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    AW: Geschwisterliebe und übergroßes Verantwortungsgefühl

    Zitat Zitat von saltimbocca82 Beitrag anzeigen
    Im Gegenteil, mein Freund fängt immer wieder damit an, dass mein Bruder mit seiner Art und so wie er ist und sich gibt und überhaupt, keine vernünftige Frau mehr finden wird. Mich machen solche Aussagen sehr wütend, denn für jede Art von Menschen gibt es wiederum Menschen, die dazu passen. Ich will meinen Bruder nicht verändern. Es soll das finden, was seiner Art und seiner Lebensweise entspricht. Ich hoffe, das ist jetzt klar genug rumgekommen.
    (gefettet von mir)

    Wieso muss dein Bruder denn unbedingt eine Frau (egal ob vernünftig oder wasauchimmer) finden?
    Muss der (unwillige) Mann unbedingt an die (unwillige) Frau gebracht werden?
    Wer Unsinn hören und glauben will, der wird auch Unsinn zu hören bekommen.

    Cave: Meine Beiträge könnten Spuren von Ironie enthalten!

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    AW: Geschwisterliebe und übergroßes Verantwortungsgefühl

    Zitat Zitat von saltimbocca82 Beitrag anzeigen

    Im Gegenteil, mein Freund fängt immer wieder damit an, dass mein Bruder mit seiner Art und so wie er ist und sich gibt und überhaupt, keine vernünftige Frau mehr finden wird. Mich machen solche Aussagen sehr wütend, denn für jede Art von Menschen gibt es wiederum Menschen, die dazu passen. Ich will meinen Bruder nicht verändern. Es soll das finden, was seiner Art und seiner Lebensweise entspricht. Ich hoffe, das ist jetzt klar genug rumgekommen.
    von mir gefettet
    was meint dein freund genau damit? Wie beschreibt er "seine art"?

    Ansonsten bin ich mir nicht sicher ob familienmitglieder (sprich Du) solche sachen wirklich realitätsnah einschätzen können, aber das ist nur meine meinung..

    Warum braucht dein bruder überhaupt "so dringend" eine frau deiner meinung nach? Sorry, aber für mich lehnst du dich ganz schön weit aus dem fenster, dein bruder ist erwachsen.. und ich finde, du versucht ihn (gedanklich) ganz schön in eine bestimmte richtung zu lenken, eine die du! für ihn als die richtige hälst, auch wenn du das noch so umfangreich als sorge deklarierst (und nein, nicht jeder mensch auf dieser welt findet einen passenden partner, nicht dass das jeder muss, aber diese denke halte ich einfach für nicht richtig)

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    AW: Geschwisterliebe und übergroßes Verantwortungsgefühl

    Zitat Zitat von saltimbocca82 Beitrag anzeigen
    Das bescheuerte nämlich an der Sache ist, dass ich große Probleme damit habe, meinen Bruder wie selbstverständlich ein bisschen mehr in mein Leben einzubinden.

    Zur Zeit aber lastet das alles wie eine dunkle Wolke über mir und ich weiß nicht, wie ich das gebacken krieg. Deshalb ist es wohl an der Zeit, einen Termin bei einem Psychologen zu vereinbaren.

    Wie schätzt ihr die Situation ein, könnt ihr mir eventuell ein bisschen Feedback geben?
    erheblich gekürzt von mir

    Liebe saltimbocca,

    ich riskiere jetzt mal das große Fettnäpfchen und meine mich zu erinnern, dass Du fast den identischen Text bereits letztes (oder vorletztes?) Jahr unter dem Nick @RoterVeltliner gepostet hast.

    Ich erinnere mich auch, dass das entsprechende Feedback auf dieses Problem recht umfangreich und mE auch hilfreich war, aber es scheint nicht zu Dir durchgedrungen zu sein, wenn Dich das nach wie vor im negativen Sinn derart beschäftigt.

    Ich persönlich halte es für überzogen, deswegen psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Denn ich denke, an der Perspektiven-Schraube kannst Du auch alleine drehen.

    Mir springt erneut ins Auge, dass Du automatisch davon ausgehst, dass Dein Bruder einsam ist - und nicht nur alleine. Der Unterschied ist Dir sicher bewusst, oder?

    Hast Du eine so gute Bindung zu Deinem Bruder, dass Du Dir vorstellen kannst, mit ihm sensibel, aber dennoch offen über seine Befindlichkeit zu reden? Man spürt idR sehr schnell, ob sich das Gegenüber einem Thema öffnen möchte oder nicht.

