Stimmt, die hatte Brustkrebs.
Liegt allerdings etwas oberflächennaher als der Appendix.
Na, ich denke, wenns nicht hyperakute Dinge sind, kann man schon irgendwie Hilfe holen.
Letztes Jahr gabs einen Einhand-Segler, der gefallen ist und sich verletzte und dann per (vermutllich Satelliten-) Telefon in seiner Stammkneipe in England anrief. Die haben dann seine Bergung im Atlantik veranlaßt.
Nur das Boot - gerade neu gekauft, von seinen Lebensersparnissen - war perdu.
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Thema: Der Seglerinnen-Tröt
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09.09.2009, 12:42Inaktiver User
AW: Der Seglerinnen-Tröt
Geändert von Inaktiver User (11.09.2009 um 12:09 Uhr)
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10.09.2009, 17:35Inaktiver User
AW: Der Seglerinnen-Tröt
So, nun haben wir gebunkert, die Betten im Schiff frisch bezogen und Aqua-Kem in den Fäkatank gekippt. Morgen gehts los - einmal rund Fünen - nur mein Mann und ich. Hoffentlich spielt das Wetter mit. Um diese Jahreszeit sind die dänischen Häfen ja nicht mehr so voll, da werden wir wohl nicht dauernd im Päckchen anlegen. Eigentlich schade, denn dabei lernt man meistens nette Menschen kennen und kriegt schnell Kontakt zu den direkten Nachbarn. Im Mittelmeer ist diese Art anzulegen überhaupt nicht üblich - da ankern die Segler lieber draussen vorm Hafen, als sich neben einem anderen Boot zu vertäuen.
Sicherheitshalber haben wir per Briefwahl gewählt. Vielleicht erleben wir ja einen schönen Herbstsegeltörn und können tatsächlich bis Ende September unterwegs bleiben. Die dienstlichen Pflichten rufen uns erst wieder im Oktober.
Also dann, bis neulich.
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10.09.2009, 17:47
AW: Der Seglerinnen-Tröt
Marie
Guten Wind, keine Stürme und
entspannten Segeltööörn
Wir halten hier an Land die Stellung!
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11.09.2009, 12:13Inaktiver User
AW: Der Seglerinnen-Tröt
In Griechenland schon .... Entweder Päckchen oder die 1 m Lücke zwischen 2 Yachten ausgenutzt, um seinen 5 m breiten Kahn noch da reinzuquetschen.

Da kriegt man auch meist sehr schnell Kontakt mit den Nachbarn - meist in Form wenig begeisterter Gesichter.
Besonders bei Motorbratzenfahrern, die sind da sehr unentspannt.

