Antworten
Seite 1 von 19 12311 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 181
  1. User Info Menu

    22jähriger Sohn nimmt Drogen. Lage eskaliert. Wie soll ich mich verhalten?

    Hallo in die Runde,

    mein Sohn nimmt seit gut 7 Jahren Drogen von Gras über Pilze und Tabletten, dazu viel Bier. Im letzten Jahr hat das so stark zugenommen. Fast täglich riecht es nach Dope in seinem Zimmer. Sogar wenn wir zu seinen Großeltern fahren, erwische ich ihn morgens auf dem Balkon in Unterhose und mit seinen Rauchutensilien. Letzens kam er mit Filmriss in desaströsem Zustand nach Hause und schlief 12 Stunden wie ein Stein. Handy war auch futsch. Seit Jahren geht das so. Und ich habe vor Monaten einen Strich gezogen und ihm gesagt, hier in unserer Wohnung finden Drogen nicht mehr statt. Und dass ich alles wegwerfe, was ich dazu finde. Das habe ich dann auch kontinuierlich gemacht.

    Gestern war er wieder so zugedröhnt. Da habe ich erst mal Dope weggespült, was bei ihm rumlag. Später komme ich in sein Zimmer, da liegt er kopfüber besinnungslos auf seiner Tastatur. Sein Vater und ich haben ihn mit Mühe wachbekommen. Torkelnd und lallelnd kam er dann hoch. Ich habe dann seinen Vaporisator genommen und in den Müll geworfen. Er ging dann duschen, um anschließend durch Geschrei und Drohgebärden seinen Vaporisator zurückzubekommen. Zwischenzeitlich hatte ich auch noch Benzadiazipine bei ihm gefunden. Ich habe das Geschrei nicht mehr ausgehalten, seinen Vaporisator aus dem Müll geholt und mit dem Hammer zerschlagen. Danach hatte ich stundenlang die Hölle hier, was heute früh weiter ging. Nachts hatte er mich dann online bei der Polizei angezeigt. Mein Mann konnte auch nicht auf ihn einwirken, zwischenzeitlich habe ich mich dann auch noch mit meinem Mann gestritten, weil er unseren Sohn verteidigte. Mein Mann ging dann ins Bett, und ich musste mir eine weitere Stunde Beschimpfungen und Türengeknalle anhören.

    Mein Sohn ist 22, macht eine Lehre. Außer Drogen, Gitarre und es irgendwie zur Arbeit schaffen, passiert nichts in seinem Leben. Er bekommt alles in den A..... geschoben. Leider stehe ich seit Jahren auf verlorenem Posten. Mein Mann hat es immer mit Reden versucht und einen moderaten Umgang mit Drogen befürwortet.

    Meine harte Linie hat er nicht mitgetragen. Deshalb konnte ich auch nie wirklich etwas durchsetzen. Da wir noch ein Kind am Beginn der Pubertät haben, wollte ich, dass das tägliche Thema Drogen aufhört und hatte klar angesagt, dass ich alles, was ich finde und damit zusammenhängt, wegwerfe. Jetzt bombardiert mein Sohn mich mit Texten, dass ich ihm das ersetzen soll, Beschimpfungen, Drohungen, dass er alles hier kaputtschlägt. Gestern Nacht hatte er bereits als Racheakt meinen Fernseher runtergeworfen. Der ist hin. Mein teurer PC hat es glücklicherweise überlebt. Mein Mann findet leider auch, dass ich das durch meine unangemessene Aktion selber verschuldet habe. Ich weiß echt nicht mehr weiter ....

    Eine Wohnung gäbe es auch für meinen Sohn, aber bisher wollte er nie ausziehen, was ich in den harten Corona-Zeiten auch verstehen konnte.

    Danke fürs Lesen. Herlinde

  2. User Info Menu

    AW: 22jähriger Sohn nimmt Drogen. Lage eskaliert. Wie soll ich mich verhalten?

    Hallo Herlinde,

    es tut mir so leid dass in eurer Familie ein so schlimmes Problem vorherrscht.
    Ich rate dir eine Suchtberatungsstelle aufzusuchen, soweit ich weiß werden da auch Angehörige beraten.
    Ich hoffe zwar nicht, dass sich dein Sohn erneut in eine schwierige gesundheitliche Lage bringt, falls aber doch ist es vllt ratsam einen Arzt zu rufen.
    Ich glaube auch, dass Angehörigen wie euch eher dazu geraten wird den Süchtigen dahin zu bringen dass er selbst Verantwortung für sein Leben übernimmt, also wahrscheinlich sollte man ihm raten oder von ihm fordern dass er sich eine eigene Wohnung sucht.
    Denn ein schönes Leben stelle ich mir anders vor als mit derartigen Eskalationen.
    Ich denke auch dass Angehörige Süchtige zwar unterstützen können, wenn sie gewillt sind sich von der Sucht zu lösen, wenn der Wille allerdings fehlt sind Angehörige schlecht dazu geeignet quasi als Therapeuten zu agieren.

  3. User Info Menu

    AW: 22jähriger Sohn nimmt Drogen. Lage eskaliert. Wie soll ich mich verhalten?

    Hallo Herlinde,

    du hast mein echtes Mitgefühl!

    Es tut mir leid, dass ich dir nichts Netteres schreibe, obwohl du versucht hast, was möglich ist!
    Wenn überhaupt was "hilft", dann wäre es nach meiner Meinung die klare Ansage, dass er sofort ausziehen muss, und wenn das nicht ankommt bei ihm und seinem Vater, dann könnte der Vater gleich mitausziehen ...
    unpopuläre Massnahmen, ich weiss!

    Wenn beide nicht ausziehen wollen, sehe ich nur die Möglichkeit, dass du dir mit dem kleineren Sohn etwas anderes suchst, wo du unbehelligt und in Ruhe leben kannst.

    Sonst wird das nix.

    Jugendamt ist für sowas nicht mehr zuständig, da Sohn "erwachsen" ist, vielleicht kann die Polizei Abhilfe schaffen, wenn er Randale macht und du dich bedroht fühlst.
    Doch leider besteht die "Abhilfe" auch nur von 12 bis mittag ...es sei denn, du zeigst den Sohn an wegen Bedrohung und Zerstörung?
    Schaffst du das ohne den Vater?

    Die Situation liest sich für mich unerträglich ...
    Es ist immer JETZT

  4. User Info Menu

    AW: 22jähriger Sohn nimmt Drogen. Lage eskaliert. Wie soll ich mich verhalten?

    Uff, das klingt schon beim Lesen schlimm. Mein Mitgefühl.
    Gibt es denn bei deinem Sohn irgendeine Art von Einsicht, dass es so nicht weitergehen kann? Drogenberatung, Arzt, Entzug mit Ersatzdrogen? Oder hat er sich mit diesem Leben arrangiert? Erstaunlich finde ich in dem Zusammenhang, dass er an seiner Lehre festhält. Immerhin eine gute Nachricht.

    Eine externe Beratung für dich finde ich wichtig. Und innerhalb der Familie sollte es zu einem Ergebnis kommen. Wenn der Sohn nicht von den Drogen loslässt, dein Mann und du ihn aber nicht abstürzen lassen wollt, ihn aber mit seinem destruktiven Verhalten nicht in der Familie wollt, dann vielleicht doch ein kontrollierter Auszug?

    Er zieht aus, kommt aber für eine Hauptmahlzeit vorbei. So ist er nicht ganz allein und ihr könnt nebenbei beobachten, ob er nicht weiter im Drogensumpf abtaucht. Ich sehe zwar die Gefahr von Messiwohnung , Drogenhöhle und Co, aber ihr habt auch noch eine Verantwortung für euren Jüngsten. Den Sohn vom Drogenpfad abzubringen ist je nach Mitwirkung möglich bis unmöglich, eure Möglichkeiten sind beschränkt. Trotzdem kann er es sich nicht bis zum 30. Lebensjahr in eurer Bude bequem machen auf Kosten des Familienfriedens. Irgendeinen Kompromiss muss er eingehen und das muss man ihm auch vermitteln.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

  5. User Info Menu

    AW: 22jähriger Sohn nimmt Drogen. Lage eskaliert. Wie soll ich mich verhalten?

    Zitat Zitat von Herlinde Beitrag anzeigen

    Eine Wohnung gäbe es auch für meinen Sohn, aber bisher wollte er nie ausziehen, was ich in den harten Corona-Zeiten auch verstehen konnte.
    ohne dass er für sein eigenes Leben selbst die Verantwortung übernehmen muss, wird es immer so bleiben, wie es ist

    ich "bewundere" Dich, wie Du das bereits schon 7 Jahre lang ertragen kannst -

    mitfühlende Grüße-



    Zitat Zitat von Herlinde Beitrag anzeigen
    Er bekommt alles in den A..... geschoben.
    es ist an der Zeit, etwas zu ändern, oder meinst Du nicht?

  6. User Info Menu

    AW: 22jähriger Sohn nimmt Drogen. Lage eskaliert. Wie soll ich mich verhalten?

