+ Antworten
Seite 6 von 25 ErsteErste ... 4567816 ... LetzteLetzte
Ergebnis 51 bis 60 von 250
  1. Avatar von Hillie
    Registriert seit
    16.06.2004
    Beiträge
    31.210

    AW: Der Thread übers Zelten

    Zitat Zitat von Sugarnova Beitrag anzeigen
    Ist Campen oder Logieren im Wohnwagen denn so viel preiswerter als Hotels oder einfachste Jugendherbergen?
    Einfachste Jugendherbergen oder Hotels oder Ferienwohnungen? Ne, nimmer! Die Zeiten sind vorbei. Sicherlich ist ein guter Campingplatz auch nicht günstig. In der Vor- und Nachsaison gibt es aber Preisrabatte und letztes Jahr haben wir in der Bretagne im Mai im Schnitt 20 Euro pro Nacht bezahlt (= 2 Personen + Stellplatz + Strom + evtl. Müllabgabe und manchmal Kurbeitrag). Das waren durchweg gute Campingplätze mit großen Stellplätzen, großzügigen Waschhäusern, Waschmaschine, Trockner, Ausguss für Chemikalientoilette und WLAN (meist kostenlos). In der Hauptsaison zahlt man am Mittelmeer sicherlich gerne das Dreifache.
    Ganz großer Vorteil des Campens: man ist viel mehr in der freien Luft, als in einem Hotel oder einer Ferienwohnung. Wenn der Wohnwagen einmal eingeräumt ist, dann ist alles an Ort und Stelle, man hat sein eigenes Bett, seine Stühle, Liegen und ein Abend oder eine Nacht vor dem Wohnwagen mit einer guten Flasche Wein, das hat schon etwas.
    Niemand ist mit einem Etikett um den Hals auf die Welt gekommen, auf dem steht "Mensch erster Qualität" oder "Mensch zweiter Qualität". Die Etiketten haben wir Menschen erfunden.
    Anita Lasker-Wallfisch (geb. 1925), eine der letzten bekannten Überlebenden des Mädchenorchesters von Auschwitz



  2. Avatar von Opelius
    Registriert seit
    24.04.2004
    Beiträge
    16.273

    AW: Der Thread übers Zelten

    Wie Hillie richtig schreibt. Campen ist eine Lebenseinstellung.

    Da rechnet niemand nach, was der Campingwagen gekostet hat und 11 Monate lang rumsteht und weiter kostet.

    Und wem es wichtig ist Mauritius, Karibik oder Tonga zu sehen, hat das Geld für Flug und Hotel.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  3. Avatar von Prilblume
    Registriert seit
    27.09.2014
    Beiträge
    583

    AW: Der Thread übers Zelten

    Zitat Zitat von Sugarnova Beitrag anzeigen
    Ist Campen oder Logieren im Wohnwagen denn so viel preiswerter als Hotels oder einfachste Jugendherbergen?.
    Nein.

    Für mich ging lange Zeit nur Campingurlaub. Anderes Reisen ist kein Urlaub. Urlaub ist es dann, wenn man überanstrengt ist, dreckig, verschwitzt, wenn die Klamotten stinken, man schwer zu tragen hat, Füße und/oder Arme schmerzen, einem übel ist und man nicht weiß, ob man an diesem Tag noch eine Toilette/Geld/etwas zum Essen/Trinken/Schlafen findet. Und wenn man draußen ist. Mit Sand unter den Füßen, oder einem Teppich aus trockenen Kiefernnadeln.
    Sonst stellt sich kein Erholungsgefühl ein.

    Das ist (früh-)kindliche Prägung, mein Vater war leidenschaftlicher (Wild-)camper, und meine Mutter hat in jungen Jahren alles mitgemacht.

    Als Kind bzw. junge Jugendliche bin ich auf einsamen spanischen Stauseen über Geisterdörfern geschwommen, zu den alten Kirchturmfenstern hinein und wieder heraus, und habe dort zum ersten Mal auf einem Surfbrett gestanden (orangefarben, Marke Klotür, mindestens eine Tonne schwer, mit einem riesigen, unhandlichen gelben Segel). Wir sind mal die Gorges du Tarn runtergepaddelt, auf Surfbrettern, angetan nur mit Badeanzug/Badehose und Gummischuhen, und mit einem kleinen Plastikpaddel pro Person. Und überall waren Kaulquappen, kleine Frösche, blaue Schmetterlinge und Heuschrecken mit blauen oder orangefarbenen Flügeln, die sie nur zum Weitsprung aufklappten. 💕💕 Großartig. Jeder Tag ein Abenteuer.

