Mit 2 Kindern reisen ist nicht unanstrengend. An der Zollkontrolle musste ich meine Trinkpäckchen abgeben, das Deo wegschmeissen (weil über 200 ml) und es wurde meine Mascara begutachtet. Alle Kosmetikartikel musste ich in durchsichtige Plastikbeutel verpacken. Kein Problem, das wurde alles schon zuhause erledigt. Die Zollkontrolle wies mich jedoch darauf hin, dass es nicht irgendwelche durchsichtigen Tüten sein dürften, sondern genau diese vom Flughafen. Also Tütchen besorgen (3 Minibeutel 1 Euro) und umpacken.
Endlich in der Wartehalle dann der Schock - das Flugzeug ist kaputt und muss repariert werden. 5 Stunden Wartezeit - wie gesagt, die Trinkpäckchen waren im Zollmüll und ich musste mir Getränke und Essen aus dem Flughafenrestaurant besorgen. 3.30 Euro eine Cola und knapp 7 Euro die Pommes mit Currywurst. Ärgerlich. Gab es an Bord nicht früher ein Tablett mit Frühstück oder Mittagessen? Heute gibts eine Laugenstange mit Emmentaler Käse oder wahlweise ein Joghurtbrötchen mit Putenbrust - alles andere konnte kostengünstig exquisit bestellt werden wie z. B. Rührei aus dem Sylter Restaurant für 6 Euro. Schade, arme LTU. Für die Kinder gabs auch nichts mehr, früher war es immerhin ein Wasserball oder etwas zum malen.
Der Hinflug war okay. A b e r der Rückflug....
Im Flugzeug sitzend kommt die Durchsage, dass man wegen erhöhtem Verkehrsaufkommen mit einer halben Stunde Verspätung starten würde - mein erstes aufhorchen, denn erhöhtes Verkehrsaufkommen erinnert mich schlagartig an vergangene Flugzeugunglücke. Das Flugzeug beschleunigt und es knarrt verdächtig links aus der Ecke, nach dem Start ruckelt es ohne Pause. Ängstlich drehe ich mich zu meiner mir unbekannten Sitznachbarin und frage leise, ob dieses wackeln normal wäre. 'Nein, normal ist das nicht, und das knarren von oben links ist auch nicht normal.' Irgendwie erlöschen auch nicht die Anschnallsignale. Die Durchsage des Pilotes, dass wegen erhöhtem Verkehrsaufkommen die optimale Reisehöhe erst später erreicht wird macht mir zusätzlich angst. Eine vorbeigehende Stewardess spreche ich an, frage nach dem Ruckeln die mich jedoch beruhigt. Es seien nur Wetterturbulenzen und völlig normal. Am liebsten hätte ich gefragt ob sie mir Händchen halten könnte, habe mich aber letztendlich doch umentschieden.
Ruckelnd in einem Luftloch fallend kommt mir plötzlich die Birgenair in den Sinn. Wie war das noch? 1.40 Minute freier Fall nach 4 Minuten Flug und die Passagiere waren so entstellt, dass sie teilweise nicht identifiziert werden konnten? Ich möchte mir nicht vorstellen, was in diesen Momenten an Bord los war. Ich hielt mir die Hände vors Gesicht und brachte mich gedanklich an andere Orte. So sitzend harrte ich aus bis kurz vor dem Landeanflug.
Die erneute Durchsage des Pilotes, dass wegen erhöhtem Verkehrsaufkommen die Reisehöhe erst später verlassen werden kann um dann letztendlich schneller zu sinken, wodurch es zu neuem Ruckeln des Flugzeuges kommen kann brachte mein Nervenkostüm zum erliegen.
Und es ruckelte. Und das Flugzeug fiel, ruckelte, fiel wieder. Und es war so grausam.
Dass nach der Landung nur 2 Leute klatschten wunderte mich und brachte mir Erleichterung, nicht allein so empfunden zu haben.
Ich flieg nicht mehr. Nie wieder.
Eine Arbeitskollegin erzählte mir heute von ihrem Flug. Sie befanden sich damals schon auf der Startbahn, als das Flugzeug wieder umdrehte weil es kaputt war.
Das musste ich jetzt einfach mal loswerden, denn ich fliege nie nie wieder.
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04.07.2007, 02:41Inaktiver User
Fly away oder wie bekomme ich Flugangst
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04.07.2007, 06:33Inaktiver User
AW: Fly away oder wie bekomme ich Flugangst
Oh je Oolivia,
ich verstehe Dich zu gut. Für mich ist das auch ne Katastrophe. Da flog ich sogar in einem kleinen Privatflugzeug besser
. Sogar Busfahren versetzt mich in Panik. Aber was will man machen, wenn man beruflich veranlasst fliegen muss??? Mir fällt immer ein Stein vom Herzen, wenn mein Chef den Flug zu teuer findet und mich doch mit Auto fahren lässt 
Liebe Grüße,
Mondschaf
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04.07.2007, 06:52Inaktiver User
AW: Fly away oder wie bekomme ich Flugangst
Das klingt nach Stress pur :-(.
Als wir nach unserem letzten USA-Aufenthalt (mit zwei kleinen Kindern) von Washington DC nach London geflogen sind, hatten wir auch einen sehr abenteuerlichen und ungeplanten längeren Aufenthalt in Washington DC: unser Flugzeug musste wegen Sprengstoffalarm ausgetauscht werden.
Wurde uns Passagieren logischerweise nicht vorort gesagt (wir haben es dann nach der Landung in Deutschland durch Angehörige erfahren), aber es war auch so deutlich erkennbar, dass etwas "ausser Spur" lief.
Erst gab es am Check-in eine Info, dass der Flug 4 Stunden Verspätung habe und im Warteraum selbst wurde auf einmal noch ein Kontrollpunkt eingerichtet.
Als dann das "neue" Flugzeug startklar war, mussten sämtliche Passagiere durch die weitere Kontrolle. Gepäck aufmachen, sich nochmal "durchfilzen" lassen usw.
Ich will nicht ins letzte Detail gehen, aber das absolut Irre an der ganzen Geschichte war, dass man uns mit den Kindern an der Kontrolle vorbeischleuste und gleich ins Flugzeug brachte.
Wir hatten auch eine Ahnung, warum (will ich jetzt nicht ausführlich schildern) und waren auch ganz froh, dass zumindest wir uns das erneute Schlange-Stehen ersparen konnten, aber es war eine wirklich eigenartige Situation.
Noch eigenartiger war es aber, dass weder mein Mann, noch ich irgendeinen Ansatz von Panik hatten und auch die Kinder (damals 6 und 3 Jahre alt) blieben völlig gelassen in dem Chaos um uns herum.
Naja, ich will trotzdem wieder fliegen. Für uns war's eher der Beweis, wie souverän "unsere" Fluggesellschaft in der ganzen Situation umging.
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04.07.2007, 09:30
AW: Fly away oder wie bekomme ich Flugangst
@ Olivia
Keine gute Erfahrungen aber beim nächsten Flug wird alles besser!
Daß überhaupt jemand klatscht, finde ich erstaunlich.
Klatschen diese Leute auch, wenn sie mit dem Zug am Bahnhof ankommen??? Oder im Bus an der Haltestelle? Oder im Taxi?
Persönlich finde ich es eher peinlich, wenn an Bord geklatscht wird.
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04.07.2007, 10:29
AW: Fly away oder wie bekomme ich Flugangst
Oolivia, du solltest dir überlegen, was bei dir überwiegt, die Freude in fremde Länder zu verreisen oder der Stress des Fliegens. Je nach deiner persönlichen Bilanz würde ich entweder weiterfliegen oder in heimischen Gefilden Urlaub machen.
Ich persönlich finde dein Flugerlebnis eher im normalen Rahmen. Ich bin da allerdings nicht aus der Ruhe zu bringen. Warum soll ich mich über etwas aufregen, was ich in diesem Moment nicht beeinflussen kann und über mich ergehen lassen muss?
