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  1. Avatar von Melin
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    AW: Der Thread übers Zelten

    Viel gezeltet in einem DDR Pouch Steilwandzelt. Südfrankreich, Niederlande, Schweiz, Spanien und sogar in Schweden und Norwegen (bibber). Später sogar mit den Kindern, die schnell Kontakt fanden zu anderen Camper Kindern.
    Bis zum Sonnenaufgang vor dem Zelt sitzen, Rotwein trinken, kiffen und guten Sex haben sind die positiven Erinnerungen. Dreckige WCs, Wolkenbrüche und verzweifelte Suchen nach einem Platz ohne Complet-Schild die negativen.
    Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit


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    AW: Der Thread übers Zelten

    Die letzte Campingerfahrung war ein Mittelalterzeltlager vor gut einem Jahrzehnt. Ich hatte als Unterlage eine Luftmatratze dabei, die mein Kumpel leider in einem Anflug von messerwerferischer Überschätzung direkt beim Aufbau gelöchert hat. Die Nacht darauf war elendig kalt, obwohl ich 2 Decken zusätzlich im Schlafsack hatte. Dazu war alles eingeräuchert vom Lagerfeuer. Es war zur Osterzeit - am nächsten Morgen war das ganze Lager dann im Schnee versunken.

    Dabei mochte ich das Zelten eigentlich schon. Unvergessen ein Zelturlaub mit zwei Freunden in Italien. Der Platz war herrlich, von Bäumen umsäunt auf einer Anhöhe, 50 Meter vom Meer entfernt. Wir wurden zwar oft ermahnt, ruhig zu sein, aber mit bisschen Blut im Alkohol lässt es sich schwer leise singen. Die Echsen haben unser Vorzelt auch geliebt. Nur der Kumpel, der mit uns zwei Weibern unterwegs war, hat es nachts leider nicht wirklich gecheckt, dass es suboptimal ist, den Hang neben dem Zelt drei Schritte hochzulaufen und dorthin zu pinkeln - das Wasser suchte sich seinen Weg wieder nach unten *lach*

  3. Avatar von WhiteTara
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    AW: Der Thread übers Zelten

    Oh schöner Thread - danke fürs eröffnen Zinne

    Ich fand zelten als Kind schon klasse und liebe es immer noch. Mit meinen Eltern war ich nie zelten, da gab es Urlaub in der Ferienwohnung oder Wohnwagen auf dem Campingplatz (aber nicht unser eigener Wohnwagen).
    Als Teenager jedes Jahr im Jugendlager oder bei Radtouren im Zelt übernachtet. Und jetzt gibt es WE-Trip mit Zelt oder auch mehrtägige Wandertouren mit Zelt oder Auslandsrundreisen mit dem Liebsten samt Zelt.

    Der Kerl und ich haben schon manches erlebt rund ums Zelten:
    Unvergessen unsere Schwedentour - der Plan war: wir düsen immer weiter nordwärts, bis der halbe Urlaub rum ist. Blöderweise kamen wir gerade mal so in den südlichen Bereich von Mittelschweden, als es nachts doch reichlich frisch wurde: Der Arme kruschtelte die ganze Nacht ständig herum, zog ein Kleidungsstück über das nächste, hatte irgendwann alles an, was im Zelt lag und klapperte dennoch dermaßen mit den Zähnen vor Kälte, dass ich erst gar nicht kapierte, was das für ein Geräusch war, dass mich nachts geweckt hatte. Klare Ansage am nächsten Morgen: wir fahren ab sofort wieder südwärts bis die Nächte wärmer sind!!! Ist ihm nie wieder passiert, er kaufte anschließend einen sündhaft teuren, aber für ihn perfekten Schlafsack...dabei war der vorherige auch mal gut gewesen, aber mit den Jahrzehnten dann eben doch nicht mehr so gut isolierend, wie er gehofft hatte.

    Im Gegenzug lernte ich dann mitten im Hochsommer in Andalusien, wieso man zum Zelten unabdingbar eine sehr gute Isomatte benötigt --> damit man sich beim Schlafen nicht das Hinterteil an der heißen Erde verbrennt

    Am Fuße des Mont Blanc hat uns nachts ein Gewitter-Unwetter erwischt, wie ich es noch nie beim Zelten erlebte: Es war abends schon schwierig, überhaupt einen Stellplatz zu bekommen, denn überall hieß es trotzt freier Wiesen -> hier keine Zelte, es ist Unwetter angesagt. Bei einem etwas höher gelegenen Platz durften wir unser Zelt dann doch aufschlagen und in der Nacht blitzte und donnerte es; der Lärm hallte zwischen den Bergen und das Pochen der Regentropfen auf dem Zelt wurde lauter und lauter und stärker und stärker. Eine recht schlaflose Nacht, aber das damalige Expeditionszelt hielt einiges aus. Nasse Füße gab es erst beim Aufstehen: der Liebste macht Reißverschluss auf, tritt raus und meint " oh "... tu es ihm gleich mit einem "oooh" --> wir standen beide bis an die Fußknöchel im Wasser Das war kein Regenrinnsal sondern schon fast ein Bach, der unter unserem Zelt bergab durchrauschte. Der Zeltboden hatte erstaunlicher Weise dicht gehalten Nur mit frischen Brötchen wurde es nichts: unten im Dorf waren diverse Straßen überflutet und die anderen Zeltwiesen glichen einem großen See --> gut dass die Menschen ihre Umgebung und das Wetter kannten, wir wären sonst samt Zelt weg geschwommen. Immer wenn es ordentlich gewittert sagt einer von uns "Oh", dann der andere "oooh" und wir müssen laut loslachen
    LG WhiteTara

  4. Moderation
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    AW: Der Thread übers Zelten

    Zitat Zitat von Zinne Beitrag anzeigen
    Denn auf den Festivals sind die Deutschen weltweit bekannt dafür, dass ihre Zelte felsenfest im Sturm stehen.
    Ich fuhr auf ein Mittelalterevent, wo der Zeltplatz außerhalb der Site war und deswegen keine historisierenden Prachtzelte erforderte, und da Mittelaltertreffen gepäckintensiv sind, dominierten billige Hauszelte (kann man drin stehen und sich umziehen!) den Platz.

    Meine Mitfahrgelegenheit verspätete sich um 10 Stunden (frag nicht...) so daß ich morgens um vier, als es gerade hell wurde, eintrudelte, und mir bot sich ein Bild der Verwüstung: Über die wunderschöne, das weite Tal überblickende Campingwiese war ein Unwetter hinweggezogen und hatte die Zelte entwurzelt, ausgeschüttelt, hochgeweht, weitgeweht, weggeweht, und bis ins Tal hinunter verteilt. Die Leute hockten mit ihren überwiegend feuchten Habseligkeiten in einem Schuppen an der Seite der Burg als sollten sie in einer billigen Produktion ein Flüchtlingscamp spielen.

    Ganz hinten, halb unter einer Hecke, stand das wandern-in-Irland-Zelt eines Kumpels. Klein, kompakt, solide verspannt, und völlig unbeeindruckt von den Geschehnissen der Nacht, und stellte mich vor ein Rätsel. Wenn er vor dem Unwetter gekommen war, wieso stand es noch? Wenn er nach dem Unwetter gekommen war, wieso hatte er noch aufgebaut?

    Ich besorgte also einen Kakao und ging zu Kumpels Zelt. Ich mußte ein ziemliches Rambazamba machen bis er tranig aus dem Zelt guckte, den Kakao griff, seine Ohrstöpsel rausnahm und meinte, "Es war so laut in der Nacht".
    "Guck mal ins Tal" sagte ich.
    Er sagte. "Oh", und fügte einen Kakao später hinzu: "Nur ein Volltrottel baut ein Hauszelt auf einer ungeschützten Hügelkuppe auf."

    In der folgenden Nacht kletterte ich mit meinem Schlafsack über die Absperrung zum Burgturm und schlief in lichter, und vor allem trockener Höhe. Ich hatte gerade wirklich keine Lust auf Zelt.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **
    Geändert von wildwusel (31.05.2019 um 23:10 Uhr) Grund: fehlendes Wort ergänzt.

  5. Avatar von Zinne
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    AW: Der Thread übers Zelten

    Vielen Dank für eure liebevoll erzählten Zeltgeschichten. Mir wird ganz behaglich beim Lesen.

    Es ist wie Gruselromane und Liebesgeschichten im sicheren Bett liegend zu lesen, während ich durchs Fenster eure erinnerten Stürme und Gewitter sehe.
    Jede Situation hat das Recht auf ihre eigene Antwort.
    (Christoph Peters, "Das Jahr der Katze")

  6. Avatar von Opelius
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    AW: Der Thread übers Zelten

    und wie war es vor 50, 60 Jahren mit dem Geld?
    Als ich noch in der Lehre war, bekamen die Gesellen ihren Lohn am Freitag noch in Tüten, wir Lehrlinge erst am Ende des Monats. Als die Firmen anfingen Lohn auf Konten zu überweisen (dann nur noch 14tägig oder monatlich), brauchten plötzlich alle Arbeitenden ein Konto. Alle Banken warben auf riesigen Transparenten, dass sie diese Gehaltskonten auf immer gebührenfrei führen würden. EC-Karten kannte niemand, man bezahlte größere Beträge mit Schecks.

    Als Tourist in Europa nutzte man das (längst nicht mehr existierende) Postsparbuch. In jeder Poststelle Westeuropas und sogar Marokko konnte man die Landeswährung abheben. Jeder Postbeamte hatte Listen mit den aktuellen Umtauschkursen und trug handschriftlich die Ausgabe der Landeswährung und in der letzten Spalte die Umrechnung in DM ein. Das Bargeld trugen wir in Brustbeuteln. Das nahm binnen weniger Tage den Eigengeruch des Trägers an.

    Es war sinnvoll bei Überschreitung einer Grenze die Restbeträge der Landeswährung in die nächste Währung umzutauschen, denn nur die nahmen auch Hartgeld an. Zu Hause der Umtausch in der Bank war mit gigantischen Gebühren verbunden und die nahmen nur Scheine. Aber z.B. katholische Kirchengemeinden warben um das Restgeld als Kollekte. Sie sammelten das und hatten sicher die Möglichkeiten es umzutauschen.

    Ich habe noch heute ein beachtlicher Sammlung europäischer Münzen, das sah ich als Souvenir.

    Damals brauchte man überall noch einen Pass, heute noch einen verehrungsvolle Souvenirsammlung.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  7. Avatar von Zinne
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    AW: Der Thread übers Zelten

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Als Tourist in Europa nutzte man das (längst nicht mehr existierende) Postsparbuch. In jeder Poststelle Westeuropas und sogar Marokko konnte man die Landeswährung abheben. Jeder Postbeamte hatte Listen mit den aktuellen Umtauschkursen und trug handschriftlich die Ausgabe der Landeswährung und in der letzten Spalte die Umrechnung in DM ein.
    Wir benutzen familienintern auf Reisen eine Postsparcard. Ist wohl der Nachfahre des Postsparbuchs. Wer verreist, bekommt das Kärtchen mit. Damit lassen sich an den meisten außerdeutschen Geldautomaten gebührenfrei Euros oder die jeweilige Landeswährung abheben.

    Das geht vermutlich auch mit anderen Karten. Aber wir hängen an unserer ein bisschen illegal, da von wechselnden Personen verwendeten Postsparcard, die irgendein Familienmitglied einmal in den gemeinsamen Ausrüstungspool geworfen hat.


