Ach was. Da kenne ich jede Menge (so wie ich auch jede Menge 3000er kenne, auf die keine oder nur Gemswege führen oder auf die man klettern muss).Gut ausgebaute Wege dürften auf 3000 m Höhe eher die Ausnahme sein, zumindest in den Alpen :-)
Ich bin Alpinistin, bin also andauernd in den Bergen unterwegs. Deshalb glaube ich mich ein bisschen auszukennen und raten zu können.
- Rucksack: Wenn ich für 2 Tage Bergwandern in der 3000er Gegend inklusive Übernachtung (aber ohne Selberkochen) unterwegs bin, hab ich einen 25-Liter-Rucksach dabei, der allerdings meistens halbleer ist. Wenn ich dazu noch selber koche (also Esswaren und Kocher mittrage), dann reicht der 25-Liter-Sack auch immer noch. Hätte ich noch einen Schlafsack, würde das ebenfalls auch immer noch gehen. Ergo - einen grösseren Sack als 25 bis max. 30 Liter brauchst du nicht. Wer einen grössen Sack mitnimmt, schleppt zu viel mit sich herum.
- Hüttenübernachtung: Wenn ihr in eine SAC- oder DAV-Hütte geht, brauchst du keinen Schlafsack. Da gibts Wolldecken. Allerdings würde ich dir zu einem Hüttenschlafsack bzw. Schlafsackinlet raten, sozusagen dein eigenes Bettlaken. Gibts in Baumwolle oder Seide, klein und ultraleicht.
Falls es eine andere Hütte ohne Decken ist, in der ihr auch selber kochen müsst, so ist es Aufgabe des Gruppenleiters, euch zu sagen, was ihr braucht und wie die Esswarenverteilung in der Gruppe gehandhabt wird. Frag ihn früh genug.
- Klamotten: Schichtprinzip. Trekkinghose ist ok, aber es sollte noch eine lange Unterhose mit, für alle Fälle. Schnell trocknende Funktionsshirts (Kurzarm und Langarm) - in einer Hütte ist das Kleidertrocknen manchmal schwierig -, vielleicht ein Merino-Langarmshirt, ein dünner Fleecepulli, eine Softshell-Jacke gegen den Wind und Kälte und eine leichte Gore-Tex-Jacke. Leichte Mütze, leichte Handschuhe. Ganz wichtig: gut schliessende Sonnenbrille mit hohen UV-Schutz.
- Wechselklamotten: Das Minimum. Die meisten Leute schleppen viel zu viel mit. Eine trockene Garnitur zum Wechseln und ein zusätzliches Paar Socken, das reicht. Zum Schlafen ein T-Shirt und die langen Unterhosen. Wenn dir kalt ist, kannst du immer noch mit dem Fleecepulli ins Bett.
- Orientierung: Zwingend sind Karte, Kompass und wenn möglich Höhenmeter. GPS erachte ich als Spielzeug, das witzig aber oft nicht brauchbar ist. Es sagt nämlich überhaupt nichts darüber aus, ob eine Passage begehbar oder ob da ein Felsriegel oder ein Bachtobel dazwischen ist. Das sagt nur eine gute Karte (die man aber auch lesen können muss).
- Sonstiger Kram: Ohropax (!), Zahnbürste, Zahnpasta, Sonnencreme, Deo, Lippenfettstift, allenfalls Tampons. Mehr brauchst du nicht an Hygienekram, eine einzige Nacht überlebt man bestens mit diesem Minimum. Wasser ist in machen Hütten reichlich und in manchen so gut wie gar nicht vorhanden. Pflaster, Desinfektionsmittel, Schmerztabletten, allenfalls Augentropfen. Stirnlampe (oft gibts nur wenig Licht in der Hütte).
- Stöcke ... jein. Ich selbst brauche die nie (auch nicht bei 3000 Höhenmeter Abstieg am Stück mit schwerem Rucksack plus Seil obendrauf). Wer trainiert ist, auch im Abwärtsgehen, der sollte nicht zu viel mit Stöcken gehen. Mit Stöcken verliert man das Balancegefühl. Wer allerdings das Abwärtsgehen nicht gewohnt ist und/oder bereits Knieprobleme hat, der sollte Stöcke mitnehmen.
- Training: Viel und zügig wandern, mit Rucksack und ca. 7 Kilo Gewicht, lange Strecken. Bringt für Bergwandern mehr als Kurzstrecken-Joggen. Wenn möglich coupierte Strecken, also auf und ab und auf und ab ... ja, auch ab. Abwärtsgehen sollte ebenfalls trainiert werden, auch wenn man das meistens nicht gern tut. Knierpobleme entstehen in der Regel, wenn die Muskulatur verkümmert ist und deshalb nicht richtig stützen kann.
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22.10.2010, 15:07Inaktiver User
AW: Bergwanderung. Mit den Kollegen. Für Flachländer.
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24.10.2010, 08:45
AW: Bergwanderung. Mit den Kollegen. Für Flachländer.
Danke @Horus für Deinen Beitrag.

Es kommt mir zwar komisch vor, nix "richtiges" zum Wechseln dabei zu haben (ich reise zwar mit wenig Gepäck, aber frische Klamotten müssen sein), aber es stimmt ja, ich muss das schleppen!
Coupierte Strecken wandern wird wirklich nicht einfach. In Norden von Schleswig-Holstein. Aber ich sehe mal zu. Vielleicht besuche ich denmächst mal wieder meine Tante, die am Harzrand wohnt, und mache mich dann mal auf ins "Gebirge".
Heute schnalle ich erstmal die Joggingschuhe an.
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24.10.2010, 09:38
AW: Bergwanderung. Mit den Kollegen. Für Flachländer.
Ich bin im Gebirge gerne mit einem Stock gelaufen. Beim Bergabgehen mit Rucksack hat es mir etwas die Knie geschont. War angenehmer.
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24.10.2010, 10:09Inaktiver User
AW: Bergwanderung. Mit den Kollegen. Für Flachländer.
Es kommt mir zwar komisch vor, nix "richtiges" zum Wechseln dabei zu haben (ich reise zwar mit wenig Gepäck, aber frische Klamotten müssen sein), aber es stimmt ja, ich muss das schleppen!
Kann ich verstehen, klar.
Aber wirklich: In einer Berghütte ist das so was von egal. Nim ein extra-T-Shirt mit, damit du sicher was Trockenes anziehen kannst, das reicht. Abends in einer Berghütte riechen alle und alles irgendwie. Feuchte Klamotten, Schuhe, verschiedenste Essensgerüche aus der Küche, wenn noch mit Holz gekocht wird der Rauch ... Da fällt niemanden was auf. Es geht um einen einzigen Abend.
Übrigens, ein Tipp: dusch dich am ersten Tag frühmorgens vor dem Abreisen. Dann riecht der Schweiss des Wandertages dann kaum, auch bis zum Abend nicht.
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24.10.2010, 21:23Inaktiver User
AW: Bergwanderung. Mit den Kollegen. Für Flachländer.
Mal ne Frage - wenn was passiert, ist das dann ein Arbeitsunfall?
Mir sind AGs immer unheimlich, die sowas vorhaben, vor allem mit einem Teammitglied, das Höhenangst hat. Cannot help it.
Teamgeist hin oder her.
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25.10.2010, 07:57Inaktiver User
AW: Bergwanderung. Mit den Kollegen. Für Flachländer.
Gute Frage.
Wobei, Höhenangst ... für mich zählt genau das zur planerischen Herausforderung der Gruppe (und somit zur Teambildung), dass man eine Route wählt, auf der es keine Tiefblicke gibt und auf die gute Wege führen, die also für jemanden mit Höhenangst genauso machbar ist.
Und ja, solche Routen und solche 3000er-Gipfel gibt es en masse, jedenfalls hier in CH. Man muss nur gut planen und den richtigen Ort wählen.
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25.10.2010, 09:09
AW: Bergwanderung. Mit den Kollegen. Für Flachländer.
Ja.