    Vor Jahrenden habe ich in der ZEIT mal einen Artikel über verschiedene Urlaubstypen gelesen. Der Camper/Wildcamper entspricht demnach dem Typ "Feldherr". Jeder Bissen, jeder Quadratmeter, jede neue Erfahrung muss erobert/bezwungen werden. Klang für mich stimmig. (Mein Vater war ein Mischtyp aus Feldherr und Kilometerfresser, darum habe ich jetzt für immer und ewig ein Autotrauma, aber das ist eine andere Geschichte.)

    Die erzwungene Gemeinschaft mit anderen stört mich zwar sonst sehr, aber auf dem Campingplatz überhaupt nicht. Wenn eine Minimaldistanz unterschritten ist und eine Maximalgruppengröße überschritten, dann ist man in der Herde und kann entspannen, geht mir genau wie Zinne. Es ist ein anderer Zustand.

    Heute campen wir aber nicht mehr. Ich finde es mittlerweile echt zu teuer und außerdem zu umständlich/unsicher. Man weiß vorher nicht, ob an den Wunschorten noch Platz ist, auf ständigen Platzwechsel und das damit verbundene Rumfahren habe ich keinen Bock, und außerdem geht mir die Rumtatata-Animation und Kinderbespaßung auf vielen Campingplätzen auf den Nerv.
    Wohnmobil haben wir mal probiert, meinem Mann gefiel es, aber mich stresst es ungemein, immer unterwegs und auf der Straße zu sein. Ich will irgendwohin fahren, wo es schön ist, und dann da SEIN und BLEIBEN. Nicht im Auto sitzen.

    Daher lieber Ferienwohnung.
    Meine Eltern machen mittlerweile auch meist Hotelurlaub. Heute setzt meine Mutter sich durch. 😁

    P.S.:

    Ich empfehle als Lektüre Tommy Krappweis: Das Vorzelt zur Hölle. Wie ich die Familienurlaube meiner Kindheit überlebte.
    Und fürs Zelten in schön: Veronikas Zelt auf Sardinien. Einfach www. veronicaszelt.de ohne Leerzeichen.
    Das Internet schweigt.

  4. Moderation Avatar von Islabonita
    Registriert seit
    30.09.2005
    Beiträge
    10.049

    AW: Der Thread übers Zelten

    Zelterlebnis in meiner Jugend (ich war 18 oder 19): Zeltevent vom Segelfliegerclub meines damaligen Freundes, feuchtfröhlicher Abend. Morgens wache ich auf und fühle an meiner Seite: eine Lederjacke. Hä? Mein Freund und ich waren in unsere Schlafsäcke geschlüpft und die waren ganz sicher nicht aus Leder.

    Des Rätsels Lösung: in der Jacke steckte ein mir fremder junger Mann, der im betrunkenen Zustand sein Zelt nicht mehr gefunden hatte und sich zwischen (!) uns gelegt hatte. Hat keiner von uns gemerkt. Ich hab meinen Freund sofort geweckt und wir bekamen den jungen Mann nicht wach, der lag quasi im Koma. Wir haben dann seine Freunde ausfindig gemacht und die haben ihn aus unserem Zelt gezerrt.

    Außer so ein paar Zeltlager-Erlebnissen in der Jugend habe ich nur einmal richtigen Urlaub im Zelt gemacht: in Kanada. Das hatte was, aber ich hatte keine Lust auf Wiederholung. Schon als ich jünger war, war mir Zelten zu unbequem. Zu heiß, zu kalt, zu feucht, zu eng. Wohnmobil würde ich schon ausprobieren, so eine Australien-Tour o.ä. Aber eigentlich bin ich eher der Hotel/Ferienwohnungstyp.
    Islabonita

    Moderation im Freundschaftsforum, Umgangsformen, Familiensache, Mietforum und in Rund um die Bewerbung - ansonsten normale Userin

    Werde die, die du bist
    Hedwig Dohm

  5. Avatar von Zinne
    Registriert seit
    23.02.2018
    Beiträge
    1.038

    AW: Der Thread übers Zelten

    Zitat Zitat von Sugarnova Beitrag anzeigen
    Ist Campen oder Logieren im Wohnwagen denn so viel preiswerter als Hotels oder einfachste Jugendherbergen?

