Lappland:
Ich stehe auf einem Schlitten: Vor mir 6 Hunde = 24 fliegende Pfötchen.
Schneeflocken tanzen vor meinem Gesicht.
Ein zugefrorener See. Dahinter Wälder.
Ein Rentier guckt neugierig unter den Bäumen hervor.
Absolute Stille.
Ich werde meine allererste Hundeschlittenfahrt nie vergessen.
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18.06.2014, 10:34
AW: Reiseerlebnisse - Erinnerungen
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01.08.2014, 18:27
AW: Reiseerlebnisse - Erinnerungen
Das passt eher zu Sprachlos, aber hier ist es schoener

Im Flieger zur Entspannungsinsel. Vor mir sitzt eine vielleicht 50 jaehrige Dame mit Mann, am Notausgang. Ich gucke einen Film und habe nicht gesehen wie das ganze anfing, aber auf einmal fing die Dame an die Flugbegleiterin anzumeckern und anzuschreien. Sie meckerte einfach ohne Unterbrechung: das lasse ich mir nicht gefallen! Wenn ich das gewusst haette haette ich niiieee diesen Stuhl genommen. Aber ich will! Nein, ich akzeptiere das nicht! Ich werde nie wieder mit Ihnen fliegen. Ich will jetzt mit Ihrem Chef sprechen! Nein, ich will jetzt eine Loesung fuer das Problem! usw.. rund 30 Minuten spaeter meckerte sie immer noch waehrend ihr Mann das alles ignorierte. Wo ging es um? Sie musste ihr Handgepaeck ins Gepaeckfach legen
Uebrigens, als die Ueberflugbegleiterin ihr nach Ruecksprache mit uns anbot sich neben uns zu setzen (irgendwie ist der Stuhl neben mir immer frei
) oder mit uns zu tauschen wollte sie auch nicht. Naja... ab da war zumindest Ruhe.
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02.12.2014, 16:55
AW: Reiseerlebnisse - Erinnerungen
Damit dieser Strang nicht ganz in Vergessenheit gerät
und in Anbetracht des (bei uns im Osten Dts.) eisigen Windes ist mir ein "Wintererlebnis" wieder in den Sinn gekommen.
Temperatur - eine physikalische Größe ?
Was sind schon Minus 6 °C ? --- N i c h t s Besonderes für einen Mitteleuropäer !
Gerade die richtige Temperatur für Wanderungen in sauberer Luft .
Aber ist Temperatur nur eine physikalische Größe ? ---- Aber alles der Reihe nach .
Wir schreiben das Jahr 1998 - es ist Samstag der 31. Januar.
Wir machen Winterurlaub in Cuxhaven.
Da es am Vortag geregnet hat, freuen wir uns auf strahlenden Sonnenschein, Supersicht und nur Minus 6°C.
Nach einem ausgiebigen Frühstück in der Pension Appelt fahren wir mit dem Auto nach Altenbruch,
um auf dem Elbdeich eine längere Wanderung zu machen. Ein Hochgenuß nach dem Schmuddeltag.
Wir steigen den Deich nach oben, er ist hier mehrere Meter hoch, die Sonne grinst uns an.
Plötzlich schlägt uns eiskalter Wind der Stärke 4 - 5 entgegen. Es ist wie eine " Dauerohrfeige ". Wir kommen gar nicht dazu,
auf die herrlich glitzernde Elbe zu schauen. So versuchen wir unser Gesicht zu schützen und quälen uns vorwärts.
Nach etwa 20 Minuten geben wir entnervt auf, aussehend wie gekochte Krebse. Die läppischen Minus 6°C haben uns in die Knie gezwungen - uns " harte Mitteleuropäer ".
Es war aber auch weit und breit kein Mensch zu sehen. Einheimische wären wahrscheinlich nicht erst auf den Gedanken gekommen, hier und heute zu wandern.
Selbst die " warm angezogenen " Schafe hatten den Deich verlassen und sich im Windschatten versteckt.
Temperatur ist eben nicht nur eine physikalische Größe !
Die gefühlte Temperatur bei Wind war mindestens Minus 20 °C !!!!!!!!!!
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02.12.2014, 23:25
AW: Reiseerlebnisse - Erinnerungen
kein Reiseerlebnis, aber zum Thema "kälter als es scheint":
Es war Schneesturm. Es hatte vierzig Minuten gedauert (statt 10), bis ein Bus kam, und dann noch mal fünfzig (statt 25), bis ich am anderen Ende der Stadt war und der Busfahrer uns mitteilte, das wär's, der Busverkehr sei ab sofort wetterbedingt eingestellt. Ich war eine halbe Stunde zu spät dran und fand das Haus dunkel, die Tür verschlossen, ein handgeschriebenes Schild "Probe fällt aus wegen Schnee" flatterte im Wind.
Also machte ich mich auf den Weg heim. Es sind nur 4 Kilometer über die Wiesen, und es sind ja nur -10 Grad oder so, mit all dem Schnee war es taghell, und ich hatte Thermowäsche an, drei Lagen Wolle übereinander und einen langen Mangel drüber, Schal, Mütze, Handschuhe, schwere Schnürstiefel und zwei Paar Socken: Ich hatte ja damit gerechnet, bei Frost an der Bushaltestelle zu stehen. Und gehen hält warm. Oder?
Nicht genug. Die Augen tränen vom Wind und die Tränen frieren fest. Schnee fängt sich in Haaren und Wimpern und bleibt liegen. Die Finger hätte ich gerne wie Napoleon in der Jacke, aber dann zöge es rein. Es war einer der surrealsten Spaziergänge meines Lebens. Alles hell erleuchtet, glitzernder Schnee in allen Richtungen (oben eingeschlossen), der Wind pfeift in die große Stille dahinter. Kein Auto auf der Straße, kein Fahrrad, kein Mensch. Als ich hinter der Feuerwehr den Pfad am schwarzen, dampfenden Fluß entlanggehe, schallt eine Durchsage durch die helle Nacht, zwei Löschzügre rücken mit Blaulicht aus, auf dem Bahnhof des Nachbarortes brennt eine Lokomotive.
Die Wege sind nicht geräumt. Erst nach einer Stunde, entlang der Bundesstraße, überholt mich mühsam ein einzelner Schneepflug. Nach 75 Minuten bin ich zuhause, und meine Katzen wenden sich entsetzt von dem kalten Ding ab, das so tut, als wär es ihr Mensch.
Zum Glück gibt es Ingwertee. Und Wärmflaschen. Und Weihnachtsgebäck, um die immer noch klappernden Zähne zu beschäftigen....
(Ich hatte schon kälter. Aber da war ich robuster.)** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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03.12.2014, 11:23
AW: Reiseerlebnisse - Erinnerungen
Hei, wildwusel, und ob das ein Reiseerlebnis ist!!!

"Wenn Einer eine Reise tut...." muß das ja nicht unbedingt mit Bus,Bahn oder Auto sein. Immerhin hattest du 4 km ( nach der mißglückten "Anreise)zurück zu "überwinden" und das zu Fuß.
Deine Beschreibung ist dermaßen realistisch, dass ich an meinem Lpt.-Tisch gleich kalte Füsse bekomme.
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03.12.2014, 18:03
AW: Reiseerlebnisse - Erinnerungen
Vor vielen Jahren, wie schon so oft, waren wir über die närrischen Tage in Neuharlingersiel. Wir hatten die kleinen Klappräder dabei und machen uns auf dem geteerten Weg entlang des Strandes auf nach Bensersiel (dieser Weg ist nicht eben, sondern fällt zum Meer hin ab, was ja mit Fahrrad nicht so schlimm ist). Hinwegs kein Problem, wir tranken noch Tee in Bensersiel und machten uns auf den Heimweg. Mittlerweile hatte der Wind gedreht, wir mussten schieben und dann kam ein Schneesturm vom allerfeinsten. Irgendwie haben wir es geschafft und kamen weißgewandet, stocksteif gefroren und total abgekämpft wieder in unserer Unterkunft an.
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04.12.2014, 13:09Inaktiver User
AW: Reiseerlebnisse - Erinnerungen
Sommer '88, ich war zum Sprachurlaub in New Jersey.
Eine Mitschülerin war in der Familie eines der Direktoren des Empire State Buildings untergebracht und er bot uns eine ganz private Führung an.
Der Höhepunkt, im wahrsten Sinne des Wortes: Wir durften auf die Technikerplattform, die "Normalsterblichen" nicht zugänglich und geschätzt sicherlich nochmal 20 m über der 102. Etage ist.
Wunderbar, eine einmalige Gelegenheit.
Nur: Meine Wenigkeit ist nicht schwindelfrei, ganz und gar und überhaupt nicht schwindelfrei....
Schon die normalen Hochgeschwindigkeitsaufzüge brachten meine Magennerven hart an ihre Grenzen und runtergucken ging bereits auf der Außenterrasse nimmer wirklich ohne Übelkeit.
