+ Antworten
Seite 3 von 11 ErsteErste 12345 ... LetzteLetzte
Ergebnis 21 bis 30 von 109
  1. Moderation
    Registriert seit
    20.08.2010
    Beiträge
    34.244

    AW: Noch nie in Urlaub gewesen, nicht normal?

    Zitat Zitat von starsandstripes Beitrag anzeigen
    Bei mir beobachte ich auch immer ein ganz interessantes Phänomen. Ich plane eine Reise wochenlang, alles ist perfekt und ich freue mich über Monate. Dann, am Abend vorher, wird mir richtig schlecht und ich hab gar keine Lust wegzufahren.
    Geht mir so ähnlich! Am liebsten würde ich mich einfach spontan in den Zug setzen und losfahren. Ich freue mich wie Bolle auf die Reise, aber vor dem "Flug buchen, Hotel buchen" stehe ich wie das Kaninchen vor der Schlange. Und so zwei Tage vorher will ich mich am liebsten nur noch im Bett verstecken.

    Dann klingelt am Reisetag der Wecker, und ich springe aus dem Bett wie ein Flummi mit einem "Heute geht es los!", schmeiß meine Sachen in die Tasche, schreib meinem Katzenhüter einen Brief, und ab geht das Wusel.

    ***
    Wenn man Schwierigkeiten hat, sich etwas zu gönnen, ist vermutlich ein "all inclusive"-Urlaub am besten. Dann muß man nicht überlegen, "kann ich heute zum Abendessen/in die Therme/zum Meditationskurs/was auch immer), ich habe doch gestern erst, das kommt doch zu teuer..."
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  2. Inaktiver User

    AW: Noch nie in Urlaub gewesen, nicht normal?

    Ich denke, wenn man nicht urlaubserfahren ist, muss man auch erstmal rausfinden, was einem gefällt. Ich würde wohl nicht empfehlen, direkt mit drei Wochen Trekking an exotischen Orten anzufangen.

  3. Avatar von SusiausmSauerland
    Registriert seit
    10.08.2017
    Beiträge
    104

    AW: Noch nie in Urlaub gewesen, nicht normal?

    Auch wir haben ein Haus renoviert, haben aber im Vorfeld besprochen, wie das laufen soll.

    Wir haben uns gemeinsam dafür entschieden, dass wir trotz bzw. wegen des Hauses Auszeiten nehmen, d.h. kein Einschlafenlassen der sozialen Kontakte, Hobbys weiterhin pflegen und ab und an mal 1 Woche Urlaub in einer kleinen Pension an der Nordsee etc.

    Nachdem das Gröbste geschafft war, haben wir Camping ausprobiert. Zunächst mit einem geliehenen Zelt. Dann mit eigenem Zelt. Dann mit zum Wohnmobil ausgebauten LKW und seit einigen Jahren mit Auto und Wohnwagen.

    Jedes verlängerte Wochenende, an dem wir unterwegs waren, kam uns bei all den Pflichten und Arbeiten rund um Job und Haus wie ein kleiner Urlaub vor. Einfach etwas anderes sehen, die Gedanken schweifen lassen, nicht ständig für alle zur Verfügung stehen - das hat uns sehr gut getan.

    Klar ist das nicht für jeden die Lösung, aber für uns war und ist es der richtige Weg. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ohne diese Auszeiten unsere Beziehung seit 29 Jahren gut funktionieren würde.
    lg Susi


    **************************************************
    Ich habe keine Macken.
    Das sind Special Effects



  4. Registriert seit
    23.09.2010
    Beiträge
    2.380

    AW: Noch nie in Urlaub gewesen, nicht normal?

    Etwas abseits des Urlaubsthemas:

    Als mein erster Mann und ich unser Haus in Eigenregie und weitestgehend -arbeit (vom Hochmauern über Fassade und Dach bis Innenausbau) gebaut haben, habe ich nach etwa einem Jahr Bauzeit einen hausbaufreien Sonntag durchgesetzt, damit es auch mal Familienzeit gibt. Nach meiner Erfahrung helfen solche Auszeiten um bei Kräften und bei Laune zu bleiben, besonders wenn die Bauzeit absehbar länger dauern wird.

    Wir haben mit Kindern an die fünf Jahre in einer sich langsam reduzierenden Baustellenatmosphäre gewohnt und waren auch danach noch nicht so ganz fertig. Ohne die Pausenzeiten wäre unsere Familie in dieser Belastungsphase wohl zerbrochen.