    Gerne übrigens Empfehlungen zur Ausrüstung.

    Wohnwagen und Wohnmobil sind tendenziell teure und zeitintensive Hobbies:
    Anschaffungskosten, Reparaturen, Wartung und Unterhalt, Parkplatz bei Nichtgebrauch, Stellplatzgebühren auf Campingplätzen zur Hauptsaison an beliebten Urlaubsorten.

    Die Anreise/das Reisen mit Mobilheimen empfinde ich je nach Land als unangemessen stressig. In den weiträumigen USA ist es das perfektes Transportmittel. Auf Englands gefühlt einspurigen Landsträßchen der Horror.

    Gleich bei mir um die Ecke bleibt alle paar Wochen ein Niederländer dachwärts mit dem Wohnmobil in der kleinen Unterführung stecken. Gefühlt immer derselbe Mann mit demselben Fahrzeug: jedes Mal das gleiche fassungslose Gesicht und der gleiche Unfallschaden.


    Zelten dagegen lässt sich fein skalieren: Aufwand, Kosten, Anreisearten usw. usf. werden exakt den eigenen Bedürfnissen angepasst. Nicht zu unterschätzen: Selbst auf dem überfülltesten Campingplatz findet sich normalerweise ein freier Platz für ein großzügig dimensioniertes Zweipersonenzelt.

    Womit wir bei der Ausrüstung wären. Dazu brauche ich einige Angaben:

    - Wie viele Personen sollen in dem Zelt schlafen?
    - Soll die Ausrüstung im Rucksack transportiert werden oder erfolgt die Anreise grundsätzlich mit dem Auto?
    - Soll im/vor dem Zelt gekocht werden oder stellt es nur den Schlafplatz dar?
    - Muss es Stehhöhe haben oder reicht Kopffreiheit im Sitzen?



    Hübsche Lektüretipps ohne großen praktischen Nutzen, aber in Anfixqualität:

    https://images-na.ssl-images-amazon....4,203,200_.jpg

    https://images-na.ssl-images-amazon....4,203,200_.jpg (Jochen Temsch, Birgit Lutz-Tempsch, "Zelten")

    Nützliche Lektüre aus meiner Lieblingsbuchreiche übers Zelten:

    https://images-na.ssl-images-amazon....4,203,200_.jpg

    https://images-na.ssl-images-amazon....4,203,200_.jpg

    https://images-eu.ssl-images-amazon....,200_QL40_.jpg

    https://images-eu.ssl-images-amazon....,200_QL40_.jpg


    Mein Lieblingsbuch aus meiner Lieblingsbuchreihe übers Zelten:

    https://images-na.ssl-images-amazon....4,203,200_.jpg
    Jede Situation hat das Recht auf ihre eigene Antwort.
    (Christoph Peters, "Das Jahr der Katze")

  6. Moderation
    Registriert seit
    20.08.2010
    Beiträge
    33.714

    AW: Der Thread übers Zelten

    Zitat Zitat von Sugarnova Beitrag anzeigen
    Ist Campen oder Logieren im Wohnwagen denn so viel preiswerter als Hotels oder einfachste Jugendherbergen?
    Zelten auf jeden Fall, aber dafür kriegst du auch auf dem einfachsten Campingplatz weniger als in der einfachsten Jugendherberge. Wohnwagen, die einem selber gehören, haben wesentliche Kosten außerhalb der Nutzungszeit: Kauf, Unterhalt, man muß die irgendwo hinstellen, man braucht ein Auto, das imstande ist, einen zu ziehen... deswegen ist das schwer zu vergleichen. Wenn man *sowieso* einen hat, sollte man ihn nutzen, denn die Kosten entstehen ohnhehin.