War ja alles toll und beeindruckend - aber , sorry, fester Erdboden unter den Füßen ist mir doch lieber.
Aber dann kam eben das Angebot: Wie ist's, wollt Ihr mal ganz nach oben ????
Da, wo sonst nur die Techniker des Sendenmastes hindürfen ?
Ich wußte genau, daß das eine einmalige Chance ist, daß ich, wenn ich jetzt nein sag, niemals wieder diese Möglichkeit bekommen würde.
Also habe ich mich drauf eingelassen - und Minuten später schon Rotz und Wasser geheult vor Angst.
Irgendwann - ich weiß nicht mehr, ob es dann schon im 102. Stock war, vermutlich schon oder noch irgendwie weiter oben - gab es keine Aufzüge oder normale Treppen mehr, sondern nur noch so "Hühnerleitern", die aus der Decke gelassen wurden.
Mir drehte sich wirklich jede Magenwindung einzeln um, ich hab vor lauter Tränen kaum die seitlichen Stangen zum festhalten gefunden und gefühlt hat es Stuuuuuuuunden gedauert, bis wir endlich oben waren.
Und da stand ich dann.
Hoch über New York - allein die Menschen auf den Besucherterrassen sahen schon wie Spielzeug aus - , ganz ohne Gitter oder Sonstiges vor der Nase ..... nur der blaue Himmel über New York und ich.....
In diesem Augenblick habe ich mich vollkommen hemmungslos in diese wundervolle, einzigartige Stadt verliebt.
Eigentlich bin ich das totale Landei, hasse geteerte Wege und Menschenmengen, aber New York ..... *schmacht*
Wir hatten Glück, es war ein schöner Tag und der sehr starke Wind dort oben war eindeutig unter "sehr angenehm" zu verbuchen und ich bin dann gaaaanz langsam und mit dem Rücken an die Wand gepresst einmal rund um den Masten gegangen, zwischen mir und dem Abgrund nur ein schmales, etwa kniehohes Mäuerchen.
Nichtmal mehr Angst hatte ich in diesem Moment, der Anblick war einfach zu überwältigend.
Das werde ich in meinem ganzen Leben nicht vergessen.
Wir waren eine Gruppe von etw 5 -6 Jugendlichen und ALLE sind mit Tränen in den Augen wieder vom Mast geklettert (obwohl heulen bei Teenagern gar nicht "in" war/ist").
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29.03.2016, 16:28
AW: Reiseerlebnisse - Erinnerungen
Es ist schon seeeeeeeeeeeehr laaaaaange her, dass hier etwas gepostet wurde - also Thread hervorgeholt!!!!!!!

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Ich war auf einer schönen Reise während der Osterfeiertage in Dresden, habe die Semperoper besichtigt und durfte im Zwinger/ Marmorsaal, ein wunderbares Violinkonzert, Vivaldis "Die vier Jahreszeiten", erleben.
Meine Erlebnisse und Eindrücke dieser kleinen Reise habe ich zum Anlass genommen, dieses in Reimform auszudrücken, vielleicht gefällt es ja oder ist eine Anregung für einen Dresden-Besuch.
Meine Hommage an Dresden:
Der Tag beginnt mit herrlichem Sonnenschein,
es ist schön, mal wieder in Dresden zu sein,
sich umzusehen in dieser großen Stadt,
was sie wieder, alt oder neu, zu bieten hat!
Es laufen viele Menschen, mal hin und mal her,
dann wieder geradeaus oder auch mal quer,
von der Frauenkirche bis n`unter zur Elbe,
der Rückweg durch die Münzgasse wieder derselbe,
manche fahren mit Kutschen durch die Straßen,
andere wieder, mit der Rikscha durch enge Gassen,
schaut sich Bauwerke an, von außen und innen,
war bestimmt schon mal in der Semperoper drinnen,
bewundert, was Baumeister schufen, mit viel Geschick
und hat gleich daneben den herrlichen Zwinger im Blick,
dann vorbei, am wieder erstandenen, alten Schloss,
in dem man das Grüne Gewölbe begeistert genoss,
alles und mehr, ist Dresdens Geschichte pur,
hier macht man die schönste Sightseeing - Tour.
So geht es tagein und tagaus hier in Dresden
und wer bisher noch nicht dort gewesen,
der sollte sich schnell auf den Weg dahin machen
und erleben, die schönsten und tollsten Sachen,
es ist auch nicht nur das Zentrum bekannt,
Interessantes zu sehen, gibts auch am Rand
und mal mit dem Raddampfer oder Bus und Bahn,
kommt man in Pillnitz oder einem Weinberg an.
Drum sag ich zum Abschluß ganz unbeschwert:
"Dresden ist immer eine Reise wert!!!"
Es gibt keine Leute,die nichts erleben.
Es gibt nur Leute,die nichts davon merken.
(Curt Goetz)
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04.04.2016, 18:08Inaktiver User
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08.04.2016, 14:28
AW: Reiseerlebnisse - Erinnerungen
dazu fällt mir auch was ein...
in den Achtziger Jahren, meine erste Indien-Reise. Mit einer Freundin und Rucksack ging es durch das Land. Nach ca. zwei Wochen waren wir wieder einmal in einer wunderschönen, wuseligen Stadt und wollten am Abend in der Innenstadt was essen und flanieren. Aber wie das in Indien so ist, alles ist auf der einzigen (nicht) geteerten Straße unterwegs und man muss höllisch aufpassen, nicht von eiligen Mopeds, Eselkarren, unzähligen Fahrrädern, LKW's und Autos überfahren werden. Wir wollten ganz schlau sein und haben uns angewöhnt nicht die Straße zu nehmen, sondern am Bahndamm zu laufen, dort kam nur ab und zu ein Zug den wir schon von weitem hören konnten.
vorab muss ich noch erwähnen, dass ich eine ausgeprägte Angst von Schlangen habe und das Land in dieser Beziehung eine echte Herausforderung für mich war....
Ja, und am Abend in der Kneipe erzählten wir voller Stolz, dass wir nie die Straße benutzen, sondern immer den Weg am Bahndamm bevorzugen. Darauf der Kommentar eines anderen Rucksack-Turi: Ihr seid ja ganz schön mutig, am Bahndamm liegen nachts immer viele Schlangen und wärmen sich an den tagsüber aufgeheizten Steinen......Mein Gesicht dazu könnt ihr euch sicher vorstellen...
Anderes Szenario:
Südtirol vor ein paar Jahren, wir kommen mit den Fahrrädern von Seis am Schlern und wollen auf die Seiser Alm und von dort auf die Tierser Alpe. Leider war das Wetter nicht gut und dann wurde es auch noch neblig und auch unser Orientierungssinn vernebelte.... keine Sicht auf evtl. Berge an denen wir uns orientieren konnten! Nach einer Stunden endlich ein Weg!! Nein ein Pfad!! Nix mit radeln, wir mussten das Bike schultern und schlitterten ewig rauf und runter, eine Tourtour. Ich war hungrig, fertig und wäre am liebsten ins Gras gesunken und gestorben. Eine kurze Rast aber war drin... und wie ich so liege und ein wenig selbstmitleidig vor mich hin heule, sehe ich schemenhaft eine große Gestalt neben meinem Fahrrad. Entsetzt springe ich auf und will es retten.....da erkenne ich: es sind Haflinger, eine ganze Herde! Ein neugieriger Hengst hat mein Fahrrad entdeckt und hingebungsvoll meinen salzigen Sattel abgeleckt....noch nie habe ich mich so gefreut über ein Pferd!! Und am Ende der Herde gab es auch noch einen Bauern, der seiner Herde grad einen Salz-Leck-Stein brachte und uns anschließend wieder auf den rechten Weg. Seitdem liebe ich Haflinger!
Aber ein absolut unvergessliches Erlebnis hatte ich auf einer heimischen Nacht-Skitour. Aufgebrochen bei nicht sehr gutem Wetter wollten wir ca. 1 1/2 Stunden bis zur bewirtschafteten Hütte aufsteigen und uns als Belohnung den besten Kaiserschmarrn der Region gönnen. Leider hatten außer uns noch gefühlte Hundert Tourengeher die gleiche Idee und so war bei unserer Ankunft die Hütte bereits wegen totaler Überfüllung dicht. Was machen? Das Küchenpersonal war gnädig und packte uns zwei schöne Kuchenstücke ein und damit gings nochmal ca. 10 Minuten auf den Gipfel. Und genau als wir oben waren kam der Mond hinter den Wolken hervor, es war absolute Stille und trotz der Kälte waren wir fasziniert. Der absolute Sternenhimmel....und als Draufgabe dann auch noch Polarlichter.... wir haben nichts mehr gemerkt von der Kälte und nur noch geheult!! *Seufz*


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