Antworten
Seite 1 von 4 123 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 34
  1. User Info Menu

    Ratlos - komplexes Enkelthema

    Guten Abend,

    mit Euren Gedanken habt Ihr mich 2019 gut unterstützt, so wende ich mich heute wieder an Euch. Aber mit einem, für meinen Mann und mich, wirklichen heftigen Thema.

    Vorweg, durch Corona, Arbeitssituation meines Mannes, mussten wir vom Wohnort der Enkelfamilie umziehen. Wir sahen uns nur sehr selten, wenn dann nur stundenweise im Freien.
    Jetzt war der Sohn, samt Frau und den drei Kindern eine Woche bei uns und wir sind überfordert, mit dem was wir mitbekommen haben.
    Der große Enkel kommt gleich in die zweite Klasse, Enkelin fünfeinhalb, Enkel 2,3 Jahre.

    Der große Enkel war im Sommer 2019 tagsüber trocken, musste aber immer wieder an den Toilettengang erinnert werden, nachts häufiges Einnässen.
    Die Enkelin war tags trocken, nachts fast immer.
    Der Kleine war ein Baby.

    Jetzt ist es so, dass der 7-jährige Enkel tagsüber bis zu vier Mal einnässt, zwei Mal in dieser Woche tagsüber eingekotet hat. Er geht nur sehr selten von allein zur Toilette.
    Die Enkelin ist tagsüber absolut trocken, geht nach Ankündigung selbstständig zur Toilette, nachts trägt sie eine Windel trägt, diese jeden Morgen ausgelaufen ist.
    Der Kleine trägt Windel, die auch vollumfänglich genutzt wird.

    Uns erschüttert der Umgang der Eltern mit dieser Thematik.
    Als die Enkelin mal zur Toilette ging, meinte meine Schwiegertochter, dass sie mal mit ihr zum Arzt wolle, weil die Tochter so häufig zur Toilette müsse. Ich nahm wahr, dass die Enkelin ca. sechs bis sieben Mal am Tag zur Toilette geht. Das ist doch vollkommen im Rahmen oder?

    Wenn der Sohn einpieselte, kam vom Vater keine Reaktion, von der Mutter ein vorwurfsvolles „na, isses mal wieder zu spät“?
    Unser Enkel nahm dann seine Wechselwäsche und zog sich um, es war ihm jedes Mal sichtlich unangenehm.

    Am fünften Besuchstag sprach mein Mann mit seinem Sohn/Kindsvater. Erklärung von ihm: Der Siebenjährige will aus Situationen (spielen) nicht raus oder Live-Sport-Sendungen zu Ende sehen, dann nimmt er eine nasse Hose lieber in Kauf. Und wenn das so ist, dann wollen sie als Eltern dem Kind nicht ihren Willen aufdrücken. Er wäscht auch seine Wäsche selbst, wenn der Vater die Familienwäsche macht. Aussage vom Kind sei dann: Papa, hätte ich nicht eingepieselt, könnten wir die Wäsche nicht zusammen machen, so können wir Zeit miteinander verbringen.
    Vom Vater kam dann noch, dass der Junge stolz sei, dass er seine Wäsche selber wäscht. In der Schule würde er nicht gehänselt werden, die Lehrerin weiß bescheid. Und im Übrigen lassen sie ihren Sohn machen, er kann das alles alleine händeln.

    Wenn der kleine Enkel zu verstehen gibt (das macht er oft), dass er pieseln oder großes Geschäft muss, ist die Reaktion meiner Schwiegertochter „bist Du Dir sicher?“, kommt ein „ja“, fragt sie „bist Du Dir ganz sicher“, kommt wieder ein „ja“, ruft sie nach ihrem Mann oder schickt das Kind zum Papa. Selbst geht sie nicht mit dem Kind zur Toilette. Wenn der Papa grad beschäftigt ist und nicht unterbrechen kann, macht das Kind in die Windel.