Quelle: Techniker KrankenkasseBei einem Betriebsausflug sind alle Mitarbeiter gegen Unfälle versichert. "Voraussetzung hierfür ist, dass der Unfall durch die versicherte Tätigkeit zustande gekommen ist", erklärt Eberhard Ziegler vom Verband "Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung" (DGUV). Wer sich während des Betriebsausfluges von der Gruppe entfernt, ist nicht versichert. Der Versicherungsschutz umfasst alle Aktivitäten, die Teil des Betriebsausfluges sind, sowie Hin- und Rückweg. Was auf dem Betriebsausflug unternommen wird, spielt dabei keine Rolle. Das heißt, auch eventuell gefährliche Ausflüge wie Klettertouren oder Rafting sind im Rahmen der Unfallversicherung abgedeckt."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
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09.02.2011, 18:19
AW: Bergwanderung. Mit den Kollegen. Für Flachländer.
Falls sich noch jemand erinnert... der Gebirgsausflug ist diese Woche aus gesundheitlichen Gründen abgesagt worden.
Vor 3 Wochen noch war der Trainer da, hat uns eine Ausrüstungsliste überreicht und gesagt, was und wie wir unsere Fitness trainieren sollen (was auch alle brav gemacht haben - wir haben eine Überwachungsliste eingeführt). Tja, jetzt werde ich leider am Knie operiert, und da nicht sicher ist, wie schnell das verheilt, sucht der Trainer nun etwas anderes.
Als ich am Montag erfuhr, dass eine OP unumgänglich ist, habe ich erst überlegt, sie bis nach dem Berg hinauszuzögern - das Knie ist belastbar und schmerzt nur ab und zu - aber der Arzt meinte, ich sollte dann schon mal für den Rückweg die Bergrettung bestellen, da ich zwar sicherlich hoch, aber nicht wieder herunter käme.
Mein Chef hat sich alles angehört und hat sofort gesagt, dass wir in dem Fall dann etwas anderes machen, Gesundheit ginge vor. Ich selbst bin wohl am meisten enttäuscht, weil ich da wirklich rauf wollte, auch und vor allem in dieser Gruppe, aber es hat keinen Zweck.
Die Kollegen haben sich teilweise bei mir bedankt, dass ich mich "opfere" und sie damit vor dem "schrecklichen Berg" bewahrt habe. Männer! Alles Memmen!
Ich finde es sehr gut, dass mein Chef keinen Druck ausgeübt hat à la "bis dahin bist Du doch bestimmt wieder fit, oder?!!?" Er wollte genau so wie ich unbedingt diese Tour machen.Geändert von arbol (09.02.2011 um 18:21 Uhr) Grund: Grammatik korrigiert
Es wäre dumm, sich über die Welt zu ärgern. Sie kümmert sich nicht darum. (Marcus Aurelius)
"Keep breathing. That's the key!"
(Gimli, Lord of the Rings)
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09.02.2011, 18:38
AW: Bergwanderung. Mit den Kollegen. Für Flachländer.
jetzt, wo sich schon alle auf das gipfelfoto gefreut haben
!
es gibt ganz arg dramatische gipfelformationen für solche fälle, einzelne grosse steine auf grünen wiesen. sie sind sehr beliebt bei menschen, die vorspiegeln wollen, in den bergen gewesen zu sein.mit der richtigen aufnahmetechnik, man forografiert von unten zu den am stein stehenden hinauf, sieht es tatsächlich so aus als wären die am gipfel. selbst die mühe kann man sich sparen, bildbearbeitung machts möglich.
vielleicht kriegt ihr zum spass ein gipfelfoto hin?lg
legrain
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09.02.2011, 20:06
AW: Bergwanderung. Mit den Kollegen. Für Flachländer.
Es wäre dumm, sich über die Welt zu ärgern. Sie kümmert sich nicht darum. (Marcus Aurelius)
"Keep breathing. That's the key!"
(Gimli, Lord of the Rings)


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schon besetzt ist (ich segle gern, aber schlafen bitte an Land!). Mal gucken....

