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    Mutter heiratet erneut - was passiert mit dem Erbe (Haus)?

    Guten Abend,

    ich weiß natürlich, dass das Forum hier keine anwaltliche Auskunft ersetzen kann (und die will ich auch möglichst bald in Anspruch nehmen), aber es gibt hier ja schon einige Menschen, die sich gut auskennen und mir vielleicht etwas dabei helfen können, klarer zu sehen bzw. die richtigen Fragen zu stellen.

    Meine Mutter und mein Vater haben gemeinsam ein Haus gebaut, das beiden zu 50% gehörte. Nach dem Tod meines Vaters (kein Testament vorhanden) haben meine Geschwister und ich gemäß gesetzlicher Erbfolge einen Teil des Hauses geerbt und stehen auch im Grundbuch.

    Nun hat meine Mutter einen neuen Partner, den sie in nicht allzu ferner Zukunft heiraten möchte. Der Partner wohnt bei ihr im Haus und ist finanziell deutlich schlechter gestellt als sie.

    Ich habe meine Mutter gefragt, wie sie sich nach der Hochzeit die Verteilung des Erbes, v. a. des Hauses, vorstellt. Es wäre nicht im Sinne meines Vaters gewesen, wenn irgendjemand außerhalb unserer Familie vom Haus profitiert (größere Bargeldsummen zB wären kein Thema).

    Meine Mutter sagt, sie habe in einem Testament verfügt (nicht notariell beglaubigt), dass meine Geschwister und ich das Haus erben und der Bald-Ehemann lebenslanges Wohnrecht erhalten soll. Sie glaubt, dass damit alles gut geregelt ist, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das so einfach funktioniert.

    1. Der Ehemann würde ja bei ihrem Tod Anspruch auf 50% des Vermögens meiner Mutter haben - ist der Hausanteil mit dem lebenslangen Wohnrecht abgegolten? Das kann ich mir bei einem Hauswert von über 400.000€ kaum vorstellen.

    Ich glaube auch, dass meine Mutter keine Vorstellung davon hat, dass lebenslanges Wohnrecht bedeutet, dass wir Kinder ggf. jahrzehntelang Sanierungskosten für größere Baumaßnahmen bezahlen müssen, wenn sie denn anfallen - ohne von dem Haus finanziell zu profitieren oder es selbst nutzen zu können. Das könnte einige von uns in finanzielle Nöte bringen.

    2. Soweit ich weiß, muss lebenslanges Wohnrecht ins Grundbuch eingetragen werden, das Testament allein reicht nicht. Das kann meine Mutter doch nicht ohne Zustimmung von uns Kindern machen, da wir auch mit im Grundbuch stehen, oder?

    Ich belasse es erst mal bei diesen beiden Aspekten - über Hilfe und Auskünfte würde ich mich sehr freuen!

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    AW: Mutter heiratet erneut - was passiert mit dem Erbe (Haus)?

    Zu 1: der neue Ehemann erbt 50% des Zugewinns, nicht des Hauses Nachtrag: sorry, da hatte ich natürlich an die Scheidung gedacht, blöd von mir. Er erbt 50% der Hälfte des Hauses, die jetzt der Mutter gehört, wäre richtig gewesen. War wohl schon spät, als ich das schrieb.
    Zu 2: Ja, lebenslanges Wohnrecht muss im Grundbuch als Dienstbarkeit eingetragen sein. Sonst könntet ihr beispielsweise das Haus verkaufen und der neue Ehemann säße auf der Straße

    Außerdem muss das Wohnrecht analog einer Schenkung versteuert werden. Deine Mutter sollte einen Notar aufsuchen und sich eingehend beraten lassen und auch ihr Testament notariell aufsetzen lassen.
    Geändert von BlueVelvet06 (14.05.2021 um 12:40 Uhr)

    Das Coronavirus ist der Versuch der Waschbären, uns alle umzuwandeln
    und dann die Weltherrschaft zu übernehmen!
    Ein Anagramm von Corona ist Racoon, und was machen Waschbären?
    Sie waschen sich die Hände und tragen Masken.
    WACHT ENDLICH AUF!!!!1!!11!!!!
    .

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    AW: Mutter heiratet erneut - was passiert mit dem Erbe (Haus)?

    Vielen Dank für deine Antwort, BlueVelvet06

    Zitat Zitat von BlueVelvet06 Beitrag anzeigen
    Zu 1: der neue Ehemann erbt 50% des Zugewinns, nicht des Hauses
    Das heißt, der Ehepartner kann das Haus bzw. einen Teil davon nicht erben, wenn es meiner Mutter vor Beginn der Ehe bereits gehörte, sondern es ist die Wertsteigerung während der Ehe relevant?

    Ich habe gerade gelesen, dass es einen Unterschied für das Erbe macht, ob bei der Hochzeit Zugewinngemeinschaft oder Gütertrennung vereinbart werden. Dazu muss ich mich auch noch weiter informieren.

    Zitat Zitat von BlueVelvet06 Beitrag anzeigen
    Zu 2: Ja, lebenslanges Wohnrecht muss im Grundbuch als Dienstbarkeit eingetragen sein. Sonst könntet ihr beispielsweise das Haus verkaufen und der neue Ehemann säße auf der Straße

    Außerdem muss das Wohnrecht analog einer Schenkung versteuert werden. Deine Mutter sollte einen Notar aufsuchen und sich eingehend beraten lassen und auch ihr Testament notariell aufsetzen lassen.
    Ja, das mit dem Notar haben wir ihr auch geraten... Wir wollen ja grundsätzlich, dass alles so abläuft, wie sie und mein Vater es gewollt hätten, aber wir wollen juristische Fallstricke vermeiden. Im Moment ist meine Mutter noch der Meinung, dass sie ja „alles nachgelesen“ hat. Ich sammele also fleißig Argumente, um sie von einem - am besten gemeinsamen - Notarbesuch zu überzeugen.

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    AW: Mutter heiratet erneut - was passiert mit dem Erbe (Haus)?

    Dazu rate ich auch. Alleine schon, um den zweiten Ehemann nicht in die Situation zu bringen, dem guten Willen der Kinder aus erster Ehe ausgeliefert zu sein.

    Und ja, der Ehemann erbt einen Teil vom Zugewinn, ein Wohnrecht muss eingetragen werden. Ich habe - allerdings vor langer Zeit, das kann sich geändert haben - auch schon Einträge gesehen, in denen das auf einen Teil des Hauses (zb Obergeschoss mit den Räumen... oder Einliegerwohnung mit den Räumen...) begrenzt war.

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    AW: Mutter heiratet erneut - was passiert mit dem Erbe (Haus)?

    Zitat Zitat von erinye Beitrag anzeigen
    Wir wollen ja grundsätzlich, dass alles so abläuft, wie sie und mein Vater es gewollt hätten, aber wir wollen juristische Fallstricke vermeiden.
    Klingt eher so, als wäre der Wunsch des verstorbenen Vaters bloß vorgeschoben um sicherzustellen, dass ihr als Kinder (wie viele sind eigentlich einige?) genug bekommt.

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    AW: Mutter heiratet erneut - was passiert mit dem Erbe (Haus)?

    Zitat Zitat von Borghild Beitrag anzeigen
    Klingt eher so, als wäre der Wunsch des verstorbenen Vaters bloß vorgeschoben um sicherzustellen, dass ihr als Kinder (wie viele sind eigentlich einige?) genug bekommt.
    Ich habe den gleichen Gedanken....
    Nein, mein Nickname hat nichts mit meinem Geburtsjahr zu tun

    Es gibt immer 4 Versionen beim Zusammentreffen von Mann und Frau:
    Seine, ihre, die Wahrheit, und das, was wirklich passiert ist.


    Schokolade stellt keine blöden Fragen - Schokolade versteht

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    AW: Mutter heiratet erneut - was passiert mit dem Erbe (Haus)?

    Es liest sich etwas so, ja.
    Zumal : Es gab beim Tode des Vaters kein Testament. Hier entschied also nicht der Wille des Vaters über "Das Haus soll den Kindern gehören", sondern der Gesetzgeber.

    Wäre es wirklich sein dringender Wunsch gewesen, dann hätte er das beizeiten, dh direkt nach Fertigstellung bzw Einzug oder Geburt des ersten Kindes, testamentarisch festgelegt.

  8. Moderation

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    AW: Mutter heiratet erneut - was passiert mit dem Erbe (Haus)?

    Zitat Zitat von BlueVelvet06 Beitrag anzeigen
    Zu 1: der neue Ehemann erbt 50% des Zugewinns, nicht des Hauses
    gekürzt

    Das ist m.E. nicht richtig. Den Anteil der Mutter am Haus erbt er zur Hälfte, wenn Zugewinngemeinschaft bedsteht (und kein Testament Deiner Mutter vorliegt). 50 % des Zugewinns steht ihm bei Scheidung zu. Er ist auf jeden Fall pflichtteilsberechtigt.

    Die Erbauseinandersetzung bei Zweitehen mit Kindern aus der Erstehe ist mit Fallstricken versehen, daher bitte unbedingt zum Fachmann damit!
    Moderatorin in
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    AW: Mutter heiratet erneut - was passiert mit dem Erbe (Haus)?

    Es ist wohl schwer, bei so einem Thema diesen Eindruck nicht zu machen :-(

    Mein Vater hatte gegen die gesetzliche Erbfolge ja gar nichts einzuwenden, deshalb hat er kein Testament gemacht. Er wollte ja, dass wir mit unserer Mutter das Haus gemeinsam erben (wir sind 3 Geschwister). Die gesetzliche Erbfolge war daher für uns ja völlig unproblematisch. Es war nur die Absprache meiner Eltern, dass letztendlich das Haus vollständig an uns Kinder fallen soll und nicht an etwaige neue Ehepartner.

    Das lebenslange Wohnrecht soll der neue Ehepartner ja auch bekommen. Das ist ja der Wunsch meiner Mutter. Es geht ja eher darum, das Ganze vernünftig zu regeln und "wasserdicht" zu machen - ich wusste z. B. vor heute gar nicht, dass das Wohnrecht ins Grundbuch eingetragen werden muss. Meiner Mutter ist das Stand heute anscheinend auch nicht bewusst. Da geht es uns also eher darum, es "richtig" zu machen, das ist in dem Fall ja auch zugunsten des zukünftigen Ehemannes.
    Anscheinend lässt sich auch recht genau regeln, inwieweit der Bewohner oder der Eigentümer für die Instandhaltung verantwortlich ist, das ist schon mal beruhigend. Wir stehen alle noch am Studienende/Berufsanfang, d. h. wir haben Angst, dass da größere Kosten auf uns zukommen könnten. Der neue Partner könnte ja gut noch 20-30 Jahre in dem Haus leben. Zudem ist der Kredit für das Haus noch nicht abbezahlt, den müssten wir dann ohnehin übernehmen.

    Wir kennen den neuen Partner unserer Mutter noch nicht besonders gut. Corona- und entfernungsbedingt gab es dazu bisher nicht viel Gelegenheit, uns besser kennenzulernen.
    Daher fällt es uns auch schwer, einzuschätzen, inwieweit bei einem Erbfall Verlass darauf wäre, dass er sich auch an Absprachen hält, die nicht testamentarisch abgesichert sind.
    Und andersherum ist es für ihn ja genauso - er kennt uns ja auch noch nicht so gut und profitiert daher auch davon, wenn meine Mutter festhält, was sie will, er gegen uns Kinder "abgesichert" ist und das ganze auch gerichtlich Bestand hat.

    Und ja, da wir Kinder alle von Erbrecht nicht viel Ahnung haben, wollen wir natürlich verhindern, dass z. B. so etwas passiert wie, dass der Ehepartner unbeabsichtigt doch einen Teil des Hauses erbt. Das kann man natürlich raffgierig finden, aber das entspricht ja auch dem Willen meiner Mutter und das war es, was sie mit unserem Vater auch vor Jahren vereinbart hat.

    Ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass der Ehepartner bei Zugewinngemeinschaft 50% des gesamten Nachlasses des verstorbenen Ehepartners erhält und nicht nur des Zugewinns. Dass es anscheinend anders ist, macht die Sache für uns natürlich sehr viel unproblematischer.

    Ich denke aber, ich habe auf jeden Fall genug gesammelt, um meiner Mutter zu vermitteln, dass es für alle Seiten besser und gut angelegtes Geld ist, wenn wir die Notarkosten investieren.

    Danke an alle, die geantwortet haben!
    Geändert von erinye (14.05.2021 um 00:22 Uhr)

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    AW: Mutter heiratet erneut - was passiert mit dem Erbe (Haus)?

    Zitat Zitat von Utetiki Beitrag anzeigen

    Das ist m.E. nicht richtig. Den Anteil der Mutter am Haus erbt er zur Hälfte, wenn Zugewinngemeinschaft bedsteht (und kein Testament Deiner Mutter vorliegt). 50 % des Zugewinns steht ihm bei Scheidung zu. Er ist auf jeden Fall pflichtteilsberechtigt.

    Die Erbauseinandersetzung bei Zweitehen mit Kindern aus der Erstehe ist mit Fallstricken versehen, daher bitte unbedingt zum Fachmann damit!
    Okay, dann werden wir die Sache mit den 50% unbedingt mit einem Anwalt/Notar besprechen. Anscheinend gibt es ja hier auch verschiedene Ansichten dazu.

    Ich habe ja schon geschrieben - ich denke mal, dass ich genug Argumente gesammelt habe, um meine Mutter zu überzeugen, dass ihr aktuelles Testament nicht ausreicht. Sie war heute sehr überzeugt davon, dass sie ja "alles nachgelesen" habe, ihr Testament ordnungsgemäß verfasst ist und sie sich die Notarkosten sparen kann, und ich bin mit meinem eher hintergrundwissenlosen Einwand "Das klingt etwas zu einfach für mich" auch nicht weit gekommen. Aber ich denke, das Ganze sollte sich gut regeln lassen, denn wir profitieren ja alle von einer klaren Regelung.

    Vielen Dank noch einmal für die Antworten und gute Nacht!

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