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  1. Inaktiver User

    AW: wieviel Zeit braucht die Familie?

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Das schreiben mehrere, dass ihre Mutter zuhause, aber nicht wirklich zugewandt war.
    Ich kann mir das gar nicht wirklich vorstellen.

    "Zeit" alleine macht es sicher nicht - aber ein Mindestmaß an Zeit, nicht nur durchgetaktete Qualitätszeit, sondern auch gemeinsame "Trödel- oder Flow-Zeit" ist eben umgekehrt Voraussetzung für Zugewandtheit.
    Danke. So ist es.

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    AW: wieviel Zeit braucht die Familie?

    meine Mutter ist immer nur 4 Stunden arbeiten gegangen, ich kann mich als Kind noch erinnern, das wir da am Nachmittag oft Besorgungen gemacht haben, oder wir waren irgendwo zu Besuch, im Advent haben wir am Nachmittag unter der Woche Kaffee getrunken und mit mir wurden Weihnachtslieder geübt, obwohl ich null singen kann ... glaube der Alltag meiner Mutter - Vater klammere ich mal aus, obwohl der auch sehr der "Kümmerer" und "familienkompatibel" war, aber oft auf Dienstreisen, eben nicht da.... denke dass wir da ein rel. entspanntes Familienleben hatten. Wir Kinder hatten da unsere Spielkameraden im Wohnblock/Schule, gingen zusammen auf den Hof, Spielplatz, durften im Grundschulalter auch alleine ins Schwimmbad fahren - weil da wirklich jeder sicher schwimmen konnte - da war null Kinderentertainment seitens der Eltern.... höchstens das man am WE mal einen Ausflug machte.

  3. Inaktiver User

    AW: wieviel Zeit braucht die Familie?

    Ich war ein "Schlüsselkind".Ich weiß nicht, wer den Ausdruck noch kennt. Eltern arbeiten, Kind auf sich gestellt . War nicht schön, in den 60 er Jahren.

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    AW: wieviel Zeit braucht die Familie?

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Das schreiben mehrere, dass ihre Mutter zuhause, aber nicht wirklich zugewandt war.
    Ich kann mir das gar nicht wirklich vorstellen.
    Bei meinen Eltern war es ähnlich wie bei ja-aber. Meine Eltern sind im Krieg geboren. Meine Oma und mein Vater waren Vertriebene, sein Vater ist noch im Krieg gefallen. Ich denke neben der Traumatisierung spielt aber auch noch der Erziehungsstil der Nazi-Zeit mit rein. Da war das Motto "bloß nicht verwöhnen". Das steckte tief in meinen Eltern drin. Außerdem dachte man man könnte Kinder hinbiegen wie es einem gefällt.

    "Trödel - oder Flow-Zeit" gab es bei meinen Eltern schlicht nicht. Manchmal hing man abends gemeinsam vor dem Fernsehen. Aber auch da wurde nicht wirklich auf meine Belange Rücksicht genommen. Entweder ich schaute was meine Eltern schauten oder ich hatte halt Pech und musste mich irgendwie anderweitig beschäftigen.

    Meine Mutter war Nachmittags nach der Schule einfach "anwesend". Entweder ich hatte Verabredungen oder ich war alleine und beschäftigte mich mit mir selbst. Ich durfte auch keinerlei Spielsachen im Wohnzimmer haben, also war ich immer alleine in meinem Zimmer oder schaute im Wohnzimmer fern. Auch als ich kleiner war kann ich mich nicht erinnern, dass meine Mutter jemals mit mir malte oder spielte. Auch organisierte sie nie Verabredungen für mich. Das machte ich dann selbst, was aber erst in der Grundschule ging. Leider habe ich meine Kindheit als endlose Langeweile in Erinnerung.

    Da sie aber auch nicht gerne Haushalt machte, nicht gerne nähte, kochte oder im Garten arbeitete frage ich mich wirklich gerade, was sie die ganze Zeit gemacht hat. Ich glaube sie las viel, schaute fern und machte halt das Nötigste im Haushalt.

    Ich war mal mit 14 in den USA bei amerikanischen Bekannten und auch mit in der High-school. Mir gefiel das Konzept der Ganztagsschule bis 15 Uhr. Mittags gab es immer feste Sport-Termine von der Schule aus. Die Kinder waren nachmittags nicht so auf sich alleine gestellt. Die Eltern waren auch ganz anders als meine, haben auch viel mit mir geredet und mit uns unternommen. Obwohl beide arbeiteten (Lehrer) hatte ich das Gefühl sie hatten einen tollen Zusammenhalt in der Familie mit den drei Kindern. Das hat bei mir nachhaltig Eindruck hinterlassen, auch wenn mir klar ist dass das für die USA nicht ganz repräsentativ ist.
    Kontrolle ist unser größtes Streben und eine der größten Illusionen.


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    AW: wieviel Zeit braucht die Familie?

    äh ja, ich kenne den begriff auch..... ok ich war ab der 3. Klasse eine Art "Teilzeit-Schlüsselkind", manchmal war meine Mutter eher zu Hause, manchmal ich. Dann gabs früher bei uns etliche, die öfters mal zu spät in die Schulstunde kamen, weil der Ofen noch nicht "durchgebrannt" war. Also da waren etliche Kinder schon fürs Heizen verantwortlich, weil die Eltern eben ab 6.30 uhr schon im Betrieb sein mussten, die Schule aber später anfing. Was mir so einfällt..... bei den Kinderbüchern war viel Thematik "Mutti muss arbeiten und die Kinder müssen kräftig im Haushalt mit anpacken, da gabs garantiert keine Thematik "Muttitaxi", eher wie wuppe ich selbständig als Kind meinen Alltag. Ebenso wurde kein Gedöns um ausgefallene Schulstunden gemacht, oder Hitzefrei - da ging man selbständig und allein nach Hause .... und anschliessend ins Freibad.

    Na gut beim Fernsehprogramm hatte ich Mitspracherecht.... aber so wahnsinnig viel Auswahl gabs ja nicht in den 70ziger Jahren - 5 Programme schluss aus.... Verabredet hat man sich selbst mit Klassenkameraden, Freunden, die durften auch jederzeit zu uns kommen und auch in der ganzen Wohnung spielen.

  6. Inaktiver User

    AW: wieviel Zeit braucht die Familie?

    @ martha-agathe- auch wenn du es dir nicht vorstellen kannst oder magst-

    es bleibt aber so.

    da waren haushalt, landwirtschaft, viehzeug- das musste erledigt werden. teilweise auch zu bestimmten zeiten.
    und wenn meine mutter dann ins haus kam- war sie nur platt. da haben meine schwestern und ich sehr sehr viel mit uns selbst ausgemacht oder waren im erdgeschoss bei meiner oma.

    das meine ich mit: körperlich anwesend- aber nicht zugewandt. ich mache meiner mutter keinen vorwurf. sie kannte es nicht anders. und sie konnte sich nicht anders verhalten.

    dass sie es anders gewollte hat- haben wir dann gemerkt als sie oma wurde. sie dann die ruhe hatte sich zeit zu nehmen. auch mal 5 grade sein lassen zu können.
    als junge frau und mutter hatte sie diese innere ruhe nicht.

  7. Inaktiver User

    AW: wieviel Zeit braucht die Familie?

    Meine Mutter war auch Hausfrau und wir Kinder hatten eine schöne Kindheit. Dies lag aber auch am Naturell meiner Mutter. Sie hat zwar nie Hilfe von uns eingefordert, aber es hat uns Freude gemacht, mit ihr zu kochen, backen oder andere Dinger im Haushalt zu machen. Sie war immer präsent und an vielen Dingen interessiert. Sie war ein Vorbild und hat mich doch sehr geprägt. Ich erinnere mich, dass sie viel gelesen hat, Bundestagsdebatten liefen neben der Hausarbeit und wir waren nie sicher, womit sie uns als nächstes veräppeln würde. Auch spielte sie mit uns gerne Karten ode Gesellschaftsspiele. Ich glaube, dass sie auch im Beruf erfolgreich gewesen wäre, aber es war einfach nicht die Zeit. .
    Mein Vater hat unheimlich viel gearbeitet, aber wenn er Zuhause war, oder im Urlaub, war er immer zu 100% für uns da. Da hatte man niemals das Gefühl, dass wir ihm zuviel waren oder er Zeit für sich haben wollte. Er war auch immer präsent wenn es Elternabende gab, die meine Mutter hasste oder niemals hätte er einen für uns wichtigen Termin versäumt.
    Daher bin ich auch der Meinung, dass es als Kind wichtig ist, gesehen zu werden. Egal wie viel oder wenig Zeit man hat

  8. Inaktiver User

    AW: wieviel Zeit braucht die Familie?

    Na ja, was heisst "brauchen", was ist überhaupt mit "Familie" (also in diesem Kontext) gemeint ?

    Vergleiche mit der eigenen Kindheit helfen nur bedingt weiter, die Lebensumstände waren vor Jahrzehnten -also in meiner Kinheit in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts- ganz andere. Es gab keine Kitas, Öffnungszeiten der Kindergärten waren auf die Mutti abgestellt, die zu Hause ist, wenn mann(!) etwas auf sich hielt, dann hieß es "meine Frau muss nicht arbeiten gehen". Was die Frau wollte war völlig irrelevant. Meine Mutter hat berufstätige Frauen beneidet (ist jetzt kein Witz!) mit den Worten "die kommen wenigstens jeden Tag unter die Leute".

    Abgesehen davon war die Haushaltsführung ein mehr oder minder Vollzeitjob: meine Mutter hatte anfangs keine Waschmaschine, es gab keine Gefriergeräte und außer ein paar Konserven im Supermarkt keine Convenience-Produkte für die Küche, jeden Tag wurde komplett frisch gekocht. Meine Mutter hat jeden Sommer steigeweise Obst gekauft, tage-, ja wochenlang Marmelade und Obst und Gemüse eingeweckt. Später wurde ein großer Garten bewirtschaftet, ich bin bis heute "traumatisiert" was Gartenarbeit anbelangt.

    Was Familie für mich heute(!) braucht sind Eltern, die gleichberechtigt agieren, sich also Berufstätigkeit und Haushalts/Erziehungsarbeit zu gleichen Teilen aufteilen. Ja, das geht: wenn alle(!) hinstehen würden, wäre vorübergehende Reduzierung der Arbeit auch bei Männern kein Karrierehindernis und wenn jede/r z.B. 70% arbeitet dürfte das Familieneinkommen kein Problem sein, auch wenn die Frau einen geringer bezahlten Job hat. Was ja gerne als "Ausrede" gebraucht wird, von Männern wie von Frauen, wenn nur der Mann Vollzeit arbeitet und die Frau zu Hause ist. Aber jetzt bin ich glaube ich bei einem anderen Thema......

    Gruß Elli

  9. User Info Menu

    AW: wieviel Zeit braucht die Familie?

    Zitat Zitat von 2believe Beitrag anzeigen
    Meine Mutter war Nachmittags nach der Schule einfach "anwesend". Entweder ich hatte Verabredungen oder ich war alleine und beschäftigte mich mit mir selbst. Ich durfte auch keinerlei Spielsachen im Wohnzimmer haben, also war ich immer alleine in meinem Zimmer oder schaute im Wohnzimmer fern. Auch als ich kleiner war kann ich mich nicht erinnern, dass meine Mutter jemals mit mir malte oder spielte. Auch organisierte sie nie Verabredungen für mich. Das machte ich dann selbst, was aber erst in der Grundschule ging. Leider habe ich meine Kindheit als endlose Langeweile in Erinnerung.
    Ach herrje, das ist ja eins zu eins wie bei mir, nur hätte ich das niemals so schön beschreiben können. Meine Mutter hatte alle Zeit der Welt, aber sie verbrachte sie nicht mit mir. Deswegen mag ich heute keine Langeweile mehr aushalten, die in meiner Kindheit reicht noch für zwei weitere Leben.

  10. User Info Menu

    AW: wieviel Zeit braucht die Familie?

    Was Familie für mich heute(!) braucht sind Eltern, die gleichberechtigt agieren, sich also Berufstätigkeit und Haushalts/Erziehungsarbeit zu gleichen Teilen aufteilen.
    ja gut und schön.... wenn beide ortsgebundene Jobs haben. Aber in meinem früheren Arbeits und Lebensumfeld gabs - ja gut meistens Männer - etliche, die waren Seeleute oft monatelang weg -also nicht pünklich um 17 Uhr an der KITA, um den Nachwuchs abzuholen , waren "auf Montage" - irgendwo in der Welt verstreut zum Arbeiten, Betreuung von Bauprojekten etc., mussten öfters mal "ad hoc" Dienstreisen in entfernteste Ecken der Welt machen, Aussendienst mit Reisetätigkeit .... was machste da als Partner? Drauf drängen, das sich der andere u.U. einen mies bezahlten ortsgebundenen Job sucht, wo aber die Hausarbeit geteilt wird? Oder passt da der daheingebliebene doch lieber seine zeit so an, dass da der nachwuchs nicht zu kurz kommt? Und lebt "traditionell" weiter?
    Geändert von dekomaus24 (08.07.2021 um 12:43 Uhr)

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