Antworten
Seite 11 von 11 ErsteErste ... 91011
Ergebnis 101 bis 102 von 102
  1. User Info Menu

    AW: Einfluss der Partner auf die Familie

    Zu dem Thema kann ich eindeutig sagen, ja, Partner beeinflussen auch die Familienkonstellation.

    Im jungen Jahren hatte ich sehr große Probleme mit meinen Eltern, wollte nach dem Abi ganz weit weg ziehen und dachte, ich würde den Kontakt zu meiner Familie abbrechen. Und dann lernte ich meinen Ex-Mann kennen... mit ihm ging es mir ähnlich wie Rockeby, ich lernte sehr viel Neues, wendete mich nicht von meiner Familie ab und unser Verhältnis veränderte sich, entwickelte sich weiter und wir haben inzwischen eine ganz andere Ebene erreicht - auch wenn ich immer wieder mal denke, was für ein durchgeknallter Haufen das ist 🤪.

    Meine Schwester verliebte sich in einen Mann, der ganz anders war, ein Einzelkind, ohne Onkels, Tanten und sonstige Verwandten. Obwohl wir beide uns sehr gut verstehen, war der Kontakt zwischen uns in all den Jahren eher lose. Wir trafen uns zu Familienfesten und telefonierten ganz selten. Auch bei den eher überschaubaren Treffen war ihr Mann nur ab und zu dabei. Dennoch empfanden wir das nicht als „problematisch“, höchstens etwas schade, da es, wenn wir uns dann sahen, immer sehr nett war. Seit die beiden sich vor zwei Jahren getrennt haben, hat sich auch unsere Beziehung deutlich verändert. Wir sehen uns viel häufiger und telefonieren regelmäßig.

    Auch die Beziehung unseres Bruders wirkt sich auf die restliche Familie aus... er ist zehn Jahre jünger, war das „Nesthäckchen“ und hatte eine sehr enge Beziehung zu uns Schwestern. Seine Partnerin kommt aus einer Familie, in der Konflikte nicht offen ausgetragen werden. Stattdessen wird der Kontakt abgebrochen. Jahrelang hat sich auch unsere Familie um einen guten Kontakt zu ihr bemüht. Ein „guter“ Kontakt bedeutet für uns, nicht zwangsläufig, sich ständig sehen zu müssen. Aber mit ihr ist das recht schwer gewesen. Sicher liegt das auch an der äußerst schwierigen Beziehung der beiden. Aber immer, wenn sie Stress miteinander hatten, wurde das auch auf die Familie projeziert. Meistens wussten die anderen gar nicht, was los war und fühlten sich vor den Kopf gestoßen. Wie beim 70. Geburtstagsessen meiner Mutter, wo sie die Einladung angenommen hatte und noch am Vortag gesagt hatte, sie käme auch mit und wir dann etwas irritiert dastanden, als unser Bruder als einziger mit Kindern ankam und sie nicht mit dabei war (es war ausgemacht, dass sich an dem Tag nur die „Alten“ treffen, da meine Mutter zu einem späteren Zeitpunkt mit allen feiern wollte). Da fanden wir es tatsächlich blöd, weil sie wortlos weggeblieben war und auch dem Geburtstagskind nicht gratuliert hat.

    Inzwischen treffen wir uns meistens mit unserem Bruder alleine. Wir finden seine Partnerin etwas „komisch“ (und das sage ich, WEIL wir sie kennen und phasenweise recht intensiven Kontakt hatten). Aber wir respektieren sie und deren Beziehung. Das bedeutet, dass es sein kann, dass ich von meinem Bruder mal monatelang nichts höre (dann läuft es wohl recht gut), oder er sich verstärkt meldet oder sie plötzlich wieder gemeinsam kommen. Nächste Woche sind sie jedenfalls beide bei uns eingeladen und wir lassen uns überraschen.

    Daher denke ich, klar beeinflussen Partner auch die Beziehung zur restlichen Familie. Aber ich sehe sie nicht als „Störenfriede“, die einen dem Familienbund entfremden. Denn als Erwachsener rückt man automatisch von seinen Eltern und Geschwistern weg. Und Partner docken dann an Seiten an, die in der Ursprungsfamilie nicht immer so deutlich zum Vorschein kamen. Wenn jetzt jemand Konflikte nicht gelöst hat, kann es den Anschein haben, dass es „plötzlich“ durch den Partner zu Konflikten innerhalb der Ursprungsfamilie kommt. Aber ich denke, das ist eher ein Trugschluss. Keiner wendet sich von seiner Familie komplett ab, in der er sich wohl fühlt. Wir haben es als Geschwister jedenfalls trotz verschiedener Partner geschafft, in all den Jahren den Kontakt zu wahren. Vielleicht nicht so eng wie bei manchen anderen. Aber dafür vertrauen wir, dass das unabhängig von unseren Partnern bestehen bleibt - auch wenn es in der Form nicht immer so ist, wie jeder es sich wünschen würde.

  2. User Info Menu

    AW: Einfluss der Partner auf die Familie

    Liebe Zuversicht

    ich fürchte, du bist da in eine Bri -Dynamik hineingeraten, wie man sie oft in längeren Strängen findet. Aus der Nummer 'die mag nur ihre Schwägerin nicht' kommst du sobald nicht mehr raus, egal was du zu dem Thema noch sagst

    Ich habe auch in eine Familie hineingeheiratet, die so ganz anders war als meine. In meiner wollte man gerne 'etwas Besseres sein' hier war das völlig wurscht. Familienzusammenhalt gab es, mal ging es besser mal schlechter. Ich wusste diese lockere Familie mit den intakten Beziehungen zueinander immer mehr zu schätzen.

    Ich hatte Probleme mit meiner Schwiegermutter (wir waren einfach zu verschieden) und war die ungewollte Heimsuchung meiner höchst unsicheren Schwägerin. Sie fühlte sich mir unterlegen, und für mich war es sehr anstrengend, die versteckten Fettnäpfchen zu erahnen und zu umgehen. Es ist mir auch nicht immer gelungen.

    Beide waren/sind im Grunde herzliche Menschen, aber es harmonierte einfach nicht. Mittlerweile ist die Schwiegermutter tot und Schwager und Schwägerin geschieden, die Schwägerin wohnt ein paar Orte weiter. Durch Corona hatte der Rest der Familie sehr viel mehr miteinander zu tun, als dies sonst der Fall war. Es war deutlich harmonischer als früher!

    Manchmal genügt es, dass man nicht zueinander passt.

Antworten
Seite 11 von 11 ErsteErste ... 91011

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •