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    AW: Mutter, Pflegedienst, Pflegeheim, tausend Fragen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Anscheinend unterschreibt sie noch selbst.

    Was ich noch nicht verstanden habe: Ist das denn jetzt eine Wohngruppe speziell für Menschen mit psychischen Erkrankungen oder eine "normale" Seniorengruppe?
    Es ist eine WG für Senioren mit und ohne Demenz und fast alle waren schon in der Psychiatrie, damit haben dir Betreuer also Erfahrung.
    Es ist ein Haus mit 2 solcher WG`s und betreuten Einzelwohnungen, da wohnen auch Jüngere. Die Sozialtherapeutinnen, das ist ein Verein, betreut das. Es ist immer jemand im Haus, aber nicht immer direkt in der WG. Nur mittags zum gemeinsamen Kochen und Essen und dann zum Kaffeetrinken und manchmal Kuchen backen. Den Rest der Betreuung übernimmt der Pflegedienst, denn einige sind schwer pflegebedürftig und damit immer jemand da.

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    AW: Mutter, Pflegedienst, Pflegeheim, tausend Fragen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Steht die Mutter denn unter Deiner Betreuung, oder ist sie noch voll geschäftsfähig?
    LG
    Ich habe eine Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmacht, bei der aber drei Punkte offen gelassen wurden. Ich darf letztlich alles außer Mietverträge zu unterschreiben. Ich habe bisher nicht von diesen Vollmachten Gebrauch gemacht, außer das Heim zu kündigen weil sie das seit Wochen immer aufgeschoben hat. Und den Maklervertrag für die Vermietung und den Vertrag für die WG hat sie letzte Woche selbst unterschrieben, da war ihr Anwalt dabei, der ihr mit viel Diplomatie und Einfühlungsvermögen alles erklärt und die Zahlen dargelegt hat.

    Ich halte sie nicht mehr für geschäftsfähig. Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass wir das gerichtlich ändern müssen, denn nun will sie auf einmal die Wohnung verkaufen. Zugleich bildet sie sich Sachen ein die mit ihrem Geld zu tun haben, die so nicht sind. Z.b. dass das Heim in dem sie aktuell lebt, da Summen abbuchen würden, was definitiv nicht so ist.

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    AW: Mutter, Pflegedienst, Pflegeheim, tausend Fragen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Na ja, so wenig an Pflegeleistungen finde ich das nu nicht, vor allem das jede Nacht vorbeifahren. Ist denn in der Wohngruppe nachts niemand zur Betreuung vor Ort falls es einen Notfall gibt ? Brot und Butter aus dem Kühlschrank holen ? Gibt es denn kein gemeinsames Frühstück in der Wohngruppe oder könnte dies ein Mitbewohner machen ?

    [ed.]
    Jetzt muss ich blöd fragen: eine stationäre Einrichtung ist doch eine Klinik, oder? Da kann sie doch nicht bleiben auf Dauer. Sie muss doch irgendwo wohnen. Oder sehe ich da was falsch?
    Die Möbel müssen jedenfalls jetzt mal aus der Wohnung raus, die muss geräumt werden damit sie vermietet werden kann und Geld einbringt.


    Ach so was ich noch sagen wollte: Ich habe ja einen Großteil an Vollmachten, aber sie schießt ständig quer und entscheidet um. Sie entscheidet jeden Tag um, seit Monaten. Sie kann gar nicht selbst entscheiden. Aber wenn ich es für sie tue, z.B. mit der Kündigung vom Heim, dann zieht sie sie wieder zurück. Gut nur mündlich bisher, aber trotzdem. Hat bei der WG abgesagt, telefonisch. Die sagen aber, ich bin ihr Geschäftspartner. Aber sie muss unterschreiben weil mir drei Punkte ja auf der Vollmacht fehlen. Sie hat unterschrieben.
    Also sie schießt ständig quer. Ich hatte sie in einer Tagesklinik angemeldet, sie hat dort wieder abgesagt. So geht es ständig. Ich kann sie ja nicht zwingen. Sie will in der Situation in der sie sich nicht wohl fühlt verharren, aus Angst vor weiteren Veränderungen. Aber zugleich sagt sie ständig es geht ihr so schlecht. Helfen lässt sie sich aber auch nicht, macht nicht mit. Ich kann so nichts für sie tun. Bin mit meinen Nerven völlig am Ende. Und allein damit, es gibt keine anderen Angehörigen, Geschwister, etc.
    Geändert von Elfenstein (15.08.2021 um 09:56 Uhr) Grund: Vollzitat gekürzt

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    AW: Mutter, Pflegedienst, Pflegeheim, tausend Fragen

    Zitat Zitat von Elfenstein Beitrag anzeigen
    Helfen lässt sie sich aber auch nicht, macht nicht mit. Ich kann so nichts für sie tun. Bin mit meinen Nerven völlig am Ende. Und allein damit, es gibt keine anderen Angehörigen, Geschwister, etc.
    Liebe Elfenstein,

    ich berichte jetzt mal unseren Werdegang, um Dir zum einen zu helfen, einen Standpunkt nur für Dich! zu finden und zum anderen Deiner Mutter die Möglichkeit zu geben, trotz allem die Realitäten zu sehen und letztlich anzuerkennen.

    Unsere Mutter war schwerst medikamentenabhängig (Psychopharmaka + hoch dosierte Schmerzmittel). Nach gefühlten 5 Notarzteinsätzen kam sie endlich beim letzten in eine Klinik und geriet an einen Arzt, der gesehen hat, wie es um unsere Mutter stand. Nach der "Entgiftung" und durch Tropfe wieder auf die Beine gestellt, kam sie - vom ihm veranlasst - in die Kurzzeitpflege. Unsere Mutter war zu diesem Zeitpunkt seit 4 Jahren verwitwet und meine Schwester und ich haben Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, damit sie daheim bleiben kann, was aber überhaupt nicht funktionierte. Trotz Einschaltung eines Pflegedienstes, der ihr die Medis abgezählt brachte, hat ihr Hausarzt auf ihr Drängen hin die hoch dosierten Schmerzmittel (Tramaltropfen) verschrieben, die sie schluckte, ohne in der Lage zu sein, auf die Dosierung zu achten. Insofern "schoss" sie sich also stets selbst ab und wurde z.B. u.a. im Treppenhaus des nächstens von den Nachbarn laut rufend vorgefunden, wo sie der Meinung war, es sei Nachmittag und sie wolle in die Stadt fahren.

    Lange Rede kurzer Sinn: Wir mussten handeln und sie wollte nach der Kurzzeitpflege natürlich wieder nach Hause. Das ging aber nicht mehr. Ihre Selbstversorgung war schlecht (sie aß nur Käsebrot), alle Menübringdienste wurden abgelehnt. Meine Schwester und ich arbeiten noch voll, so dass eine Rundumbetreuung nicht möglich war und wir das auch nicht wollten.

    Nachdem meine Schwester mit ihren Nerven völlig am Ende war und selbst erkrankte, war ich gefordert und habe mit meiner Mutter ein sehr ernstes Gespräch führen müssen. Mir war bewusst, dass auch sie auf uns Rücksicht nehmen muss und es nur eine Frage der Zeit ist, wenn sie wieder daheim wäre, bis das ganze Spektakel wieder von vorn losgeht. Denn, so hart es klingt: Sie ist eine Süchtige und das habe ich ihr in offenen Worten gesagt.

    Auch waren meine Schwester und ich uns einig, dass wir - so sie wieder nach Hause geht - nichts mehr für sie tun können und auch wollen. Was ich unserer Mutter anbieten konnte war, dass wir mit ihr den Weg gemeinsam gehen, wenn auch sie die Bereitschaft aufbringt, sich in Fachhände zu begeben, um im Fall des Falles stets Fachpersonal um sich zu haben, das ihr sofort zur Hilfe ist. Um ein Einzelzimmer wird sich gekümmert und es soll ihr an nichts fehlen und das wird so eingerichtet, wie sie es möchte.

    Danach habe ich ihr ihre Hausschlüssel gezeigt und gesagt, dass wenn sie diese nähme, wir raus wären. Dann müsse sie zusehen, wie sie klarkommt.

    Da ist sie eingeknickt und war sich der Lage bewusst und sagte mir dann, dass sie ja eigentlich auch gar nicht mehr nach Hause will, dass sie weiß, dass sie das nicht mehr schafft und wir alles veranlassen sollten.

    Mit ihr zusammen haben wir dann ein ganz tolles Zimmer gefunden, was nach ihren Wünschen eingerichtet ist und mit dem Klinik- und Hausarzt zusammen wurden die Psychopharmaka langsam nach unten dosiert. Ja, sie hat Entzugserscheinungen gehabt, aber letztlich hat sie alles super gewuppt. Bis auf ein Präparat zur Nacht hat sie noch ein Schmerzmittel bei Bedarf, aber ansonsten ist sie runter von diesem Schycezeug und das weiß sie auch.

    Für uns kommt jetzt eine Mutter zum Vorschein, wie ich schon schilderte, die uns mehr als verblüfft im positiven Sinn.

    Was ich ausdrücken will ist, dass Du auch ein Recht auf Dein Leben hast. Du kümmerst Dich um Deine Mutter in fast allen Belangen, aber wenn Du mich fragst, muss sie in eine ganztägige Betreuung und nicht in eine Wohngruppe. Auch in den Residenzen werden Aktionen angeboten und die Menschen sind nicht eingesperrt und alle sind auch nicht völlig immobil, dement o.ä.

    Meine Mutter hat Leute zum Kartenspielen gefunden und ja, die Residenz liegt sehr zentral, so dass sie jeden Tag in die Stadt gehen könnte, wenn sie wollte.

    Versuch, ein offenes und ehrliches Gespräch mit Deiner Mutter zu führen. Wie ich lese, ist sie geistig doch noch auf der Höhe und es ist an der Zeit, das Verhältnis auf eine neue Ebene zu stellen und zwar auf eine, die es beiden ermöglicht, wieder gut aufeinander zuzugehen.

    Meine Schwester und ich sehen uns absolut in der Pflicht, unserer Mutter beizustehen, keine Frage und wir machen das auch wirklich gern. Aber Eltern sind auch in der Pflicht, das Leben ihrer Kinder zu sehen.

    Eine Schieflage zugunsten der Eltern und zu Ungunsten der Kinder ist nicht der Deal!

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    AW: Mutter, Pflegedienst, Pflegeheim, tausend Fragen

    Zitat Zitat von Elfenstein Beitrag anzeigen
    Was soll der Pflegestützpunkt mir noch sagen können?
    Der Pflegestützpunkt berät in genau der Situation, in der Du gerade bist.
    Das geht los bei Leistungen über mögliche zusätzliche Hilfen und Wege, die Du (Stichwort: Geschäftsunfähigkeit) nun einschlagen kannst. Die Beratung ist kostenlos, ich würde sie an Deiner Stelle deshalb unbedingt in Anspruch nehmen.

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    AW: Mutter, Pflegedienst, Pflegeheim, tausend Fragen

    Chambord,ich finde deine Worte exakt,klar und sehr emphatisch.Nachdem ich mit meinen alten Eltern eine lange Zeit zusammen in einem Haus lebte,kann ich dir nur zustimmen.

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    AW: Mutter, Pflegedienst, Pflegeheim, tausend Fragen

    Zitat Zitat von heidpofferl Beitrag anzeigen
    Chambord,ich finde deine Worte exakt,klar und sehr emphatisch.Nachdem ich mit meinen alten Eltern eine lange Zeit zusammen in einem Haus lebte,kann ich dir nur zustimmen.
    Ich schließe mich an !

