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  1. Avatar von Horus
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    AW: Der Thread übers Zelten

    Zelten - oja, aber bloss nicht auf den normalen Campingplätzen! Jedenfalls nicht in Europa - zu voll, zu eng, zu viele Leute, zu "zivilisiert" (jawohlja!)

    In den Nationalparks und State Parks in den USA und Kanada hingegen sind die meisten Campingplätze toll, ausserhalb der Hochsaison, versteht sich.

    Ansonsten: nur wildcampieren. Irgendwo in den Alpen weit oberhalb der Waldgrenze, wo man den ganzen Kram ein paar Stunden hinträgt. Denn da ist sonst garantiert niemand. Bei sicher trockenem Wetter gerne auch ganz ohne Zelt, nur mit Schlafsack, Iso-Matte und Biwaksack drumherum.

    Was waren die abenteuerlichsten Zelterlebnisse? Da gibt es bei mir viele...

    - die Nächte im Zelt während unserer Winterislanddurchquerung im Polarexpeditionsstil mit Ski und Schlitten. Es gab teilweise auch Hütten, allerdings unbewartet und daher eiskalt. Darum haben wir meistens das Zelt vorgezogen, das war wärmer.

    - Das Himalaya-Trekking quer durchs Dolpo , die meisten Nächte im Zelt (alles Gepäck wurde auf Pferden mitgetragen). Morgentemperatur IM Zelt gerne mal -20 Grad...

    - Die diversen Höhenbergsteiger"übungen", höchste im Zelt verbrachte Nacht auf 6600 Metern oben

    - Mit "Vollpackung" ( = Zelt, Lebensmittel, Matten, Schlafsäcke, Kocher, Gas, Pfännchen, dem gesamten Kletterkram [Schuhe, Seile, Karabiner, Anseilgurt, mobile Sicherungsgeräte ...], Steigeisen und Pickel (ergab wohl fast 30 Kilo pro Person) 2 Stunden einen schmalen Höhenweg über einem Abgrund entlanggelaufen, um dann 4 Nächte lang an einem schneefreien Flecken auf einer Gletschermoräne zu campieren und von dort aus, mit nur noch halbstündigen Zustiegen zum Fels, die schönsten Kletterrouten der Gegend dort zu geniessen.

    - Und sehr eindrücklich: die Nacht im Hochlager auf 4500 Metern an den Hängen des Damavand mit den Lichter von Teheran weit weit unten, man kam sich vor wie in einem Flugzeug (der Damavand ist ein freistehender Vulkan, ca. 5600 Meter hoch, der alle umliegenden Berge um gut 2000 Meter überragt. Ach ja, und ähnlich eindrücklich das Hochlager auf ca. 5500 Metern Höhe am Parinacota, einem ebenfalls freistehenden Vulkan, ca. 6300 Meter hoch)- wieder dieses UFO-Gefühl.

    - und wenn ich schon dabei bin - die Zeltnacht bzw. der Morgen danach im Basislager am Fusse des Parinacota, als wir beim Öffnen des Zeltes im Sand frische Pumaspuren rings ums Zelt entdeckten, die am Vorabend noch nicht dort gewesen waren ..................

    Achtung, Lesen gefährdet die Dummheit!
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    Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als die eigene Angst.

  2. Avatar von Hillie
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    AW: Der Thread übers Zelten

    Zelten, achja, lang ist es her: vor 46 Jahren Hochzeitsreise mit Zelt (für mich das erste Mal) nach Istrien ans Meer. Im Sommer dann 4 Wochen mit Zelt und Auto einmal rund um Korsika. Wir waren allerdings immer auf Campingplätzen und haben auf der Hin- und Rückfahrt im Hotel übernachtet.
    Daraufh haben wir uns einen Peugeotbus selbst zum Campingbus umgebaut (mit eigener Chemikalientoilette), geduscht wurde auf dem Campingplatz. So sind wir 6 Jahre durch Europa getourt, vom Nordkap bis zur syrischen Grenze.
    Dann kam ein Wohnwagen und so reisen wir seitdem (inzwischen der 2. Caravan) in Europa.
    Im Ausland wird oft ein Wohnmobil gemietet.
    Für uns die ideale Form des Reisens. Einkaufen und Kochen in fremden Ländern macht Spaß, fürs Wäschewaschen gibt es überall auf den Campingplätzen Waschmaschinen, Toilette haben wir immer die eigene. Supertoll sind die Campingplätze in USA und Kanada in Nationalparks oder State Parks: Natur pur, Strom gibt es meistens an jedem Stellplatz und am Ein/Ausgang eine Möglichkeit Wasser zu tanken und Abwasser und Toilette zu entsorgen. Nirgends sonstwo kommt man so schnell mit fremden Menschen ins Gespräch und hat schöne, nachhaltige Begegnungen und Erlebnisse.
    Neugierde ist der Kompass meines Lebens

  3. Avatar von Alaska
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    AW: Der Thread übers Zelten

    Zitat Zitat von Zinne Beitrag anzeigen
    Wie habt ihr das überlebt? Ich glaube, jedes Jahr erfrieren auf der Welt einige unwissende Camper.
    ... sie gähnte, rieb sich die Hände über der verbliebenen Glut und meinte, Leute, es war ein supertoller Tag, ich bin hundemüde, aber: Es ist einfach zu schweinekalt zum Schlafen. Nicht? Er fühlte sich glücklich wie lange nicht. Er hatte den ganzen Abend ihr Gesicht gemustert, ihre Augen, die im Feuerschein flackerten, sich über ihr Lachen gefreut. Er sah hinauf zum sternübersäten schwarzen Mitternachthimmel über sich und wandte sich ihr dann zu, sein Blick schlingerte dabei ein wenig. Unterwegs hatten sie zwei Gallonen Wein gekauft, von denen eine nun leer war. Ja, es ist zu kalt und ich habe im Gegensatz zu euch nicht mal einen Thermo-Schlafsack, pflichtete Sonja ihr bei, bevor er etwas erwidern konnte. Inzwischen hatten sie lange Hosen, Pullover und Jacken angezogen. Die Wärme des Feuers war verflogen, es blieb nur die trügerische Wärme des Weins. Ich habe eine Idee, sagte er: Wir machen aus den zwei Thermo-Schlafsäcken einen großen Schlafsack, den wir drei uns teilen. Das geht mit den Reißverschlüssen. Die Klamotten behalten wir eh an, oder? Eine kurze Pause, dann Zustimmung. Gesagt, getan. Sie kletterte zuerst hinein, kichernd. Sonja kroch zu ihr und meinte zu ihm: So, kein Platz mehr, schade. Sie lachte über Sonjas Spruch. Komm, sagte sie dann zu ihm, hielt auf ihrer anderen Seite den Doppelschlafsack auf und er stieg mit hinein. Gemeinsam legten sie sich im kleinen Zelt vorsichtig in Position: Sie in der Mitte, Sonja auf der einen Seite von ihr, er auf der anderen. Als er sich ein Handtuch als Kissen unter den Kopf schob, berührte er dabei ihre Hand, die neben ihrer Wange lag. Sie nahm kurzerhand seine Hand und hielt sie fest zwischen ihren Gesichtern. Sein Herz machte einen Sprung. Gute Nacht, flüsterte sie. Sonja schien schon zu schlafen. Anstelle einer Antwort drückte er ihre Hand. Vielleicht würde es doch wieder etwas mit ihnen werden? ...
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  4. Avatar von jethrotullpe
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    AW: Der Thread übers Zelten

    In den USA gibt es sog. Glamping. Das sind fest installierte Zelte auf Fundament, die bestens eingerichtet sind. Mit guten Betten , teilweise eigenem Bad, Teppichen, manchmal Heizung , und fast immer in besten Lagen mit phantastischer Aussicht .Sternenhimmel und Lagerfeuer de luxe sozusagen .

  5. Avatar von WhiteTara
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    AW: Der Thread übers Zelten

    Zitat Zitat von Horus Beitrag anzeigen
    Zelten - oja, aber bloss nicht auf den normalen Campingplätzen!
    Die meide ich auch, wenn es irgendwie möglich ist. Ganz garstig sind im Sommer die übervollen Plätze am Meer, wo man nicht mal die Zeltleinen abspannen kann, weil der Nachbar so dicht steht.

    Ich lande eher auf den kleinen unkonventionellen Plätzen ohne Swimmingpool, ohne Restaurant, ohne Schickimicke und hatte auch schon Zeltplatz ohne Rezeption: an der Tür nur der freundliche Hinweis "Bitte melden Sie sich telefonisch unter folgender Nummer.....wenn Sie niemanden erreichen, können Sie sich auch im Dorfladen anmelden (so fern der dann geöffnet hätte, wenn man ankommt ) Ich sah den Menschen nicht mal; der fragte, wie lange ich bleiben will, nannte mir den Preis und soll dann bei Abreise das entsprechende Geld im Dorfladen abgeben, er käme die Tage wohl nicht auf dem Platz vorbei.

