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    Geschwisterliebe und übergroßes Verantwortungsgefühl

    Guten Tag an alle!
    Ich fall gleich mit der Tür ins Haus. Ich habe ein riesen Problem, mit dem ich offensichtlich nicht mehr alleine klar komm. Bevor ich mir professionelle Hilfe suche, würde ich aber auch gern noch Ratschläge von außen, also von euch, hören.

    Ich habe einen Bruder, der 10 Jahre jünger ist als ich. (Ich bin 38, er ergo 28 )
    Mein Bruder war für mich persönlich immer schon ein bisschen (m)ein Sorgenkind. Er war immer (zu?) angepasst, (zu?) brav, (zu?) zurückhaltend, im Grunde das komplette Gegenteil von mir und hat deshalb nie viel Freunde gehabt. (Also er hatte nicht deshalb keine Freunde, weil er nicht so ist wie ich , sondern das „deshalb“ bezieht sich auf das zurückhaltende Wesen von ihm).
    Er hat auch nie wirklich das getan, was andere Jungs in seinem Alter getan haben. Als Kind im Dreck spielen, wilde Herumtollereien, als Jugendlicher mal einen über den Durst getrunken, Parties gefeiert und was man halt alles so macht im Laufe seines Erwachsenwerdens. Das alles gabs bei ihm nicht.

    Versteht mich nicht falsch, das muss er auch nicht, mein Bruder ist ein Wahnsinnskerl, aber ich wollte nur kurz ein bisschen was von seinem „Werdegang“ schildern, damit ihr euch ein besseres Bild machen könnt.
    Er hat schon relativ früh (mit ca. 3 Jahren) mit einem (Einzel)sport begonnen und das hatte bis vor kurzem Priorität Nummer eins, vielleicht war auch das mit ein Grund, weshalb mein Bruder außerhalb seines Sports nie viele Kontakte gepflegt hat.
    Als er ins Gymnasium ging, war ein Zwillingsmädchen-Pärchen in seiner Klasse, mit denen er sich anfreundete. Auf der Abireise kam er mit einer von den beiden zusammen. Das blieb so bis vor einem Jahr. Die beiden harmonierten super, auch seine Exfreundin war nicht die große Draufgängerin. Sie unternahmen viel in der Natur, viel auch mit der Zwillingsschwester, bei der sich später dann auch ein Partner dazugesellte. Zuletzt wohnten alle vier sogar in einer WG, alles schien wunderbar und harmonisch. Mein Bruder war aufgehoben und eigentlich dachten alle, dass er seinen Platz gefunden hatte.

    Dann kam die Trennung, die sehr unglücklich lief und seitdem ist mein Bruder Single und auch sonst ziemlich einsam, da er keine oder kaum Freunde hat. Die seit nun mehr als einem Jahr andauernden (Kontakt)beschränkungen machen es meinem Bruder natürlich auch nicht leichter, neue Leute kennenzulernen und so ist er meistens alleine. Und nun komme ich ins Spiel.
    Ich ertrage es nicht, ihn einsam zu sehen. Er beschwert sich nie, wirklich nicht – das würde auch gar nicht zu seinem Wesen passen , aber ich würde ihm sooooo sehr wünschen, dass er Menschen findet, mit denen er seine Freizeit verbringen kann und ja, ich wünsch ihm natürlich auch wieder eine Frau an seiner Seite, mit der der sein Leben teilen kann.
    Und wenn ich ehrlich bin, wahrscheinlich wünsche ich es nicht nur ihm, sondern auch mir. Das bescheuerte nämlich an der Sache ist, dass ich große Probleme damit habe, meinen Bruder wie selbstverständlich ein bisschen mehr in mein Leben einzubinden.
    Warum das so ist, hat sicher verschiedene Gründe, einige davon sind mir möglicherweise gar nicht bewusst und deshalb brauche ich Hilfe.

    Ich formuliere die folgenden Zeilen bewusst hart und ungeschönt und hoffe, dass ihr mich richtig versteht und mich nicht vorschnell verurteilt.
    Es fühlt sich so an, als müsste ich mich um meinen Bruder kümmern und das will ich nicht. Ich will nicht drüber nachdenken müssen, ob ich ihn am Wochenende anrufen und fragen „muss“, ob er auf einen Kaffee vorbeikommt oder ob er etwas mit mir oder mit mir und meinem Partner unternimmt. Ich will nicht das Gefühl haben, ich wäre seine wichtigste Bezugsperson, weil ich diese Verantwortung nicht ertrage. Ich will einfach, dass er alleine klarkommt (was er ja tut, er bittet mich ja nicht um Hilfe!!!) und dass wir uns einfach ab und an ohne Druck sehen können, wie früher, als er noch in einer Beziehung war.
    Momentan fühlt sich das alles so gezwungen an. Ich merke ja, dass er eigentlich darauf wartet, dass ich ihn frage, ob er etwas unternehmen mag und ich merke, dass er sich aber auch nicht aufdrängen möchte und das bringt mich in eine fürchterliche Zwickmühle. Ich habe echt schon fast jede Woche Angst vorm Wochenende, weil ich das Gefühl habe, dass meine „Freiheit“ irgendwie eingeschränkt ist, weil ich ja immer auch an meinen Bruder denken sollte, dass wir uns zumindest einmal am Wochenende sehen und Zeit miteinander verbringen. Ich weiß, das muss alles so krank und verquer klingen und ihr fragt euch sicher, warum ich eigentlich nicht einfach GERNE was mit meinem Bruder mache, sondern es den Anschein macht, als wäre das für mich eine Qual. Ich kann es euch auch leider wirklich nicht besser erklären, ich weiß nur, dass ich meinen Bruder liebe und will, dass es ihm gut geht, ich weiß aber auch, dass ich dieses mir selbst auferlegte Verantwortungsgefühl ihm gegenüber nicht ertrage. Wenn ich das so schreibe, hasse ich mich selbst dafür, dass ich nicht besser mit dem Ganzen umgehen kann.

    Erschwerend hinzu kommt, dass mein Partner eine Art Abneigung gegen meinen Bruder entwickelt hat und er teilweise richtig aggressiv wird, wenn ich anklingen lasse, dass mich die Situation belastet oder aber auch, wenn ich mal versuche, meinen Bruder außerhalb des wöchentlichen Sonntag-Mittagessens gemeinsam bei unseren Eltern einzubinden.
    Dabei ist es wirklich nicht so, als wäre mein Bruder ständig Thema. Ich sehe ihn wie gesagt meistens einmal in der Woche beim sonntäglichen Mittagessen bei meinen Eltern, bei dem mein Partner auch dabei ist und ansonsten kaum. Wir telefonieren alle ein, zwei Tage mal und ich versuche ab und zu, unter der Woche bei ihm auf einen schnellen Kaffee vorbeizuschauen oder ihn mal zum Essen einzuladen, aber das pasiert nur sehr unregelmäßig (eben auch wegen meinem Partner), was mir wiederum ein riesen schlechtes Gewissen verursacht.
    Versteht irgendjemand meinen verqueren Kopf und mein verqueres Herz?

    Ich hoffe, ich muss nicht extra erwähnen, dass ich meinen Bruder wahnsinnig liebe und ihm nur das allerallerbeste auf dieser Welt wünsche, keiner hat es mehr verdient als er.
    Hätte ich einen einzigen Wunsch nur frei, würde ich mir wünschen, dass mein Bruder wieder glücklich wird. Dass das ein dennoch egoistischer Wunsch ist, ist mir bewusst, denn erst, wenn mein Bruder wieder glücklich ist und ich ihn „aufgehoben“ weiß, kann ich wieder unbeschwert und glücklich sein.

    Zur Zeit aber lastet das alles wie eine dunkle Wolke über mir und ich weiß nicht, wie ich das gebacken krieg. Deshalb ist es wohl an der Zeit, einen Termin bei einem Psychologen zu vereinbaren.
    Wie schätzt ihr die Situation ein, könnt ihr mir eventuell ein bisschen Feedback geben?
    Das wäre schön.