    Leider gibt es auch die Möglichkeit, dass man nicht mehr durchdringt bei den Eltern

    Das ging mir damals so und ich musste dann gegen ihren Willen entscheiden, um mich anschließend wieder um sie kümmern zu können

    Ich war dermaßen fertig mit den Nerven, der Zeit......

    Hab mein Bestes gegeben, sie gut unterzubringen und konnte sie anschließend halt wieder besuchen

    Es gab immer noch viel zu tun, aber die Riesenlast der Verantwortung war vorbei

    Ich wünsch dir eine Entscheidung, mit der du gut leben kannst und die dich entspannen lässt
    Es wird Zeit für eine neue Signatur

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    AW: Mutter, Pflegedienst, Pflegeheim, tausend Fragen

    Chambord

    Und was Flikflak sagt: vom Pflegestützpunkt beraten lassen.

  9. Inaktiver User

    AW: Mutter, Pflegedienst, Pflegeheim, tausend Fragen

    Zitat Zitat von Elfenstein Beitrag anzeigen
    Jetzt muss ich blöd fragen: eine stationäre Einrichtung ist doch eine Klinik, oder? Da kann sie doch nicht bleiben auf Dauer.......
    Nein, ich meine keine Klinik, sondern wie es meistens heisst: ein Alters- und/oder Pflegeheim. Meine Mutter ist dort "stationär" untergebracht (so ist der Fachbegriff glaube ich), d.h. sie hat dort ihr Zimmer und wird dort bis zu Ihrem Tod bleiben.

    Es ist für alles gesorgt: essen, Wäsche machen, regelmäßige Arztbesuche in der Einrichtung, es gibt Programm zur Unterhaltung der alten Herrschaften. Ich hole meine Mutter jedes Wochenende in meine Wohnung zum essen und gehe noch ein weiteres Mal in der Woche vorbei.

    Ich finde diese Lösung prima: für meine Mutter und für mich. Ab und an muss man als Angehöriger auch mal hinstehen, wenn es nur nach dem Willen der alten Menschen ginge, heute hü, morgen hott, "will ich nicht/brauch ich nicht/mach ich nicht", dann bist du schnell reif für die Insel.

    Ich sehe es wie Chambord: ich denke auch, dass für deine Mutter eine reine "Wohngruppe" nicht ausreichend ist zur Betreuung.

    Meine Mutter hat 100km von mir entfernt gewohnt. Wenn du Pflegedienste etc. engagierst oder auch eine Pflegekraft aus Osteuropa, so bist du trotzdem dauernd gefordert, musst nach dem rechten sehen, die Leute einweisen etc. etc. Auch bei diesen sog. "Wohngruppen" wird von den Angehörigen meist viel Engagement erwartet. Auf Dauer ist das in meinen Augen nicht leistbar. Meine Schulfreundin hat das durch: sie konnte das über Jahre mit ihrem Bruder zusammen nur stemmen, weil beide in ihren Berufen nur Teilzeit gearbeitet haben.

    Wenn ich dran denke, meine Mutter hätte in der "heissen Corona-Phase" alleine in ihrem Haus gelebt und ich mit Vollzeitjob weit weg, da kriege ich jetzt noch Schweissausbrüche.......

    Gruß Elli
    Geändert von Inaktiver User (15.08.2021 um 12:42 Uhr)

  10. Inaktiver User

    AW: Mutter, Pflegedienst, Pflegeheim, tausend Fragen

    Meine Mutter lebt in einer Demenzwohngruppe und dort wird keinerlei Engagement der Angehörigen erwartet.
    Die machen dort auch die Wäsche, es kommt ein Arzt ins Haus, eine Friseurin und die Fusspflege, die auch die Maniküre macht.
    Die Bewohner*innen können sich am Haushalt beteiligen, wenn sie können und mögen. Eine Dame seh ich immer die Socken und Waschlappen sortieren.

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