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    AW: Was tun ohne Familiennest - wer ist auch (bald) ohne Familie?

    Zitat Zitat von Caramac Beitrag anzeigen
    Wenn man keine eigenen Kinder hat, steht man eben irgendwann ohne Familie da -das ist der Laufder Dinge.
    Auch wenn man eigene Kinder hat, ist dies nicht die Garantie, dass die sich kümmern. Die haben oftmals eine eigene Familie, die an 1. Stelle steht und u.U. weit entfernt wohnen.
    Ich hoffe, dass du gute Freunde hast und Freunschaften muss man pflegen. Aber selbst dann kann es passieren, dass diese nicht so lange leben und du im Alter alleine bist.
    Das ist der Lauf des Lebens.
    Geändert von Majllin (21.08.2021 um 16:42 Uhr)
    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die du siehst, eine die ich sehe und eine die wir beide nicht sehen.
    Wusstest du, dass das Gehirn auf unnötige Informationen nicht antwortet, sondern ignoriert?

  2. Moderation

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    AW: Was tun ohne Familiennest - wer ist auch (bald) ohne Familie?

    Zitat Zitat von Zimmerbrunnen Beitrag anzeigen
    [...]
    Abschied von den Eltern heißt, sich klar zu machen, dass Eltern einen nur einen Teil des Lebens begleiten können und dass man sie irgendwann aus seinem Leben entlassen muss. Und zwar vollständig. Nicht dass man sie vergessen muss, aber: Sie haben keine Verantwortung mehr für mich, ich trage ihnen nichts mehr nach, ich komme ohne sie klar, ich habe sie losgelassen, sie durften aus dem Leben gehen, das ist okay.

    Das ist etwas, was mich jetzt einige Jahre beschäftigt hat. Mittlerweile empfinde ich es als Befreiung.

    Es ist wunderbar, sich nicht rechtfertigen zu müssen vor Menschen, die einen von Kindesbeinen an kennen und nicht mitbekommen, dass man sich entwickelt, verändert und entfernt. Auch wenn ich immer wieder merke, wie ähnlich ich meiner Mutter in manchen Dingen bin - ich bin anders, ich bin ich, und ich muss mir nichts mehr erzählen lassen darüber, wie ich "eigentlich" bin.

    [...]
    Zimmerbrunnen, das hast du gut beschrieben, ich finde mich da in einigen Sätzen wieder. Grade im Letzten. :)



    @sarahsarah - ich glaube, das ist ein ganz normales Gefühl und da muss man durch. Man überlebt es auch, es braucht nur seine Zeit.

    Ich hatte es eigentlich gar nicht so stark erwartet, nachdem meine Mutter in 2019 und mein Vater in 2020 starben. Ich lebte da schon seit fast 20 Jahren 16.000 km entfernt von ihnen, habe hier keine Familie vor Ort und hab schon viele Feiertage ohne Familie verbracht. Genauso wie andere Anlässe, bei denen man gerne Familie bei sich gehabt hätte. Von daher hatte ich gedacht, dass ich mich relativ schnell an das Gefühl gewöhne.

    Pustekuchen. Ich hatte die Bindung selbst halb um die Welt unterschätzt. Anfangs hatte ich das Gefühl, man hätte mich an der Autobahnraststätte vergessen.
    Ich hab erst jetzt so langsam das Gefühl, dass ich mich mit der Situation arrangiert habe, es wird leichter. Okay, Corona und ein paar andere Krisen hier vor Ort haben sich dazwischengedrängelt, ich hatte da so Einiges verdrängt.

    Erschwerend dazu kommt auch, dass mein Bruder vor gut 17 Jahren starb, d.h., von meiner Kernfamilie bin ich die Einzige, die übrig ist. Mein Vater hat mir noch sehr viel jüngere Halbschwestern hinterlassen. Unser Verhältnis ist gut, aber auf einem anderen Level. Es fehlen die gemeinsamen Kindheitserlebnisse und Erinnerungen.

    Klar wurde mir das neulich erst wieder, als ich Fotos und Dokumente meiner Mutter sortierte und mir klar wurde, dass nach mir nicht mehr schrecklich viel Menschen daran Interesse haben werden. Wenn überhaupt.

    Aber Zimmerbrunnen hat es gut beschrieben. Man muss loslassen. Eltern haben das Recht, zu gehen und losgelassen zu werden. Jetzt fängt ein neuer Abschnitt an. Das kann auch spannend werden. Vielleicht entdeckst du Seiten an dir, die dir unbekannt waren.

    Ich hab hier Wahlfamilie, gebildet aus Freunden. Alte und Junge und Kinder. Es kann gut sein, dass die auch mal gehen, wegziehen, das weiss man nie, aber immerhin hat man sie gehabt.
    Feiertage verbringen wir meist gemeinsam. Aber ich hab auch kein Problem damit, mal an Silvester oder an Heiligabend allein zu sein. Ich vermeide dann aber auch, in Sentimentalitäten und Gedanken an früher zu versinken, denn das bringt mir nichts ausser Schwermut, solange es keine Erinnerungen sind, bei denen man lachen muss.