    Ohne Zelt übernachte ich auch immer mal wieder, wenn mir das hier zuhause spontan in den Kopf kommt, abends noch los zu marschieren, irgendwo den Schlafsack auszurollen, in aller Frühe wenn es noch düster ist, weiter zu marschieren, damit man irgendwo an schöner Stelle (manchmal auf einem Berggipfel) den Sonnenaufgang beim Frühstück genießen kann. Ich möchte lieber nicht so genau wissen, welche Tiere mich da nachts schon besucht haben Geräusche gab es immer viele, aber bisher wollte mich noch kein Wildschwein verspeisen

    Als Jungspund in der typischen, billigen Dackelgarage unterwegs gewesen, später mit geodätischem Kuppelzelt in kostspieliger Ausführung (aber den Preis wert, wenn man auch bei heftigem Sturm samt Gewittern auf Nordseeinseln die Nacht trocken und ohne Gestängebruch übersteht, während rundum nacheinander viele Zelte sich dem Wetter beugen müssen) Da der Geodät mir irgendwann zu groß war und zu schwer zum Schleppen auf Wandertouren (wenn ich allein unterwegs war und auch die gesamte Kochausrüstung etc. tragen musste), habe ich den weiter gegeben an eine Familie mit 3 Kindern, die sich sehr darüber freuten. Ich habe seitdem kein eigenes Zelt mehr, sondern betreibe Zelt-sharing mit den Freunden für das knallrote Tunnelzelt der Marke Hilleberg - ein Traum von Leichtigkeit, wenn man es den ganzen Tag tragen muss und immer wieder faszinierend, welches Wunder an Raum sich aus dem Mini-Päckchen dann entfaltet.
    LG WhiteTara

  6. Avatar von Zinne
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    AW: Der Thread übers Zelten

    Zitat Zitat von luftistraus Beitrag anzeigen
    Die Maschinengewehre und unverständlich, brüllende Uniformierte waren für mich viel schlimmer

    Aber dieses Vergnügnen hatte ich in Spanien sogar 2x

    Noch einmal auf dem Segelschiff......
    Ja, der Mensch ist des Menschen Wolf. Schlimmer als ein Schlangennest. Und doch hätte ich mich mehr vor der Schlange gefürchtet.

    Denn Reptilien lassen sich nicht beschwatzen. Menschen manchmal schon.

    Ich hatte es nur mit einen erbosten Förster zu tun. Dem konnte ich wahrheitsgemäß glaubhaft machen, dass ich kein Kochfeuer in seinem ausgedörrten Hochsommerwald anzünden würde.
    Jede Situation hat das Recht auf ihre eigene Antwort.
    (Christoph Peters, "Das Jahr der Katze")

  7. Avatar von Horus
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    AW: Der Thread übers Zelten

    Ich möchte lieber nicht so genau wissen, welche Tiere mich da nachts schon besucht haben
    Bei mir wars wie gesagt mal ein Puma (da war ich im Zelt und hab nichts davon gemerkt) und mal zwei Wölfe - da war ich NICHT im Zelt und habs sehr wohl gemerkt.
    Nicht in den USA, sondern sozusagen vor der Haustür in den hiesigen Alpen ...

    Achtung, Lesen gefährdet die Dummheit!
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    Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als die eigene Angst.

  8. Avatar von Zinne
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    AW: Der Thread übers Zelten

    Horus, Hillie, White Tara - ich bin begeistert von euren Camping- und Treckingerfahrungen. Es liest sich wie Jack London.


    Paradoxerweise reise ich nicht gerne und mache mir nichts aus Bergen und aus Natur. Deshalb fanden und finden meine Zeltausflüge überwiegend in Deutschland (vorzugsweise Ostdeutschland) statt. Ich bin ungerne weiter als eine Stunde zu Fuß vom nächsten Laden entfernt.

    Ich bin quasi das Campingäquivalent zum Warmduscher und Schattenparker. Die einzige Härte, die ich in Kauf nehme, ist meine spartanische Isomatte.
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    (Christoph Peters, "Das Jahr der Katze")

  9. Moderation
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    AW: Der Thread übers Zelten

    Zitat Zitat von Zinne Beitrag anzeigen
    Dabei habe ich keine Schlangenphobie. Ich bin nur vorsichtig.^^
    Ich hatte bis jetzt nur Blindschleichen auf der Suche nach Wärme. Die finde ich niedlich.

    Nicht so niedlich fand ich die Spinne, die groß genug war, um meinen Halbschuh (Größe 39) im sichtbaren Teil gut auszufüllen.

    Die junge Kreuzotter, von der eine Freundin gebissen wurde, war bestimmt auch niedlich, ich hab aber nur ihre Zahnabdrücke gesehen (klein). Dafür muß man aber nicht zelten: Das ist beim Rumlungern auf einer steinigen Trockenwiese passiert, das Zelt stand mehr zufällig mit rum.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  10. Avatar von Sugarnova
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    AW: Der Thread übers Zelten

    Ist Campen oder Logieren im Wohnwagen denn so viel preiswerter als Hotels oder einfachste Jugendherbergen?

    Gerne übrigens Empfehlungen zur Ausrüstung.

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