete wirklich, man sah kaum 10 Meter weit. Ich habe mich dann erst einmal in eine Tram gesetzt, die war schließlich trocken, ich konnte sitzen.

    Von kreuz nach quer und zurück, erste Eindrücke sammeln und schauen, wie das so mit den Öffis funktioniert.

    Mein Reiseführer riet zur Linie 2. Die bin ich hoch und runter, am wunderschönen Parlament vorbei, ebenso an verschiedenen Brücken, immer entlang des Pester Donau-Ufers. Und oh Wunder, der Himmel klarte auf. Erst mal Kaffee trinken - kann man in Budapest alle 100 Meter - würde ich mal sagen.

    Und schien die Sonne, es wurde sommerlich warm.

    Ich bummelte um das Parlament herum, gigantisch, dieses Bauwerk. Kurz davor, am Kai der Donau, das mahnende Denkmal, was an die Juden erinnern sollte, die erschossen wurden, um dann in die Donau geworfen zu werden.

    Entlang des Kais sind Schuhe aus Bronze gegossen worden. Schuhe waren damals eine kostbare Ware, von daher mußten die Juden die Schuhe dort ausziehen, sie wurden weiterverwendet.

    Wie heute üblich, wurden dort viele Teelichte angezündet. Rosen niedergelegt.

    Ich lief nun entlang der Donau bis zur Kettenbrücke. Pfützen über Pfützen, manche meterlang und ebenso groß, ich lief in Schlangenlinien. Unterhalb der Kettenbrücke wurde gerade aufgerüstet, Musiker holten ihre Instrumente, sie spielten flotte Musik, Drinks gab es aus der Bar.... Viele Menschen, die meisten recht jung, fröhlich.

    Ich stieg erst einmal die Stufen zur Brücke hoch und überquerte sie. Eine Wohltat, dass man hier nicht, wie auf der Karlsbrücke in Prag, von ganzen Menschenknäueln umgeben ist. Die Kettenbrücke wird auch befahren.
    Man landet quasi vor dem Gellerthotel (bekannt durch das berühmte Thermalbad).

    Ich kehrte aber um, es wurde langsam dunkel. Budapest erleuchtet. In Buda die Burgseite mit dem Palast, in Pest das erhellte Parlament. Ein traumhafter Ausblick..

    Die Stimmung am Brückenende mit der Livemusik ließ mich noch ein wenig im Takt mitwippen, bis ich dann mit einer Tram wieder bis ins Zentrum Deák Ferenc Ter gefahren bin.

    Dort pulsierte das Leben. London hat sein Riesenrad, The Bullseye, Budapest ebenso. Restaurants davor, daneben - um den ganzen Platz herum.

    Auf dem Weg zum Hostel habe ich in einem Sushi Restaurant - all you can eat - wunderbar gespeist.

    Direkt vor dem Hostel, mit Blick auf die Basilika durfte es in einer Bar noch ein Glas guter Rotwein sein, bevor ich mich auf mein Zimmer begeben habe... Ich war todmüde.
    Aufgestanden um 4:45 in der Früh, nicht wirklich meine Zeit, fiel ich ins Bett, gut ausgerüstet mit Schlafmaske und Lärmkillerohrstöpsel, die halten, was sie versprechen.

    Ohne dieses Equipment in einem Hostel - au weia....

    Erster Tag. Ruhe im Karton.
    Mein Himmel bleibt magisch, wie meine Träume, meine Bilder, mein Leben....
    Ich bin die, die ich bin.

  2. Avatar von frankeguben
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    AW: Budapest

    Hallo Spadina,

    ich habe erst heute deinen 1. Budapest-Tag gelesen, weil ich auch unterwegs war aber auf Rügen.

    Wunderschön hast deine "Begutachtung" über Budapest geschrieben.
    Danke für die Erinnerung, die für mich nach 30 Jahren doch schon etwas verblasst ist.
    Leider war für uns nur eine Gruppenreise möglich aber da m.Mann durch seine ABI- Abschlußfahrt schon ein bisschen Budapest "beschnuppern " konnte sind 2 / 3 mal auf eigene Faust los und es war herrlich.

    Magareteninsel und Fischerbastei hast du inzwischen bestimmt auch erobert.

    Ich sag Danke fürs Teilen.
    Es gibt keine Leute,die nichts erleben.
    Es gibt nur Leute,die nichts davon merken.

    (Curt Goetz)

  3. Avatar von Spadina
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    AW: Budapest

    Danke für die Rückmeldung.

    2. Tag.

    Gegenüber war ein italienisches Restaurant mit Feinkostladen. Hostelfrühstücke kann man vergessen.
    Meine Übernachtungen sind spartanisch, meine Frühstücke nie. Der Laden kam mir gerade recht.

    Italienisches Baguette mit Oliven, Parmaschinken, italienischer Käse, vom Starbucks nebenan ein Käffschen - zurück damit ins Hostel in die Küche. Schöne Holztische auf uraltem glänzenden Parkett, die Balkontür weit geöffnet mit Blick auf die Basilika, Sonnenstrahlen tanzten auf dem Boden - super Flair.


    Ich bin ein Anhänger der Hopp-on Hopp-off Touren. Quasi vor der Haustür war eine Haltestelle, ich habe ein Ticket für 48 Stunden gekauft, einschließlich Fahrt auf der Donau.

    Fremd in einer Stadt, schaue ich so erst einmal die Sehenswürdigkeiten einer Stadt von außen an, mache mir Notizen, wo ich anschließend dann noch einmal in Ruhe hinfahren möchte.

    Budapest hat so viele Sehenswürdigkeiten, es ist unglaublich. Ich saß bei schönstem Sonnenwetter auf dem Oberdeck, durch den Knopf im Ohr wurden auf Deutsch die Sehenswürdigkeiten kurz umrissen, all diese Dinge würde ich im Reiseführer nie so wirklich lesen, weil eben "Trockenübung". Was mich dann aber wirklich interessiert, lese ich dann später nach. Ich bin ein visueller Typ, so habe ich mehr Bezug dazu.

    Der Bus fuhr auch auf den höchsten Berg dort, die Aussicht über die Donau und die ganze Stadt - ein Traum.

    Ich bin nachher im Burgenviertel ausgestiegen, habe zu Fuß das Viertel erobert, bin dann mit einem Linienbus, der gerade dort stand, direkt zum Hostel zurück.

    Ich bin von dort dann zu Fuß zur Synagoge, weltweit die 2. größte. Für eine Besichtigung war es zu spät, aber ich habe dort aber in einem kleinen jüdischen Restaurant Shakshuka gegessen. Ich liebe das Zeugs.

    Abends ein Glas Wein am Platz vor der Haustür - ein schöner Tag.
    Mein Himmel bleibt magisch, wie meine Träume, meine Bilder, mein Leben....
    Ich bin die, die ich bin.

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