    Vielleicht wären solche Tage ein Anfang, in denen dann auch Ideen und Wünsche für längere Urlaubszeiten entstehen.

  5. Avatar von Julifrau
    Registriert seit
    21.01.2005
    Beiträge
    24.706

    AW: Noch nie in Urlaub gewesen, nicht normal?

    Liebe Sab,

    ich finde es gut, dass du anfängst zu zweifeln und anfängst zu spüren. Zu spüren, dass euch euer derzeitiger Lebensentwurf möglicherweise sehr viel schöne Lebenszeit kostet. Denn Urlaub - ist ein Synonym für 'schöne Lebenszeit'. Ob die dann im Ausland verbracht wird oder im Inland, zu Hause oder im Hotel, das spielt erst einmal keine Rolle.

    Ihr seid zwei sehr fleissige Menschen, die offenbar mehr erreichen wollen als das, was eure Herkunftsfamilien erreichten.
    Das ist grundsätzlich auch gut, löblich, vor allem auch ein nachvollziehbares Bedürfnis.

    Gleichzeitig habt ihr euch aber offenbar in eine Spiral katapultiert, die euch langfristig, vielleicht sogar schon mittelfristig zu überfordern scheint. Ihr arbeitet quasi nur. Wie du auch selbst beschreibst, gibt es wenig Außenkontakte - so dass nicht einmal 'Grillen auf Baustelle' mit Freunden für das sorgt - was Leichtigkeit und Glücksgefühle erreicht. Es scheint alles schwer.

    Ihr könntet euch beide damit beschäftigen, was dem zugrunde, welche Glaubenssätze euch treiben, so z. B. 'ich muss hart arbeiten, um nicht zu werden wie ... ' oder Ähnliches. Anfangen nach innen zu spüren und ihr werdet hören, was euer innerer Antreiber sagt.

    Ein wenig erinnert mich deine Beschreibung auch eine Geschichte, die ich einmal las. Es ist eine Analogie, bei der ein alter Mann, der gerade Witwer wurde, die Sachen seiner Frau noch einmal in die Hand nimmt und dabei eine wunderschöne Garnitur Seidenunterwäsche findet, die sie nie getragen hatte - weil sie immer auf den 'besonderen Moment' gewartet hatte. Wie schade.

    Das Leben ist jetzt und es muss nicht zwangsläufig anstrengend sein. Wird es zu anstrengend ist es richtig zu hinterfragen, ob die eigenen Schritte, Werte und vermeintlichen Überzeugungen wirklich passen.

    Gleichzeitig kann der Scheu vor Urlaub natürlich auch tatsächlich eine Angst zugrunde liegen, wie z. B. das sichere, kontrollierbare Terrain zu verlassen und sich auf Unsicherheit und Fremdes einzulassen. Das kenne ich selbst auch: die Aufregung vor der Reise, der Veränderung. Dazu passt dann eben gut z. B. ein Versuch light durch eine Pauschalreise mit 'all inclusive', bei der bis zu den Kosten alles vorab geregelt und überschaubar ist.

    Ich bin übrigens sicher, wenn bei euch der klare Wunsch nach einem gemeinsamen Urlaub stünde - klappt es auch für deinen Mann, dann Urlaub machen zu können, wenn er es möchte.

    Liebe Grüße
    Julifrau
    ************************************************** **
    What if I fall?
    Oh, but my darling, what if you fly?




    Geändert von Julifrau (11.02.2018 um 13:12 Uhr) Grund: R.S.

  6. Avatar von Julifrau
    Registriert seit
    21.01.2005
    Beiträge
    24.706

    AW: Noch nie in Urlaub gewesen, nicht normal?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    .

    ***
    Wenn man Schwierigkeiten hat, sich etwas zu gönnen, ist vermutlich ein "all inclusive"-Urlaub am besten. Dann muß man nicht überlegen, "kann ich heute zum Abendessen/in die Therme/zum Meditationskurs/was auch immer), ich habe doch gestern erst, das kommt doch zu teuer..."
    Eine gute Idee.
    ************************************************** **
    What if I fall?
    Oh, but my darling, what if you fly?






  7. Registriert seit
    21.04.2014
    Beiträge
    11.892

    AW: Noch nie in Urlaub gewesen, nicht normal?

