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    Schwierige Familienverhältnisse/ kein Kontakt

    Hallöchen Ihr lieben

    Wie soll ich denn ganzen Schlamassel in Worte fassen? Vor allem wie soll ich das alles in so wenigen Sätzen erklären, so das Ihr ein Bild von meiner Situation habt?
    Ich bin 45 Jahre alt und habe 2 Jüngere Geschwister.
    Als Kind war ich sehr aktiv (Bis heute) zudem hatte ich eine Rechenschwäche. Ich war ein anstrengendes Kind, wie meine Mutter immer wieder erzählt hat. Im Grunde wollte Sie keine Kinder mehr nach mir. Sie hat aber noch 2 bekommen ....
    In der Schule kam ich trotzdem mit viel Ehrgeiz einigermaßen mit und bin heute selbstständig.
    Das habe ich mir sehr hart erarbeitet. Ich bin mit einem tollen Mann seit 17 Jahren zusammen und verheiratet. Wir haben keine Kinder.
    Da ich auswärts in eine Schule musste, war ich ab der 2ten Klasse den ganzen Tag weg.
    Heute sage ich habe ein anderes Leben gelebt als meine Familie.
    In all der zeit hatte ich 1-mal in der Woche Kontakt zu einer Schulpsychologin/ Psychologen. Das war damals gesetzlich vorgegeben. (Ich lebe in der Schweiz) ich bin darüber sehr dankbar den ich denke diese Gespräche haben mich gerettet.
    Wir sind in meiner Schulzeit 16-mal. Umgezogen was nicht sehr förderlich für uns war.
    Meine Geschwister haben natürlich auch sehr darunter gelitten. Mein Bruder hat bis heute darunter zu leiden. Er hatte große Probleme in der Schule und hat mit Drogen und Alkohol Probleme.
    Wir haben ihm einmal finanziell unter die Arme gegriffen, als er Spielschulden hatte. Aber er möchte nicht darüber reden. Leider denke ich das dies bis heute ein Problem für Ihn ist jedoch wird es totgeschwiegen. Keiner redet darüber.

    Ich hatte mehrere Fehlgeburten und auch meine Schwester hat dies erlebt. Aber es wird nicht darüber gesprochen. Mein Vater ist mehrfach fremdgegangen. Ich habe meiner Mutter damals, als mein Vater das dritte Mal fremdging und mit seiner damaligen Freundin abgehauen ist, geholfen. Er hat das ganze Konto geplündert, ist nach einigen Monaten wieder zurückgekommen.
    Ich war damals 22 Jahre alt und habe für Sie eine neue Wohnung gesucht, mit dem alten Vermieter gesprochen und bin mit Ihr zum Psychologen. Sie war völlig neben sich in dieser Zeit. Leider hat Sie später meinen Vater wieder aufgenommen. Bis heute sind Sie zusammen. Ob glücklich, das bezweifle ich. Jedoch wird auch darüber nicht gesprochen. ich glaube Sie reden auch selber nicht darüber.
    Ich habe immer versucht, die Familie irgendwie zusammen zuhalten jedoch habe ich dies irgendwann nicht mehr ausgehalten. Es ist so ermüdend und ich hatte das Gefühl es interessiert keinen ausser mich.

    Dazu muss ich sagen, dass ich zu meinem Bruder im Grunde kein Verhältnis habe. Wir sind nicht im Streit, aber haben irgendwie einfach wenig zusammen am Hut. Mit meiner Schwester hatte ich ein gutes Verhältnis. Sie hat vor einigen Jahren einen Mann kennengelernt und 2 Kinder bekommen. Der Kontakt ist leider Komplet in die Brüche gegangen. Ich weiß noch nicht mal, warum. Heute haben wir keinen Kontakt mehr, was ich am meisten bedauere. Ich schreibe Ihr natürlich zum Geburtstag und Weihnachten aber das wars dann schon.
    Ich glaube, dass auch Sie sich bewusst von unserer Familie zurückzieht. Sie hat eine tolle Familie seitens Ihrem Ehemann und ich kann Sie verstehen, das Sie sich in diese Richtung bewegt.