    Danke und liebe Grüße,
    saltimbocca
    Geändert von saltimbocca82 (24.03.2021 um 09:09 Uhr)

  2. Moderation

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    AW: Geschwisterliebe und übergroßes Verantwortungsgefühl

    Zitat Zitat von saltimbocca82 Beitrag anzeigen
    Ich habe einen Bruder, der 10 Jahre jünger ist als ich. (Ich bin 38, er ergo 28 )
    Mein Bruder war für mich persönlich immer schon ein bisschen (m)ein Sorgenkind. Er war immer (zu?) angepasst, (zu?) brav, (zu?) zurückhaltend, im Grunde das komplette Gegenteil von mir und hat deshalb nie viel Freunde gehabt. (Also er hatte nicht deshalb keine Freunde, weil er nicht so ist wie ich , sondern das „deshalb“ bezieht sich auf das zurückhaltende Wesen von ihm).
    Er hat auch nie wirklich das getan, was andere Jungs in seinem Alter getan haben. Als Kind im Dreck spielen, wilde Herumtollereien, als Jugendlicher mal einen über den Durst getrunken, Parties gefeiert und was man halt alles so macht im Laufe seines Erwachsenwerdens. Das alles gabs bei ihm nicht.
    Das ist doch der Bruder, der sich vor einem Jahr fremdverliebt hatte, als er noch in der Beziehung war, oder?
    Islabonita

    Moderation im Freundschaftsforum, Umgangsformen, Familiensache, Mietforum und in Rund um die Bewerbung - ansonsten normale Userin

    Werde die, die du bist
    Hedwig Dohm

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    AW: Geschwisterliebe und übergroßes Verantwortungsgefühl

    Ist er berufstätig?
    Im Home-Office?

    Er scheint doch gar nicht so unglücklich zu sein, wie du es empfindest.

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    AW: Geschwisterliebe und übergroßes Verantwortungsgefühl

    Zitat Zitat von Islabonita Beitrag anzeigen
    Das ist doch der Bruder, der sich vor einem Jahr fremdverliebt hatte, als er noch in der Beziehung war, oder?
    Ja, ist er.

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    AW: Geschwisterliebe und übergroßes Verantwortungsgefühl

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Ist er berufstätig?
    Im Home-Office?

    Er scheint doch gar nicht so unglücklich zu sein, wie du es empfindest.
    Also ja und nein.
    Ja, er ist sicherlich nicht todunglücklich mit der Situation, er ist aber auch niemand, der anderen sein Leid klagt und neben seiner Exfreundin bin ich wahrscheinlich die Einzige, die ihn auch nur annähernd kennt und ich merke einfach schon, dass ihm schön langsam ein bisschen die Luft ausgeht. Er ruht nicht in sich und fühlt sicher sicherlich nicht immer wohl. Wie gesagt, er sagt einfach nur nix, aber ich spüre, dass es ihm nicht supergut geht.

    Er ist Lehrer und ich bin sehr froh, dass bei uns momentan mal die Schulen offen haben und er zumindest an vier Tagen die Woche an der Schule ist und unterrichtet.

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    AW: Geschwisterliebe und übergroßes Verantwortungsgefühl

    Mal ein paar erste gedanken - fragen:

    Wie war es früher? Gibt es einen ausgesprochenen oder unausgesprochenen Auftrag (der eltern): "kümmere dich um deinen kleinen bruder"?

    Ist dein partner jünger als du, ist er ein jüngerer bruder? Gibt es hier einen auftrag - woher auch immer - "kümmere dich um mich / um deinen partner"?

    Was ist für dich die größere belastung - oder die eigentliche: das verantwortlich fühlen für deinen bruder oder der konflikt, der daraus mit deinem partner entsteht? Eventuell die eifersucht deines partners, aktuell nicht die gefühlte nummer eins für dich zu sein?

    arabeske
    Wenn die Hand eines Mannes
    die Hand einer Frau streift,
    berühren sich beide bis in alle Ewigkeit.
    Khalil Gibran

    ***********************************
    Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.

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    AW: Geschwisterliebe und übergroßes Verantwortungsgefühl

    Zitat Zitat von Arabeske_H Beitrag anzeigen
    Mal ein paar erste gedanken - fragen:

    Wie war es früher? Gibt es einen ausgesprochenen oder unausgesprochenen Auftrag (der eltern): "kümmere dich um deinen kleinen bruder"?
    Nein, zumindest nicht bewusst. Meine Eltern haben sich immer um uns beide gekümmert. Aber klar, dass die 10 Jahre ältere Schwester mal hie und da zum Babysitten heranzgezogen wurde, das hab ich aber nicht als schlimm empfunden.

    Ist dein partner jünger als du, ist er ein jüngerer bruder? Gibt es hier einen auftrag - woher auch immer - "kümmere dich um mich / um deinen partner"?
    Mein Partner ist sogar um einige Jährchen älter als ich. Aber ich glaube schon, dass er viel Aufmerksamkeit braucht.

    Was ist für dich die größere belastung - oder die eigentliche: das verantwortlich fühlen für deinen bruder oder der konflikt, der daraus mit deinem partner entsteht? Eventuell die eifersucht deines partners, aktuell nicht die gefühlte nummer eins für dich zu sein?
    Die größere Belastung - weil quasi chronisch geworden - ist das Verantwortlich- Fühlen, das schwebt wie schon erwähnt seit einem Jahr wie eine dunkle Woke über mir. Ich bediene mich deshalb wieder dieser Wortfahl, weil es sich für mich wirklich exakt so anfühlt. Die Konflikte mit dem Partner kochen ab und zu mal auf, das ist dann zwar für den Moment sehr unschön, aber damit kann ich viel besser umgehen.

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    AW: Geschwisterliebe und übergroßes Verantwortungsgefühl

    Ich lese da viel von Glauben und Fühlen und vermeintlichem Unglück des Bruders und dass nur du und die Ex ihn annähernd kennen.
    Was würde dein Bruder sagen, wenn er deinen Eingangsbeitrag lesen würde?

    Hast du mit ihm überhaupt mal über die Situation gesprochen?

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    AW: Geschwisterliebe und übergroßes Verantwortungsgefühl

    Dein Bruder ist erwachsen und er sollte sein Leben selber organisieren können. Vielleicht geht es ihm nicht so schlecht, wie du meinst. Vielleicht ist er garnicht der mensch, der unbedingt andere Menshcen zum Leben braucht. Akzeptiere ihn so wie er ist. Du mischst dich in sein Leben ein, ohne dass er gefragt wird.

    Hör auf über sein Leben herumzuhirnen. Wenn du dein lebensglück von dem Lebensglück deines Bruders abhängig machst, dann frage ich mich, was bei dir nicht stimmt, um was du dich bei dir nicht kümmerst. Mit deiner Kümmerei nimmst du ihm die Möglichkeit, dass er selber herausfinden kann, wie sein Leben aussehen kann.

    Redet ihr überhaupt darüber oder ist das alles nur eine Vermutung von dir?

    Vielleicht besteht dein Lektion darin, deinen Bruder so anzunehmen wie er ist. Er ist anders als du.
    Ich bin eine Raupe und du ein Reh. Doch ich werd ein Schmetterling und du wirst Filet.

    Die Sache mit dem streiten ist die, wenn man etwas zurückhält, arbeitet es auf lange Sicht gegen euch (Dalai Lama)

    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)


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    AW: Geschwisterliebe und übergroßes Verantwortungsgefühl

    Zitat Zitat von Tirili Beitrag anzeigen
    Ich lese da viel von Glauben und Fühlen und vermeintlichem Unglück des Bruders und dass nur du und die Ex ihn annähernd kennen.
    Ich wusste schon beim Schreiben, dass der Satz möglicherweise falsch interpretiert werden würde, wollte ihn dann aber dennoch nicht löschen. Es ist nicht so, als würde ich mich damit brüsten, dass ich die Einzige bin, die meinen Bruder gut kennt. Denn erstens habe ich manchmal das Gefühl, als würde ich ihn gar nicht richtig kennen und zweitens ist es eben nun mal so, dass mein Bruder jetzt nicht so viel Kontakte außerhalb der Familie hat. Mit meinen Eltern spricht er erst recht nicht über Gefühlsdinge. Ich hoffe, du hast nun verstanden, wie ich das gemeint habe.
    Was würde dein Bruder sagen, wenn er deinen Eingangsbeitrag lesen würde?
    Daran habe ich sehr wohl gedacht, als ich den Beitrag geschrieben habe. Es wäre für ihn sicherlich nicht schön, zu lesen, dass mich die Siautation belastet, zumal er selbst aktiv überhaupt nichts dazu beiträgt, was es mir tatsächlich schwer machen würde.
    Er fordert nicht, er klammert nicht, er beschwert sich nicht. Er ist so ein toller Kerl. Es ist ein Problem, das ich selbst mit mir habe und ich hoffe, er würde es auch so verstehen. Nicht er selbst ist mir eine Last, sondern die Art, wie ich damit umgehe.

    Hast du mit ihm überhaupt mal über die Situation gesprochen?
    Nun, ja klar sprechen wir ab und zu auch mal über Gefühle. Ich habe auch mit ihm darüber geredet, dass er sich die Zeit nehmen soll, sein Leben neu zu organisieren und sich Kontakte aufzubauen. Er sieht das ja genauso. Nur hat er schon jetzt ab und zu mal anklingen lassen, dass es halt schwer ist, in Zeiten wie diesen Kontakte zu knüpfen und ja, ich merke, dass - wie soll ich das jetzt erklären, ohne dass es falsch rüberkommt bzw. ich meinen Bruder nicht als das arme Hascherl dastelle, denn das ist er nicht! - ich merke, dass er nicht unfroh wäre, wenn wir mehr Zeit miteinander verbringen würden. So, jetzt hab ichs gesagt.

    Zitat Zitat von Klecksfisch Beitrag anzeigen
    Dein Bruder ist erwachsen und er sollte sein Leben selber organisieren können. Vielleicht geht es ihm nicht so schlecht, wie du meinst. Vielleicht ist er garnicht der mensch, der unbedingt andere Menshcen zum Leben braucht. Akzeptiere ihn so wie er ist. Du mischst dich in sein Leben ein, ohne dass er gefragt wird.
    Ich mische mich nicht in sein Leben ein, eher im Gegenteil, ich versuche, mich abzugrenzen. Und ich akzeptiere und liebe ihn so, wie er ist. Zu 100%. Aber ich wünsche mir, dass es ihm gut geht und auch wenn es ihm nicht grottenschlecht geht (Gottseidank!), so weiß ich, dass die Situation keine einfache für ihn ist.

    Hör auf über sein Leben herumzuhirnen. Wenn du dein lebensglück von dem Lebensglück deines Bruders abhängig machst, dann frage ich mich, was bei dir nicht stimmt, um was du dich bei dir nicht kümmerst. Mit deiner Kümmerei nimmst du ihm die Möglichkeit, dass er selber herausfinden kann, wie sein Leben aussehen kann.
    Ich kümmere mich nicht um ihn! Ich sehe ihn einmal in der Woche beim Essen und telefoniere alle paar Tage mal mit ihm. Ich nehme ihm keine Möglichkeit, sich selbst zu entwickeln, ich wünsche mir das für ihn sogar!
    Und ja, mag sein, dass was bei mir nicht stimmt, weil mich die Siaution so belastet, aber wenn alles supi wäre, würde ich hier ja nicht schreiben.

    Ich weiß, dass ich ein Problem damit habe und deshalb suche ich ja in einem Forum wie diesem Rat.

    Redet ihr überhaupt darüber oder ist das alles nur eine Vermutung von dir?
    Ja, wir reden und nein, es ist nicht nur Vermutung.

    Vielleicht besteht dein Lektion darin, deinen Bruder so anzunehmen wie er ist. Er ist anders als du.
    Das ist keine Lektion, das akzeptiere ich. Warum sollte ich wollen, dass mein Bruder so ist wie ich? Ich will nur, dass er glücklich ist, egal wie dieses Glück für ihn aussieht. Es muss nicht meine Vorstellung von Glück sein, sondern seine und das wünsche ich ihm. Ist das so verkehrt?

    Im Gegenteil, mein Freund fängt immer wieder damit an, dass mein Bruder mit seiner Art und so wie er ist und sich gibt und überhaupt, keine vernünftige Frau mehr finden wird. Mich machen solche Aussagen sehr wütend, denn für jede Art von Menschen gibt es wiederum Menschen, die dazu passen. Ich will meinen Bruder nicht verändern. Es soll das finden, was seiner Art und seiner Lebensweise entspricht. Ich hoffe, das ist jetzt klar genug rumgekommen.

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