    Ich hatte mir immer mal vorgenommen, an Weihnachten in der Obdachlosenhilfe zu helfen, oder im Tierheim, aber bisher war irgendwie immer eine Einladung. Vielleicht dieses Jahr, so Corona will.
    "I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

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    AW: Was tun ohne Familiennest - wer ist auch (bald) ohne Familie?

    hmm, wenn Du so der "Kümmerer" bist, dann such Dir doch eine Art Ersatzfamilie. Denke, es gibt sicher etliche Kinder, die Hilfe bei Schularbeiten brauchen, eine Art "Ersatz-Tante/Oma", die mal zuhört, mit den Kleinen spielt..., weil die Eltern wenig Zeit haben. so in der Art als handfestes Bsp.. Ansonsten kann ich auch sagen "Familie" ist nicht immer Friede-Freude-Eierkuchen, erfordert Kompromisse, man muss sich vor übergriffigen Verwanden schützen, dieses ganze verwandtschaftliche "Gemenschel" kann einen auch dazu bringen, das man selbst auf der Strecke bleibt und seine eignen Ziele/Wichtigkeiten im Leben aus den Augen verliert... wenn der sonntägliche Kaffeeklatsch bei Tante Frieda in Kleinkleckersdorf wichtiger ist, weil sonst die Tante böse mit einem ist, als das man am WE eben das macht, was einem selber wichtig ist. Sowas kann ungemein Energie kosten. geniesse Deine Freiheit.

  4. Inaktiver User

    AW: Was tun ohne Familiennest - wer ist auch (bald) ohne Familie?

    Liebe sarahsarah,

    wenn man Niemandes Kind mehr ist -
    dann fühlt man sich so wie du.

    Dann denke ich - lebst du mehr in deinen Erinnerungen.

    Mein Verhältnis zur Ursprungsfamilie war auch oft gespannt. Aber, als ich in einer wirklich großen Krise war half mir mein Vater, völlig unverhofft. Der ist jetzt über 90.

    Trotz Streit und Zank, vor allem Konkurrenz ist Familie eben das Vertrauteste was man im Leben finden kann.
    Selbst die Vorwürfe kennt man schon, auch vertraut.

    Ich hatte mich auch wirklich gewundert wie meine schon älteren Freundinnen mich bewunderten weil ich noch einen Vater hatte.

    Für einen Rat halte ich es zu früh, und auch pietätlos.

    Weißt du was ich manchmal mache? Ich gehe da an die Orte meiner Kindheit. Da tanke ich die Geborgenheit von früher. Ist eben mein Trick.

    Also - verstehen kann ich dich.

    Man kann auch sehr wohl Geborgenheit in sich selber finden. Man muss nicht in nen Kirchenkreis rennen, oder mütterliche Freundinnen haben, oder eben den "schwulen Freund".

    Wir sind so geschaffen, das kann ich dir versichern.

  5. Inaktiver User

    AW: Was tun ohne Familiennest - wer ist auch (bald) ohne Familie?

    Zitat Zitat von sarahsarah Beitrag anzeigen
    .... Ich wuerde mich ueber Rueckmeldungen freuen!
    sarahsarah,

    kannst du mit den Beiträgen hier etwas anfangen ? Rückmeldungen gab es ja jetzt so einige

    Gruß Elli

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    AW: Was tun ohne Familiennest - wer ist auch (bald) ohne Familie?

    Als mein Vater starb hatte ich fast keine Gefuhle. Er lebte schon seit 30 Jahren in seiner zweiten Familie und es gab nicht viel Kontakt.

    Ich hatte aber mit meinen Tanten und Cousinen einen guten Kontakt. Nachdem mein Vater starb, haben sich alle gegen mich gewendet und ich habe keine Ahnung warum. Wenn ich per email frage, bekomme ich keine Antwort. Wenn ich anrufe geht niemand dran.

    Ich weiss, dass eine meiner Halbschwestern bald heiratet als wäre sie eine Prinzessin aber ok, kann sie gerne machen. Ich frage mich ob meine Verwandten Angst haben, ich könnte sie wegen der Hochzeit fragen. Dabei ist es mir wirklich egal.

    Jetzt ist meine Mutter in ein Altersheim gezogen und hat davor ihr Haus verkauft. Das war für mich der schlimmste Schlag, weil es eben doch noch ein zu Hause für mich war. Aber sie hat eine 2 Zimmer Wohnung in dem Heim und wenn ich sie besuche, ist es kein grosser Unterschied zu ihrem Haus. Etwas kleiner.

    Aber ich habe sehr starke Gefühle und grosse Angst, sie zu verlieren. Ich habe zum Glück einen Mann und eine Patentochter, die wie eine Tochter für mich ist aber der Verlust der Grossfamilie tut weh. Jetzt geht es meiner Mutter zum ersten Mal seit ein paar Monaten besser.

    Du tust mir sehr leid. Aber ja, Freunde können gut eine Familie ersetzen. Ich wünsche Dir dafür alles Gute

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