    Ich bin 2015 das erste Mal wirklich in Urlaub gefahren.... abgesehen von einer sog. Glücksreise nach Lloret als 19jährige Auszubildende mit meiner Freundin ;) Da buchte man nur den Ort, Hotel etc war Glückssache und wurde vom Veranstalter zugeteilt. Dafür war es spottbillig.

    Wirklich gefehlt hat mir nichts, was man nicht kennt, vermisst man auch nicht. Mein Mann hat sehr lange Auslandsmontage gemacht, für ihn war Urlaub, wenn er zu Hause war. Dann kam erst Haus 1, in Eigenregie gebaut, dann der Umzug hierher, dann die Kinder, dann der Kauf und Umbau dieses Hauses und die Rinder...

    Wenn wir dann tatsächlich mal einen Urlaub überlegten kam bei drei Kindern schnell eine Summe zusammen bei der ich dachte...so viel Geld, dafür kaufen wir lieber Xy, da haben wir länger was davon...

    Das musste ich mir erst antrainieren... auch Erholung und neue Eindrücke haben einen Wert.

    Die Woche an der Nordsee fällt für mich raus, das habe ich immer, auch Ruhe und kaum Menschen will ich nicht, habe ich festgestellt. Ich habe gerne Trubel. Bislang haben Gatterich und ich daher Städte besucht, entweder eine Woche lang ( dann einmal im Jahr) oder ein Wochenende, dann zwei oder dreimal im Jahr.
    Er war ohnehin schon fast überall, ich kenne Deutschland nicht mal.

    Irgendwann möchte ich mal weit weg ..Bali oder so...aber was das kostet! Und einen Skiurlaub würde ich gern mal machen. Wegen Bergen und Schnee...
    Aber Gatterich war damals zu Bundeswehrzeiten in Bayern, das muss ihm sowas wie einen Schock verpasst haben, er streikt da.
    Die Jüngste würde mitfahren, die hat ausser dem Harz auch noch keine Berge gesehen, wir planen grob einen Österreich Urlaub Anfang 2019.

    Du siehst also, so unnormal ist das gar nicht.

  8. Avatar von animosa
    Registriert seit
    26.11.2011
    Beiträge
    7.024

    AW: Noch nie in Urlaub gewesen, nicht normal?

    Es gibt auch Leute, die es immer weg zieht in den Urlaub. Und da es davon sehr viele Leute gibt, steckt das auch irgendwie an.

    Ich habe für mich herausgefunden, dass ich das in dem Umfang nicht benötige. Aber meinem Mann geht es da schon etwas anders. Er mag es auch, gerne ins Ausland zu fliegen. Da haben wir beide unterschiedliche Interessen.

    Ich finde es viel schöner, mal ein verlängertes Wochenende zu gestalten. Zum Beispiel wäre ich dieses Wochenende gerne mal zum Skifahren in den Harz gefahren. Ich muss auch keinen Alpinski-Urlaub haben. Das ist mir alles viel zu umständlich und zu teuer.

    Vergangenes Jahr waren wir nur eine Woche im Harz zum Skifahren. Weitere Urlaubsreisen gab es nicht. Und das finde ich richtig gut. Ich finde es sehr schön, dass wir es geschafft haben, nun nicht mehr jedes Jahr unbedingt in den Urlaub fahren zu müssen. Lieber besuche ich mal meine Eltern und kümmere mich um meinen pflegebedürftigen Vater. Das ist es, was mir jetzt Zufriedenheit gibt.

  9. Avatar von Julifrau
    Registriert seit
    21.01.2005
    Beiträge
    24.706

    AW: Noch nie in Urlaub gewesen, nicht normal?

    Zitat Zitat von animosa Beitrag anzeigen
    Das ist es, was mir jetzt Zufriedenheit gibt.
    Genau darum geht es: Zufriedenheit.

    Dazu gehört es für sich zu lernen oder besser noch zu erspüren, wann und womit fühle ich mich zufrieden. Das schließt allerdings nicht aus, auf diesem Weg auch einmal einen Stretch zu wagen, und sei es nur um danach zu wissen, was 'es nicht ist', um nicht irgendwann verpasste Gelegenheiten zu betrauern.
    ************************************************** **
    What if I fall?
    Oh, but my darling, what if you fly?






  10. Registriert seit
    08.11.2015
    Beiträge
    12

    AW: Noch nie in Urlaub gewesen, nicht normal?