    Meine Lieblingszeltform heißt übrigens ganz offiziell Kuppelzelt.
    Jede Situation hat das Recht auf ihre eigene Antwort.
    (Christoph Peters, "Das Jahr der Katze")

  8. Inaktiver User

    AW: Der Thread übers Zelten

    Zitat Zitat von Zinne Beitrag anzeigen
    Selbstaufpustend oder aus (moos)gummiartigem Schaumzeug?

    Ich habe eine federleichte und trotzdem ganz gut isolierende Gummimatte. Weich geht anders, aber traumhaftes Packmaß.
    Selbstaufpumpend.

    Vorher hatte ich eine Schaumstoffmatte aus Armeebeständen, die war auch super, ist mir aber abhanden gekommen (Diebstahl?)

  9. Inaktiver User

    AW: Der Thread übers Zelten

    Zitat Zitat von Zinne Beitrag anzeigen
    Wir benutzen familienintern auf Reisen eine Postsparcard. Ist wohl der Nachfahre des Postsparbuchs. Wer verreist, bekommt das Kärtchen mit. Damit lassen sich an den meisten außerdeutschen Geldautomaten gebührenfrei Euros oder die jeweilige Landeswährung abheben.
    Vorsicht, mittlerweile lässt die Postbank pro Kalenderjahr nur noch 4 gebührenfreie Abhebungen im Ausland zu.

    @Zinne, mich interessiert: Wie gehst Du mit den Themen Hygiene und Privatsphäre um? Ich weiß, dass diese Dir wichtig sind - mir auch, und genau deshalb bin ich nicht so die Camping-Freundin...


  10. Registriert seit
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    AW: Der Thread übers Zelten

    Ich schwöre auf meine Nomad Dreamzone. Selbstaufpustend und bequem.
    Das erste Mal war Camping vor 40 Jahren angesagt. Begründet durch wenig cash auf der Täsch. Wir waren in der Ausbildung im ersten Jahr und sind mit Freunden nach Irland gefahren. Einen Teil der Reise haben wir in B&B's übernachtet. Dann wurde die Kohle knapp, wir standen mit dem Daumen an der Straße und just in dem Moment kamen unsere Freunde mit dem VW Bus vorbei. Also rein in den Bus und wir waren dann die nächsten Nächte mit denen unterwegs. Wir hatten Schlafsäcke dabei ansonsten jedoch nix. Sie liehen uns Campingbetten. Klaro, mit Kulturbeutel, Klopapierrolle und Handtuch über den Platz. Besonders schön im Dunklen und das ganze noch abschüssig und davor ein paar Guiness und Whisky im Pub.

    Letzten Sommer haben wir dann zum ersten Mal nach 40 Jahren gezeltet. Zweimannzelt, besagte Nomad Matratzen, bequeme Kopfkissen Marke "erst knautschig klein, dann schön unter'm Kopf" die sich selbst entfalten. Gute Schlafsäcke gekauft. Campinglicht besorgt.
    Ein Wochenende auf ner kleinen dänischen Insel. Sehr romantisch beim Bauern und frei nach dem Motto "nimm mich mit auch wenn ich stinke". Nee so schlimm nun auch nicht. Zähne putzen open air mit Wasser aus der Büddel und geduscht wurde im Yachthafen der in wenigen Minuten mit dem Rad zu erreichen war.
    Dann ein zweites Mal bei einem Event hier in Deutschland.

    Wir hatten beide Male echt Glück. Das Wetter war gut, keine Mücken, kein Regen der auf's Zeltdach trommelte, kein Wasser lief durch's Zelt oder um's Zelt herum.
    Länger als ein verlängertes Wochenende wäre für mich in dem kleinen Zelt eher nicht möglich.
    Insgesamt hat's Spaß gemacht.

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