    Dann sind vor einigen Jahren meine Eltern auch ins Ausland gezogen, weil Sie denken, das Sie mit Ihrer Rente dort besser klarkommen. Sie leben ca 4 Std Autofahrt von uns entfernt.
    Anfangs haben wir Sie ab und zu besucht. Aber das wurde immer weniger.
    Dann gab es im Juni 2021 einen Vorfall, bei dem meine Mutter sich wieder einmal völlig daneben benommen hat. (Sie hat seit Jahren starke Stimmungsschwankungen und Wutanfälle mein Vater sagt das wären die Wechseljahre) Vor allem gegenüber meinem Vater. Ich habe dann gesagt, dass wir uns treffen können und endlich einmal über alles reden können.
    Ich dache das wäre vielleicht "reinigend" und würde helfen.
    Mein Vater meinte das wäre eine gute Idee. 2 Tage vor dem Treffen hat er angerufen und gesagt er möchte seine Rente genießen und keinen Ärger. Das Treffen hat er abgesagt und dann einfach das Telefon aufgelegt. Mein Mann war am Telefon. Er war ganz verdutzt. Er kennt meine Familie nun seit 17 Jahren und denkt sich so manches, wenn er wieder mal etwas Komisches erlebt. Sie haben sich schon des öfteren so ähnlich benommen...

    Seitdem haben wir keinen Kontakt mehr. Ich denke, dass ich es so belassen sollte.
    Und obwohl ich im Grunde in mir drinnen weiß, dass ich keinen Kontakt mehr aufnehmen sollte, habe ich ein schlechtes Gewissen. Früher habe ich mich irgendwann gemeldet. Ich bin nicht so ein nachtragender Mensch.
    Ich habe bis heute das Bedürfnis nach einer tollen Uhrsprungsfamilie.
    Auf keinen Fall möchte ich, dass es so weiter geht wie früher, aber ich weiß das nach so viele Jahren sich nicht mehr viel ändern wird. Ich selber muss mich ändern. Ich muss endlich mein eigenes Leben leben und mich von all diesem Ballast entfernen. Aber es fällt mir unendlich schwer. Ich habe gute Tage da denke ich kaum daran und dann habe ich schlechte Tage wo ich denke das alles ist doch Lächerlich.

    Nun, ich wünsche euch einen schönen Abend.

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    AW: Schwierige Familienverhältnisse/ kein Kontakt

    Willkommen in der Bri

    Du wirst andere Menschen nicht ändern. Von daher bleibt Dein Wunsch unerfüllt, das sich etwas ändert.
    Oder was meinst Du damit? Du wirst keinen zwingen können, mit Dir Kontakt zu halten.

    Aber wie Du diese zwiespältigen Dinge auflösen kannst, das weiß ich leider auch nicht.

    Aber je eher Du weißt was Du willst, desto eher kannst Du danach handeln.

    Und hey, Du bist nicht zuständig, die Familie zusammen zu halten.
    Wie kommst Du darauf?
    Nein, mein Nickname hat nichts mit meinem Geburtsjahr zu tun

    Es gibt immer 4 Versionen beim Zusammentreffen von Mann und Frau:
    Seine, ihre, die Wahrheit, und das, was wirklich passiert ist.


    Schokolade stellt keine blöden Fragen - Schokolade versteht

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    AW: Schwierige Familienverhältnisse/ kein Kontakt

    Hallo Dodo

    traurige Geschichte, die Du erzählst.

    Ich kann mir vorstellen, dass es Dir helfen könnte, mit einem / einer TherapautIn zu sprechen. Aus eigener Erfahrung kann ich Dir berichten, dass dann vieles leichter erträglich werden kann, auch wenn es faktisch nicht zu ändern ist.

    Alles Gute von Emmi
    Katzen lieben Menschen viel mehr, als sie zugeben wollen,
    aber sie besitzen genug Weisheit, es für sich zu behalten.


    Mary Eleanor Wilkins Freeman (1852 - 1930), US-amerikanische Schriftstellerin

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    AW: Schwierige Familienverhältnisse/ kein Kontakt

    Lady-Emilia hat so was von Recht. Rede mit Deiner Therapeutin darüber.

    Fakt ist, und das weißt Du, Du musst in Deiner verkorksten Familie gar nichts richten. Du musst Dir den Kummer auch nicht anhören, wenn sie Dich am Telefon zusülzen.

    Verantwortung hast Du nur für Dich und Deinen Mann, Ihr beide seid die einzig wichtige Familie.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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    AW: Schwierige Familienverhältnisse/ kein Kontakt

    Hallo Dodoanteportas,

    letztlich entscheidet sich doch jeder zu seinem ganz persönlichen "Glück".
    Damit meine ich, dass jeder in deiner Familie- samt dir selbst- jeden Tag wählen kann, wo und wie er leben will.

    Aus deiner Sicht, sind die Menschen in deiner Familie unglücklich (ich will es mal ganz plakativ ausdrücken) - wobei man sich fragen muss "ist das so?".
    Womöglich geht es allen doch besser als du es vermutest oder denkst?

