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    Schwiegermutter bekommt Trauer nicht in den Griff

    Liebe Community,

    vielleicht kennt der eine oder andere ja ähnliche Situationen und hat einen Rat für uns.

    Vor vier Jahren ist ganz plötzlich und überraschend mein Schwiegervater mit Mitte 50 verstorben. Für meinen Mann, seine Schwester und meine Schwiegermutter war das natürlich damals ein riesen Schock. Meine Schwiegermutter kommt mit dem Verlust und der Trauer aber bis heute nicht klar, man hat eher das Gefühl, dass es sogar schlimmer wird.

    Ein aktuelles Beispiel vom Wochenende:
    Wir waren mit unseren beiden Kindern (vier und sechs Jahre alt) ein paar Tage im Urlaub und haben am Rückweg meine Schwiegermutter besucht. Unsere große Tochter hat der Oma dann voller Begeisterung von ihren Urlaubserlebnissen erzählt. Anfangs war noch alles ok, plötzlich kamen meiner Schwiegermutter aber die Tränen. Sie erzählte dann unserer Tochter, dass sie mit Opa ja auch viel verreist ist und sie nun ja aber alleine ist und niemanden mehr hat, mit dem sie verreisen kann. Unsere Kinder hat die Situation total überfordert. Unsere Tochter hat dann Nachts geweint, weil ihr Oma so leid tut und sie Oma helfen möchte.

    Solche Vorfälle sind keine Ausnahme, sondern kommen regelmäßig vor. Es gibt quasi keine Treffen, Feiertage oder Familienfeste an denen meine Schwiegermutter nicht irgendwann in Tränen ausbricht. Oft stößt sie andere dann mit ihren Aussagen vor den Kopf (meiner Schwägerin hat sich mal vorgehalten, dass sie ja einen Partner hat, meine Schwiegermutter aber nicht mehr). Mein Mann und meine Schwägerin haben immer wieder versucht, mit meiner Schwiegermutter zu reden und sie dazu zu bewegen, z. B. eine Trauergruppe aufzusuchen. Aber sie blockt jedes mal ab. Das würde ihr auch nicht helfen, ihren Mann bringt das ja nicht zurück.

    Ich habe selbst keine Eltern mehr und auch bei mir ist mein Vater vor meiner Mutter verstorben. Ich kann mich in die Situation also auch durchaus hineinversetzen. Als es vor ein paar Wochen an ihrem Geburtstag wieder ganz schlimm war, habe ich meiner Schwiegermutter erzählt, dass es meiner Mama geholfen hat sich in schönen Momenten vorzustellen, dass mein Papa doch irgendwie bei uns ist. Meine Schwiegermutter hat das aber nur als „Bullshit“ abgetan.

    Für uns alle ist Situation mittlerweile belastend. Meine Schwägerin hat momentan nur sporadisch Kontakt zur Schwiegermutter da sie das Gefühl hat, ihre Mutter neidet ihr das Glück. Auch wir ziehen uns immer wieder zurück, weil uns das dann zu viel wird. Andererseits tut mir das auch leid, weil ich unseren Kindern natürlich auch Zeit mit der Oma geben möchte.
    Habt ihr vielleicht einen Rat? Ich dachte ja immer, dass es mit der Zeit besser wird, aber man hat eher das Gefühl, dass es immer schlimmer wird.

  2. Inaktiver User

    AW: Schwiegermutter bekommt Trauer nicht in den Griff

    Bei manchen Menschen ist es so, dass sie es aussprechen wollen: WIE schlimm der Verlust ist, WIE sehr sie sich alleine fühlen … Eigentlich ist das ein Verlangen nach Trost.

    Die Frage ist nur, WEM gegenüber man sich so entsprechend äußert.
    Erwachsene können dieses Wehklagen sicher eine Weile aushalten - Kindern ist das aber nicht verständlich.

    Wenn Deine Schwiegermutter keine Trauergruppe mag (halte ich eigentlich für eine gute Idee), könnt ihr Erwachsenen euch vielleicht abwechselnd allein mit ihr treffen und dabei bewusst in den Schmerz gehen. Also statt die Erinnerungen zu umgehen, in Erinnerungen schwelgen. Man könnte sie z.B. pro aktiv auffordern, von den gemeinsamen Reisen zu erzählen. Dann wird sie weinen - weil sie noch zu erschüttert ist. Aber irgendwann wird das nachlassen.
    Dann könnte man ihr auch erklären, dass dies kein gutes Thema für Kinder ist und sie auch darauf aufmerksam machen, dass ein Kind beinahe ein Recht darauf hat, noch nicht (und vor allem immer wieder) mit so schlimmen Verlusten konfrontiert zu werden.

    Schwierig alles ...

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    AW: Schwiegermutter bekommt Trauer nicht in den Griff

    Wenn der Ehepartner verstirbt (und das auch noch mit 50+) hinterlässt das eine große Wunde.

    Deine SM leidet sehr und über so einen Verlust kommt man nie hinweg.

    Du kannst da leider sehr wenig machen.


    Ich würde an deiner Stelle mit den Kindern sprechen und ihnen das ehrlich erklären warum die Oma öfter weint. Die werden das verstehen.

