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  1. Inaktiver User

    AW: wieviel Zeit braucht die Familie?

    In Minuten oder Stunden kann man das sicher nicht angeben, das hängt ja auch vom gesamten sozialen Netz und dem Alter der Kinder bzw. Bedürfnissen der Familienmitglieder ab.

    Nach meinen Erfahrungen würde ich sagen, es muss auch unter der Woche noch Zeit und Energie bleiben, um mit der Familie etwas jenseits der Alltagsbewältigung machen zu können und darüber hinaus auch noch ein bisschen Ruhezeit für sich selbst. Man braucht auch mal Reserven für schwierigere Phasen und wenn jeder Tag von morgens bis abends strikt durchgetaktet werden muss, um alles am Laufen zu halten, kann es auf längere Sicht schwierig werden.

  2. Inaktiver User

    AW: wieviel Zeit braucht die Familie?

    Ich musste mein Kind oft mit ins Büro nehmen. Er hat dort mehr Zeit als daheim verbracht.

    Ich wollte meine selbstständigkeit aber nicht aufgeben. Diese Unabhängigkeit war mir verdammt wichtig.

    Trotzdem hatte ich ein schlechtes Gewissen meinem Kind gegenüber weil er oft nur nebenbei mitgelaufen ist.

    Rückwirkend betrachtet: Das Kind ist ein Verantwortungsbewusster Mensch und war schon sehr früh selbstständig.

    Aber mich hat die doppelbelastung sehr viel Energie gekostet. Teilweise auch auf Kosten meiner Gesundheit.

    ......

    Solange in einer Beziehung nicht beide Elternteile gleichwertig für kind/Haushalt zuständig sind, würde ich jeder Frau raten sich zwischen Karriere und Kind zu entscheiden.

    Beides ist ein wahnsinniger kraftakt

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    AW: wieviel Zeit braucht die Familie?

    Zitat Zitat von Halina Beitrag anzeigen
    Ich finde glückliche Eltern übrigens sehr erstrebenswert und fand meine unglücklichen Eltern eher anstrengend.
    Ich habe auch nicht gemeint, dass Eltern nicht glücklich sein sollen. Aber das Glück erstrebenswert ist, ist ja nun nichts Neues.

    Ich habe lange nicht gemerkt, dass es auch an meinen unglücklichen Eltern lag, dass ich selbst nicht glücklich war als Kind und Teenager. Ich hätte mir gewünscht, ich hätte mehr Zuneigung bekommen, aber sie waren in ihre unglückliche Ehe verstrickt und dann hatte ich auch noch Geschwister. Mit Berufstätigkeit hatte das weniger zu tun, warum wird das immer darauf reduziert? Eine Mutter von vielen Kindern, die zu Hause ist, hat auch ständig was zu tun. Andere Mütter waren auch Hausfrauen, aber sie lebten in glücklichen Ehen (jedenfalls in besseren als der meiner Eltern) und ihre Kinder hatten mehr Selbstsicherheit als ich, weil sie sich viel mehr angenommen fühlten und nicht ständig Spannungen aushalten mussten.

    Aber wie das halt ist, wenn man Kind ist, man denkt, das gehört so und durchschaut es nicht. Im Nachhinein sehe ich das sehr klar. Aber was mache ich mit der Erkenntnis? Meinen Eltern Vorhaltungen?

    Eins meiner Kinder war lange krank, und da bekam ich mal von einer Psychologin gesagt, meine Kinder seien niemals glücklicher als ich. Das war es, was ich mit "Pflichtglück" meine. Wie kann eine Mutter glücklich sein, wenn ihr Kind sehr krank ist? Muss sie ständig verstecken, was sie fühlt, damit ihr Kind das nicht merkt?

    Was ich eigentlich sagen will: Dieses stereotype "Mütter sind glücklich, wenn sie arbeiten dürfen und Kinder sind glücklich, wenn die arbeitende Mütter haben" glaube ich schlicht nicht.

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    AW: wieviel Zeit braucht die Familie?

    Zitat Zitat von Zimmerbrunnen Beitrag anzeigen

    Eins meiner Kinder war lange krank, und da bekam ich mal von einer Psychologin gesagt, meine Kinder seien niemals glücklicher als ich. Das war es, was ich mit "Pflichtglück" meine. Wie kann eine Mutter glücklich sein, wenn ihr Kind sehr krank ist? Muss sie ständig verstecken, was sie fühlt, damit ihr Kind das nicht merkt?