    Auch könnte ich mir vorstellen, dass Du mit Deinen Sorgen um ihn, die er spüren wird, eine Last aufbürdest. An Deiner Stelle würde ich ihm eher Vertrauen in ihn selbst und in seine Zukunftsgestaltung signalisieren.

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    AW: Geschwisterliebe und übergroßes Verantwortungsgefühl

    Dein Bruder hat "anklingen lassen", dass es schwer ist, Kontakte zu knüpfen.
    Du "merkst, dass er nicht unfroh wäre", wenn ihr mehr Zeit miteinander verbringt.
    Er hat nicht viele Kontakte außerhalb der Familie.

    Dann wird es mal Zeit, dass er welche knüpft, wenn er das denn wirklich möchte. Wenn er nur mit dir rumhängt, wird das kaum passieren. Zumal er den vermeintlichen Wunsch überhaupt nicht formuliert hat, das ist wieder nur dein Gefühl.

    Sollte dein Bruder leiden, was er offensichtlich in dem Maße, wie du glaubst, gar nicht tut, muss er sich selbst helfen.
    Unsere schöne, neue Welt bietet viele Möglichkeiten, Leute kennenzulernen.

    Irgendwie löst deine Haltung Unbehagen in mir aus. Du sitzt auf einem ganz schön hohen Ross, wenn du glaubst, du musst deinen erwachsenen Bruder retten. Kann es sein, dass du den Fokus auf deinen Bruder lenkst, um dich nicht mit deinen eigenen Baustellen befassen zu müssen? Nur so eine Vermutung...

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    AW: Geschwisterliebe und übergroßes Verantwortungsgefühl

    Ich finde, Du liest Dich sehr reflektiert. Vor allem fällt auf, dass Du dieses Problem des übergroßen Verantwortungsgefühls nicht nach außen verlagerst - also im Sinne von: Mein Bruder kriegt ohne mich nichts hin -, sondern denkst, dass Du diejenige bist, die ein Problem hat.

    Du schreibst ganz zu Anfang, dass Dein Bruder schon immer Dein Sorgenkind war. Könnte es sein, dass Du einfach aus einem tief sitzenden Pflichtgefühl an dieser Vorstellung festhältst, Dein Bruder brauche Dich? Außerdem ist es auch für Dich selbst was Schönes, gebraucht zu werden. Und es ist auch ein bisschen schmeichelhaft für das Ego, sich zu sagen, dass man diejenige Person ist, die es "besser" macht im Leben. Du wärst nicht die Einzige, der das Loslassen sehr, sehr schwer fällt.

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    AW: Geschwisterliebe und übergroßes Verantwortungsgefühl

    @Schafwolle und Tirili

    Ich erinnere mich lebhaft....ich hoffe, der Tochter geht's gut.
    Auch ein Hamster-Rad sieht von innen wie eine Karriere-Leiter aus.

    Es reicht, was du siehst und empfindest. Das Kind muss keinen Namen haben.
    Zitat von Rezeptfrei September 2014

    LG Milk_

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    AW: Geschwisterliebe und übergroßes Verantwortungsgefühl

    Liebe saltimbocca, viel Kluges wurde schon gesagt. Zum ganz Konkreten, nämlich dem gefühlten Druck im Kontakt: In solchen Fällen (Familie) habe ich mit Jours fixes eine gute Erfahrung gemacht. Idealerweise verbunden mit Aktivitäten, die einem sowieso Spaß machen oder die man erledigen muss.

    Beispiel: Jeden zweiten Samstag Vormittag gemeinsamer Einkauf am Wochen-/Bauernmarkt mit anschließendem Kaffee.
    Jeden Sonntag Morgen eine Stunde Powerwalking zusammen. Oder: Jeden zweiten Donnerstag Abend kocht ihr abwechselnd füreinander.

    Ansonsten kann man gerade jetzt sehr gut über Tel/FaceTime/Zoom etc Kontakt halten. Da könnt ihr einfach quatschen während du zb einer Hausarbeit nachgehst.

    Mit deinem Partner würde ich über das Thema nicht mehr sprechen. Ausnahmslos. Er ist der Falsche dafür. Also wirklichen Cut machen und die jegliche Erzählung verkneifen, stattdessen Freundin anrufen or so.

    Was mir im Fall von schlechtem Gewissen und Kontaktdruck in der Familie geholfen hat, ist frei nach dem Motto „die Wahrheit ist zuzumuten“. (Was ja ausdrücken soll, dass jemanden zu schonen und ihm die Wahrheit über etwas vorzuenthalten tatsächlich respektlos und nicht liebevoll ist, weil man ihn als zu schwach einschätzt, statt seiner Stärke zu vertrauen.) In diesem Fall: Das Leben seines Bruders ist ihm „zuzumuten“ im Sinn von: Es ist seines, zerre nicht daran. Du überschreitest massiv Grenzen. Auch wenn du es sehr lieb meinst. Deine ganze Sichtweise ihm ggü ist eigentlich respektlos, weil du ihn als vermeintlich Stärkere „von oben herab“ betrachtetest. Da ist keine Augenhöhe.

    Ich denke auch, dass er nicht so leidet, wie du in seiner Situation leiden würdest. Es ist ein bisschen Projektion. Uns selbst wenn es ihm einmal nicht gut geht - hör zu, nimm Anteil und gut is! Du hast ihn vor deinem inneren Auge in eine total schwache Position gerückt. Viele Menschen haben derzeit Probleme, Kontakte zu knüpfen.

    Er ist erwachsen und hat es verdient, von seiner Schwester geachtet und auf Augenhöhe gesehen zu werden. Wie sieht der Rest der Familie ihn? Machen ihn alle zum „Sorgenkind“? Wenn du ihn echt lieb hast, dann arbeite an deiner Haltung ihm ggü. Sorgenkind zu sein ist vernichtend und demütigend. Es nimmt ihm seine Würde und Verantwortlichkeit. He CAN do it!

    Ich glaube, ich habe etwas durcheinander geschrieben, aber ich hoffe, du kannst gut trotzdem was rausziehen.

    Alles Gute! Lil

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    AW: Geschwisterliebe und übergroßes Verantwortungsgefühl

    liebe lil!

    das war so ein schöner beitrag, aus dem ich viel mitnehmen kann, danke dir.

    Zitat Zitat von -Lil- Beitrag anzeigen
    Liebe saltimbocca, viel Kluges wurde schon gesagt. Zum ganz Konkreten, nämlich dem gefühlten Druck im Kontakt: In solchen Fällen (Familie) habe ich mit Jours fixes eine gute Erfahrung gemacht. Idealerweise verbunden mit Aktivitäten, die einem sowieso Spaß machen oder die man erledigen muss.

    Beispiel: Jeden zweiten Samstag Vormittag gemeinsamer Einkauf am Wochen-/Bauernmarkt mit anschließendem Kaffee.
    Jeden Sonntag Morgen eine Stunde Powerwalking zusammen. Oder: Jeden zweiten Donnerstag Abend kocht ihr abwechselnd füreinander.

    Ansonsten kann man gerade jetzt sehr gut über Tel/FaceTime/Zoom etc Kontakt halten. Da könnt ihr einfach quatschen während du zb einer Hausarbeit nachgehst.
    das klingt gut und hilft mir auch, das besser einzuordnen und zu planen. wenn ich weiß, dass wir unsere fixen tage, stunden oder whatever haben, kann ich mich drauf einstellen und dann stresst mich das auch nicht so.

    Mit deinem Partner würde ich über das Thema nicht mehr sprechen. Ausnahmslos. Er ist der Falsche dafür. Also wirklichen Cut machen und die jegliche Erzählung verkneifen, stattdessen Freundin anrufen or so.
    du musst mir glauben, das habe ich schon versucht. und es hat phasenweise ja auch gut geklappt, da hat nichts und niemand gewusst, wie es in mir drinnen aussieht und ja, ich habe es auch geschafft, das mit mir selbst auszumachen.

    aber dann kommt wieder ein angriff von ihm und macht mich verletzlich und dann bricht es aus mir heraus und das sind dann auch genau die momente, in denen mir das alles wieder über den kopf wächst. das gefühl zu haben, mehr für meinen bruder da sein müssen, einfach, weil ich seine schwester bin, aber auch das gefühl, meinem freund gerecht werden zu müssen.

    Was mir im Fall von schlechtem Gewissen und Kontaktdruck in der Familie geholfen hat, ist frei nach dem Motto „die Wahrheit ist zuzumuten“. (Was ja ausdrücken soll, dass jemanden zu schonen und ihm die Wahrheit über etwas vorzuenthalten tatsächlich respektlos und nicht liebevoll ist, weil man ihn als zu schwach einschätzt, statt seiner Stärke zu vertrauen.) In diesem Fall: Das Leben seines Bruders ist ihm „zuzumuten“ im Sinn von: Es ist seines, zerre nicht daran. Du überschreitest massiv Grenzen. Auch wenn du es sehr lieb meinst. Deine ganze Sichtweise ihm ggü ist eigentlich respektlos, weil du ihn als vermeintlich Stärkere „von oben herab“ betrachtetest. Da ist keine Augenhöhe.
    ich weiß, wie dus meinst und da ist ganz sicher auch was wahres dran. ja, ich wollte ihn sicher immer schon ein bisschen schützen. aber ich fühle mich wirklich nicht so, als ob ich die stärkere von uns beiden bin. das ist eigentlich schon er. ich schaue auch nicht auf ihn herab, eher bewundere ich ihn für seine stärke, für seinen pragmatismus, für seine vernunft. ich bin diejenige von uns beiden, die schon mal den boden unter den füßen verliert, nicht er. deshalb ist es eigentlich nicht so, dass ich ihn ihm das bedüftige betreuungswürdige kind sehe, um das ich große weltverbesserin mich kümmern muss.

    aber ich sehe auch, dass ich mit dem, was ich so geschrieben hab, möglicherweise genau diesen eindruck erweckt habe.

    Ich denke auch, dass er nicht so leidet, wie du in seiner Situation leiden würdest. Es ist ein bisschen Projektion. Uns selbst wenn es ihm einmal nicht gut geht - hör zu, nimm Anteil und gut is! Du hast ihn vor deinem inneren Auge in eine total schwache Position gerückt. Viele Menschen haben derzeit Probleme, Kontakte zu knüpfen.
    ich weiß, ich behaupte auch nicht, dass er der ärmste mann unter der sonne ist. ich wünsch ihm einfach das, was ihm guttut und was ist daran verkehrt?
    und ich wiederhol es auch gern. er leidet nicht sichtlich, aber bitte glaubt mir, wenn ich sage, dass ich es an bestimmten sätzen, gesprächen, etc. merke, dass er nicht glücklich ist.
    es sind kleinigkeiten, wie zum beispiel: ich schau schnell nach der arbeit auf einen kaffee bei ihm vorbei (liegt am weg), wir quatschen ca eine dreiviertelstunde über alles mögliche, seine arbeit, meine arbeit, corona und was weiß ich. wenn ich dann aufbrechen will, fragt er immer: "und was machen wir jetzt?" das ist seine art zu sagen: "hey, ich will eigentlich (noch) nicht alleine sein."
    oder er will meinen freund und mich am liebsten einen tag am wochenende immer "festnageln", an dem wir was unternehmen. skifahren, langlaufen, etc.
    mein freund ist da so ein bisschen schwierig, er plant nicht gerne und will sich nie festlegen und entzieht sich dem ganzen dann immer recht elegant (oder auch unelegant, haha, auf jeden fall entzieht er sich dem) und ich weiß dann oft nicht, wie ich reagieren soll.

    weiteres beispiel: ich fahre heuer wie jedes jahr über ostern zu den elten meines partners. heuer sagte mein bruder dazu: "ohje, dann bin ich ja das ganze wochenende alleine."

    seht ihr? es bin nicht ich, die ihn zu einem leidenden häuflein elend macht und das ist er ja auch bei weitem nicht!
    aber er findet es jetzt eben auch nicht so prickelnd, so viel alleine zu sein und dabei bleibe ich. punkt.

    Er ist erwachsen und hat es verdient, von seiner Schwester geachtet und auf Augenhöhe gesehen zu werden. Wie sieht der Rest der Familie ihn? Machen ihn alle zum „Sorgenkind“? Wenn du ihn echt lieb hast, dann arbeite an deiner Haltung ihm ggü. Sorgenkind zu sein ist vernichtend und demütigend. Es nimmt ihm seine Würde und Verantwortlichkeit. He CAN do it!
    he WILL do it, i know! ich traue es ihm auch zu, weiß aber auch, dass sowas nicht von heute auf morgen geht und deshalb würde ich ihm eben menschen außerhalb meiner familie wünschen, die sein leben begleiten und bereichern.
    und weil einige geschrieben habe, warum ich unbedingt eine frau an seiner seite haben wollen würde:
    nein, das muss nicht sein! ich habe es auch denke ich ziemlich klar im eingangsbeitrag formuliert.
    was auch immer ihm guttut, wünsche ich ihm. ich wünsche ihm freunde, mit denen er seine freizeit gestalten kann, und ja, was ist daran so verwerflich, wenn ich ihm - der sich selbst als absoluter beziehungsmensch sieht - IRGENDWANN wieder eine partnerin wünsche, mit der er nicht nur einelne freizeitaktivitäten, sondern eben seinen alltag teilen kann.



    Ich glaube, ich habe etwas durcheinander geschrieben, aber ich hoffe, du kannst gut trotzdem was rausziehen.

    Alles Gute! Lil
    danke dir nochmal.

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