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  1. Inaktiver User

    AW: Ratlos - komplexes Enkelthema

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Der Meinung war ich auch mal. Und ich könnte heute noch heulen, wenn ich dran denke, was ich meiner Tochter damit angetan habe. Die hat auch in der zweiten Klasse noch eingenässt - allerdings nur nachts. Was habe ich alles versucht.... das Kind dreimal nachts geweckt und schlaftrunken aufs Klo geschoben, Klingelhose, das Kind selbst den Wecker auf Mitternacht stellen lassen, Besuch bei einer Psychologin (die ich ganz fürchterlich fand und die mir eine massive Störung des Kindes einreden wollte). "Gerettet" hat uns dann eine Kinderärztin, die mir erklärt hat, dass fürs Sauberwerden nachts eine Drüse im Hirn verantwortlich ist, die ein bestimmtes Hormon produziert. Manchmal ist diese Drüse mit der Entwicklung hinterher. Die Ärztin verschrieb ein Nasenspray - und nach einer Woche war das Problem weg. Irgendwann in der Vorpubertät hat meine Tochter gemeint, dass sie das Medikament jetzt nicht mehr braucht. Und genau so war es.
    Mit "liebevoller Strenge" hätte ich da nichts erreicht.
    Das ist fast Deckungsgleich zu unseren Erfahrungen und auch mir blutet das Herz wenn ich daran denke was wir unserem Kind angetan haben.

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    AW: Ratlos - komplexes Enkelthema

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das mit der Hormonbildung wissen wir. Ich denke, dass kann man fachärztlich abklären lassen. Dies ist nicht erfolgt. Der Kindsvater hat eine angeborene Anomalie am Harnleiter-System. Ob dies vererbbar sein könnte, wissen wir nicht. Die Information darüber wurde noch nie einem Kinderarzt des jetzt Siebenjährigen mitgeteilt.
    Es wird sich einfach nicht gekümmert.
    In "meiner Funktion" als Mutter kenne ich die Problematik auch - mein Jüngster kam zwei Monate zu früh und hatte in Folge jahrelang mit einer körperlichen Entwicklungsverzögerung zu tun.
    Den Unterschied sehe ich allerdings darin, dass ich immer bemüht war, dieses Defizit liebevoll zu begleiten und nicht wegzuignorieren.

    Ich finde die Umgehensweise hier mit dem Kleinsten gegenüber den Großen auch sehr schwierig - dass der Zwerg seine großen Geschwister mehr oder weniger ungebremst terrorisieren darf, die sich aber nicht gegen ihn wehren dürfen, weil sie die Großen sind - was sollen die Kinder denn alle (sowohl der Kleine als auch die Großen) aus der Situation mitnehmen?

    Nun lesen wir hier nur die Perspektive der Großeltern. Es liegt in der Natur der Dinge, dass die subjektiv gefärbt ist. Aber egal, ob die Kinder nun glücklich sind, weil sie es ja eh' nicht anders kennen (eine Sichtweise, die ich wirklich gefährlich finde...keine andere Art Kindheit zu kennen kann nicht voraussetzen, dass sie deswegen eine glückliche KIndheit ist), wenn irgendjemand aus dem Umfeld der Kinder - Großeltern, Lehrer, Erzieher, wer auch immer - wahrnehmen, dass es sich nicht nur um unschädliche individuelle Umgehensweise handelt, sondern ein Problem sehen, dann ist derjenige im Grunde verpflichtet, das nachdrücklich anzusprechen.

    In meinem Fall waren es oft Lehrer und auch mal eine Kinderärztin, die meine Mutter zum Vieraugengespräch bat, aus dem meine Mutter wutschnaubend zurückkam.
    Diese Menschen konnten alle nicht wirklich etwas bewegen, so in der akuten Situation.
    Aber der jeweilige Versuch an sich hat meine Sicht auf andere Menschen maßgeblich beeinflusst.
    Vieles habe ich erst im Erwachsenenalter endgültig verstanden, aber die Prägung durch Menschen, die mir Gutes wollten und sich auch gegen den Widerstand meiner Mutter für mich eingesetzt haben - die war für mein Verständnis elementar für meine Kindheit und meine Entwicklung.
    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.

    Oscar Wilde

  3. Moderation

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    AW: Ratlos - komplexes Enkelthema

    Kampaline, ich hatte das nicht nur auf Dich bezogen, sondern vor allem auch auf andere Ratschläge, die hier kamen - und auch eher als vorbeugenden Tipp und nicht als Reaktion auf eine Deiner Äußerungen. Ich wollte Dir nicht unterstellen, dass Ihr mit Härte und Druck rangeht, sondern nur einfach ausdrücklich davon abraten - und auch davon, es zum Thema zu machen. Ich verstehe Deine Sorge durchaus und finde auch gut, dass Ihr nicht wegschaut.

    Ob die Eltern wirklich desinteressiert sind, kannst Du sicher besser beurteilen. Aus der Warte einer teils betroffenen Mutter kann ich auch sagen, dass das Thema alle belastet und man aber nicht in jeder Situation die Nerven hat, sich und das Kind da zu erklären und es wirklich auch Situationen gibt, wo man dann denkt "ist jetzt grad so".
    Wenn das beim Kinderarzt wirklich nie Thema war, ist das nicht gut. Und auch etwas verwunderlich, weil das eigentlich bei jeder U abgefragt wird. Da würde ich auch bei den Eltern - was Ihr ja schon tut - gut schauen, was wirklich Gleichgültigkeit ist und was vielleicht auch Überforderung.

    Mir war oben einfach nur wichtig zu sagen, dass es Erziehungssache sein kann, aber nicht muss. Hormone, Harnleiteranomalien, verdickte Blasenwände, chronische Verstopfung und Darmüberdehnung, eingeschränkte Funktionalität der Schließmuskel sind nur die Diagnosen, die jetzt hier im Strang und in meinem realen Umfeld als mögliche rein medizinische Ursachen genannt wurden und wie eng manches miteinander verknüpft ist, hätte ich früher auch nie gedacht und weiß es aber leider nun. Und auch wir haben wie GuteLaune* und Zuversicht* trotz guter Absichten auch viel falsch gemacht und teils viel zu viel Druck ausgeübt, wo wir das gar nie wollten, weil wir einfach falsch lagen mit unserer Einschätzung, was das Kind können müsste oder was es aktiv beeinflussen kann.

    *Schön, dass Ihr beide trotzdem so positive Nicks habt!
    12 26. We are Family.

    Moderation in Erziehung & Freundschaft

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    AW: Ratlos - komplexes Enkelthema

    @Stina, toller informativer und hilfreicher Beitrag.

    In diesem Fall sollte man zuerst fachärztliche Hilfe holen bevor man handelt.
    Los lassen ist einer der besten Geschenke die man sich geben kann.

    Mckenzie

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