    Was ich eigentlich sagen will: Dieses stereotype "Mütter sind glücklich, wenn sie arbeiten dürfen und Kinder sind glücklich, wenn die arbeitende Mütter haben" glaube ich schlicht nicht.
    Ich bin völlig Deiner Meinung. Meine Mutter war beruflich erfolgreich und trotzdem aufgrund privater Unstände nie glücklich. Ich merke erst mit meinen Kindern und nach turbulenten Anfangsjahren, wie sehr sich Glück oder auch nur Zufriedenheit mit dem eigenen Leben auf die gesamte Familie auswirkt.

    Ein Teil der anfänglichen Turbulenzen hing auch mit ungeklärten, massiven gesundheitlichen Problemen unserer Tochter zusammen - der Spruch der Psychologin ist wirklich das letzte, was man braucht, wenn man sich akut um sein Kind sorgt.

    PS: Und ich zweifle auch daran, dass es stimmt. Die unbändige Lebensfreude und Unbeschwertheit meiner Tochter war für mich immer wieder bemerkenswert - gerade auch in den sorgenreichen Zeiten. Nur eins kann sie nicht ertragen: wenn wir Eltern uns mal streiten.
    Geändert von Halina (04.07.2021 um 05:32 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: wieviel Zeit braucht die Familie?

    Zitat Zitat von Zimmerbrunnen Beitrag anzeigen
    I


    Was ich eigentlich sagen will: Dieses stereotype "Mütter sind glücklich, wenn sie arbeiten dürfen und Kinder sind glücklich, wenn die arbeitende Mütter haben" glaube ich schlicht nicht.
    so formuliert glaube ich es auch nicht.


    kinder sind glücklich wenn ihre mütter etwas tun können was sie, die mütter, glücklich macht.

    ich glaube wenn mütter wahlmöglichkeiten haben, sich entscheiden können- auch umentscheiden können- dann ist es besser.

    es gibt frauen die möchten zuhause bleiben und die sind in der aushäusigen berufstätigkeit totunglücklich. und umgekehrt.

    dass in dem moment wo es familie ist- und damit meine ich: wenn es um kinder geht, dass kinder da sind. wo fühlt sich die frau gut?

    es soll auch frauen geben, und ich bin in dieser kategorie bestimmt nicht allein- denen der beruf etwas gibt. die zwar müde heimkommen- aber mit dem gefühl etwas positives getan zu haben. einfach ein gutes gefühl haben- durch dieses aushäusige arbeiten.




    aber zurück zur ausgangsfrage: wieviel zeit braucht die familie?

    ich bleibe eine verfechterin der qualitätszeit. wenns knapp ist - eine halbe stunde nur mit einem menschen beschäftigt, wie war dein tag? in den arm nehmen, knuddeln. reden kann- muss aber nicht. sich nah sein. gefühle zeigen.



    meine mutter war räumlich da. anwesend. sehr viel zeit am tag. aber wirklich sich zeit genommen für einen selbst- ging nicht. da waren noch die kühe. die hühner. die brombeeren etc............................................... ...........

    meine mutter hat es als sehr grosses geschenk empfunden, dass sie das mit den enkelkindern nachholen konnte. mit allen enkelkindern.

  6. Inaktiver User

    AW: wieviel Zeit braucht die Familie?

    Meinst du Kinderbetreuung oder auch im Erwachsenenleben, liebe brighid?

    Ich hatte als Kind beides - aber da war es, wie bei vielen anderen auch, eher anwesend sein. Was aber auch nicht schlecht war.

    Später dann "Schlüsselkind" - das war schon anders, nicht so schön, nach Hause zu kommen (typische Halbtagsschule, ist ja heute auch nicht mehr so). Ich kann mich an die fürchterliche Fertigkost erinnern ;) (Und nein, Selbskochen hab ich erst später gelernt)

    Später dann eine berufliche Neuorientierung meiner Mutter, da war sie auch deutlich zufriedener. Dafür habe ich sie auch echt bewundert.

    Es kommt auf die Jobs an, die Mütter ausüben.

    Und ich sehe viele Familien, oder eher Alleinerziehende, am Limit heute in meinem Umfeld.

