Hallo Ihr Lieben,
ich bin auf der Suche nach einem Schlafsack und hoffe ihr könnt mir weiterhelfen. Er muss folgende Punkte erfüllen:
- relativ leicht und handlich sein
- sollte für Übernachtungen im Zimmer genauso brauchbar sein wie für Übernachtungen draussen (evtl. in Hütte oder auch ganz draussen, dann eher aber in einer milderen Frühlings-/Sommernacht)
- sollte im Anschaffungspreis nicht übertrieben sein
Zudem würden mich die evtl. Nachteile eines sog. Deckenschlafsackes interessieren, ich halte diesen nämlich fuer recht praktisch, gerade im Bezug auf Übernachtungen drinnen, diesen dann zu einer Decke aubreiten zu können, oder somit zur Not auch mal zu zweit darunter zu nächtigen![]()
Bei Übernachtungen unter freiem Himmel fehlt einem aber doch das Kopfteil oder?
Hoffe auf Eure Tips / Erfahrungsberichte
LG
July
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Thema: Schlafsack
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16.01.2011, 22:24Inaktiver User
Schlafsack
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16.01.2011, 23:44
AW: Schlafsack
Deckenschlafsäcke sind schwer, sperrig, und nicht sehr warm. Um die Füße rum ist zu viel Luft, um sie warmzukriegen, und um die Schultern kriegst du ihn nicht dicht. Wirklich eine Notlösung. Für zu zweit sind koppelbare Schlafsäcke besser, das ist heute fast Standard. (Auf Links und Rechts achten beim Paarkauf!) Oder gleich eine Decke mitnehmen.
Es gibt sonst Mumienformen und Ei-Formen. Mumienformen sind am wärmsten im Verhältnis zu ihrem Packmaß, *wenn* man keine breiten Hüften hat, und wenn man der Länge nach ausgestreckt (also normalerweise auf dem Bauch oder auf dem Rücken) schläft. Wenn es nicht aufs Gramm ankommt und man (oder eher frau) kein Hungerhaken ist, sind Ei-Formen oft bequemer.
Frauen-Schlafsäcke sind breiter in den Hüften und wärmer an den Füßen, dafür aber entsprechend etwas schwerer. Vielleicht ein Kompromiß zwischen Mumie und Ei.
Füllmaterialien sind Daune oder Kunstfaser. Daune ist teurer, super-bequem, warm und knuffig, extra-leicht, aber mag kein Wasser. Nicht optimal geeignet für eine längere Zelttour in feuchten Gegenden, oder für schwül-warmes Wetter. Beim draußen-übernachten (ohne Zelt) ist Tau ein Problem. Vor dem Einpacken trocknen lassen! Daunenschlafsäcke wollen sich zu Hause entspannen und können nicht auf Dauer im Packbeutel aufbewahrt werden.
Schlafsäcke kommen in verschiedenen Längen, fallen aber oft kürzer aus als angegeben. Wenn du 1,72 bist, fährst du mit einem "bis 1,85 Schlafsack oft besser als mit einem "bis 1,75". Zu lang ist auch schlecht -- du hast mehr Gewicht, und kältere Füße. Liege Schlafsäcke auf jeden Fall Probe: Paßt er, fühlt er sich gut an, kannst du deine normalen Schlafhaltungen einnehmen?
Bei Schlafsäcken sind verschiedene Temperaturbereiche angegeben. Für dein Profil würde ich einen drei-Jahreszeiten-Schlafsack mit einem Komfortbereich bis 0 Grad (oder etwas drunter) nehmen, es sei denn, du hast einen Super-Metabolismus und frierst fast nie. Wenn es zu kalt wird, kannst du ein Inlet (Baumwolle, Seide oder Mikrofaser) verwenden (generell eine gute Idee wenn du auf langen Camptouren öfter mal dreckig in den Schlafsack kriechst), bei zu warm kannst du immer den Reißverschluß etwas auflassen. Eine Kapuze macht's deutlich wärmer, wenn du nur ein Kopfteil am Schlafsack hast, tut's auch eine Nachtmütze.
Du wirst dich (hoffentlich) mit einem Schlafsack nie direkt auf den Erdboden (oder eine Zeltbahn/einen Regenponcho) packen, sondern immer eine Isomatte oder so dabeihaben. Erde zieht Wärme, da hilft der beste Schlafsack nichts. Zum unter-den-Kopf-legen findet sich eigentlich immer was.
Für hundert Euro kannst du einen drei-Jahreszeiten-Kunstfaserschlafsack kriegen, der weniger als 2 kg wiegt.
Auf den Websiten von Outdoorläden gibt es für gewöhnlich Info über verschiedene Schlafsacktypen und ihre Einsatzbereiche.Geändert von wildwusel (16.01.2011 um 23:48 Uhr) Grund: ein satz mehr.
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17.01.2011, 00:10
AW: Schlafsack
Es gibt doch für "Draußenübernachtungen" so wasserabweisende Hüllen, Art Biwakhülle.
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17.01.2011, 06:30
AW: Schlafsack
Mein Deckenschlafsack, Daune, wiegt 1,6 kg.
Er ist für meinen gewünschten Einsatzzweck (drinnen, draußen nur im Frühjahr/Sommer) absolut warm genug, für drinnen im Sommer fast zu warm, da lasse ich den RV immer offen.
Das Kopfteil ist abnehmbar (Deckennutzung).
Ich finde ihn x-mal komfortabler als meinen Mumienschlafsack (Daune, wiegt ca. 1 kg).
Wenn es nicht gerade auf das letzte Gramm oder den letzten cbcm Packmaß ankommt, nehme ich immer den Deckenschlafsack.
In Hütten habe ich bislang immer erlebt, dass nur Hüttenschlafsäcke verwendet werden durften.
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17.01.2011, 11:47
AW: Schlafsack
Ich habe einen Deckenschlafsack und hatte damit noch keine Probleme. Was meinst du mit "fehlt das Kopfteil?" Meiner hat oben eine ganz normale Kapuze. Für Trekkingtouren ist mir der Deckenschlafsack allerdings zu schwer. Dafür habe ich einen leichteren, den ich aber lange nicht so kuschelig finde ...
Ich würde mir zuerst überlegen, ob Du den Schlafsack primär im Rucksack trägst oder ihn spazierenfährst...
Hütten kenne ich auch nur mit Hüttenschlafsack-Vorschrift....
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17.01.2011, 13:18
AW: Schlafsack
Ich habe mir in Irland im August in einem 1kg (plus Hülle) damals State-of-the-Art Kuntfaserschlafsack jede Nacht im Zelt den A*** abgefroren. Davor hatte ich ein 3 kg-Monstrum das alleine einen Tagesrucksack füllte, aber das war warm! Damit plus wasserdichter Überzug konnte ich von April bis Oktober unter freiem Himmel schlafen. Jetzt habe ich einen eiförmigen Daunenschlafsack, da ich keine längeren Zelttouren mehr mache. Hängt eben alles stark vom individuellen Wärmeempfinden ab und was man damit so vor hat.
In Schweden und Norwegen hatten wir immer unsere normalen Schlafsäcke -- das wäre mit Hüttenschlafsäcken auch gar nicht auszuhalten gewesen. (Jedenfalls nicht für jemand, die schon in Irland friert!)
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17.01.2011, 18:49
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17.01.2011, 21:24Inaktiver User
AW: Schlafsack
Mal ne ganz doofe Frage (bitte nicht den Kopf abreissen):
Was genau ist ein Hüttenschlafsack und warum ist nur solch einer in Hütten zugelassen? Ist doch mein Problem was ich für nen Schlafsack habe oder nicht?
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18.01.2011, 11:03
AW: Schlafsack
Ist doch kein Problem!
Ein Hüttenschlafsack ist ein ganz dünner Baumwoll- oder Seiden-Schlafsack, der an das Innenfutter eines "normalen" Schlafsacks erinnert. Er dient nicht zur Wärme, sondern ist eine hygienische Massnahme, um eine zusätzliche Schicht zwischen Schlafendem und dem Bettzeug (oder Aussenschlafsack) zu schaffen.
Auf Alphütten wird nicht nach jeder Übernachtung das Bettzeug gewechselt, und manchmal gibt es nur kratzige Wolldecken. Daher ist der Hüttenschlafsack Pflicht, wenn man dort übernachtet.
Wenn jetzt ein Wanderer sich dort mit einem Schlafsack ins Bett legt, mit dem er vorher auf der freien Wiese oder wo auch immer übernachtet hat, ist das für den Nachfolger nicht wirklich toll. Daher ist es nicht erlaubt, mit einem normalen Schlafsack auf den Betten zu übernachten.
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18.01.2011, 11:44
AW: Schlafsack
Kunstfaser- oder Daunenschlafsack? Das hat beidseits Vor- und Nachteile. Der Daunenschlafsack zieht und hält leichter Feuchtigkeit, dafür ist er leichter und sein Packvolumen kleiner.
Es gibt auch dünne Inlets für Schlafsäcke aus Baumwoll- oder Seidenstoff. Damit schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: verwendet man sie im Schlafsack, reicht es oft bereits, nur das Inlet zu waschen. Außerdem kann man das Inlet als Hüttenschlafsack verwenden.aufgewacht und umgezogen: befriendsonline.net



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