Gut Wind, Marie !
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20.09.2009, 19:30Inaktiver User
AW: Der Seglerinnen-Tröt
Hallo Seglerinnen,
wir haben tatsächlich einen W-Lan in diesem Hafen. Wunderbar, wird sofort ausgenutzt.
Unser bisheriger Törn durch die „dänische Südsee“ ist rein windtechnisch gesehen ein anhaltendes Wechselspiel. Zuviel Wind – und natürlich von vorn – zu wenig Wind bis hin zu Flaute. Wunderbar trotz allem ist das Wetter. Ein Spätsommer, wie aus dem Bilderbuch mit Tagestemperaturen bis zu 25 Grad. Morgens finden wir an Deck in Spinnennetzen glitzernde Tautropfen, gegen Abend legt sich ein leichter Dunst wie eine Decke über die Ostsee, die pünktlich mit Einbruch der Dämmerung auch jeglichen Wellenschlag einstellt, als würde sie sich schlafen legen.
Wir waren gerade zwei Tage in Aeroeskoebing auf der dänischen Insel Aeroe. Wenn man in dieses Dorf kommt, hat man das Gefühl, sich auf einer Zeitreise zu befinden. Die schmalen Gassen sind kopfsteingepflastert, die Häuser im Dorfkern sind samt und sonders zwischen 1701 und 1799 entstanden, orginalgetreu erhalten, z.T. restauriert und nahezu alle sind liebevoll gepflegt. Vor den Häusern, manche winzig wie Puppenstuben, die ohne Vorgärten ganz dicht an den Gassen stehen, wachsen Malven und Rosenstöcke – wie herrlich muß es aussehen, wenn diese Pflanzen in voller Blüte stehen. Die Rosenstöcke geben auch jetzt noch einen Eindruck ihrer noch nicht ganz verblühten Pracht. Abends aßen wir in einem typischen kleinen Lokal in einer Nebengasse, in dem sich hauptsächlich Einheimische und ein paar dänische Segler trafen. Die Speisekarte bot lediglich jeweils zwei regionale Spezialitäten Fisch und Fleisch. Wir wählten eine Fisch- und eine Fleischspeise, die sowohl in der Art der Zubereitung (z.B. im Speckmantel gebratene Krabben) als auch in der Präsentation unsere Erwartungen bei weitem übertrafen. Vollgefuttert, denn die Portionen waren nach meinem Empfinden riesig, machten wir uns nach der ausgiebigen Schlemmermahlzeit in der Dunkelheit auf dem „Heimweg“ zum Schiff. Die holprigen Gassen wurden von trüben, den alten Gaslaternen nachempfundenen Laternen nur schwach beleuchtet. Über uns strahlte ein unglaublicher Sternenhimmel. Im Hafen, dem ehemaligen Fischerhafen, war es fast still. Die Wasseroberfläche glänzte wie ein straff gespanntes Damasttischtuch, einige Sterne spiegelten sich darin. An der Hafeneinfahrt blinkten die roten und grünen Tonnen still vor sich hin. Man hörte leises Gemurmel von den im Hafen liegenden Yachten, draußen auf dem Meer kreischten ein paar Seevögel. Die Stimmung war unbeschreiblich friedlich, einfach zauberhaft. Am Morgen riß uns allerdings die Ankunft einer großen Fähre aus den süßen Träumen.
Auch unser heutiger Törn, der uns nach Faaborg (Insel Fünen) führte, fand wieder einmal unter Motor statt – SW 1-2, damit kriegen wir unseren dicken Dampfer keine Meile voran. Erfreulich am alten Hafen Faaborg ist die Tatsache, dass es hier einen W-Lan gibt. Also flugs den Laptop aus der Tasche gezogen und mails geschrieben.
Wir werden noch mindestens eine Woche unterwegs bleiben. Unserer staatsbürgerlichen Pflicht sind wir bereits per Briefwahl nachgekommen. Und ein Radio, um uns über die Wahlergebnisse zu informieren, haben wir auch an Bord.
Jetzt werde ich mich erst einmal durch die diversen Wetterberichte zappen. Wind UND sommerliches Wetter wäre gar zu schön.
Eine schöne Woche wünsche ich.
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23.09.2009, 10:55Inaktiver User
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23.09.2009, 20:50
AW: Der Seglerinnen-Tröt
Marie
Schöner Bericht!
Bis bald! Genieße die Segelzeit.
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27.09.2009, 11:51
AW: Der Seglerinnen-Tröt
Aeroskobing ist entzückend. Ich bin auch schon mal dort gewesen. Wenn man sich den Computershop aus dem Haus von 1746 an der „Hauptstraße“ wegdenkt
, fühlt man sich in die Vergangenheit versetzt, erst recht, wenn man in der Dunkelheit durch die schummrigen Gassen läuft. Man muß nur aufpassen, auf dem groben Straßenpflaster nicht zu stolpern.
Grüsse von Kielia
Wenn die Klügeren immer nachgeben, regieren irgendwann die Dummen die Welt.
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29.09.2009, 11:25Inaktiver User
AW: Der Seglerinnen-Tröt
Hallo, Seglerinnen,
nachdem wir noch ein paar Tage in einem schnuckeligen kleinen dänischen Hafen eingeweht waren, habe ich inzwischen wieder festen Boden unter den Füßen. Erst jetzt ist mir bewußt geworden, wie sehr ich dieses dänische Segelrevier, vor allem die sog. "dänische Südsee" mit ihren kleinen Inseln und beschaulichen Orten vermißt habe. Zugegeben, ist es kühl und windig dort, aber in Sachen Behaglichkeit, Gastlichkeit und auf meiner persönlichen Wohlfühl-Skala steht Dänemark weit oberhalb von Spanien, Frankreich und Italien - wo ich ja "normalerweise" herumsegele. Speziell die "dänische Lebensart" strahlt soviel Ruhe, Gelassenheit und Zufriedenheit aus, daß ich dort das Gefühl hatte, daß meine etwas aufgerauhten Nerven quasi gestreichelt und glatt geölt wurden. Das Wort Hektik scheint zumindest in den kleineren dänischen Küstenorten unbekannt zu sein. Was nicht bedeutet, daß dort eitel "Friede, Freude, Eierkuchen" - herrscht. Aber von dieser Gelassenheit hätte ich für mich persönlich gerne etwas mitgenommen. Ich habe eher eine fatale Neigung zur Hektik.
Naja, heute muß das Boot geputzt werden - am Wochenende übernehmen es die Miteigner, um zu einem Herbsttörn aufzubrechen.
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01.10.2009, 16:50Inaktiver User



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