    Huch, so viel geschrieben, ich versuche mal alles in kürze zu beantworten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ist vielleicht eher ein Nebenthema, aber warum baut Dein Mann alleine um?
    Ich bin handwerklich nicht begabt, ich helfe nachher, wenn mal nur noch Fließen zu verlegen sind, zumindest hoffe ich, dass ich das hinbekomme.
    Freunde hat er keine mehr oder eben nur auch Informatiker die Handwerklich nicht begabt sind.
    Und machen lassen ist ein bisschen schwierig, da es keine Planung gibt, wir hätten dann schon letztes Jahr fünf Mal den Elektriker kommen lassen müssen, immer nur für Kleinigkeiten.

    Zitat Zitat von Cariad Beitrag anzeigen
    Warum kann dein Mann seinen Urlaub so gar nicht planen? Kann er sich nicht durchsetzen? Kann er selbst nicht gut planen? Ist er im falschen Job - oder fühlt er sich dort unentbehrlich?
    Er leitet ein kleines Softwareentwicklerteam, entwickelt selbst und leitet noch Projekte, es gibt viele rund um die Uhr laufende Systeme. Erst gab es Fluktuation im Team, dann lange Suche und dauernd Bewerbungsgespräche die er führen muss, jetzt muss einer eingelernt werden, die nächsten Bewerbungsgespräche stehen schon an. Im September soll noch ein Azubi anfangen, da muss er noch "aussortieren" und dann wieder Bewerbungsgespräche, zwischendrin Urlaub und voraussichtlich im September dann der Azubi und wieder erstmal keinen Urlaub. Letztes Jahr waren sie quasi nur zu zweit, einen Tag vor seinem Urlaub hat sich der andere krankgemeldet, dann war sein Urlaub abgesagt.
    Er würde auch einzelne Tage bekommen, ihm wurde auch schon vorgeschlagen um den Urlaub abzubauen doch nur 4 Tage die Woche zu arbeiten, er will aber lieber zusammenhängend, weil er sonst von der Arbeit nicht wirklich abschalten kann und hier am Haus größere Dinge machen kann.
    Er hatte dann im Oktober drei Wochen Urlaub und im Dezember zwei, wobei er auch wieder im Urlaub gearbeitet hat. Wenn auch nur ein paar Stunden. Wenn es ausfälle gibt, kostet ihn das variable Gehaltsanteile und ein paar Stunden im Urlaub arbeiten ist weniger tragisch als am Ende vom Jahr 2000-4000 Euro weniger zu bekommen.
    Jobwechsel kommt für ihn nicht in Frage, wir brauchen das Homeoffice und seine flexiblen Arbeitszeiten wegen dem Hund. Näher wird er kaum eine Stelle finden und wenn er 5 Tage die Woche zur Hauptverkehrszeit pendeln muss, wird das viel teurer in Zeit und Geld. So fängt er um 6:30 morgens an fährt zwischen 14 und 16 Uhr nach Hause und arbeitet dann von zu Hause noch ein wenig. Aber die flexiblen Arbeitszeiten bedeuten halt auch, dass er auch flexibel sein muss.
    Ich habe letzte Jahr meinen Job gewechselt, seither habe ich keine Möglichkeit mehr auf Homeoffice und bin viel mehr unterwegs. Wir sind also beide unter der Woche rund 12 Stunden am Tag mit der Arbeit beschäftigt, auch wenn es nur die Fahrt ist.
    Zitat Zitat von Cariad Beitrag anzeigen
    Warum habt ihr euch für dieses Haus entschieden? Hattet ihr nicht genug Informationen, habt ihr euch überschätzt, wie ist diese Entscheidung zustande gekommen?
    Vielleicht noch: Warum dauert der Hausbau so lange? (Wir haben ein baufälliges denkmalgeschütztes Fachwerkhaus saniert, viel schlimmer geht es eigentlich nicht - trotzdem war die Sache nach zwei Jahren weitgehend überstanden).
    Oft liegen die Gründe auch darin, dass man schlecht organisiert oder schlecht informiert ist. Könnte das der Fall sein?
    Das Haus war teilsaniert, aber der Besitzer verstorben, die Lebensgefährtin hatte keine Ahnung davon und die Erben, die Eltern haben das Haus verkauft. Ein Gutachter hat sich das angeschaut und es für gut Empfunden, solide Basis, sauber gearbeitet nur noch ein Aufwand von ca. 70.000Euro.