    Den Wunsch nach einer heilen Familie- kann ich gut verstehen.
    Anerkennen was ist- kann ein Weg sein, um selbst zur inneren Ruhe zu kommen.
    Seine Geschichte ansehen - mithilfe von Unterstützung- sicherlich ein guter Ansatz.

    Wenn wir die anderen lassen können- so wie sie sind- sie nicht mehr verändern wollen- dann kann Ruhe einkehren.
    Und das ist ein Prozess, der deiner wäre.
    Und wer weiß- vielleicht findet so auch deine Schwester wieder den Weg zu dir.....wir wissen nicht, was die Zeit noch alles bringen wird.

    Alles Gute für dich
    kenzia

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    AW: Schwierige Familienverhältnisse/ kein Kontakt

    Danke erst einmal für eure Antworten.

    Da sich das alles über Jahrzehnte hinwegzieht, habe ich es schon lange sehen können. Ich konnte mich darauf vorbereiten, dass es so verläuft.
    Meine Eltern leben Ihr eigenes Leben ohne großen Kontakt zu uns. Sie haben es aktiv so für sich selbst entschieden.
    Warum ich denke, dass ich alles zusammen halten möchte? Ich denke, weil es kein anderer getan hat.

    Meine Schwester hat mir vor Jahren Ihre Enttäuschung mitgeteilt und das sie sich von meinen Eltern trennen möchte. Mir geht es ähnlich. Dazu muss ich sagen das mir alle Ihr Leid klagen jedoch später nicht gemeinsam darüber reden möchten. Im Juni habe ich das erste mal klar gesagt das ich nicht mehr zuhöre und keinen Bock mehr auf das ganze Theater habe. Seitdem ist Funkstille.

    Vielleicht ist das auch diese Angst in mir, dass meine Eltern eines Tages einsam sterben.
    Ich war früher Krankenschwester und habe die vielen einsamen Rentner gesehen, die nie besuch bekommen haben.
    Aber Ihr habt absolut recht Sie entscheiden selber, wie Sie leben möchten.

    Durch unsren unerfüllten Kinderwunsch waren wir einige Zeit in psychologischer Behandlung mit meinem Mann ( er ist ein ganz toller Mann :-) ). Das Thema wurde auch besprochen, jedoch hat mir das nur begrenzt geholfen. Ich muss es für mich selber verarbeiten und wirklich in mir selber arbeiten und mein eigenes Leben genießen. Wie Ihr schreibt, das ist das Wichtige für mich.

    Was mir aber sehr geholfen hat, war, dass ich die Bestätigung bekam, dass ich nicht schuld bin oder überempfindlich. Meine Mutter meinte immer, ich wäre zu empfindlich und soll mich nicht so anstellen.

    Danke für euren Input.

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    AW: Schwierige Familienverhältnisse/ kein Kontakt

    Du bist seit 17 Jahren mit deinem Mann zusammen und deine Mutter ist in den Wechseljahren? Wie alt bist du denn?

    Du hattest aus konkreten Gründen Kontakt zum Schulpsychologen? (Auch) in der Schweiz war und ist es nicht üblich, dass jede*r Schüler*in wöchentlich in Kontakt zu Schulpsychologen steht.
    Geändert von Azilal (08.10.2021 um 12:51 Uhr)

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    AW: Schwierige Familienverhältnisse/ kein Kontakt

    Liebe Azilal

    Natürlich ist meine Mutter nicht mehr in Ihren Wechseljahren. Ich denke mit 75 ist das dann eher etwas anderes. Mein Vater nimmt dies als Ausrede für Ihr Verhalten
    Nun, ich musste Wöchentlich 1 Std zur Schulpsychologin. So war das damals in meiner Schulzeit.

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    AW: Schwierige Familienverhältnisse/ kein Kontakt

    Zitat Zitat von Dodoanteportas Beitrag anzeigen
    Ich hatte mehrere Fehlgeburten und auch meine Schwester hat dies erlebt. Aber es wird nicht darüber gesprochen.
    Das tut mir leid für Dich.
    Aber wenn Du von den gleichen Erfahrungen Deiner Schwester weißt, dann schließe ich schon daraus, dass Ihr darüber gesprochen habt - sonst wüsstest Du es ja nicht.

    Oder was genau meinst Du?


