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    AW: (Epigenetische) Traumafolgen in einigermaßen intakter Familie?

    Nochmals Hallo an alle Schreiberinnen,

    ich bin im "wirklichen Leben" absolut nicht auf den Mund gefallen, aber fühle mich überfordert, auf Eure konstruktiven Denk-"anstöße" adäquat schriftlich zu reagieren!

    Ihr habt meinen Horizont sehr erweitert - danke dafür.

    Inzwischen habe ich eine Theorie entwickelt, warum mich das Thema "Felix" so umgetrieben hat.

    In den letzten Lebensmonaten meines Vaters, als er noch nicht wusste, dass er todkrank war, ist er / sind Vater und Mutter mit der "Forderung" an mich herangetreten, ich solle doch die aktuelle Grablage ausfindig machen.

    Ich habe mich abgegrenzt und "Nein" gesagt...

    Für die Zukunft habe ich mir vorgenommen, diesen Themenkreis so gut als möglich loszulassen. Schon mit dem Gedanken an Loslassen fühle ich mich besser.

    Danke schön

    Emmi
    Katzen lieben Menschen viel mehr, als sie zugeben wollen,
    aber sie besitzen genug Weisheit, es für sich zu behalten.


    Mary Eleanor Wilkins Freeman (1852 - 1930), US-amerikanische Schriftstellerin

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    AW: (Epigenetische) Traumafolgen in einigermaßen intakter Familie?

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Führst Du das denn eindeutig auf die traumatischen Erfahrungen Deiner Eltern und Großeltern zurück?
    Hallo schafwolle,

    nein, ganz und gar nicht.

    Es war eine Annahme, aber ich habe hier so viel interessanten Input erfahren, dass ich das Thema "Felix" nun in Frieden loslassen kann.

    Danke!

    Emmi
    Katzen lieben Menschen viel mehr, als sie zugeben wollen,
    aber sie besitzen genug Weisheit, es für sich zu behalten.


    Mary Eleanor Wilkins Freeman (1852 - 1930), US-amerikanische Schriftstellerin

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    AW: (Epigenetische) Traumafolgen in einigermaßen intakter Familie?

    @ emmi :

    Die Gedanken sind frei....

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    AW: (Epigenetische) Traumafolgen in einigermaßen intakter Familie?

    Zitat Zitat von Lady_Emelia Beitrag anzeigen
    N
    Inzwischen habe ich eine Theorie entwickelt, warum mich das Thema "Felix" so umgetrieben hat.

    Emmi
    Einmal abgesehen von dem Thema Epigenetik (von dem ich schon gehört habe, es auch nicht für abwegig halte):
    Mein Onkel ist auch aus dem Krieg aus der Kriegsgefangenschaft gekommen und dann kurz darauf an den Folgen gestorben.

    Und das treibt mich auch um. Ich habe selbst 2 Söhne und wenn ich daran denke, dass ich sie so sinnlos verlieren könnte, muss ich auch weinen. Ich weine um den Onkel, es/er tut mir so leid.

    (Und es macht mich wütend, dass die Menschen einfach nicht klüger werden.)

    Dass ein mitfühlender Mensch also auch um Menschen aus seiner Familie (und auch um andere) die er gar nicht kannte trauert, finde ich normal.

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    AW: (Epigenetische) Traumafolgen in einigermaßen intakter Familie?

    Zitat Zitat von Lady_Emelia Beitrag anzeigen
    Nochmals Hallo an alle Schreiberinnen,

    ich bin im "wirklichen Leben" absolut nicht auf den Mund gefallen, aber fühle mich überfordert, auf Eure konstruktiven Denk-"anstöße" adäquat schriftlich zu reagieren!

    Ihr habt meinen Horizont sehr erweitert - danke dafür.

    Inzwischen habe ich eine Theorie entwickelt, warum mich das Thema "Felix" so umgetrieben hat.

    In den letzten Lebensmonaten meines Vaters, als er noch nicht wusste, dass er todkrank war, ist er / sind Vater und Mutter mit der "Forderung" an mich herangetreten, ich solle doch die aktuelle Grablage ausfindig machen.

    Ich habe mich abgegrenzt und "Nein" gesagt...

    Für die Zukunft habe ich mir vorgenommen, diesen Themenkreis so gut als möglich loszulassen. Schon mit dem Gedanken an Loslassen fühle ich mich besser.

    Danke schön

    Emmi
    das kann ich gut verstehen.

    Mich treibt das Thema, wie beschrieben die Festplatte zur Geburt ist - und wer, wo und was meine Vorfahren waren auch nicht mehr so um.

    Nach dem Mauerfall war ich zum ersten Mal in Mecklemburg Vorpommern an der Ostsee.
    Und auf dem Weg dahin beschlich mich ganz deutlich das Gefühl, diese Gegend zu kennen.
    Meine Mutter stammt ursprünglich aus Ostpreußen.
    Es war das Gefühl das man diesem Menschenschlag und der Landschaft zuordnet. Melancholisch, fast schwermütig....

