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    AW: Toxische Familie - Ist da noch was zu retten? Liegt es an mir?

    Zitat Zitat von Spadina Beitrag anzeigen
    Die Resonanz der TE ist ja nahezu überschießend...

    Ich glaube, sie hat etwas anderes erwartet....
    Vor gerade einmal 24 Stunden wurde das EP erstellt. Nicht jeder hat dauernd Zeit, in der Bricom zu sein.

    luci
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH

  2. Moderation

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    AW: Toxische Familie - Ist da noch was zu retten? Liegt es an mir?

    Hallo wastuichbloss,

    ich habe das gestern schon geschrieben und hoffe, es ist noch aktuell -- bin gerade zeitknapp.

    Du beschreibst in deinem Posting eine Menge Bäume in deinem Leben und deiner Geschichte -- ich habe versucht, darin mal den Wald zu sehen. Denn der Weg zwischen den Bäumen heraus führt durch den Wald, nicht von Baum zu Baum.

    Um die allerersten beiden Fragen zu beantworten: Es ist immer was zu retten, die Frage ist, was von dem, was du retten willst, du retten kannst. Dich selber vielleicht? Und es liegt an dir nur insofern, daß du das Pech hast, in der Situation zu sein. Das ist wie bei einem Eisenbahnunglück.


    Zitat Zitat von wastuichbloss Beitrag anzeigen
    Generell: Ich will Eltern haben, mit denen ich [...]
    Nur, die hast du nicht, die kriegst du nicht, und es gibt nichts im Himmel und auf Erden was du tun kannst, damit du sie kriegst.

    Die Frage ist, möchtest du, daß es mit den Eltern und dem Rest der Familie, wie sie sind, so bleibt, wie es ist, oder würdest du lieber den Rest deines Lebens Elefantendreck schaufeln, als daß es so bleibt, wie es ist?
    Deine Eltern und der Rest deiner Familie werden so bleiben, wie sie sind, außer sie finden aus komplett unerfindlichem Anlaß komplett außerhalb deiner Kontrolle einen Grund in sich, anders zu werden.
    Das Einzige, was du ändern kannst, bist du. Klingt blöd, ist es auch, aber ist so. Denn: Du hast einen Grund, anders zu werden, der ist "Ich halte das nicht mehr aus." Wenn du dich änderst, ändert sich deine Situation mit.

    Ich habe aus deinem Posting den Eindruck, du weißt nicht, wo du selber bist, was dich ausmacht. Dir fehlt die Mitte, und du suchst sie in dem, was du erreicht hast (nicht viel, deiner Ansicht nach -- das kann man bestimmt auch anders bewerten), oder wartest darauf, daß andere Leute dir diese Mitte geben. (Ja, das hätten deine Eltern tun sollen. Vor 30 Jahren. Haben sie nicht, konnten sie nicht, werden sie nicht. Du brauchst Alternativen.)

    Als Schritte der Veänderung würde ich raten: a) Realismus (erkennen was ist, und was sein kann, und was nicht), b) weniger vom Schlechten, c) mehr vom Guten.
    Konkret:
    - Reduziere den Kontakt mit deiner Familie auf ein Maß, das du bewältigen kannst.
    - Reduziere das Gefühl, du seist fähig oder zuständig, die Menschen in deiner Familie zu ganz anderen Menschen zu machen.
    - Sieh deine Familie nicht mehr mit den Augen eines Kindes. Deine Familie besteht nicht aus allmächtigen, allgütigen und allweisen Eltern, denen du nicht gerecht werden kannst, sondern aus Menschen, die sich so mehr schlecht als recht durchwursteln.
    - Und sie können dir nur sehr eingeschränkt geben, was du brauchst. (Gibt es etwas, das du brauchst, was sie dir geben?)
    - Setze sich mit deinen eigenen Bedürfnissen und deinen Strategien, ihnen gerecht zu werden, auseinander. Vielleicht kannst du ein Bedürfnis gehenlassen, weil es nur eine Gewohnheit ist, oder bessere Strategien finden. (Das wird komplex. Hol dir Hilfe.)
    - Zum Thema Hilfe: Du hattest vor 14 Jahren (?) eine Therapie, und die hat dich so weit gebracht, zu sehen, was du von deinem Vater brauchtest, und es ihm zu sagen. Nur hat es dich, scheint mir, nicht darauf vorbereitet, wie du damit umgehst, wenn er es dir nicht geben will oder kann? Deswegen würde ich sagen, da ist vielleicht in Sachen Therapie noch was zu holen.
    - Wenn du dich soweit sortiert hast: Überlege dir, wo du bekommen kannst, was du brauchst, ohne daß du einen inakzeptablen Preis dafür bezahlen mußt. (Dein Freund liebt dich, aber du ihn nicht? Kannst du ihm wenigstens eine gute Freundin sein? Freunde und gute Bekannte sind das beste, um einen aufzubauen und eine Wahlfamlie vom Liebsten und Nächsten bis zum Großneffen zweiten Grades zu erschaffen, aber man braucht viele davon.)
    - Halte dich von Leuten fern, die dein Leben schlechter machen.

    Und parallel:
    - Bringe deine Existenzgrundlagen in Ordnung, also "wie bezahle ich die Rechnungen." Es ist egal, was du in der Vergangenheit geschafft hast oder nicht. Heute brauchst du ein eigenes Einkommen, und das Maß an Optionen und Unabhängigkeit, das dieses mit sich bringt -- darunter die Möglichkeit, dem Schlechten den Rücken zu kehren und das Gute beizubehalten. Konzentriere dich auf das Notwendige und das Schöne, sei strikt damit, was notwendig oder schön ist, und arbeite dich nicht am Unmöglichen ab.

    Viel Glück und viel Erfolg! Es ist nicht einfach, eine unglückliche Situation zu verlassen, wenn man so lange darin gelebt hat. Es ist richtig Arbeit, und braucht Entschlossenheit, Unterstützung, und ist doch ein ständiger Kampf gegen das wieder-zurückschliddern. Aber man muß das tun, wenn man raus will. Es packt einen keiner beim Kragen und trägt einen aus dem Unglück -- denn dann würde man es mitnehmen.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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