    Ich suchte dann das Gespräch mit meiner Schwiegertochter und nahm als Aufhänger, ihre Äußerung, dass sie mit der Tochter zum Arzt wolle. Ich fragte sie, was sie wegen der Harn- und Stuhlinkontinenz beim großen Sohn unternehmen. Es kam, dass der Sohn auf keinen Fall harn- und stuhlinkontinent wäre. Sie hätten mit der Ärztin geredet, die meinte, das wäre alles ganz normal. Außerdem würden sie den Sohn machen lassen und ihn immer mal fragen, was er denn hätte, warum er einpieseln würde, er hätte dann keine Antwort.

    Wir sehen hier eine riesengroße Not unseres Enkels, er bettelt förmlich um Aufmerksamkeit und die Eltern lassen ihn allein. Dieses Nicht-Kümmern trägt m. E. schon Früchte, da die mittlere Enkelin auch noch beständig nachts einnässt und der Kleine nicht im Sauberwerden unterstützt wird.

    Demnächst kommen die beiden großen Enkel für ein paar Tage und Nächte zu uns. Wir trauen uns das rein Praktische natürlich zu, aber emotional wissen wir derzeit wirklich nicht, wie wir damit umgehen sollen. Wir haben immer vermieden uns einzumischen, aber wir sehen hier Kinder-Not. Und unsere Maxime ist, Kindern muss man helfen - aber wie?

    Es ist noch so viel Weiteres, alles in allem sahen wir eine sehr unstrukturierte Familie, überforderte Kinder, die mit Erwachsenenthemen überfrachtet werden, überall mit einbezogen werden, ungefiltert alles mitbekommen und der Enkel will überall mitreden, weil er alles weiß, worum sich Erwachsene kümmern müssen - auch alle Sorgen und Probleme.

    Habt Ihr Ideen? Vielen Dank, Kampaline

  2. Inaktiver User

    AW: Ratlos - komplexes Enkelthema

    Das liest sich ja grauenvoll und regelrecht nach Verwahrlosung.

    Den Eltern ist der Toilettengang grundsätzlich egal. Ich hab den Verdacht, dass sie selbst Windeln tragen...

    Ihr seid viel zu weit weg, um Euch kümmern zu können, aber wenn die Kinder bei Euch sind könnt Ihr denen doch mal erzählen wie Ihr es für richtig haltet. Ich würde nichts anderes als Schwerpunkt haben in der Zeit, als den kids beizubringen, wie das mit der Toilette funktioniert, natürlich nicht so, dass sie es merken. Ich würde gleich ansagen, dass in Eurem Hause darauf geachtet wird, dass man zur Toilette geht und dass die Kinder sich melden sollen, wenn sie müssen.
    Dann zur Tagesordnung übergehen und spielen, oder was Ihr mit ihnen vorhabt, ein stilles Auge immer auf "das Problem" gerichtet.

    Was der Vater da als Erklärung für den großen Sohn abgegeben hat, inklusive Verständnis, das wird ihn zur ewigen Inkontinenz erziehen und er wird noch einpinkeln, wenn er mit seiner Freundin rumknutscht und nicht unterbrechen will.

    Good luck!

  3. User Info Menu

    AW: Ratlos - komplexes Enkelthema

    Ich kriege Deine beiden Stränge nicht zusammen.
    Vor zwei Jahren waren die Enkel voll süß und toll und jetzt?
    Und woher kommen Deine Gefühle? Vor zwei Jahren wolltest Du nichts von ihnen wissen?
    Nein, mein Nickname hat nichts mit meinem Geburtsjahr zu tun

    Es gibt immer 4 Versionen beim Zusammentreffen von Mann und Frau:
    Seine, ihre, die Wahrheit, und das, was wirklich passiert ist.


    Schokolade stellt keine blöden Fragen - Schokolade versteht

  4. User Info Menu

    AW: Ratlos - komplexes Enkelthema

    Zitat Zitat von Loop1976 Beitrag anzeigen
    Ich kriege Deine beiden Stränge nicht zusammen.
    Vor zwei Jahren waren die Enkel voll süß und toll und jetzt?
    Und woher kommen Deine Gefühle? Vor zwei Jahren wolltest Du nichts von ihnen wissen?
    Loop, die Enkel sind auch jetzt total süß. Aber trotzdem existiert offensichtlich ein riesen Problem in der Familie. Und meine Gefühle… da sind Kinder in Not, das ist m. E. noch mal ne andere Hausnummer. Ich bin keine empathielose böse Stiefoma und behaupte von mir, dass ich eine gut ausgeprägte Herzensintelligenz habe.

  5. User Info Menu

    AW: Ratlos - komplexes Enkelthema

    Unser Großer hat mit 7 auch noch eingenässt (allerdings nicht gekotet) und wir waren verzweifelt. Die Psychoschiene inkl. Therapie hatten wir auch durch. Bis wir endlich vom Kinderarzt zum Urologen gewechselt haben. Dieser hat uns erklärt, dass gerade bei Jungs die Verbindung Hirn-Blase oft sehr spät funktioniert . Es hat sich dann einfach ausgewachsen. Heute würde ich meinem Kind nie mehr die ganze Tortur mit Therpie, Klingelton usw zumuten.
    Allerdings klingt der Umgang der Eltern mit den Kindern nicht gut.

  6. User Info Menu

    AW: Ratlos - komplexes Enkelthema

    Zitat Zitat von Kampaline Beitrag anzeigen
    Aber trotzdem existiert offensichtlich ein riesen Problem in der Familie. Und meine Gefühle… da sind Kinder in Not, das ist m. E. noch mal ne andere Hausnummer.
    Es sind ja die leiblichen Enkel Deines Mannes.
    Was meint er, Dein Mann, zu der Situation?

  7. User Info Menu

    AW: Ratlos - komplexes Enkelthema

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Es sind ja die leiblichen Enkel Deines Mannes.
    Was meint er, Dein Mann, zu der Situation?
    Guten Morgen schafwolle,
    mein Mann ist ziemlich durch den Wind deshalb. Nach dem Gespräch mit seinem Sohn, war er fassungslos, da der Sohn die Not des Kindes überhaupt nicht sieht. Für ihn ist „alles super, klasse, wir haben so viel Spaß, der Junge freut sich doch, wenn er mit mir die Wäsche machen kann“.

    Er grübelt jetzt auch nach, was er bei der Erziehung seines Sohnes alles falsch gemacht haben könnte. Ich kenne meinen Mann so, dass er liebevoll zugewandt ist, feine Antennen hat für sein Gegenüber und seinen Sohn kindgerecht begleitetete, auch Grenzen setzte. Bei Schwierigkeiten die es durch den frühen Tod der Mutter natürlich gab, in der Trauer, Trauerarbeit nahm er teilweise professionelle Unterstützung an und war mit ihm damals auch auf eine Vater-Kind-Reha. Ich will damit sagen, mein Mann ist nicht blind auf dem „Auge“, wenn ein Kind in Not ist. Das widersprüchliche ist, dass sein Sohn in den vergangenen Jahren immer mal wieder angemerkt hat, wie dankbar er seinem Vater ist, dass er immer für ihn da war. Also nicht nur körperlich anwesend, sondern wirklich mit Herzen. Und jetzt, wo der Sohn selbst seit sieben Jahren Vater ist, „sieht“ er seine Kinder nicht.

    Es wird nie nein gesagt, der Kleinste darf praktisch alles. Er ist sehr rabiat zu den Großen, beißt, rammelt wie ein Stier in die Rippen der Großen rein und die Eltern gucken zu. Wenn die Großen sich aus der Situation befreien wollen und weggehen, rennt der Kleine hinterher, rammelt mit seinem Kopf in den Rücken der Geschwister. Wenns dann eskaliert, weil die Großen anfangen zu weinen oder sich körperlich wehren, bekommen sie Anranzer von den Eltern. Dem Kleinen werden keine Grenzen gesetzt. Und die Großen kennen praktisch kein Nein und auch nicht ihre eigenen Schutzgrenzen - sie sind orientierungslos.

    Und wir sahen das alles und standen wortlos da. Es ist so schwierig, eben auch weil natürlich alles als Einmischung verstanden wird. Ist es ja auch. Mein Mann und ich wissen nicht, was richtig oder falsch ist, wie wir uns dazu verhalten sollten.

    Ob das alles am Corona-Lockdown liegt…? In Telefonaten hieß es immer, dass alles super ist, dass sie viel Spaß haben, wegen der vielen freien Zeit. Schwiegertochter war bis November noch in Elternzeit und der Sohn war bis auf sehr wenige Wochenstunden komplett zu Hause, also auch kein Homeoffice.

    Kampaline

  8. User Info Menu

    AW: Ratlos - komplexes Enkelthema

    Zitat Zitat von Kampaline Beitrag anzeigen
    mein Mann ist ziemlich durch den Wind deshalb. Nach dem Gespräch mit seinem Sohn, war er fassungslos, da der Sohn die Not des Kindes überhaupt nicht sieht.

    Dem Kleinen werden keine Grenzen gesetzt. Und die Großen kennen praktisch kein Nein und auch nicht ihre eigenen Schutzgrenzen - sie sind orientierungslos.
    Eine sehr schwierige Situation, die Du hier schilderst, @Kampaline.

    Nur fürchte ich, dass Ihr nicht wirklich eine Handhabe habt, wenn seitens der Eltern keinerlei Einsicht stattfindet. Ihr könnte auch der Familie kaum das Jugendamt schicken, denn dort wird man sich kaum zuständig fühlen für antiautoritäre Erziehung.

    Es sollte mich wundern, wenn die Kinder keine Probleme in der Schule/der Kita haben. Aber auch das liegt außerhalb Eures Einflussbereichs.

    Vielleicht erzählen die beiden Größeren ja von sich aus, wie es ihnen geht, wenn sie demnächst bei Euch sind? Das könntet Ihr als Feedback an die Eltern weiterleiten.

    Aber viel Hoffnung machen würde ich mir nicht.

  9. User Info Menu

    AW: Ratlos - komplexes Enkelthema

    Mein Rat und meine Bitte: mischt euch ein!

    Ja, @Schafwolle hat recht damit, dass ihr nicht wirklich eine Handhabe habt. Und du hast recht, dass es als Einmischung verstanden wird.

    Aber ihr bzw. dein Mann wohl zuerst als leiblicher Vater sollte zumindest das Gespräch suchen, vielleicht von den Schwierigkeiten seines eigenen Vaterseins erzählen, als der Sohn klein war und von seinen Bestrebungen, mindestens gut hinzusehen.

    Man kann nicht immer alles richtig machen, aber man kann es so gut wie möglich machen.

    Warum ich das schreibe: meine Kindheit war eine Art Vorhölle, meine Oma (die eigentlich sehr liebevoll war) hat es immer wahrgenommen, war aber schlicht zu feige, ihrer einzigen Tochter mal irgendeine Kritik zukommen zu lassen.
    Ich habe das als Kind ganz massiv als "unterlassene Hilfeleistung" angesehen und es hat unser Verhältnis nachhaltig beschädigt.

    Wenigstens den Versuch der Hilfe zu unternehmen hätte bei mir ein anderes Licht auf die Situation geworfen.

    Ich wünsche euch viel Glück dabei! Wenn ihr nur ein bisschen was bewegen könnt, ist das immer alles besser als gar nichts.
    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.

    Oscar Wilde

  10. User Info Menu

    AW: Ratlos - komplexes Enkelthema

    Zitat Zitat von Mitternachtsblau Beitrag anzeigen
    Aber ihr bzw. dein Mann wohl zuerst als leiblicher Vater sollte zumindest das Gespräch suchen ...
    Aber das hat ja stattgefunden ...

Antworten
Seite 1 von 4 123 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •