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  1. Inaktiver User

    AW: Fernweh - wem geht es auch so?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hallo Ihr Fernwehler,

    ich reihe mich bei Euch ein. Der Anblick eines jeden ICEs oder Flugzeugs kann bei mir einen Anfall auslösen. Allerdings bin ich keine Langzeitplanerin, sondern arbeite höchsten mit einem Horizont von einem Jahr.
    Ich fahre jeden Tag mit dem ICE zur Arbeit, von daher löst der Anblick bei mir ganz andere Assoziationen aus.

  2. Inaktiver User

    AW: Fernweh - wem geht es auch so?

    Zitat Zitat von cocohasi Beitrag anzeigen

    Natürlich ist es Konsum. Aber auch ein wenig Bildung...
    So wie du es beschreibst sicher.

    Ich kenn vielleicht auch zu viel Negativbeispiele... aber ich erlebe oft, dass Leute im Ausland noch den letzten Steinhaufen andächtig bestaunen - sich aber hier für nix interessieren, selbst wenn es vor ihrer Haustüre stattfindet.

    Da fährt man also nach Nepal - hat aber keine Vorstellung von der Schwäbischen Alb. Oder findet es total hip mit einem vietnamesischen Reisbauern geplaudert zu haben, würde aber nie auf die Idee kommen mit einer 85jährigen Nachbarin zu reden, die vielleicht auch was Interessantes zu sagen hätte.

  3. Inaktiver User

    AW: Fernweh - wem geht es auch so?

    Habe teilweise auch im Ausland gearbeitet - und studiert.

    Da relativiert sich einerseits vieles, andererseits habe ich noch nie bereut, weg gewesen zu sein.

    Als Kind war ich übrigens lieber zu Hause - bin aber wie Carolly auf dem Dorf aufgewachsen.

    Als Teenie hat sich das dann sehr verändert - ich habe Sprachen gelernt und wollte diese unbedingt anwenden.

    Mit was man mich JAGEN könnte -
    - Urlaub in der Reisegruppe,
    - Zelten (mal gucken, wenn ich eine Superluxuswohnmobil hätte),
    - Billigst-Urlaub im Hotel mit Buffet und Abendunterhaltung.
    - Und neuerdings Kreuzschifffahrten.

    Und neverever würde ich mit meinen Schwiegis in den Urlaub fahren. Auch mit Bekannten nicht notwendigerweise - ich weiß nicht, hat sowas von "Zweckgemeinschaft", und auf allen Urlauben sind sich alle spätestens nach 3 Tagen auf die Nerven gegangen.

  4. User Info Menu

    AW: Fernweh - wem geht es auch so?

    Hallo zusammen,

    ich bin da so ein Mittelding. Ich reise gerne, aber ich bin auch gerne zu Hause. Ich brauche Zeit, um mich gedanklich auf eine Reise vorzubereiten und genieße auch die Vorfreude. Und ich brauche danach Zeit, um die Eindrück zu verarbeiten und nachklingen zu lassen. Ständig unterwegs zu immer neuen Zielen wäre definitiv nicht meins.

    Die letzten beiden Jahre war ich, weil das Geld wegen Wohnungskauf knapp war nur jeweils eine Woche im Kloster und eine Woche bei meiner besten Freundin. Beides hat mir in mancher Hinsicht mehr gegeben als die schönste Fernreise. In diesem Jahr werde ich drei Wochen in ein österreichisches Dorf fahren, das ich schon seit vierzig Jahren kenne, um mich dort von einer schweren Krankheit zu erholen. Und ich freue mich total darauf. Vielleicht mag ich im nächsten Jahr wieder was ganz Neues sehen (wenn es gesundheitlich geht).

    Ich stelle eigentlich in allen Lebensbereichen fest, dass ich, sobald ich merke, dass mir etwas zu viel in Richtung Konsum geht, die Bremse ziehe und wieder nach mehr Tiefe spüre. Und das kann dann auch Reduktion bedeuten. Ich mag nicht gierig nach immer mehr sein, sondern lieber ganz bewusst genießen.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  5. User Info Menu

    AW: Fernweh - wem geht es auch so?

    Reisen ist für mich ein Teilausdruck der Tatsache, dass es mich glücklich macht, Neues zu erforschen. Ob geistig oder persönlich, ist dabei gleichwertig. Deswegen bin ich immer gern gereist und bin froh, eine Freundin und einen Partner zu haben, mit denen ich dies teilen kann - das Gespräch und der Austausch über Eindrücke ist mir wichtig beim Reisen.

    Gerade bei Reisen in Länder mit deutlich anderen kulturellen Hintergründen habe ich jedoch ganz klar den Eindruck, dass ein "Kennen lernen" der Kultur in zwei oder drei Wochen überhaupt nicht möglich ist. Man sieht bestimmte Dinge, kommt kurz in Kontakt mit Einheimischen - das war es aber auch schon. Innerhalb der normalen Urlaubszeiten geht einfach nicht mehr. Selbst ein Einlesen in entsprechende Literatur erweitert dies nur begrenzt. Von daher hat sich Reisen im Laufe der Zeit in seiner Bedeutung auch relativiert.

    Mein Mann und ich fahren in wenigen Wochen zum wiederholten Mal in die Toskana. Ich freue mich wie Bolle darauf, auf die schöne Ferienwohnung, die kulturellen Eindrücke, die exzessiven Lese-Sessions, das gute Essen, die Sonne und die Wärme. All das kann ich sehr genießen. Aber es ist eben auch klar, dass wir als Touristen ein "Sonderleben auf Zeit" dort verbringen, denn dass die Italiener alles andere als "Dolce Vita" haben, ist ja nicht unbekannt. Das, was ich an Eindrücken mitnehme, ist ein winziger Bruchteil dessen, was ein Land und eine Kultur ausmacht und ist kein Maßstab dafür, selbige gut zu kennen.

    Damit kann ich aber gut leben. Reisen ist ein schöner Gegenpol zum Alltag. Dieser Gegenpol relativiert manchmal auch den Alltag, in dem ich sonst gerne mal allzu sehr gefangen bin.
    Mache das sichtbar, was ohne dich vielleicht nie gesehen werden würde.

    - Robert Bresson -

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