    Die Lage am Ortsrand ist recht selten und der Preis war recht günstig, zumindest für die Verhältnisse hier (350.000Euro).
    Mein Mann ist technisch nicht unbegabt und wir dachten eben er bekommt das hin, bzw. wir lassen das ein oder andere machen. Aber nachdem wir im März eingezogen sind, haben wir dann im Winter darauf festgestellt, dass die Heizungsanlage nicht ausreicht für Wärme und Warmwasser. Die Fachleute haben sich das komplexe System nur angeschaut und gesagt sie fassen das nicht an. Alles rausreißen und neu machen, ca. 40.000Euro. Mein Mann hat sich dann selbst eingearbeitet, die Programmdateien für die frei programmierbare Heizungsteuerung lagen nicht mehr vor, also musste er erstmal die ganze Heizung Erfassung und die ganze Steuerung für die Wärmepumpe, Solaranlage, Wasserspeicher usw. nochmals neu schreiben.
    Fertig ist die Heizung immer noch nicht und fehlt noch ein Wärmeerzeuger, der Vorbesitzer wollte wohl mit einem Kaminofen im Flur das ganze Haus heizen. Wir wollen aber eine Heizung im Keller und keine wo wir die ganze Zeit Holz nachschütten müssen. Dazu kommt noch, dass an den dafür notwenigen Stellen keinen Schornstein anbringen dürfen. Das Haus selber hat keinen mehr.
    Die Lüftung in dem Haus ist wohl wegen der Dämmung notwendig, kann aber so wie es sich der Vorbesitzer wohl vorgestellt hat, nicht installiert werden.
    Letztes Frühjahr hatten wir plötzlich Wasser im Keller, der Wassertank im Vorgarten mit Regenwasser für Toilette und Waschmaschine ist aus Beton und schon älter, der hat Risse bekommen und die Kellerwand zur Bodenplatte wohl nicht dicht. Machen lassen hätte rund 30.000Euro gekostet. Also hat er den ganzen letzten Sommer die Drainage gemacht.
    Eigentlich hätte im Herbst dann die Installation einer großen Wärmepumpe angestanden, hat dabei aber festgestellt, dass die vorhandene Elektrik nicht ordnungsgemäß ist. Also hat er angefangen die vorhandene Elektrik nochmals neu zu machen. Also viele Wochenenden eingelesen, die Sicherungskästen neu aufgebaut.
    Für diesen Sommer muss ein Zaun neu gemacht werden, das alte Konstrukt ist weggegammelt, also auf 25 Meter muss ein neuer Zaun gebaut werden, viel betonieren. Das Gartenhaus gammelt jetzt gerade weg, da ist aber das Zeug für das Erdwärmegedöns drin.
    Die Garage ist noch original aus den Sechzigern, die benötigt auch noch eine Drainage und das Dach der Garage muss gemacht werden, da undicht.
    Der Balkon ist noch (wieder) komplett Rohbau und muss noch gedämmt werden, bis dahin ist er eine große Kältebrücke.
    Irgendwo ist eine riesen Todoliste mit Arbeiten die noch zu tun sind und welche wovon abhängen und ständig kommt was Neues dazu und er erzählt mir wieder eine Stunde lang, was genau da nicht passt, aber ich habe keine Ahnung. Dann geht hier und da noch was kaputt, Rollladen, Hauswasserwerk, kleine Wärmepumpe und lauter Dinge die ich vergessen habe.
    Das eigentliche weitermachen am Haus kommt kaum voran. Der ganze Flur, Wohn Esszimmer, großes Bad, Gäste WC ist alles noch Rohbau, nackter Stein bzw. noch auf dem alten Stand. Da müssen dann noch die Elektro-, Wasser- und sonst was für Leitungen verlegt werden, natürlich auch der Fußboden, mit Estrich und Fußbodenheizung.
    Im Sommer kommt noch dazu, wir rund 500m² Garten, mit Zaun und Hecke und Obstbäumen usw. das muss alles mehr oder weniger gepflegt werden. Also geht in der Saison jedes 3.-4. Wochenende für die Gartenarbeit drauf, alleine nur für das Rasenmähen, Grasschnitt wegbringen. Inzwischen ist unser Garten voll mit Löwenzahn und Disteln, die Nachbarn haben sich schon beschwert, also müssen auch immer wieder die Disteln rausgerissen werden. Wirklich helfen würde wohl nur die Erde abzutragen.
    Zwischendrin gehen auch immer wieder Autos kaputt, die sind halt auch schon beide mehr als zehn Jahre alt, sowas erhöht immer den Stressfaktor.
    Mit der Zeit haben auch die Phasen in denen er am Haus nichts macht zugenommen, es ist dann einfach alles zu viel. Da ist der Job der vom Kopf her anstrengend ist, dann muss er Lösungen finden um Dinge am Haus zu machen. Und wir müssen den Haushalt am Wochenende auch noch erledigen.
    Er sagt oft, er hätte gerne nur stupide arbeiten, wo er sich einfach hinsetzen kann und machen und nicht groß drüber nachdenken muss.
    Kurzum (ja das war kurz, da fehlt einiges), wir waren doof und haben es unterschätzt. Verkaufen haut nicht hin, machen lassen auch nicht.
    Zitat Zitat von starsandstripes Beitrag anzeigen
    Das mit dem Wellness ist eine super Idee und ich denke, wenn man lernt, sich auch mal was zu gönnen (sei es Urlaub, mal ein schöner Abend mit Essen gehen und Kino, ect), hat man danach auch eine ganz andere Energie, mit der man seine Arbeiten erledigen kann. Kann mir vorstellen, dass man die Zeit auf die Weise sogar fix wieder reinholen kann, weil man dann intensiver arbeitet.
    Das Wellness wäre nur für mich, ich bin aber an der Haussanierung nicht wirklich beteiligt. Ich kann nur Geld geben, das nervt mich auch tierisch, aber ich verstehe es einfach nicht. Ich weiß auch nicht wie mein Mann das alles versteht und es mir ein Rätsel wie er es auch am Wochenende noch schafft sich damit zu beschäftige. Tatsächlich warte ich auch auf die stupide arbeiten die mein Mann auch haben möchte.
    Wir können auch gar nicht zusammen ins Wellness gehen, sonst hätten wir wieder das Problem mit dem Hund.
    Zitat Zitat von Lea1958 Beitrag anzeigen
    Als mein erster Mann und ich unser Haus in Eigenregie und weitestgehend -arbeit (vom Hochmauern über Fassade und Dach bis Innenausbau) gebaut haben, habe ich nach etwa einem Jahr Bauzeit einen hausbaufreien Sonntag durchgesetzt, damit es auch mal Familienzeit gibt. Nach meiner Erfahrung helfen solche Auszeiten um bei Kräften und bei Laune zu bleiben, besonders wenn die Bauzeit absehbar länger dauern wird.
    Das war eine unserer Fehleinschätzungen, dass unter der Woche abends noch so viel gemacht werden kann. Ich komme frühesten um 18 Uhr nach Hause, oft auch später. Mein Mann ist teilweise länger beschäftigt, auch wenn nur von zu Hause aus. Dann noch Essen machen, das Vesper für den nächsten Tag richten. Bei mir gibt es eine Kantine, bei ihm nicht, wenn er überhaupt dazu kommt, isst er mittags Brot und koch sich dann abends noch was Richtiges, ich esse abends noch nur 1-2 Scheiben Brot. Wäsche waschen und ggf. noch was Bügeln. Seine Tage sind häufig sehr stressig und belastend und seit dem Haus ist er da auch weniger belastbar. Worauf ich hinaus will, er kann nur am Wochenende am Haus arbeiten, da sind vorgegebene Baufreie Tage nicht sinnvoll, zumal dann doch nur wieder die ganzen Routineaufgaben erledigt werden würden.

    Und wir wissen schon, dass das Haus unser eigentliches Problem ist, aber das lässt sich leider nicht einfach lösen. In den wenigen freien Momenten hat, in denen ich mal Zeit habe nachzudenken, merke ich eben, dass mir was fehlt. Ich bin mir nicht sicher ob es der Urlaub ist, oder ob der einfach nur ein Fluchtgedanke ist. Ich vermute letzteres.
    Mein Mann sieht das ähnlich, sagt aber auch, dass er seit Jahren keine ruhigen Momente zum Nachdenken hat, da ihm permanent die noch zu lösenden Probleme am Haus im Kopf herumschwirren. Er meint das wäre auch in einem Urlaub nicht anders.

+ Antworten
Seite 3 von 11 ErsteErste 12345 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •