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    Was tun ohne Familiennest - wer ist auch (bald) ohne Familie?

    Guten Abend,

    Frueher war fuer mich Familie kein grosses Thema. Und ploetzlich - ue40 - ist es ein Riesenthema. Ich habe meine Grosseltern frueh verloren. Mit meiner Grossmutter, die bei uns wohnte, war ich sehr eng verbunden. Als ich Teenager war starb mein Vater und nun ist meine Mutter schwer krank geworden und im Pflegeheim. Ich fuehle mich ploetzlich ganz schrecklich allein auf der Welt, wurzel- und heimatlos. Durch den fruehen Verlust meines Vaters haben wir zwei eine enge Bindung aneinander, meine Mutter ist meine Familie. Ich weiss ehrlich nicht, ob und wie ich ihren Tod ueberleben soll. Geht es anderen auch so und wie geht ihr damit um? Was macht man an Feiertagen, wohin gehoert man wenn keiner aus der Familie mehr lebt und wie geht man mit der Trauer um? Wie gesagt war das meine "Normalitaet", die fruehen Verluste und Beerdigungen. Meine Grosseltern haben meine Eltern sehr spaet bekommen und meine Eltern ebenfalls. Ich hatte eben meine Mutter, Job, Freunde, Reisen, Partnerschaften. Und nun bin ich selbst in der Mitte des Lebens und frage mich wie es denn gehen soll wenn bald alle weg sind.

    Um mich herum scheinen alle noch ihre Eltern oder zumindest ein Elternteil zu haben, zum Teil sogar noch Oma und Opa. Ich finde es mittlerweile ganz schlimm, wenn andere von Familienfeiern erzaehlen. Ich haette auch gern eine. Oder wenn mir von einer Freundin Johannisbeeren aus Mamas Garten mitgebracht werden. Oder wenn ueberlegt wird, was zu Weihnachten wem geschenkt wird. Oder wenn, wie jetzt im Sommer, sich Opa, Tochter und Kind am Strand tummeln. Eine Freundin wollte mich am Wochenende mit zu ihren Eltern nehmen. Ich musste absagen denn dies haette meinen Verlust, meine Luecke, noch schmerzhafter werden lassen. Ich habe noch entfernte Verwandte, aber wir haben kein gutes Verhaeltnis zueinander. Ich bin auch kinderlos, mein Kinderwunsch kam leider zu spaet.

    Ich wuerde mich ueber Rueckmeldungen freuen!

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    AW: Was tun ohne Familiennest - wer ist auch (bald) ohne Familie?

    Hallo,

    Bei mir gibt es auch keinen mehr.... Eltern tot, Großeltern tot, und Tanten Onkel auch.

    Aber ganz ehrlich, ich bin froh. Denn eine Bilderbuch Familie gibt es meist nicht und wie du hier im forum seitenweise lesen kannst, können lebende Familienangehörige einem das Leben auch zur Hölle machen.

    Für mich haben Freunde die Familie ersetzt.

    Freunde sind die Familie die man sich aussuchen kann.

    Versuche es für dich selbst positiv und nicht als negativ/Defizit zu sehen.

    Du bist frei wie ein Vogel....... Du kannst eine wahlfamilie um dich herum aufbauen..... Patentante werden.....

    Du siehst, alles eine einstellungssache
    Betrunken flirten ist wie hungrig Einkaufen gehen.

    Man geht mit Sachen nach Hause, die man eigentlich gar nicht will
    .

  3. Inaktiver User

    AW: Was tun ohne Familiennest - wer ist auch (bald) ohne Familie?

    Zitat Zitat von sarahsarah Beitrag anzeigen
    Um mich herum scheinen alle noch ihre Eltern oder zumindest ein Elternteil zu haben, zum Teil sogar noch Oma und Opa. Ich finde es mittlerweile ganz schlimm, wenn andere von Familienfeiern erzaehlen. Ich haette auch gern eine. Oder wenn mir von einer Freundin Johannisbeeren aus Mamas Garten mitgebracht werden. Oder wenn ueberlegt wird, was zu Weihnachten wem geschenkt wird. Oder wenn, wie jetzt im Sommer, sich Opa, Tochter und Kind am Strand tummeln. Eine Freundin wollte mich am Wochenende mit zu ihren Eltern nehmen. Ich musste absagen denn dies haette meinen Verlust, meine Luecke, noch schmerzhafter werden lassen. Ich habe noch entfernte Verwandte, aber wir haben kein gutes Verhaeltnis zueinander. Ich bin auch kinderlos, mein Kinderwunsch kam leider zu spaet.

    Ich wuerde mich ueber Rueckmeldungen freuen!
    ich rate dir, deinen blick zu weiten. es gibt doch so viele menschen, die keine oder kaputte oder kühle familien haben.
    schau doch, ob du dir da ein umfeld aufbauen kannst.

    und vielleicht kannst du ja auch nochmal auf deine beziehungen schauen. vielleicht fehlt ihnen alltagsnähe? nur so geraten...

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    AW: Was tun ohne Familiennest - wer ist auch (bald) ohne Familie?

    Zitat Zitat von sarahsarah Beitrag anzeigen
    ....Um mich herum scheinen alle noch ihre Eltern oder zumindest ein Elternteil zu haben, zum Teil sogar noch Oma und Opa. Ich finde es mittlerweile ganz schlimm, wenn andere von Familienfeiern erzaehlen. Ich haette auch gern eine. Oder wenn mir von einer Freundin Johannisbeeren aus Mamas Garten mitgebracht werden. Oder wenn ueberlegt wird, was zu Weihnachten wem geschenkt wird. Oder wenn, wie jetzt im Sommer, sich Opa, Tochter und Kind am Strand tummeln. Eine Freundin wollte mich am Wochenende mit zu ihren Eltern nehmen. Ich musste absagen denn dies haette meinen Verlust, meine Luecke, noch schmerzhafter werden lassen. Ich habe noch entfernte Verwandte, aber wir haben kein gutes Verhaeltnis zueinander. Ich bin auch kinderlos, mein Kinderwunsch kam leider zu spaet....
    Ich bin jetzt nicht ganz in deiner Situation, ich habe eine erwachsene Tochter, die ihr eigenes Leben hat, aber ansonsten auch keine Verwandten. Meine Mutter lebt mit Demenz in einem Pflegeheim bei mir um die Ecke, aber ein besonders gutes oder inniges Verhältnis hatte ich zu ihr nie. Mein Vater, dem ich mehr vebunden war, ist vor mehr als 10 Jahren verstorben.

    Ich habe den zitierten Teil deines Postings rausgegriffen: das was du schilderst mag es geben, aber der Normalfall ist es meiner Erfahrung nach sicher nicht. Familie ist kein Hort, wo sich alle immer ganz furchtbar liebhaben und jeder nur das Wohl des anderen im Blick hat !

    Meine Mutter hatte vier Geschwister, alle total zerstritten, dito mein Vater mit seiner Schwester und seiner eigenen Mutter. Mein Partner hat vier längst erwachsene Kinder, er hat auch Enkel, aber ein "Familienleben" gibt es da so gesehen nicht: jeder möchte den anderen übertrumpfen, Kontakte sind so eine Sache. Eine "Familienfeier" mit allen Kindern und seinen Geschwistern gibt es jährlich an seinem Geburtstag, aber die Atmosphäre finde ich jetzt nicht sonderlich, aber meine Befindlichkeit halte ich in dem Fall für belanglos. Wenn die Geschwister meines Partners nicht dabei wären, würde ich glaube ich ab und an einfach meine "Migräne" nehmen . Ähnliches bei meiner besten Freundin, sie hat einen Bruder und zwei Nichten, den Kontakt hat sie nach mehreren unterirdischen Erlebnissen eingestellt.

    Ich will da jetzt nicht im Detail weitermachen, sind ja auch nur meine Erfahrungen.

    Was ich dir sagen will: schau nicht, was andere vermeintlich(!) tolles haben, sondern gestalte deine eigene Welt mit Leuten, die es gut mit dir meinen. Nicht umsonst gibt es den Begriff der "Wahlverwandtschaft".

    Gruß Elli
    Geändert von elli07 (21.08.2021 um 08:29 Uhr)
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)

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    AW: Was tun ohne Familiennest - wer ist auch (bald) ohne Familie?

    Das Gras ist auf der anderen Seite immer grüner.
    Nicht jeder mit Ü40 hat noch Eltern-und bei vielen werden die Eltern pflegebedürftig und sehr zeitintensiv. Wenn man keine eigenen Kinder hat, steht man eben irgendwann ohne Familie da -das ist der Laufder Dinge.
    Vielleicht hast Du im Freundeskreis ein Herzenskind oder in der Nachbarschaft eine ältere Dame, um die Du Dich kümmern magst?

  6. Moderation

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    AW: Was tun ohne Familiennest - wer ist auch (bald) ohne Familie?

    Zitat Zitat von _lufti Beitrag anzeigen
    Hallo,

    Bei mir gibt es auch keinen mehr.... Eltern tot, Großeltern tot, und Tanten Onkel auch.

    [...]
    Für mich haben Freunde die Familie ersetzt.

    Freunde sind die Familie die man sich aussuchen kann.

    Versuche es für dich selbst positiv und nicht als negativ/Defizit zu sehen.

    Du bist frei wie ein Vogel....... Du kannst eine wahlfamilie um dich herum aufbauen..... Patentante werden.....

    Du siehst, alles eine einstellungssache
    Ähemmm, entweder ich irre mich gerade total oder ich bin irritiert.

    Du hast doch Mann und Kind, wenn ich es richtig mitbekommen habe, lufti?


    Oder verwechele ich Dich komplett?



    Zum Thema schreibe ich gerne ausführlich ab übermorgen.
    I don´t know where I´m going- but I´m on my way... Carl Sagan

    Vielleicht geht es auf dem Weg gar nicht darum, irgendwas zu werden.
    Vielleicht geht es darum, alles abzuwerfen, was wir nicht sind,
    so daß wir das sein können, wofür wir bestimmt sind.
    Paulo Coelho



    Moderatorin in den Foren:
    Beziehung im Alltag, Der "gebrauchte" Mann und im Tierforum
    - ansonsten normale Nutzerin

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    AW: Was tun ohne Familiennest - wer ist auch (bald) ohne Familie?

    Zitat Zitat von Sternenfliegerin Beitrag anzeigen
    Ähemmm, entweder ich irre mich gerade total oder ich bin irritiert.

    Du hast doch Mann und Kind, wenn ich es richtig mitbekommen habe, lufti?

    Ja habe ich

    Es ging mir mehr um eltern/Großeltern /tanten/onkel/Cousinen usw

    Da ist halt absolut nichts mehr da. Die einzige blutsverwandschaft ist mein Kind.

    Es gibt auch bei mir keine familienfeiern oder Telefonate mit der Verwandtschaft (gibt ja keinen mehr)

    Oder das man sich mal einen Rat von älteren in der Familie holen kann.....

    Besonders auffällig sind Feiertage (Weihnachten usw) während mein Mann alle Hände voll zu tun hat (er hat sehr sehr viel Familie), ist bei mir einfach nix.
    Betrunken flirten ist wie hungrig Einkaufen gehen.

    Man geht mit Sachen nach Hause, die man eigentlich gar nicht will
    .

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    AW: Was tun ohne Familiennest - wer ist auch (bald) ohne Familie?

    Das ist dann aber schon etwas anderes, als wenn man niemanden mehr hat. Bei Dir geht es ja gefühlt weiter.
    Allerdings hat meine Schwägerin, die in der gleichen Situation ist, auch sehr daran zu knabbern.

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    AW: Was tun ohne Familiennest - wer ist auch (bald) ohne Familie?

    Das ist ein interessantes und bewegendes Thema. Ich bewundere immer Menschen mit einer innigen Verbindung zu ihren Eltern. Meistens sind sie auch zufrieden mit ihrem Leben und kommen gut klar. Zum Beispiel der Skifahrer Markus Wasmeier, der bekanntlich zusammen mit seinem Vater
    dieses historische Dorf aufgebaut hat. Unglaublich wie die beiden zusammen 'schwingen'.

    Selbst hat mein Vater immer vom Krieg erzählt und von den Russen, die so arm gewesen sind.
    Darüber hat er auch gespottet und als ich ihn fragte, warum habt ihr sie denn überfallen wenn sie sowieso schon arm gewesen sind. Darauf hatte er keine Antwort.
    Meine Mutter war eher eine blasse Persönlichkeit, die gemacht hat was mein Vater sagt und Angst davor hatte, dass ich ihr den Mann wegnehme. Gleichzeitig hat sie versucht mich als Freundin zu gewinnen und mich oft um Rat gefragt anstatt mir als KIND eine Hilfe oder Vorbild zu sein.
    Nein ich habe mir deshalb immer heiss und innig andere Eltern gewünscht, weltoffene gebildete mit Humor und Freude am Leben.
    Um nun auf die Situation der TE zu kommen: ich habe mich von Anfang in diesem Leben nicht verwurzelt gefühlt und war in den ersten 2-3 Jahrzehnten deshalb sehr unglücklich. Mein Problem hat sich dadurch langsam aufgelöst, dass ich die Zuwendung und Verbundenheit bei fremden Menschen gefunden habe und dafür auch immer offen und dankbar war. Es sind immer Menschen da, die gerne helfen und die gerne das teilen, was sie haben. Man muss dafür allerdings offen sein - sonst wird es sehr schwer.

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    AW: Was tun ohne Familiennest - wer ist auch (bald) ohne Familie?

    Es gibt dieses Buch von Peter Weiß "Abschied von den Eltern".

    Ich kann mich nicht mehr richtig daran erinnern. Aber der Titel spukt immer noch in meinem Kopf herum.
    Abschied von den Eltern heißt, sich klar zu machen, dass Eltern einen nur einen Teil des Lebens begleiten können und dass man sie irgendwann aus seinem Leben entlassen muss. Und zwar vollständig. Nicht dass man sie vergessen muss, aber: Sie haben keine Verantwortung mehr für mich, ich trage ihnen nichts mehr nach, ich komme ohne sie klar, ich habe sie losgelassen, sie durften aus dem Leben gehen, das ist okay.

    Das ist etwas, was mich jetzt einige Jahre beschäftigt hat. Mittlerweile empfinde ich es als Befreiung.

    Es ist wunderbar, sich nicht rechtfertigen zu müssen vor Menschen, die einen von Kindesbeinen an kennen und nicht mitbekommen, dass man sich entwickelt, verändert und entfernt. Auch wenn ich immer wieder merke, wie ähnlich ich meiner Mutter in manchen Dingen bin - ich bin anders, ich bin ich, und ich muss mir nichts mehr erzählen lassen darüber, wie ich "eigentlich" bin.

    Die übrige Verwandschaft sehe ich nicht oft und finde ich meistens anstrengend.

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