    Ausrüstung: Was willst du denn machen? Trekking in Lappland? Wohnmobiltour durch die USA? Festival? Billiger Urlaub am See mit Kindern?

    Ich habe mir mit 31 ein Auto zugelegt, wo ich bequem im Kofferraum schlafen konnte. Damit war ich immer noch für Treffen ausgerüstet, wo die Übernachtungsmöglichkeiten unter aller Kanone waren (unbeheizte luftige Baracke in der Maasniederung, versiffte Schulkantine mit 80 Leuten, Sumpfwiese als Zeltplatz...) aber konnte sichergehen, daß ich morgens keine Lebewesen in der Schlafkammer hatte, die ich nicht abends mit reingenommen hatte, und halbwegs trocken sein würde. (Vorher habe ich auch schon oft im Auto geschlafen, wenn die Alternativen die genannten Schlaftstätten waren, aber in einem Lada oder Golf II ist das nicht so erholsam, wenn man länger und breiter ist als die Rückbank und wegen Rücken nicht im Sitzen schlafen kann.)

    Als Kind/Teenie waren JuHes für mich der absolute, leicht dekadente und moralisch zweifelhafte Luxus. Fließendes Wasser, Gas oder sogar Elektrizität, Platz, um einen Teil seiner Sachen aus dem Rucksack zu nehmen und dahin zu tun, wo man sie zur Hand haben wollte. Wahnsinn. Konnte nicht gut für den Charakter sein.

    Ja, ich habe viel gezeltet.
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **
    Geändert von wildwusel (02.06.2019 um 11:06 Uhr)

  7. Avatar von Prilblume
    Registriert seit
    27.09.2014
    Beiträge
    583

    AW: Der Thread übers Zelten

    Gerade erinnere ich mich:
    Das kleine, grüne Iglu-Zelt, mit dem meine Freundin und ich Mitte-Ende der Achtziger zuerst auf Sardinien, dann auf Korsika und dann wieder auf Sardinien waren, hatten wir Kevin genannt. Und die Taschenlampe, die wir oben in die Schlaufe gehängt hatten, hieß Ludwig (Wegen lux = Licht). Und die Schlafsäcke Albert, alle beide.
    Was einem so alles wieder einfällt, nachdem man's mal vergessen hatte … *kopfkratz*
    Das Internet schweigt.

  8. Avatar von twix25
    Registriert seit
    13.01.2009
    Beiträge
    11.744

    AW: Der Thread übers Zelten

    Zitat Zitat von third_thought Beitrag anzeigen
    Südfrankreich, Hochsommer, Steilküste, schnackseln im Zelt unter Pinien... Nachbarzelt keine zehn Meter weg....

    hach, was waren wir jung ��

    Hah, IiiHr wart das
    ************************************************** **************************************

    Ich so : "Och bitte" - Mein Leben so : "Nö!"

    Ich wieder: "Och bitte"

    Mein Leben so : "Naaaa guut"

  9. Avatar von Zinne
    Registriert seit
    23.02.2018
    Beiträge
    1.038

    AW: Der Thread übers Zelten

    Zitat Zitat von Prilblume Beitrag anzeigen
    Das kleine, grüne Iglu-Zelt, mit dem meine Freundin und ich Mitte-Ende der Achtziger zuerst auf Sardinien, dann auf Korsika und dann wieder auf Sardinien waren, hatten wir Kevin genannt. Und die Taschenlampe, die wir oben in die Schlaufe gehängt hatten, hieß Ludwig (Wegen lux = Licht). Und die Schlafsäcke Albert, alle beide.
    Jede Situation hat das Recht auf ihre eigene Antwort.
    (Christoph Peters, "Das Jahr der Katze")

  10. Avatar von Zinne
    Registriert seit
    23.02.2018
    Beiträge
    1.038

    AW: Der Thread übers Zelten

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ausrüstung: Was willst du denn machen? Trekking in Lappland? Wohnmobiltour durch die USA? Festival? Billiger Urlaub am See mit Kindern?
    Wie immer stellst du die richtigen Fragen.
    Jede Situation hat das Recht auf ihre eigene Antwort.
    (Christoph Peters, "Das Jahr der Katze")

+ Antworten
Seite 6 von 25 ErsteErste ... 4567816 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •