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    nicht über den Tod des Vaters informiert werden

    Heute habe ich erfahren, dass mein Vater gestorben ist - bereits im Jahr 2019.

    Da meine Eltern sich in den 80er Jahren haben scheiden lassen und ich mit meiner Mutter in ein anderes Bundesland zog, hatte ich nur noch telefonischen Kontakt mit meinem Vater, das aber regelmäßig.

    Mein Vater wollte meiner Schwester keinen Unterhalt für ihr Studium zahlen, weil sie keinen Kontakt zu ihm haben wollte. Ich habe mein Studium damals selbst finanziert, meine sehr viel jüngere Schwester hat ihn jedoch verklagt.
    Wie er es mir selbst noch erzählte, wollte er den Unterhaltsansprüchen entgehen und zog deshalb 2009 von Deutschland nach Polen (er selbst ist gebürtiger Deutscher).
    Vorher hat er seine Mietshäuser in Deutschland verkauft und heiratete eine Polin, die er kaum kannte. Soweit ich weiß wollte er sein Vermögen seiner Frau überschreiben. Die beiden lebten dann in der Nähe der deutschen Grenze.

    Aber seit dem Umzug nach Polen hatte ich nie wieder von ihm gehört und wir hatten keinen Streit. Auf Briefe reagierte er nicht und ich gab es dann auf.

    Da es mir keine Ruhe ließ, was aus ihm geworden ist, habe ich nach längeren Recherchen einen Onkel ausfindig machen können. Von diesem erfuhr ich, dass mein Vater vor fast 2 Jahren in Polen verstarb.

    Ich bin traurig, dass unsere Familie so brüchig war und entsetzt, dass ich als Tochter von keiner Behörde informiert wurde. Irgendwo muss sein Tod doch bekannt gewesen sein, immerhin wird er eine Rente aus Deutschland bezogen haben. Hätte ich diesen Onkel nicht gefunden, würde ich nie erfahren haben, dass mein Vater tot ist. Wie ist sowas möglich?

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    AW: nicht über den Tod des Vaters informiert werden

    Sowas ist möglich, wenn man keinen Kontakt hat

    Vielleicht verstehe ich Deine Frage aber auch nicht?
    Nein, mein Nickname hat nichts mit meinem Geburtsjahr zu tun

    Es gibt immer 4 Versionen beim Zusammentreffen von Mann und Frau:
    Seine, ihre, die Wahrheit, und das, was wirklich passiert ist.


    Schokolade stellt keine blöden Fragen - Schokolade versteht

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    AW: nicht über den Tod des Vaters informiert werden

    Liebe Blumenfrau,

    es tut mir aufrichtig leid. Zum einen, dass Dein Vater verstorben ist - mein Beileid! Und dazu, wie du davon erfahren hast.

    Alles Liebe Dir! aurora

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    AW: nicht über den Tod des Vaters informiert werden

    Zitat Zitat von Blumenfrau11 Beitrag anzeigen
    dass ich als Tochter von keiner Behörde informiert wurde.
    Ich wüsste jetzt auch nicht, dass Behörden, auch in D nicht, verpflichtet sind, Angehörige über den Tod zu unterrichten.

    Von den Behörden erfährst Du dann etwas, wenn sie z.B. Geld wollen, sprich wegen Beerdigungskosten z.B. oder wenn der Vater ein Testament hinterlegt hat. Sonst nicht. Es lag dann schon an Deinem Vater, dafür Sorge zu tragen, dass Du informiert wirst.

    Mir wird das sicher mal ganz genauso gehen bzw. vllt. ist es ja auch schon so, ich werde es auch nicht erfahren, es sei denn, die Behörden wollen Geld.
    Geändert von Vienna__ (09.05.2021 um 21:18 Uhr)

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    AW: nicht über den Tod des Vaters informiert werden

    Normalerweise hättest du vom Nachlassgericht informiert werden müssen. Wenn jemand den Erbschein beantragt hat etwa. Bzw. wärst du ja (Mit)erbin geworden.

    Anuschka

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    AW: nicht über den Tod des Vaters informiert werden

    Was für eine traurige Geschichte.
    Mein ganz herzliches Beileid. Auch, wenn ihr keinen Kontakt hattet, er war dein Vater, und hat dir doch - was auch immer j- bedeutet.

    Heisst das denn, dass auch deine Schwester nichts von seinem Tod erfahren hat?

    Ich überlege, warum Behörden dich hätten kontakten sollen. Eigentlich nur dann, wenn es um erben oder finanzieren der Beerdigung geht. Er scheint seinen Nachlaß so geregelt zu haben, dass ihr außen vor geblieben seid. Ein Pflichtteil würde euch nach deutschem Recht allerdings zustehen. Es sei denn, er hat euch rechtswirksam enterbt.
    Dem kannst du nachgehen, indem du das örtliche Amtsgericht bei ihm kontaktierst. Der Onkel wird ja wissen, wo er gewohnt hat. Für weiteres Vorgehen fällt mir nur ein: Rechtanwalt für internationales Privatrecht.

    Gerade denke ich so:
    Mein Bruder wird auch mal nichts erben von mir, auch sein Kind nicht. Mein Testament ist geregelt und hinterlegt. Er wird von meinem Tod eines Tages nichts erfahren. Familien können komisch sein.

    Herzlich, Karla
    The original Karla
    est. 2006


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    AW: nicht über den Tod des Vaters informiert werden

    Das Nachlassgericht informiert einen gegebenfalls, aber hier hat der Verstorbene ja im Ausland gelebt.

    Hab ich das richtig verstanden, dass Du ihn seit 40 Jahren nicht mehr "live" gesehen hast? Was hat das verhindert, auch in einem anderen Bundesland warst Du doch nicht aus der Welt?

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    AW: nicht über den Tod des Vaters informiert werden

    Vielen Dank für eure Antworten.
    Ich bin aufgewühlt und erschüttert, dass so eine Information nicht selbstverständlich an die Kinder vermittelt wird. Auch wenn er zu mir offensichtlich keinen Kontakt wollte (ich kenne den Grund nicht) - trotzdem ist es ein Bedürfnis über das Schicksal seiner Eltern zu erfahren. Besser kann ich es nicht in Worte fassen.

    Meine (Halb-)Schwester, zu der ich guten Kontakt habe, habe ich noch nicht erreicht. Aber ich bin mir nicht sicher, wie sie reagiert. Das Thema "Vater" will sie immer totschweigen.

    Um das Erbe geht es mir nicht. Ich respektiere den Wunsch meines Vaters, dass er offensichtlich nichts seinen Kindern vererben wollte.

    Dass er uns nicht bei unserem Studium unterstützt hat, obwohl es ihm finanziell sehr gut ging, war enttäuschend. Meine Schwester und ich sind unterschiedlich damit umgegangen. Ich wollte ihn nicht verklagen, weil ich wusste, dass er dann den Kontakt abbrechen wird. Meine Schwester hat es später getan. Und dann ist er ja nach Polen gezogen.

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    AW: nicht über den Tod des Vaters informiert werden

    Zitat Zitat von Blumenfrau11 Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für eure Antworten.
    Ich bin aufgewühlt und erschüttert, dass so eine Information nicht selbstverständlich an die Kinder vermittelt wird.
    Würde im Umkehrschluss bedeuten, das jeder Abkömmling über über den Tod von Amts wegen informiert wird. Das kann doch keine Behörde leisten. Eine Behörde kann doch nicht ggf. über Jahrzehnte die Familiengeschichte nachverfolgen, a la, ach ja, der hat noch zweimal geheiratet, da gibt es noch uneheliche Kinder etc. pp. Sowas lässt sich nicht bewerkstelligen. Du solltest also deswegen nicht erschüttert sein. Wie gesagt, es liegt an den "Versterbenden", in dem Fall Deinem Vater, aber auch meinem Vater, dafür Sorge zu tragen zu Lebzeiten, dass wir informiert werden. Finde ich.

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    AW: nicht über den Tod des Vaters informiert werden

    Bis in die 90er hatte ich ihn in den Ferien besucht, aber dann fiel mir das Reisen aus gesundheitlichen Gründen schwer. Ich hatte und habe chronische Schmerzen und verlasse die Stadt eigentlich nie, wohl auch aus Angst, unterwegs eine Kolik zu bekommen. Mein Vater hat das nie verstanden und es sicher als Desinteresse gewertet. Die Anrufe konnten das sicher nicht ausgleichen. Er selbst reiste früher viel, hat mich aber nie besuchen wollen.
    Wir sind wohl ein typisches Beispiel für eine dysfunktionale Familie. Alles sehr traurig.

    Um ein bisschen Familie zu haben, machte ich mich 2000 auf die Suche nach meiner Halbschwester (aus einer kurzen Beziehung meines Vaters nach der Ehe mit meiner Mutter). Ich wusste, dass sie existiert, aber mein Vater hatte keinen Kontakt zu ihr.
    Seitdem haben wir wenigstens uns und sie kommt mich ab und zu besuchen.

    Schade, dass mein Vater nicht schätzen konnte, dass wir zwei selbständige, schlaue Frauen sind - und dass meine Schwester ihn zum Opa machte, erfuhr er auch nie.

    Ich fragte meinen Onkel heute am Telefon, ob mein Vater denn seine Töchter bei den Telefonaten mit seinem Bruder (die beiden hatten bis zum Tod Kontakt) erwähnte. Nein, mit keinem Wort :(

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