    Noch immer interessieren mich Dokus aus dem "Land der Seen und Wälter". Ja, ich glaube, das ist auch ein Stück Heimat von mir, obwohl ich da nie gewesen bin.

    Heute könnte ich hin fahren, aber, ich will es nicht mehr.
    Wozu? Es würde mich nur traurig machen.

    Meine Mutter ist oder viel mehr war eine "Surviverin".
    Ich kann sie heute verstehen - und auch lieben.

    Heute gehe ich gern an ihr Grab und rede mit ihr.
    Sie muss auf ihre Art ziemlich schlau und stark und mutig gewesen sein von da sich allein auf den Treck gemacht zu haben.

    Aber, sie hatte eben auch immer, immer Heimweh.

    Ja, ich glaube, das steckt auch in meinen Genen.
    Und das finde ich gut so.
    Wenn man von der Sonne spricht,
    so scheint sie auch.

    aus Norwegen

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    AW: (Epigenetische) Traumafolgen in einigermaßen intakter Familie?

    Zitat Zitat von overknee Beitrag anzeigen
    Ich weine um den Onkel, es/er tut mir so leid.

    (Und es macht mich wütend, dass die Menschen einfach nicht klüger werden.)

    Dass ein mitfühlender Mensch also auch um Menschen aus seiner Familie (und auch um andere) die er gar nicht kannte trauert, finde ich normal.
    Da gebe ich Dir vollkommen recht, man trauert ja auch um das, was gewesen wäre. Dieser Mensch hätte ja auch vielleicht eine Familie gehabt, da fehlt ein ganzer Zweig in der Familiengeschichte.

    Allerdings würde ich deswegen nicht weinen, so nah ist mir dann ein mir letztlich völlig unbekannter Mensch dann doch nicht. Das ist der Punkt, an dem es für mich zu viel würde und wo es ungesund wird.

    Traurig darüber sein, was hätte sein können, ja absolut, aber deswegen weinen?
    Wir haben so viele Menschen im Krieg verloren, Flucht und Verlust der Heimat, da käme ich aus dem Weinen nicht mehr raus.

    Das es die Familie geprägt hat, darin bin ich mir sicher. Der eine Familienkreis ist daran auseinandergebrochen, der andere dafür auf eine schöne Art eng zusammengerückt.

    Es kommt also auch immer darauf an, was ich daraus mache und das hat aus meiner Sicht nichts mit Genetik zu tun.

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    AW: (Epigenetische) Traumafolgen in einigermaßen intakter Familie?

    Zitat Zitat von Babsi64 Beitrag anzeigen
    Da gebe ich Dir vollkommen recht, man trauert ja auch um das, was gewesen wäre. Dieser Mensch hätte ja auch vielleicht eine Familie gehabt, da fehlt ein ganzer Zweig in der Familiengeschichte.

    Allerdings würde ich deswegen nicht weinen, so nah ist mir dann ein mir letztlich völlig unbekannter Mensch dann doch nicht. Das ist der Punkt, an dem es für mich zu viel würde und wo es ungesund wird.

    Traurig darüber sein, was hätte sein können, ja absolut, aber deswegen weinen?
    Wir haben so viele Menschen im Krieg verloren, Flucht und Verlust der Heimat, da käme ich aus dem Weinen nicht mehr raus.

    Es kommt also auch immer darauf an, was ich daraus mache und das hat aus meiner Sicht nichts mit Genetik zu tun.
    Doch, wenn ich getriggert werde, weine ich. Vielleicht ist weinen übertrieben. Aber mir steigen die Tränen in die Augen.
    Wenn ich Aufnahmen aus KZs sehe. Wenn meine Mama erzählt, wie mein Onkel im Krankenhaus lag, so schwach, konnte kaum den Kopf heben und hat gelächelt, wenn meine Oma erzählt hat, wie er geweint hat, als er vom Heimaturlaub wieder in den Krieg musste...

    Das berührt mich sehr und ich finde das ganz und gar nicht ungesund.

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    AW: (Epigenetische) Traumafolgen in einigermaßen intakter Familie?

    I@overknee ich hatte da wohl ein anderes Bild im Kopf...
    Du hast Mitgefühl und das kann ich verstehen, habe ich auch. Es sind Erfahrungen, die können wir nicht nachvollziehen

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    AW: (Epigenetische) Traumafolgen in einigermaßen intakter Familie?

    Noch ein buchtipp (ohne epigenetik):

    Das bleibt in der Familie
    Von Liebe, Loyalität und uralten Lasten

    von Sandra Konrad

    arabeske
    Wenn die Hand eines Mannes
    die Hand einer Frau streift,
    berühren sich beide bis in alle Ewigkeit.
    Khalil Gibran

    ***********************************
    Querdenkerin seit mindestens 50 Jahren... und kreuz... und auch schräg... und manchmal um die ecke.

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    AW: (Epigenetische) Traumafolgen in einigermaßen intakter Familie?

    Ich habe diesen super interessanten Thread erst heute entdeckt und kann Eure Erzählungen zum Teil nachfühlen. Mich prägt eine ziemlich große Angst vor dem Verlassen werden. Und das ist eigentlich kaum zu erklären, denn meine Familie ist zwar nicht perfekt, aber es war doch ein einigermaßen gesundes Umfeld, in dem ich aufgewachsen bin. Aber mir fehlt ein sehr großer Teil der "Altvorderen".

    Großvater väterlicherseits
    Mein Großvater väterlicherseits ist zwar aus dem Krieg wieder heimgekommen, aber war verwundet und unterernährt. Er ist 1945 gestorben, da war mein Vater 3, sein Bruder 5. Die Mutter ist dann in die Stadt gezogen, um Geld für die Familie zu verdienen. Mein Vater und sein Bruder wuchsen größtenteils bei der Oma auf.

    Großmutter väterlicherseits
    Mein Vater ist 1961 wenige Tage vor dem Mauerbau mit gerade mal 18 Jahren "in den Westen" abgehauen, ohne seiner Mutter oder dem Bruder was davon zu sagen. Alle seine Freunde waren nach und nach weggezogen und als Anfang Juli 1961 seine Verlobte bei einem Werksunfall in Leuna starb, hat meinen Vater wohl nichts mehr gehalten. Als er in Westberlin ankam, waren die Freunde schon in alle Winde zerstreut. Er hat sich dann alleine durchgeschlagen und ist hiergeblieben. Den Kontakt zur Familie hat er nicht mehr aufleben lassen und sich nur alle paar Jahre mal gemeldet. Ich selbst habe mich mit 13 Jahren versucht, an meine Oma anzunähern, aber außer einigen Briefen (die ich kaum lesen konnte, da in Süterlin geschrieben) ist nichts daraus geworden. Sie lebte immer noch in der DDR und einfach mal hinfahren ging nicht.

    Restliche Familie väterlicherseits
    Meinen Onkel, dessen Familie und meine Urgroßtante (Schwester der Oma) habe ich erst bei der Beerdigung der Oma kennengelernt, für die wir in die DDR gefahren sind. Ich war anfangs begeistert, "Familie" kennenzulernen, aber wir waren nicht willkommen. Nur die Urgroßtante hat mir einige Geschichten von "ihrem Lausbub" erzählt und meinte, ich sähe meiner Oma wie aus dem Gesicht geschnitten aus. Nach der Beerdigung war der nächste Kontakt erst wieder, als mein Onkel plötzlich gestorben war. Mein Vater ist alleine zu dessen Beerdigung gefahren.

    Großvater mütterlicherseits
    Mein Großvater war Franzose, der in WW2 in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten war. Und obwohl er in Frankreich Frau und 4 Kinder hatte, ist er in D geblieben, weil er meine Oma kennengelernt hat. Mit ihr hat er ein neues Leben angefangen, sie haben gemeinsam 1 Kind (meine Mutter). Über die in Frankreich zurück gelassene Familie durfte ich nichts fragen, da wurde ich immer sofort weggeschickt und mein Opa wurde böse.

    Großmutter mütterlicherseits
    Auch sie war eigentlich noch verheiratet, als sie meinen Opa kennengelernt hat. Sie war in der DDR mit einem Mann verheiratet, der sie geschlagen hat. Sie ist dann in einer Nacht- und Nebelaktion mit ihrem Neugeborenen abgehauen und hat die ältere Tochter (gerade mal 5) bei diesem Mann gelassen. Mit meinem Opa hat sie dann meine Mutter bekommen. Natürlich habe ich auch da gefragt, wieso sie ihr Kind zurücklassen konnte, aber sie wollte nicht drüber reden. Meine Tante und deren Familie habe ich später zwar kennengelernt, aber natürlich war auch da kein gutes Verhältnis. Sie war neidisch auf meine Mutter (weil im "reichen" Westen lebend und bei der Mutter) und wollte von meiner Oma nichts wissen.

    Der Bruder meiner Mutter ist sehr früh (29 Jahre) bei einem Autounfall wenige Meter vor dem Haus meiner Großeltern gestorben. Zu seiner Frau (meine Patentante) und ihren Jungen hatte ich ein gutes Verhältnis, bis die Jungs zum Studieren weggezogen sind. Meine Tante hat nie mehr geheiratet und - soweit ich das weiß - auch nie wieder nur eine Partnerschaft gehabt.

    Ich selbst habe zu meinen Eltern ein sehr inniges Verhältnis, auch wenn in meiner Kindheit einiges schief gelaufen ist. Und meine Schwester ist meine Seelenverwandte, wir haben eine enge Beziehung.

    Ich kann bis heute die Beweggründe meiner Großeltern mütterlicherseits nicht nachvollziehen und auch nicht, warum mein Vater keinen Kontakt mehr zu seiner Familie wollte, nachdem er in den Westen gegangen ist. Er ist nicht sehr gesprächig, was das betrifft. Und obwohl also meine "Kernfamilie" intakt und eng ist, habe ich immer die Angst, zurückgelassen zu werden...
    Ich bin eine Fee! Eine KatastroFEE!

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