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  1. Inaktiver User

    AW: Türkei nie wieder

    Oh, ich dachte, grad auf Studienreisen bekommt man mehr mit von Land und Leuten als nach 2 Wochen ausschließlich am Strand ....

  2. Inaktiver User

    AW: Türkei nie wieder

    Leider nicht.
    Man erfährt wann Otto der Glatzköpfige gelebt hat und wieviel Kinder August von Sachsen gezeugt hat, man kriegt die Reihenfolge der Päpste heruntergebetet und lernt Tempel und Vasen zu datieren. Man bekommt sogar irgendwas vorgetanzt.
    Aber vom Land, von den Menschen und ihrem Alltag bekommt man auf klassischen Studienreisen nichts mit.

  3. Inaktiver User

    AW: Türkei nie wieder

    Meine Schwester hat da ganz andere Eindrücke mitgebracht.
    Kommt aber sicher drauf an, wer das veranstaltet und wer das dann reiseführt.

  4. Inaktiver User

    AW: Türkei nie wieder

    Deswegen sage ich ja "klassische".

    Es ist halt auch so, dass man sich immer im Pulk bewegt: vom Flughafen zum Hotel, vom Hotel zur Sehenswürdigkeit, dann im Gänsemarsch zum Essen, ... usw usw.

    Wie will man da eigentlich Leute kennenlernen?

    Je grösser die Gruppe, desto eingeschränkter ist sie ausserdem in der Wahl von Unterkünften und Restaurants, und desto grösser die Hemmung der Einheimischen einen davon anzusprechen. Aber dazu besteht oft ohnehin keine Gelegenheit, so wie sie überall durchrauschen.

    Ich habe sie doch oft genug gesehen, z.B. in Indien, wie sie mit ihren hohen klimatisierten Bussen mit getönten Scheiben an uns vorbeigefahren sind. Wie sie sich willenlos und masochistisch in einem Rajputen-Fort Haufen von Namen und Zahlen um die Ohren hauen haben lassen, nicht ohne gewisse Ermüdungserscheinungen zu zeigen. Aber es ging weiter, ohne Gnade.

  5. Inaktiver User

    AW: Türkei nie wieder

    Wir hatten über ein Jahr den Sohn des marokkanischen Tourismus (und noch was) Ministers zu Gast, da er am Goetheinstitut studieren wollte. Wir haben ihn dann zu viert zurück in sein Land begleitet und dort auch noch Urlaub gemacht.

    Wir waren Gast in seiner Familie und bekamen das Leben hautnah mit. Von der Toilettenverstopfung angefangen (sie benutzen kein Papier), bis zu angebundenen Vögeln auf dem Balkon, die wir abends serviert bekamen.

    Allerdings war dies eine besser situierte Familie, mit einer schönen Wohnung in Rabbat. Meinem Standard hätte es trotzdem nicht entsprochen. Wir lernten Freunde kennen und fuhren auch zum Jagen aufs Land.

    Als Minister des Landes hatte unser Gastgeber natürlich auch die Verpflichtung bzw. das Bedürfniss sich mit den Landsleuten zu unterhalten. Wir saßen dann oftmals in einer Wüstenoase bei Kaktusfrüchten (lecker) und irgendetwas undefinierbarem Flüssigem, wobei ich nur so tat als würde ich es trinken.

    In diesen Runden war ich dann die einzige Frau. Die Frauen der Dörfer hielten sich aufgrund des Besuches abseits auf und winkten nur etwas verstohlen, als ich ihnen bei der Abreise zuwinkte.

    Natürlich waren wir auch ohne den Herrn Minister unterwegs und ich erinnere mich an eine besonders nette Szene auf einem Campingplatz. Mein Sohn ca. 7 oder 8 Jahre (dunkelhaarig) inmitten einheimischer Kinder in reger Unterhaltung (wie und was auch immer). Ein etwas größerer Mädchen, das scheinbar hier die Aufsicht hatte bedeutet mir, dass sie irgendwo hin gehen wollten und mein Sohn mitkommen sollte. Tja in einem Anflug von leichtsinnigem ausländerfreundlichen Übermut stimmte ich zu und sah daraufhin die Kinder mit Körbchen am Arm durch einen Fluß waten und am anderen Ufer auf nimmer wiedersehen verschwinden.

    Die Wartezeit gestaltete sich dann doch etwas ungeduldig. Jedoch kam die Gruppe nach einiger Zeit wieder durch den Fluß watend zurück und jeder präsentierte mir stolz seinKörbchen, das bis oben hin gefüllt mit frischen Feigen war.

    Mein Sohn hat nur die besten Erinnerungen an dieses Land und wir natürlich auch. Faszinierend war für mich immer wie in der Wüste, wenn breit und weit kein Mensch zu sehen ist und man austeigt um vielleicht mal schnell was zu machen, auf einmal Mengen von Kindern und auch Erwachsenen um einen rum stehen. Ich glaube die kommen aus den Erdlöchern.

    Wir hatten übrigens auch ziemlich viel Aspirin dabei, das wir dann immer in der Wüste den Nomaden schenkten. Das war für die mehr Wert als alles andere.

    Tja soweit meine Marokko Eindrücke, abseits von jeglichen Touristengebieten.

    Ich habe auch schon dreimal so eine Billigwoche Türkei im Winter mitgemacht und es war immer schön. Uns wurde sehr viel über das Land erzählt und gezeigt und wir hatten immer erstklassige Führer und die schönsten Hotels. Das Feilschen auf den Basars fand ich immer recht lustig und habe mir einen Spaß daraus gemacht. Die Art und Weise wie bei uns bedient wird, wäre in der Türkei höchst unfreundlich und unmöglich.