    Ich würde aber auch mal ein 4 Augen Gespräch mit der SM führen. Nicht um eine Lösung anzustreben sondern wie es dir und den Kindern dabei geht wenn sie oft so traurig ist.
    Betrunken flirten ist wie hungrig Einkaufen gehen.

    Man geht mit Sachen nach Hause, die man eigentlich gar nicht will
    .

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    AW: Schwiegermutter bekommt Trauer nicht in den Griff

    Der Verlust ist jetzt vier Jahre her. Das frühere Trauerjahr sozusagen längst um.

    Wenn es für die ganze Familie und besonders für die Enkelkinder so belastend wird, wäre für mich persönlich eine gesunde Grenze überschritten. Auch dass deine Schwiegermutter Hilfe ziemlich ablehnt, und ihren Schmerz auf Kosten anderer „lebt oder pflegt“.

    Es gibt doch professionelle Trauerbegleiter. Vielleicht mit so einem Profi Gespräche vermitteln? Hospize in der Nähe haben auch gute Tipps, Erfahrungen und Kontakte.
    Ansonsten zum Hausarzt schicken? Evtl. ein leichtes Medikament für eine bessere Stimmung? (Geht das ganze evtl. schon Richtung versteckte Depression? - Aber das soll natürlich der Facharzt beurteilen).

    Wie lange darf Trauer dauern? Was ist dem Umfeld zumutbar?

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    AW: Schwiegermutter bekommt Trauer nicht in den Griff

    Zitat Zitat von Seemond Beitrag anzeigen
    Wie lange darf Trauer dauern? Was ist dem Umfeld zumutbar?
    Wer sollte das deiner Meinung nach festlegen?
    Viele Dinge fallen mir einfach so zu,.......Augen zum Beispiel.

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    AW: Schwiegermutter bekommt Trauer nicht in den Griff

    Hi Lissiie,

    Dass Deine Schwägerin mit ihrer Auffassung, sie sei neidisch, recht hat, zeigt sich ja auch in der Reaktion Deiner Tochter gegenüber. Sehr schwierig! Denn zunächst mal weiß man ja, wie schmerzlich der Verlust des Lebenspartners sein muss. Aber das Verhalten Deiner Schw.mu ist nicht mehr sozial verträglich.
    Wie hast Du eigentlich auf das brutale "Bullshit" reagiert, als Du ihr erzählt hast, wie es Deiner Mutter geht? Vielleicht braucht sie ganz klare Reaktionen, z.B: "Das ist unerträglich, dieses Verhalten! Ich kann definitiv nichts für Deine Situation, also finde gefälligst andere Möglichkeiten, mit Deinen Gefühlen umzugehen!" Das wäre etwas, was mir spontan einfällt.

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    AW: Schwiegermutter bekommt Trauer nicht in den Griff

    Einzelgespräche gab es immer wieder mit ihr. Meistens endete es aber damit, dass sie meinem Mann und meiner Schwägerin vorgeworfen hat, nicht richtig zu trauern und ihr Leben einfach weiter zu leben.
    Mein Mann hat da ein dickeres Fell, aber für meine Schwägerin ist das schlimm. Sie vermisst ihren Vater ja auch, aber das Leben geht natürlich trotzdem weiter.

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    AW: Schwiegermutter bekommt Trauer nicht in den Griff

    Sehr sehr schwierig, liebe @lissiie ...

    Wie von @lufti vorgeschlagen ...
    das Gespräch mit der Schwiegermutter, um ihr vor Augen zu führen, was ihre Art, mit der Trauer umzugehen, mit der restlichen Familie macht, würde ich ebenfalls versuchen. Dein Mann, also ihr Sohn, sollte nach Möglichkeit auch dabei sein.

    Erfordert jedoch jede Menge Geschick, denn sie soll ja keine Schuldgefühle bekommen, weil sie trauert. Sie muss sich nach wie vor in ihrer Trauer angenommen fühlen - sollte aber tatsächlich erkennen, dass es einen alternativen Umgang damit gäbe, der andere nicht belastet oder gar verletzt.

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    AW: Schwiegermutter bekommt Trauer nicht in den Griff

    Zitat Zitat von Seemond Beitrag anzeigen
    Es gibt doch professionelle Trauerbegleiter. Vielleicht mit so einem Profi Gespräche vermitteln? Hospize in der Nähe haben auch gute Tipps, Erfahrungen und Kontakte.
    Ansonsten zum Hausarzt schicken? Evtl. ein leichtes Medikament für eine bessere Stimmung? (Geht das ganze evtl. schon Richtung versteckte Depression? - Aber das soll natürlich der Facharzt beurteilen).

    Wie lange darf Trauer dauern? Was ist dem Umfeld zumutbar?
    Das wir uns mal an Trauerbegleiter wenden, ist tatsächlich eine gute Idee.

    Vom Hausarzt hat sie schon mal Tabletten bekommen. Während der Einnahme hatten wir auch das Gefühl, dass es besser wird. Sie hat die Tabletten dann aber wieder abgesetzt, weil sie müde gemacht haben. Den Vorschlag, zum Facharzt zu gehen, hat sie wiederum abgelehnt.

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    AW: Schwiegermutter bekommt Trauer nicht in den Griff

    Es hat jeder seine Trauerzeit
    TRauerjahr.. als wenn man da schwupp di wupp wieder gut drauf ist.
    Für Kinder ist das zu viel.. denen würde ich das nicht mit aufbürden.

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