Mein bestes Erlebnis, das moderat aufregend war, ist, als ein Flugzeug in den Staaten beim Beschleunigen auf der Startbahn einen lauten Knall von sich gab und der Start in letzter Sekunde bei Vollschub abgebrochen wurde. Das hat mich aber auch noch nicht sehr beunruhigt, denn es ist ja nichts passiert. Spannend wurde es erst nachdem die Techniker das Flugzeug eine Stunde lang gecheckt hatten, nichts fanden und wir den zweiten Startversuch machten. Da war dann schon so was wie Anspannung und Nervenkitzel dabei.
Ist aber auch total unaufregend verlaufen, sonst säße ich heute nicht in der Bricom und würde schreiben. Also Nerven sparen, die Aufregung rentiert sich einfach nicht.
"Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
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04.07.2007, 17:53Inaktiver User
AW: Fly away oder wie bekomme ich Flugangst
@Mondschaf,
ich glaube ich würde regelmässig vor dem Flug eine Flasche Baldrian trinken - anders würde ich es heute nicht mehr ertragen.
@Claudia
alle Achtung vor Deiner Ruhe, mich hätte sowas zum Umbuchen bewegt.
@fifty
ich finde klatschen überhaupt peinlich, egal wo. Aber an Bord bei Urlaubsfliegen ist es so seitdem ich fliege.
@Noctura
um Himmels Willen - Du bist noch in dieses Flugzeug eingestiegen? Und alle anderen auch?
lg Oolivia
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04.07.2007, 18:35Inaktiver User
AW: Fly away oder wie bekomme ich Flugangst
Vielleicht klingt es jetzt total kirre, was ich schreibe.....aber bei dem Aufwand, den wir infolgedessen am Gate mitbekommen haben, waren wir sicher, dass wir garantiert ein sprengstoff-freies Flugzeug bekommen (wurde ja komplett "neu geordert" und musste aus NYC einfliegen) und dass die Fluggesellschaft hochkompetent mit der ganzen Angelegenheit umgegangen ist.@Claudia
alle Achtung vor Deiner Ruhe, mich hätte sowas zum Umbuchen bewegt.
Unsere Angehörigen waren allerdings nicht mehr so ganz relaxed wie wir.....
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04.07.2007, 22:24
AW: Fly away oder wie bekomme ich Flugangst
@ Olivia
da ich fast nur Langstrecke fliege, bekomme ich das nicht so mit. Da klatscht zum Glück niemand (zumindest nicht bei Thai, Singapore, Quantas, Qatar).
Aber es ist wirklich peinlich und ich weiß noch nicht einmal weswegen die klatschen. Der Pilot oder die Stewardessen haben doch kein Lied gesungen oder ein Gedicht aufgesagt.
Würde mich mal interessieren, aus welchen Gründen einige Leute klatschen.
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04.07.2007, 23:18Inaktiver User
AW: Fly away oder wie bekomme ich Flugangst
Vielleicht klatschen die Menschen auch nur weil sie fröhlich sind wieder heil runtergekommen zu sein? Oder wenn die Landung besonders gut war? So als - hurra wir leben noch- zu verstehen? Ich habe es allerdings immer als geltendes Kompliment eines gelungenen Fluges für den Kaptiän angesehen.
@Claudia
wenn ihr es so gesehen habt war es dann eine gute Beruhigung - allerdings mir als Angsthase wird allein vom Lesen Deines Berichtes schlecht.
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05.07.2007, 11:07
AW: Fly away oder wie bekomme ich Flugangst
So ähnlich .
Zitat von Inaktiver User
Wenn keiner klatscht wars normalerweise Business as usual .
Siehe eben auch Businessflieger .
Alle klatschen wenn sie froh sind wo anzukommen und wie du sagst die Landung unspürbar war - Urlaubsflieger .
2 klatschen aus Ironie über Holter-die-Polter-Aufsetzer
oder spontan weil Todesangst vorüber ...was macht man da nicht alles
Nie wieder fliegen ! -- gemach ,gemach , ist wie nach Kater oder Ehescheidung wo man sich auch viel für niewieder vornimmt


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