  7. Inaktiver User

    AW: wieviel Zeit braucht die Familie?

    hallo sugarnova,

    die ausgangsfrage, in einem andern thread, kam mir- wieviel zeit braucht eine familie, brauchen kinder die noch zur schule gehen. kindergarten, vorschule, schule.

    wie präsent waren eure eltern? wie präsent ward ihr als eltern? was waren so eure gefühle dabei? denn oft ist es ja so, dass man/frau es anders macht mit den eigenen kindern wenn man/frau es negativ erlebt hat. umgekehrt: wenn es mehr positives gab- macht man/frau es wohl eher genauso.


    kann man/frau es überhaupt in zahlen angeben- und spielt bei vielem was die kinder betrifft ein vermeintlich schlechtes gewissen mit?

  8. User Info Menu

    AW: wieviel Zeit braucht die Familie?

    Es ist ja alles irgendwie eine Gradwanderung.
    Ich will die Fehler meiner Eltern auf keinen Fall wiederholen. Deshalb lege ich auf bestimmte Dinge heute großen Wert.

    Bei mir ist das z.b.
    - immer ein offenes Ohr für sie haben
    - ihr erklären warum wir bei manchen Sachen nein sagen müssen
    - leckeres und gesundes Essen kochen
    -auch mal Nachtisch und Eis machen (ja, gab es bei meiner Mutter wirklich nie)
    - sie bestärken
    - mit ihr Spaß haben und lachen
    - Hobbys und Freundinnenbesuch und sonstiges ermöglichen was ihr etwas bedeutet
    - sie konstruktiv durch die Schule begleiten

    Und dann bin ich auch durchaus egoistisch und stecke meine Bedürfnisse ab. Ich versuche authentisch zu sein und kann dazu stehen dass ich eventuell andere Prioritäten habe als andere Mütter.

    Zeittechnisch haben wir vieles optimiert. Tochter ist an drei Tagen bis 14.30 in Betreuung. Es gibt einen Großelterntag. Die 80/20 Regel ist im Haushalt gesetzt. Gebügelt wird gar nicht mehr. Wäsche macht mein Mann, kochen und putzen ich. Da bleibt genügend Zeit für Entspannung und Unternehmungen. Ich könnte eigentlich sogar 36 Stunden arbeiten ohne dass etwas zu kurz käme. Mehr wäre dann wieder stressiger.
    Kontrolle ist unser größtes Streben und eine der größten Illusionen.


  9. Inaktiver User

    AW: wieviel Zeit braucht die Familie?

    Zitat Zitat von 2believe Beitrag anzeigen
    Die 80/20 Regel ist im Haushalt gesetzt.
    Was genau besagt die?

  10. Inaktiver User

    AW: wieviel Zeit braucht die Familie?

    Ich bin ein Kind der 70er und Teenie der 80er, Einzelkind und meine Mutter hat mit meiner Geburt aufgehört zu arbeiten. Erst als ich 13 war, sind wir in ein Reihenhaus mit Minigarten gezogen, vorher haben wir in 3ZKB gewohnt.

    Ich schreibe das, weil ich tatsächlich nicht erinnern kann, dass meine Mutter großartig mal was MIT MIR gemacht hätte. Rückblickend frag ich mich tatsächlich, was sie den ganzen Tag gemacht hat. Heute hat man ja Internet und zig TV-Programme, aber damals? Ich erinnere mich an sie nur als schuftende Hausfrau, ständig hat sie geputzt oder war einkaufen oder hat Dinge von A nach B geräumt, gesaugt... im Haus dann war ich eigentlich 24/7 in meinem Zimmer oder unterwegs oder musste im Haushalt helfen.

    Kein Wunder, dass meine Mutter meinen Haushalt für einen unhygienischen Messiehaushalt hält. Ich bin alleinerziehend, Vollzeit berufstätig und mache aus meiner Sicht dennoch einiges mit meinen Kindern. Ausflüge, Kurse, Shoppingtouren... ich interessiere mich auch für neue Techniken, wir zocken mal was zusammen oder bauen gemeinsam was im Garten.

    An solche Dinge kann ich mich mit meiner Mutter nicht erinnern. Da war und ist auch immer eine Distanz, mal durchkitzeln und lachen, sowas hat mein Vater gemacht, meine Mutter nie. Als sie jetzt hier ihren 80sten feierte hat sie meinem Sohn (16) zum Abschied die Hand gereicht.

    Mit anderen Worten: Zeit ist nicht der Schlüssel, eher Herzlichkeit, Verständnis und Nähe.

    Und weil es hier öfter angesprochen wurde: ich war rasend unselbständig bei Auszug, weil meine Mutter mich nie hat irgendwas mal allein machen lassen, waschen, kochen, backen, weil ich es nicht "richtig" machte. Hier müssen beide Kinder alles lernen, dürfen es aber auch so machen, wie sie wollen.

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