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    Wanderausrüstung - was braucht man, was nicht?

    Gemeinsam mit einer Freundin plane ich einen ersten Wanderurlaub im April. Wir wollen einen Pilgerweg in Deutschland gehen, von Herberge zu Herberge sozusagen, immer mit dem ganzen Gepäck auf dem Rücken. Wer von euch hat Erfahrung und weiß, was man unbedingt braucht und was nicht ... ich bin auch interessiert an Informationen über die Wanderausrüstung - Schuhe, Wäsche, Regensachen etc., mit welchen Produkten habt Ihr gute Erfahrungen gemacht?

    Bin gespannt auf eure Antworten + grüße herzlich
    mimamo

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    AW: Wanderausrüstung - was braucht man, was nicht?

    Mir fällt zunächst ein: gute - eingelaufene - Wanderschuhe. Einen ergonomisch passenden Rucksack. Regenschutz mit gut sitzender verstellbarer Kapuze. Starke Taschenlampe, falls der Zeitplan doch mal nicht aufgeht. 2-3 Shirts, die gut auswaschbar und aus schnell trockenden Materialien sind, je nach Unterkunftsart ggf. ein ebensolches Reisehandtuch.

    NB: Schöner Film zur Einstimmung: Le chemin de St. Jacques...

    lg lenita

  3. Inaktiver User

    AW: Wanderausrüstung - was braucht man, was nicht?

    - Gut eingelaufene Trekkingschuhe
    - Socken und Wechselsocken und ev. Protectoren (sind ganz dünne Söckchen, die unter den eigentlichen Socken getragen werden und vor Blasen schützen
    - Lange Trekkinghose aus schnell trocknendem Material (Shorts brauchst du um diese Jahreszeit nicht, sind unnötiges Gewicht)
    - Je 2 Langarm- und Kurzarm-Shirts aus rasch trocknendem Funktionsstoff. Ev. auch Bluse.
    - ev. 1-2 Merinowoll-Shirts
    - Handschuhe aus Funktionsstoff (im April kann es feuchtkalt sein)
    - Mütze
    - Sonnenmütze
    - Softshell-Jacke (wenn du hast, sonst eine andere, nicht zu dicke, wenn möglich windabhaltende Jacke)
    - 1 nicht zu dicker Pulli aus Funktionsstoff (nicht Wolle)
    - Gore-Tex-Jacke mit Kapuze, ev. Gore-Tex-Hose (je nach Wetterprognose beim Loslaufen)
    - bei ganz schlechten Wetteraussichten: kleiner Schirm und Gore-Tex-Hülle für den Rucksack
    - Sonnencreme
    - Sonnenbrille
    - Taschenmesser
    - Stirnlampe (besser als normale Taschenlampe), Ersatzbatterien)
    - Thermosflasche, Petflasche
    - Beutel für Tagesproviant
    - Wäsche zum Schlafen: TShirt, Jogginghose, Socken, Unterwäsche
    - ev., wenn noch Platz ist: Trekkingsandalen
    - gut sitzender Rucksack mit Hüftgurt
    - Hygieneartikel: Seife, Zahnbürste, Feuchttücher, Nagelschere, Shampoo, Ohropax (wichtig!)
    - ev. ein kleines Handtuch aus Mikrofaser (falls ihr aber in Hotels nächtigt, brauchst du das nicht)
    - Minimalapotheke: Pflaster, Blasenpflaster, Desinfektionsmittel, Schmerztabletten, Tape
    - Wanderstöcke: je nach persönlichem Bedarf. Ich halte diese Dinger für die Strecke, die ihr geht, für überflüssig.

    Beim Packen alles, was in den Rucksack kommt, in Plastikbeutel packen. Wenn der Rucksack mal nass wird, ist das egal - wichtig ist, dass der Inhalt trocken bleibt.

    Wie viel und welche Klamotten du wirklich brauchst, hängt erstens von der Dauer der Wanderung ab, zweitens von den Wetteraussichten beim Loslaufen (da kann man abschätzen, ob es eher schneeregnen wird oder ob die Sonne brennt - im April ist beides möglich), drittens von der Länge und Schwierigkeit der einzelnen Etappen und viertens von den Unterkunftsmöglichkeiten (gibts Duschen? Besteht die Möglichkeit, Shirts zu waschen?). Aber denk daran: man tendiert beim Packen für eine mehrtägige Wanderung IMMER dazu, zu viel mitzunehmen. Immer. In Wirklichkeit kommt man mit weniger aus, als man beim Packen glaubt.

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    AW: Wanderausrüstung - was braucht man, was nicht?

    Tourenprofi Horus hat dir nun schon die super Liste zusammengestellt, mein Gepäck sieht auf längeren Wandertouren ganz ähnlich aus:

    Statt einem dünnen Pullover habe ich immer meine recht dünne Fleecejacke dabei. Ich finde Jacke praktischer als Pullover, weil ich diese variabel bis zum Hals hoch zuziehen kann oder eben auch offen lassen könnte, wenn es mir warm wird.

    Seit meine Ausrüstung umfangreicher geworden ist, merke ich, dass ich zum Wandern lieber die Softshelljacke anziehe: sie hält das meiste vom Wind ab, mit ihren langen Reißverschlüssen unter den Armen kann ich gut lüften und ich fühle mich bewegungsfreier als der schwereren Goretexjacke. Leichten Nieselregen hält sie auch ab. Wenn es mal richtig schüttet, habe ich dann meine leichte Überziehgoretexjacke vom Radfahren im Rucksack.

    Ein anderes Paar Schuhe - z.B. Trekkingsandalen, Hüttenschuhe oder diese Crogs machen wirklich Sinn, weil man dann nach langem Wandertag die Füße entspannt in andere Schuhe stecken kann.

    Ich habe auch immer ein oder 2 Buff dabei, weil ich ein ziemlicher Jammerlappen sein kann, wenn ich kalte Ohren oder einen kalten Hals bekomme.

    außerdem noch ins Gepäck gehören bei mir immer:
    Camera und ein kleines Reisetagebuch samt Stift, Handy und eine Wanderkarte der Region

    Verrätst du uns, wo genau ihr lang marschieren wollt?
    LG WhiteTara

  5. Moderation

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    AW: Wanderausrüstung - was braucht man, was nicht?

    Muß:
    - gute und dem Gelände angepaßte Wanderschuhe. Sollte man vorher einlaufen. Unterschiedliche Marken verwenden unterschiedliche Leisten -- was dem einen paßt, ist dem anderen untragbar. Gute Fachgeschäfte können einen zu Paßform und Einsatzbereich beraten.
    - Rucksack, nicht zu groß. Bei Touren mit Übernachtungen in JuHes, B&Bs oder ähnlichem sollte ein 25 bis 30 Liter Rucksack reichen. Auf Rückenlänge achten. Hüftgurt muß sein!
    - Regenschutz. Je nachdem, mit wieviel Regen oder Wind du rechnest und wie anspruchsvoll die Strecke ist, kann das ein Wanderponcho sein, der den Rucksack mit abdeckt, oder eine gut sitzende Regenjacke. Nicht zu kurz (sollte unbedingt über den Hintern gehen), nicht zu eng (du trägst vielleicht zwei Pullover drunter), nicht zu schwer. Die Kapuze darf die Sicht nicht wesentlich behindern. Für Lüftung sollte gesorgt sein.

    Sollte:
    - Wandersocken
    - Blasenpflaster
    - Unterwäsche/T-Shirts aus sehr leichter Baumwolle oder Microfaser, die per Hand gewaschen werden kann und über Nacht auf der Heizung trocknet. (Das sollte auch für die Socken gelten.) (Nach dem Waschen auf ein Handtuch legen, aufrollen, barfuß auf der Rolle herumtrampeln, dann zum Trocknen aufhängen.)
    - Handwaschmittel
    - Zwei Woll- oder Fleecepullies, die sich übereinander tragen lassen
    - Hausklamotten, -schuhe und -socken
    - im April würde ich auch Schal, Mütze, Handschuhe und Thermohemd einpacken
    - Sonnenhut
    - Wasserflasche. Das beste Verhältnis von Gewicht und Stablilität bieten m.E. leere Plastikpfandflaschen.

    Kann:
    - Wanderstock/stöcke. Helfen, die Tiefe von Sumpflöchern auszuloten, bieten Halt auf rutschigem Grund (Lehm, Kuhwiesen...), vereinfachen das Überqueren von Wasserläufen, sparen (vor allem, wenn man nicht optimal im Training oder schon etwas erledigt ist) Kraft beim Bergaufgehen und helfen Knien und Balance beim Bergabgehen. Sollten sich unbedingt am Rucksack verstauen lassen, damit man zur Not die Hände freihat. Radlerhandschuhe verhindern Wanderstockschwielen *grins*
    - Outdoorjacke. Hat fast jeder, ich finde sie teuer, sperrig und überflüssig und bevorzuge Lagenlook und leichte, ungefütterte Regenjacke.

    Ich laufe meist in Baumwoll-Cargohosen mit Beintaschen, die groß genug für Geldbeutel und Landkarte sind. Da es die nur in Männergrößen gibt, brauche ich einen Gürtel, um das Geschehen oben zu halten. Als Sonnenschutz verwende ich eine Baseballmütze, an der ein Band ist, um sie bei Wind auf dem Kopf zu halten. Sieht strunzdumm aus, ist aber funktional nicht zu überbieten m.E.. Mein Waschzeug ist in Mini-Packungen und kommt in eine Brotdose. Leichtgewicht hin oder her, als Nachthemd muß bei mir ein Baumwoll-T-Shirt mit, sonst geht's mir nicht gut. Ein Wanderstock reicht mir.

    Ich wiege jedes Objekt, daß ich mitnehme und sehe zu, mir selbst für einen dreiwöchigen Urlaub nicht mehr als sieben Kilo (mit Rucksack, ohne am Körper getragene Klamotten und Schuhe) aufzupacken. Wenn dann noch Broschüren, Andenken, Wasserflasche und Freßpaket mitkommen, geht das schnell in Richtung zehn Kilo, und das ist mein absolutes Limit. Wenn du einen schweren Papierstapel hast, überlege, ob sich davon etwas rauskopieren oder abscannen und aufs Handy laden läßt. Alles Waschzeug in Mini-Packungen. Ich befülle damit normalerweise eine Brotdose.

    Wenn du ein Handy mitnimmst, vergiß das Ladekabel nicht. Ohropax hilft der Nachtruhe. Ein Löffel und eine Plastikschale in Form einer Milchkaffeeschale (geht zum Trinken und zum Essen) kann man immer brauchen. Ebenso ein (kleines!) schweizer Taschenmesser (mein treuer Begleiter wiegt 34 Gramm). Wenn du Gelenkprobleme hast, nimm eine Bandage mit. Ein gepolsterter Briefumschlag, an einen selber addressiert, läßt einen die ganzen Postkarten, Broschüren und so weiter, die sich unterwegs angesammelt haben, nach Hause schicken, ohne daß man ein Zehnerpack Umschläge für teuer Geld kaufen muß.

    Es wird Wasser in den Rucksack kommen. Und in deine Taschen. Verpacke alles im Rucksack nochmal in Tüten. Ziplock-Beutel sind praktisch für's Handy.

    Ein Reisetagebuch ist eine nette Sache, wenn man allerdings keine Romane zu schreiben vorhat, reicht ein A6-Heftchen mit 64 Seiten dicke.
    Geändert von wildwusel (07.01.2012 um 17:50 Uhr)

  6. User Info Menu

    AW: Wanderausrüstung - was braucht man, was nicht?

    Wow, das sind ja wirklich ausführliche und brauchbare Infos - ich merke schon, Ihr wart schon öfters wandernd unterwegs ..Ich checke mal eure Antworten auf unsere Reise hin und stelle mir dann die ultimative Ausrüstung zusammen. 1000 DANK!!!

    Wohin es geht? Wir wollen den Ökumenischen Pilgerweg erwandern, der in Görlitz beginnt und gehen, so weit wir in 14 Tagen kommen. Ich bin sehr gespannt!! Ist von euch dort schon unterwegs gewesen?

    Sonntägliche Grüße,
    mimamo

  7. Moderation

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    AW: Wanderausrüstung - was braucht man, was nicht?

    Ich denk gerade, als Teenie bin ich in Halbschuhen bzw. Turnschuhen, Jeans, Anorak und mit einem alten Schulranzen und ein oder zwei topographischen Karten 1:50.000 in der norddeutschen Tiefebene gelaufen. Solange die Schuhe gut sitzen und der Rücken kräftig genug für's Gepäck ist, geht alles. Wasserdichte Schuhe, Rucksäcke mit Hüftgurt, schnell durchwaschbare Unterwäsche, Regenjacke und Wanderkarten machen das Leben schon deutlich angenehmer (), aber jenseits davon läßt der Nutzen pro investiertem Euro ganz schnell nach. Also nicht nach *der* ultimativen Ausrüstung suchen. Gute Schuhe, leicht packen, locker angehen, und viel Spaß!

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