    Leider hat Sie später meinen Vater wieder aufgenommen. Bis heute sind Sie zusammen. Ob glücklich, das bezweifle ich. Jedoch wird auch darüber nicht gesprochen. ich glaube Sie reden auch selber nicht darüber.
    Erstens weißt Du nicht, worüber Deine Eltern mit einander reden.
    Und zweitens ist es ihre (!) Beziehung und geht eigentlich keinen etwas an.

    Erwartest Du tatsächlich, dass Deine Eltern sich mit Dir über ihre ureigenen Lebensentscheidungen austauschen? Dass sie sich erklären? Dass sie sich vielleicht rechtfertigen, warum sie noch/wieder zusammen sind?


    Wir haben ihm einmal finanziell unter die Arme gegriffen, als er Spielschulden hatte. Aber er möchte nicht darüber reden. ............ Dazu muss ich sagen, dass ich zu meinem Bruder im Grunde kein Verhältnis habe.
    Ja, auch hier:
    warum legst Du Wert darauf, mit ihm über seine Probleme zu reden, wenn Du doch gar keine richtige Beziehung zu ihm hast?


    Seitdem haben wir keinen Kontakt mehr. Ich denke, dass ich es so belassen sollte.
    Verstehe ich das richtig:
    Du hast den Kontakt zu Deinen Eltern abgebrochen, weil sie ein Treffen abgesagt haben?

    Und im gleichen Atemzug schreibst Du, dass Du kein nachtragender Mensch bist. Hmm ...


    Ich habe bis heute das Bedürfnis nach einer tollen Uhrsprungsfamilie.
    Es fällt mir schon auf, dass Du in Deinem EP ausschließlich Negatives über Deine Familie schreibst. Das sind schon mal keine guten Voraussetzungen, um Dinge, wenn überhaupt, wieder ins Lot zu bringen.

    Schwer vorstellbar, dass die Eltern Euch drei Geschwistern nicht auch Gutes und Positives auf den Lebensweg mitgegeben haben. Wenn Du Deine eigenen einseitigen Bewertungen mal ehrlich zu hinterfragen bereit bist, dann wäre das schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Dazu bedarf es nicht mal einer Therapie.


    Ich muss endlich mein eigenes Leben leben und mich von all diesem Ballast entfernen.
    Lebst Du denn Dein eigenes Leben nicht?

    Des Ballasts (den DU als solchen so bewertest) hast Du Dich doch bereits entledigt, indem so gut wie keine Kontakte mehr stattfinden. Oder habe ich das womöglich falsch verstanden?

    Du bist übrigens Teil dieser Herkunftsfamilie, die Du so vehement ablehnst.
    Es trägt sehr zum inneren Frieden bei, wenn man seine Wurzeln und seine Vergangenheit akzeptieren kann.
    Die innere Auflehnung ändert nämlich weder die involvierten Menschen noch die persönliche Geschichte.

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    AW: Schwierige Familienverhältnisse/ kein Kontakt

    Seufz, weißt du Schafwolle, ich schreibe das jetzt, weil mir das schon sehr oft bei dir aufgefallen ist und es für die Betreffenden sehr verletzend ist, es gibt tatsächlich Familien, die so dysfunktional sind, dass es tatsächlich nichts positives bezüglich Familie zu sagen gibt. Aufgrund von Leuten, die sich das so überhaupt nicht vorstellen können, meinen die Kinder dann danach suchen zu müssen, ein Leben lang, weil das ist ja FAMILIE!
    Freut mich für dich, dass das so vollkommen außerhalb deines Erfahrungshorizontes liegt, ist aber leider so.

    @TE: Es kommt der Moment im Leben, da muss man die Tatsache akzeptieren, dass man niemals eine normale Herkunftsfamilie haben wird. Ich verstehe dein Bedürfnis das klären zu wollen und die Hoffnung das Gespräche dir dazu verhelfen aber das werden sie nicht. Wenn deine Eltern dazu fähig wären, wären sie nicht da wo sie sind. Langfristig kannst du nur ein Häkchen drunter machen und loslassen. Wenn es dich nicht mehr persönlich berührt kannst du dich eher wieder etwas annähern und vielleicht auch wieder ein Verhältnis zu deiner Schwester aufbauen. Aber der erste Schritt ist nunmal das auf sich selber konzentrieren, akzeptieren und loslassen und er ist auch der grösste und schwerste. Egal was du versuchst, du wirst niemals ein normales Eltern-Kind-Verhältnis und deshalb auch kein normales Geschwister-Verhältnis haben. Dafür fehlen die Grundlagen.
    Das zu verstehen war für mich der entscheidende Schritt zur Genesung und wird es auch für dich sein.

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