Liebe Promethea,
auf einer entsprechenden Seite, die ich aus kommerziellen Gründen hier wohl nicht verlinken darf, steht:
"Wenn Sie also 4-5 Stunden Fahrzeit pro Tag einplanen, so können Sie inklusive Schleusen ca 30-40 km am Tag zurücklegen."
Ich wäre sogar von einer noch langsameren Fahrzeit ausgegangen. 3-4 Stunden täglich fahren und dabei vielleicht 25 km zurücklegen reicht für unseren Geschmack.
Und wie hier schon zu lesen war, haben Familien mit kleinen Kindern durchaus positive Erfahrungen gemacht.
Aber vielleicht warten wir noch, mal sehen. Für den Sommer habe ich gerade verschiedene spannende Ideen im Kopf. Sie müssen nur noch etwas reifen.
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Thema: Hausboot?
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13.01.2019, 17:36
AW: Hausboot?
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13.01.2019, 20:33
AW: Hausboot?
Liebe Sonnenblume,
das ist eine ganz schwierige Frage, weil diese Kosten stark variieren können.
Das beginnt bereits mit den Kosten für das Boot selbst je nach Ausstattung, Reisezeit und Revier.
Für Sprit brauchen wir pro Woche um die 150 - 200 Euro. Wir fahren aber sehr gemütlich (diese Langsamkeit gefällt uns). Abgerechnet wird üblicherweise nicht nach tatsächlichem Verbrauch, sondern nach zurückgelegten Kilometern. Der Dieselpreis pro Kilometer, den der Anbieter kassiert, liegt deutlich über dem tatsächlichen Preis, also nicht wundern.
Hafengebühren sind der größte Unsicherheitsfaktor. Gerade auf den französischen Kanälen kann man zwei Wochen unterwegs sein, ohne einen Hafen aufzusuchen, und immer nur "frei" irgendwo am Kanal übernachten. Wasser gibt es dort in kleinen Orten auch oft kostenlos. Umgekehrt können sich die Kosten in Häfen durchaus auf 20,- Euro pro Nacht belaufen, Wasser und Strom kommen noch hinzu. Dies summiert sich in Gebieten, in denen man nicht einfach am Ufer festmachen darf oder auch wenn man einfach lieber im Hafen liegt.
Dann müsst ihr euch überlegen, was ihr noch zusätzlich bucht: Fahrräder können praktisch sein oder auch die Endreinigung.
Ein großer Unsicherheitsfaktor ist das Essen: Geht ihr jeden Abend ins Restaurant, kauft ihr unterwegs ein Stück Fleisch im Supermarkt und grillt es im Grill an Deck oder der Grillstelle am Ufer oder packt ihr Spaghetti ein und kocht günstig an Bord? Nehmt ihr eine große Packung Müsli fürs Frühstück mit oder kauft ihr jeden Morgen beim Bäcker vor Ort Croissants?
Noch zu den geplanten Entfernungen: Die meisten Anbieter machen Vorschläge, was man in einer Woche oder zwei Wochen abfahren könnte, also bei einer Einwegfahrt werden geeignete Start- und Zielhäfen vorgeschlagen, bei Hin- und Rückfahrt der "Wendepunkt". Diese Vorschläge sind nach unserer Erfahrung sehr realistisch. Wie weit man am Tag kommt, hängt vor allem von den Schleusen ab. Bei vielen Schleusen, vielleicht noch mit Wartezeiten, braucht man logischerweise lang. Man kann rechnen 15 Minuten pro Schleuse (als Mittelwert, ist natürlich Glückssache, ob sie schon bereit ist oder ob es Wartezeiten gibt), die Höchstgeschwindigkeit in Kanälen liegt bei 6 km/h.
Ob die Kinder in Schleusen helfen dürfen oder nicht, hängt vom Schleusenwärter ab. Vermutlich ist man da heutzutage auch strenger. Aber wenn nicht, sollen sie halt die 10 Minuten unter Deck bleiben, da sehe ich kein Problem mit der Beaufsichtigung.
Unser Tagesablauf scheint deinen Vorstellungen zu entsprechen - wie gesagt, wir sind Trödler. Am Morgen stehen wir nicht zu früh auf, einer läuft oder radelt erstmal zum Bäcker (erste Bewegung fürs Kind), dann wird nach dem Frühstück gestartet. Ein bis zwei Stunden Fahrt, dann ein bis zwei Stunden Mittagspause, dann am Nachmittag nochmal zwei bis drei Stunden Fahrt, am Tag selten länger als insgesamt vier Stunden. Dazwischen können die Kinder wie gesagt mal das Boot steuern, am Ufer nebenher laufen oder radeln oder mit dem Fernglas wichtige Aufgaben erledigen. Wir hatten z.B. oft auch ein Vogelbestimmungsbuch dabei oder sie haben mit Stock und Schnur "geangelt". Zwischendurch kann man überall festmachen, wo es lohnt. Mit Kindern lohnen dabei auch Spielplätze, an Flüssen oder Seen Badestellen, ein Minigolfplatz, geeignete Besichtigungen - was man auch sonst mit Kindern macht. (Inzwischen lohnen für uns eher Museen, Weinkeller, interessante Orte).
Und wir hatten immer viel Zeit für stundenlange Gesellschaftsspiele - das machen wir heute noch :)
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14.01.2019, 22:54
AW: Hausboot?
Danke dir, liebe Stefanie, für deine ausführlichen Informationen. Das hat mir schon sehr geholfen.
Klar variieren die tatsächlichen Kosten sicher stark. Mit dem Hausboot in den Sommerferien durch Frankreich unterwegs und jeden Abend schön Essen gehen... Da wären 14 Tage sicher irre teuer. Im Juni durch MeckPomm wäre da vermutlich erschwinglicher. 😄
Deine Beschreibung der Kinderaktivitäten klingen klasse. So in der Art geht es wahrscheinlich ab Grundschulalter aufwärts. Vielleicht warten wir wirklich noch mindestens ein Jahr und probieren es dann aus.


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