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    Eltern im Alter zu sich holen oder andere Alternativen

    Hallo,

    vielleicht kann hier jemand mit Erfahrungen dienen oder Tipps geben.

    Mein Mann und ich überlegen schon seit geraumer Zeit, unsere Eltern in unsere geographische Nähe zu holen. Zu unserer Situation: Wir beide sind berufstätig, haben 2 Kinder im Grundschulalter und sind mit unserem Leben und Hobbies gut ausgelastet.
    Unsere beider Eltern wohnen nicht in unserer Stadt. Ein Elternpaar wohnt 4-5 h Autofahrt entfernt in einer Großstadt (in einer Wohnung), das andere Paar ca. 1h Autofahrt in einer Kleinstadt mit Haus und Garten. Alle Ende 70/Anfang 80. Bis vor kurzem sind alle gut klar gekommen. Nur leider kommen die altersbedingten Wehwehchen näher und wir erwarten in den nächsten Jahr teilweise massive Einschränkungen (bzw. kündigen sie sich schon an). Es gibt auch keine Familienangehörigen dort in der Nähe, die helfen könnten.
    Wir werden es also nicht leisten können, unsere Eltern regelmäßig zu unterstützen. Selbst 1x im Monat bei den Eltern vorbeifahren wird schwierig , die weiter weg wohnen, weil man da gleich ein ganzes Wochenende fahren muss. Behörden- und Arztgänge sind da natürlich auch ausgeschlossen. Meine absolute Horrorvorstellung ist, dass die Eltern irgendwann einsam und allein in einem Pflegeheim vor sich hinvegetieren und wir sie nur alle 6-8 Wochen besuchen können. Bzw. schon viel früher ins Heim müssen, weil eben keiner regelmäßig nach ihnen schauen kann.
    Nun steht die Überlegung im Raum, ob sich die Eltern nicht in unserer Stadt jeweils eine Wohnung nehmen. Das würde das Unterstützen im Alltag extrem erleichtern - mal einkaufen gehen, sich um eine Putzfrau kümmern, bei Arztbesuchen begleiten, mal nach dem Rechten sehen etc. Pflege schließe ich aus - wir arbeiten beide. Ich denke, es ist realistisch, dass man sich 1-2x die Woche sieht.
    Was sollte man beachten? Hat jemand Erfahrungen und kann aus dem Nähkästchen plaudern?
    Ich denke, die größte Herausforderung ist, dass die Eltern aus dem vertrauten Umfeld gerissen werden. In unserer Stadt kennen sie nur uns. Allerdings sterben nun auch langsam die Freunde und Nachbarn weg, jüngere Freunde werden sicherlich nicht wöchentlich die Eltern besuchen und Einkaufen gehen.
    So haben sie vielleicht noch ein paar schöne Jahre mit der Familie und den Enkelkindern in der Nähe. Ist das zu naiv gedacht?
    Meine Befürchtung ist, dass sie uns dann vielleicht doch öfter sehen wollen (weil sie keinen kennen) und uns zu sehr einspannen/einplanen. Dass wir es hinterher alle bereuen. Bislang haben wir ein gutes Verhältnis zueinander und vor Corona haben wir uns mind. 4-6 Mal im Jahr gesehen und die Eltern sind mit unseren KIndern in den Urlaub gefahren.
    Bislang haben wir das Thema Umzug mal kurz angesprochen, aber da kamen jetzt keine Jubelstürme. Irgendwie scheinen sich unsere Eltern da noch keine konkreten Gedanken gemacht haben. Die Hausbesitzer hängen an Haus und Garten. Wir haben ihnen aber schon klar gesagt, dass wir nicht regelmäßig vorbeikommen können, um Garten, Haus etc. in Stand zu halten. Und es fällt ihnen sichtbar schwerer, alles in Stand zu halten.

    Was wären Alternativen am jeweiligen Wohnort? Es geht jetzt nicht um akute Pflegebedürftigkeit sondern einfach um Unterstützung im Alltag von alten Leuten.

    Vielen Dank!

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    AW: Eltern im Alter zu sich holen oder andere Alternativen

    Hallo, in einem Heim muss man nicht "vegetieren", das mal vorausgeschickt.

    Für alte Menschen wiegt oft die Nähe der Kinder/Enkel nicht den Verlust der vertrauten Umgebung auf.

    Meine Schwiegermutter lebt mit ü90 allein in einem Haus mit Garten.
    Es war ihr Wunsch dort zu bleiben, es hätte Gelegenheiten gegeben, in unsere Nähe oder die ihrer anderen Kinder zu ziehen.

    Sie braucht inzwischen viel Unterstützung, die wir nicht leisten können und auch nicht wollen, da nicht am Ort und selber gesundheitlich eingeschränkt.

    Wir telefonieren viel, besuchen sie ca. 2x im Monat und übernehmen dann auch Erledigungen.
    Wir haben ihr eine zuverlässige Putzfrau besorgt, es ist ein Gärtner und ein Hausmeisterservice im Einsatz und ein Seniorenhilfsdienst für Einkaufsfahrten, Begleitung zum Arzt u.ä.

    Schwiegermutter ist mit ihrem "Personal" hoch zufrieden, so hat sie auch viele Menschen, denen sie ihre Geschichten erzählen kann (die Enkel wollen sie zum 80. Mal nicht mehr hören)

    Vielleicht kommt für eure Eltern auch eine ambulante Betreuung nach Maß in Frage ?

    Man kann sich z.B. bei der Diakonie vor Ort beraten lassen (oder Caritas, AWO, DRK, kommunale Seniorenberatung...)

    Freunde von uns haben ihre Eltern zu sich in die Stadt geholt, die beiden sind jetzt frisch im Ruhestand und die Eltern erwarten, dass ihr Sohn täglich von 9.00 h bis 12.00 h bei ihnen ist, mit ihnen frühstückt, einkauft, zum Arzt begleitet...
    Unsere Freundin hatte sich den Ruhestand mit ihrem Mann anders vorgestellt.....

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    AW: Eltern im Alter zu sich holen oder andere Alternativen

    Die Eltern sind erwachsen, nicht entmündigt, und du schreibst, "ob ihr sie HOLEN sollt"?

    Sie sollen ihr vertrautes Umfeld aufgeben und in eure Stadt ziehen, aber ihr habt nicht wirklich Zeit, euch zu kümmern? Weil Wehwehchen in den nächsten Jahren näher kommen?
    Ich finde das eine absurde Idee. Kein Wunder, dass sie nicht begeistert sind!

    Entweder sie ziehen wirklich zu euch, d.h. in die Nachbarwohnung, und werden in euer Leben mit einbezogen - täglich. Oder es ist besser für sie, zu bleiben, wo sie sind.

    Wenn sie irgendwann ins Pflegeheim müssen, könnt ihr immernoch gemeinsam überlegen, ob das besser in eurer Nähe ist.

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    AW: Eltern im Alter zu sich holen oder andere Alternativen

    Alle Ende 70/Anfang 80.
    Meine Eltern sind fast 10 Jahre älter als eure und vor einer Weile aus ihrem Haus in eine Wohnung gezogen.
    Aber nicht in die Stadt eines ihrer Kinder, sondern in der Stadt, in der sie schon lange gewohnt haben.
    Nichts anderes hätten sie gewollt.

    Und diejenigen, die ich kenne, die zu den Kindern gezogen sind, sind da entweder gleich gebrechlich ins Heim gezogen, oder waren viel jünger, haben erst einmal die junge Familie unterstützt und KInder gehütet und waren jung und fit genug, sich eigene Kreise aufzubauen.
    Geändert von Marta-Agata (04.02.2021 um 00:03 Uhr)

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    AW: Eltern im Alter zu sich holen oder andere Alternativen

    Zitat Zitat von verano78 Beitrag anzeigen
    Mein Mann und ich überlegen schon seit geraumer Zeit, unsere Eltern in unsere geographische Nähe zu holen.
    Habt Ihr die jeweiligen Eltern denn schon an Euren Überlegungen teilhaben lassen?

    Wie sie selbst darüber denken ist das eigentlich Ausschlaggebende.

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    AW: Eltern im Alter zu sich holen oder andere Alternativen

    Du schreibst, dass bei einem Ansprechen des Themas keine Jubelstürme kamen. Der Gedanke, dass deine/eure Eltern das nicht wollen, ist dir nicht gekommenen? Du kannst das im Endeffekt nicht über ihren Kopf entscheiden. Und wer sagt, dass die Eltern nicht selbst sich schon darüber Gedanken gemacht haben.
    Meine Hobbies:

    (lesen, essen/backen/kochen/reisen/walken (ohne Hund))

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    AW: Eltern im Alter zu sich holen oder andere Alternativen

    Ihr solltet erst einmal herausfinden, dass eure Eltern selbst wollen, wie sie ihre Situation einschätzen und wie sie sich ihre Zukunft vorstellen.

    Meine Eltern sind diesen Schritt schon vor zehn Jahren mit Mitte/Ende sechzig gegangen und sind in meine Nähe gezogen - was ich nicht forciert habe, sondern es war ihre Idee. Das hatte verschiedene Gründe, sie haben bei den eigenen Eltern gesehen dass es schön ist das einzige Kind in der Nähe zu haben und sie so gegenseitig unterstützen zu können, aus beruflichen Gründen hat es damals auch gut gepasst und ihr Bekanntenkreis in der ursprünglichen Stadt war sehr überschaubar und ich lebe in einer der schönsten Städte der Welt (ich denke, wenn ich in Hinterposemukel wohnen würde, hätten sie sich nicht dazu entschieden).

    Für uns hat das sehr gut geklappt, wir wohnen so dass wir schnell beieinander sind, aber soweit, dass wir nicht den gleichen Bäcker haben. Sie haben einige neue Freundschaften hier geschlossen und sich gut eingelebt und ich muss mir keine Sorgen machen, was passiert, wenn etwas passiert.


    Aber das entscheidende war, es war ihre Entscheidung.
    Und genau das würde ich an deiner Stelle in den Mittelpunkt stellen, so oder so es ist die Entscheidung deiner Eltern und diese Entscheidung beeinflusst dann langfristig auch die Folgen und die mögliche Erwartungshaltung hinsichtlich des Kümmerns und der Frequenz der Besuche.


    Wie sind die Paare denn über die Coronakrise gekommen? Haben sie ansonsten vorgesorgt, mit Vollmachten, Patiententestament etc.? Haben sie einen Plan B für den Fall der Fälle, haben sie Unterstützung vor Ort organisiert?
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    AW: Eltern im Alter zu sich holen oder andere Alternativen

    Danke für die Rückmeldungen.

    Zuerst einmal sind es Überlegungen. Natürlich müssen die Eltern das wollen. Gegen den Willen muss niemand hierher. Bin ja nicht verrückt.
    Und nein, die Eltern haben sich anscheinend noch wirklich nichts überlegt - das Thema wird gern abgeblockt, nach dem Motto "wird schon werden". Wer will sich schon mit der eigenen Vergänglichkeit beschäftigen. Es geht ja alles noch...

    Vielleicht sind die Überlegungen auch zu früh - vielleicht sollten sie erst hierher kommen, wenn es in Richtung Pflegeheim geht. Dann ist ja vermutlich egal, wo man ist.

    Wir sehen es in der Nachbarschaft der Eltern - erst verfällt der Garten, dann das Haus, der Pflegedienst kommt 3x am Tag. Die Alten hocken drin und kriegen null Besuch. Zum Arzt geht es auch nicht mehr oder nur selten. Und das seit Jahren. Ich persönlich finde das schrecklich.

    Das Thema Pflege etc. ist neu für mich - ich kenne gar nicht alle Optionen. Vielleicht gibt es auch viel bessere.

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    AW: Eltern im Alter zu sich holen oder andere Alternativen

    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    Ihr solltet erst einmal herausfinden, dass eure Eltern selbst wollen, wie sie ihre Situation einschätzen und wie sie sich ihre Zukunft vorstellen.

    Meine Eltern sind diesen Schritt schon vor zehn Jahren mit Mitte/Ende sechzig gegangen und sind in meine Nähe gezogen - was ich nicht forciert habe, sondern es war ihre Idee. Das hatte verschiedene Gründe, sie haben bei den eigenen Eltern gesehen dass es schön ist das einzige Kind in der Nähe zu haben und sie so gegenseitig unterstützen zu können, aus beruflichen Gründen hat es damals auch gut gepasst und ihr Bekanntenkreis in der ursprünglichen Stadt war sehr überschaubar und ich lebe in einer der schönsten Städte der Welt (ich denke, wenn ich in Hinterposemukel wohnen würde, hätten sie sich nicht dazu entschieden).

    Für uns hat das sehr gut geklappt, wir wohnen so dass wir schnell beieinander sind, aber soweit, dass wir nicht den gleichen Bäcker haben. Sie haben einige neue Freundschaften hier geschlossen und sich gut eingelebt und ich muss mir keine Sorgen machen, was passiert, wenn etwas passiert.


    Aber das entscheidende war, es war ihre Entscheidung.
    Und genau das würde ich an deiner Stelle in den Mittelpunkt stellen, so oder so es ist die Entscheidung deiner Eltern und diese Entscheidung beeinflusst dann langfristig auch die Folgen und die mögliche Erwartungshaltung hinsichtlich des Kümmerns und der Frequenz der Besuche.


    Wie sind die Paare denn über die Coronakrise gekommen? Haben sie ansonsten vorgesorgt, mit Vollmachten, Patiententestament etc.? Haben sie einen Plan B für den Fall der Fälle, haben sie Unterstützung vor Ort organisiert?
    Das hört sich bei Euch sehr schön an.

    Mit den Vollmachten - das werden wir in den nächsten Wochen klären, das sie das regeln.
    Plan B gibt es anscheinend nicht. Und das sorgt uns ein wenig.

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    AW: Eltern im Alter zu sich holen oder andere Alternativen

    Es ist gerade schwierig, weil auch in sehr guten Senioren-Wohnheimen das Risiko für Covid viel höher liegt als in einer Wohnung.

    Es müssen ja nicht gleich alle 4 auf einmal umziehen.

    Das Ehepaar, das so weit weg in einer Wohnung wohnt, die würde ich als erste fragen. Denn das andere Ehepaar mit dem Haus und dem Garten wohnen ja nicht sooooo weit weg.

    Und ich würde mich auch erkundigen, was es für Senioren Wohnheime in Eurer Gegend gibt. Solche, wo man eine eigene kleine Wohnung hat mit Küche und Bad, wo man aber auch mehr Hilfe bekommen kann. Solche Wohnheime sind auch gut, neue Freunde zu finden. Nur jetzt eben gerade nicht! Aber vielleicht in einem halben Jahr, wenn alle über 65 geimpft sind? Ich würde mich jetzt schon mal erkundigen.

    Diese Wohnheime sind viel teurer als eine normale Wohnung. Wenn also ein Paar lieber noch eine Weile in einer Wohnung wohnen will werden sie nicht so viel Geld ausgeben für eine Pflege-Einrichtung, die sie vielleicht noch nicht brauchen. Jedenfalls, ich würde die 4 nicht als so eine "Einheit" sehen.

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