  6. User Info Menu

    AW: Türkei nie wieder

    Ich habe erst vor einer Woche meiner Freundin erklären müssen, dass "nein, auch in Deutschland ist es nicht normal, dass Frauen in Hüftjeans herumlaufen, die eine Rasur erzwingen und, nein, auch T-Shirt beginnen bei uns nicht direkt unter dem Busen!".

    Wenn ich mir ansehe, wie manche der Damen sich bekleiden, wie manche der Damen sich benehmen...

    Es sind ja nicht nur die Fernsehserien, die global ein falsches Bild "unserer Kultur" vermitteln. Nicht nur die "Sextouristen", die in der Presse auftauchen. Es sind diese furchtbar unbekleideten, blasierten, desinteressierten Touristen, die in Husch-Husch-Manier durch Länder rasen, ohne deren kulturellen Hintergrund nur eine einzige Minute lang zu beleuchten.

    Ich hatte einen Reiseführer gefragt, ob er seiner Reisegruppe nicht erklärt habe, dass es sich beim Muslim-Markt um einen Markt im muslimischen Viertel handelt und dass die Damen Ihre Kleiderwahl eventuell nicht ganz so leicht-tief-transparent-lasziv gestalten könnten. Den Damen war es zu heiss...

    Klar, aber unter den abfälligen Blicken würde mir erst richtig heiss werden. Und die nachfolgende Reisegruppe kann so ordentlich gekleidet sein wie sie will, der schlechte Beigeschmack bleibt. Nicht nur bei den Muslimen - mir sind sie auch peinlich - die Damen.

    Also sollten wir uns eigentlich nicht fragen, warum die einheimische Bevölkerung so schrecklich ist. Wir sollten uns fragen, mit welchem Verhalten Touristen diese negativen Begleiterscheinungen ursprünglich erzeugen. Dann kann man sich entsprechend verhalten und gegensätzlich auftreten.

  7. Inaktiver User

    AW: Türkei nie wieder

    Zitat Zitat von Chinaladen
    Wenn ich mir ansehe, wie manche der Damen sich bekleiden, wie manche der Damen sich benehmen...
    Es sind nicht nur die Damen, bei den Herren sieht es auch nicht besser aus. Anscheinend erfassen viele es geistig nicht, dass man in den meisten Städten der Welt nicht mit Shorts herumläuft. Vom Herumwerfen mit Geld und grossspurigem Auftreten gar nicht zu reden.
    Es ist doch klar, dass jemand, der sich schlecht benimmt, nicht als Freund oder Gast empfunden wird.
    Wenn er dann auch noch zeigt, dass er in der Hosentasche mehr Geld hat als sein Gegenüber mit Haus und Hof insgesamt besitzt, kommt zum Ärger noch der Neid, und daraus erwächst letztlich ein grosser Teil der Unannehmlichkeiten, die man in vielen touristisch versauten Regionen erlebt.

  8. Inaktiver User

    AW: Türkei nie wieder

    Zitat Zitat von Farinabina
    Ich denke es geht hier nicht um die Türken, sondern um Rechtssprechung und System. Es ist schön sehr schlimm was mit dem armen Jungen passiert, - jede Mutter von Teenagern kann das nachvollziehen. Hier sind die Politiker unseres Landes gefragt mal mit Mut und Härte vorzugehen !
    Wenn es um Rechtssprechung und System ginge, dann doch wohl nicht erst, seitdem ein deutscher Junge betroffen ist.

    Der Umgang mit politisch unliebsamen Mitbürgern oder mit Kurden war schon immer ein Drama in der Türkei, die Gefängnissen sahen immer schon so aus.

    Ich empfinde es als Heuchelei, wenn man das erst registriert, wenn ein Deutscher betroffen ist.

    Wer als Tourist "das System" unterstützt, sollte wissen, was er tut.

  9. Inaktiver User

    AW: Türkei nie wieder

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Wer als Tourist "das System" unterstützt, sollte wissen, was er tut.
    Was hältst du denn für die Alternative? Ein Land nicht zu besuchen, weil einem die Politik nicht zusagt?

    Gut. Kann man so sehen. Das hiesse dann aber, dass man sich bewusst etwaigen eigenen Eindrücken verschliesst.

    Ausserdem ist es schon Filterung genug, wenn man unsichere Länder und uninteressante Länder aus seiner Liste von Reisezielen streicht. Wenn man nun auch noch alle Länder streichen würde, deren Politik einem nicht zusagt, was bliebe dann eigentlich übrig?

    Also ich hätte da echte Probleme

  10. Inaktiver User

    AW: Türkei nie wieder

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ein Land nicht zu besuchen, weil einem die Politik nicht zusagt?
    Zum Beispiel. Ja.

    Eine Türkin hat sich mal sehr abfällig über deutsche Touristen geäußert. Ist schon länger her: Sie war wegen der politischen Verhältnisse raus aus der Türkei (unter anderem sind mehrere ihrer Schulfreunde wegen politischer Äußerungen "verschwunden" - das ist kein Witz, einige waren einfach "weg", was für die Familien tragisch ist) und sie lebte in Deutschland. Beim Besuchsflug in ihr türkisches Heimatdorf erlebte sie deutsche Touristen, die lautstark über den "Polizeistaat" Türkei lamentierten - klar war das so. Aber die Touristen waren eben nur gestört, weil SIE SELBST betroffen waren. Wenn andere Türken oder Kurden währenddessen in den Gefängnissen verrotteten, ist das doch den meisten egal. Hauptsache, man bekommt schön billig 5-Sterne-Urlaub und wird zuvorkommend behandelt. Aber wenn sie dann streng mit einem deutschen Teenie umgehen - holla die Waldfee!

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