    @) Lyanna:
    Wenn der eigene Wille und die Einsicht fehlen, gibt es keine andere Möglichkeit.
    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die du siehst, eine die ich sehe und eine die wir beide nicht sehen.
    Wusstest du, dass das Gehirn auf unnötige Informationen nicht antwortet, sondern ignoriert?

  7. User Info Menu

    AW: 22jähriger Sohn nimmt Drogen. Lage eskaliert. Wie soll ich mich verhalten?

    Hallo Candalita, Lyanna, Nocturna und alle anderen Schreiberinnen, ja, ich denke, er muss Verantwortung für sich übernehmen. Und ja, ausziehen scheint das Beste. Leider sind mein Mann und ich uns seit Jahren nicht einig, was das Thema Drogen anbelangt. Deshalb gab es so oft Streitereien. Für die aktuelle Situation mache ich hauptsächlich meinen Mann verantwortlich mit seiner laschen Haltung sowie der Befürwortung eines moderaten Umgang unseres Sohnes mit Drogen. Ich konnte mich nie mit meiner eher harten Haltung positionieren. Ich hatte schon vor einigen Jahren den Eindruck gehabt, dass es bei unserem Sohn mehr ist, als nur hin und wieder Partykiffen. Mein Mann sieht das zwar auch seit gut 2 Jahren so, hat aber keine Lust auf Konfrontation. Ich wollte immer in den Ring steigen und die Herausforderung annehmen. Aber ohne Unterstützung und mit viel Schönrederei ... ja, ein schönes Leben ist das nicht. Und was meint Ihr? War das too much, ihm seinen Vaporisator zu zerstören?

  8. User Info Menu

    AW: 22jähriger Sohn nimmt Drogen. Lage eskaliert. Wie soll ich mich verhalten?

    Ich würde vermutlich versuchen, dass das mit der Vapezerstörung jetzt nicht zu sehr vom eigentlichen Problem ablenkt.
    Kann man so und so sehen.
    Ich würde ihn definitiv dazu bewegen auszuziehen.
    22 ist alt genug.
    Dass er alles in den A*** geschoben kriegt/e, geht von Euch beiden aus oder mehr Deinem Mann?

  9. User Info Menu

    AW: 22jähriger Sohn nimmt Drogen. Lage eskaliert. Wie soll ich mich verhalten?

    Zitat Zitat von Herlinde Beitrag anzeigen
    War das too much, ihm seinen Vaporisator zu zerstören?
    Ich finde die Reaktion eher cool und gut!

    Echt, der Lümmel lümmelt bequem rum und dümpelt so von Tag zu Tag … kriegt Futter und Wäsche für lau …

    Schmeißt ihn raus.
    Versuche, mit deinem Mann irgendwie zusammen eine Haltung zu generieren. Und dann setzt euch an den berühmten runden Tisch.
    Immerhin hat er seine Lehre noch nicht geschmissen. Unterstützt ihn da, aber leiert ihn aus Hotel Mamapapa raus.
    see you on be friends online!

  10. User Info Menu

    AW: 22jähriger Sohn nimmt Drogen. Lage eskaliert. Wie soll ich mich verhalten?

    Hallo Herlinde.
    Mein Mitgefühl hast du auch. Aber dennoch : dein Sohn ist schwer krank: drogensüchtig. Und ihr unterstützt das noch.
    Frag deinen Mann mal: wenn unser Sohn Diabetes hätte, würdest du ihn dann noch mit Schokolade füttern ?

    Ihr seid coabhängig. Das ist fast so schlimm wie selbst abhängig zu sein. Google das mal. Auch dafür gibt es Selbsthilfegruppen. Goggle mal coda


    Einen Besuch in einer Drogenberatungsstelle finde ich gut. Ob die Leute da helfen können weiss ich nicht. Aber ein Versuch ist es wert.

    Womit finanziert er seine Sucht denn ? Das er seine Ausbildung macht kann ich mir nicht vorstellen, so wie du beschreibst das er zugedröhnt ist.

    Ich würde ihn wirklich rauskatapultieren. Anders wird es nicht gehen. Ihr habt noch einen Sohn. Der sieht das ganze Elend, und euren Umgang damit.
    Lizzy 27.11.2019 Mama 08.11.2020

    Den Wind können wir nicht ändern, aber wir können ihm eine andere Richtung geben (Aristoteles)
    Weisst du warum dein Kopf rund ist ? Damit deine Gedanken eine andere Richtung nehmen können

Antworten
Seite 1 von 19 12311 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •