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    AW: Wird das nie besser??

    Zitat Zitat von daisymiller2 Beitrag anzeigen
    Aber tatsächlich fing das Drama damit an ��. Die beiden waren bis da immer zusammen, hatten sich ergänzt, die eine war hartnäckiger, machte die lästigen Hausaufgaben und ließ ihre Schwester abschreiben. Die andere war kommunikativer, knüpfte Beziehungen zu anderen Kindern und band die Schwester immer mit ein...

    Sie haben beide darunter gelitten... die eine still, die andere lautstark über die „Herabwürdigung“ als welche sie die Realschule empfand.
    Die Zwillinge die ich kannte wurden in der Schule getrennt , sie kamen auf verschiedene Internate damit sie sich halt nicht so sehr aufeinander konzentrieren konnten, darunter haben beide extrem gelitten und "einzelner" ( ich hoffe es wird klar was ich damit meine , mir fällt kein passenderes Wort ein) wurden sie durch die Aktion nicht, sie litten einfach nur und das nachhaltig, das haben sie auch später oft erzöhlt.

    Wie war das bei bei deinen Zwillingen, blieben sie die ganze Schulzeit getrennt? Bleib dieser Unterschied in der Bildung die eine Gymnasium die andere Realschule? Magst du erzählen wie das weiterging wie ihr damit umgegangen seit?

    Hast du schon mal geschaut ob es im Internet irgendwelche Foren gibt die sich speziell mit Zwillingen beschäftigt? Das ist ja viel mehr als das man zwei Kinderwagen etc, braucht,

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    AW: Wird das nie besser??

    Zitat Zitat von daisymiller2 Beitrag anzeigen
    Ich denke immer noch, dass Zwilling-Sein wahrscheinlich eine besondere Erfahrung ist und irgendjemand hatte gefragt, ob ich sie jemals nur alleine hatte.... das ist tatsächlich äußerst schwierig gewesen. Bei drei kleinen Kindern war es kaum möglich, regelmäßig mit jedem etwas einzeln zu machen.
    ...
    Grundsätzlich sehe ich das auch so das es wichtig ist mit jedem in der Familie auch mal was alleine zu machen. Bei Zwillingen kann das anders sein, die funktionieren einfach zusammen. Auch diese Eifersucht die du beschreibst wenn die eine was hat was die andere nicht hat deutet in die Richtung. Wenn du zusammen mit ihnen etwas unternimmst einen Kaffee trinken gehst oder so, dann haben sie beide das gleiche und vor allem sich gegenseitig.

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    AW: Wird das nie besser??

    Ich habe nach Informationen geschaut, aber in Foren habe ich nur Diskussionen von Müttern kleiner Zwillinge gefunden und da auch in erster Linie "praktische" Tipps was Ernährung, Alltag angeht. Ich habe ein paar wissenschaftliche Artikel zum Thema "Geschwisterbeziehung" und wie sie einen beeinflusst gefunden. Wirkliche "Empfehlungen", wie man als Eltern die Entwicklung fördern kann, waren das nicht. Außer eben, dass man sie möglichst individuell sehen sollte (und eben weniger auf dem Gleichheitsaspekt fokussiert sein soll, damit jeder die Möglichkeit hat, individuelle Stärken zu entwickeln).

    Meine beiden blieben nicht getrennt. Die Realschülerin war zwei Jahre lang absolut unglücklich (obwohl sie sich in ihr Umfeld wesentlich besser "eingefügt" hatte, Freundschaften geschlossen hatte, die z.T. heute noch halten). Ihre Geschwister waren auf der gleichen Schule, sie fühlte sich absolut "ausgegrenzt". Nach der 6. Klasse wollte sie endgültig nicht mehr, hatte wohl auch ihre Klassenlehrerin so weit bearbeitet, dass diese ihr die Empfehlung gab, aufs Gymnasium zu wechseln. Da sie aber noch nicht mit der 2. Fremdsprache angefangen hatte, hieß es, sie sollte die 6. Klasse wiederholen. Nun war sie zwar auf der gleichen Schule wie ihre Geschwister, aber eben eine Klasse unter ihrer Schwester. Sie hatte dann auch das Pech, in eine schwierige Klasse zu kommen, wurde anfangs von einem Mitschüler gemobbt, wehrte sich aber auch und fand zwar auch neue Freunde, galt aber bei den wenigen Freundinnen ihrer Schwester als die "Kleine" (tatsächlich waren sie beide etwa ein Jahr jünger als die meisten Klassenkameraden in der ursprünglichen Stufe, da sie früher in die Schule gekommen sind). Ihre Schwester hatte weniger Freunde, versuchte sich mehr anzupassen, was immer wieder zu Konflikten führte, da "die Kleine" sich einmischte (auf "ihrem Gebiet" wollte sie ihre Schwester unterstützen). Das war aber nicht (mehr) erwünscht, es kam immer wieder zu heftigen Konflikten unter den beiden. Für die beiden war die Schulzeit - obwohl an der gleichen Schule wie ihr Bruder, der sich dort absolut wohl fühlte, viele Freunde hatte und die Lehrer ganz toll fand - eine sehr harte Zeit. Als die eine dann in der 10, Klasse war und die andere in der 9. wollte die "Große" unbedingt ins Ausland (im nachhinein sehe ich, dass es vor allem eine Flucht war), woraufhin die andere auch weg wollte. Als der Schullleiter ihr dann noch erzählte, dass sie, wenn sie im Ausland das Schuljahr erfolgreich abschloss, die 10. überspringen könnte und gleichzeitig mit ihrer Schwester in die Oberstufe könnte, gab es kein Halten mehr.

    Sie verbrachten beide ein Highschool Jahr im Ausland, auf zwei verschiedenen Kontinenten. Nun waren sie zum ersten Mal "richtig" getrennt. Schon das Jahr war ein einziger Kampf. Dank Facebook und co. war die "Kleine" ständig bei allem dabei, was die Schwester machte, diese versuchte sich immer mehr abzugrenzen. Nach der Rückkehr eskalierte die Situation. Eine wollte ihre Ruhe, die andere die alte Gemeinsamkeit (nun waren sie endlich in der gleichen Stufe, wurden dafür immer wieder auch von den Lehrern verwechselt, was dazu führte, dass die "Große" irgendwann sagte, wenn das nochmal passiert, wird sie zur Amokläuferin, die andere verstand gar nicht, warum sich ihre Schwester so aufregte). Unser Familienalltag war nach 3 Monaten die Hölle. Wir wussten nicht mehr weiter und entschieden, eine zum Vater zu geben. Da die "Kleine", von der die Unruhe meistens ausging und die auch mehr das Papa-Kind war, dort aber nicht in die Obestufe konnte (der Schulleiter wollte das nicht), wollte sie doch bei mir bleiben. Ihrer Schwester war das dann zu blöd, sie entschied, selber zum Vater zu gehen, weil sie das "Drama" satt hatte. Es änderte sich aber nichts. Als ihre Schwester weg war, führte das bei "unserem Zwilling" zu Gefühlen von Gekränktheit ("du hast mich im Stich gelassen"), großem Vermissen, sie war dann auch so oft wie möglich beim Vater, klettete, was der anderen wiederum auf die Nerven ging.

    Sie machten beide ihr Abi im gleichen Jahr, mit fast der gleichen Note. Sie waren beide in der Zwischenzeit "ganz weit weg" und wohnen nun etwa 500 m Luftlinie voneinander entfernt jeweils mit dem Freund (die eine auch noch mit Kind). Dennoch sehen sie sich "hinter meinem Rücken" (ohne dass ich dabei bin oder das irgendwie fördern/beeinflussen würde) fast jeden Tag. Mal bei der einen, mal bei der anderen. Und dennoch vergeht kaum ein Monat, ohne dass es knallt (von den "ganz normalen" Streitigkeiten, die es offenbar ständig gibt, bekomme ich zum Glück meistens nichts mit). Ich habe das Gefühl, sie können nicht miteinander, aber auch nicht ohne die andere. Und wenn der Leidensdruck zu groß wird, muss ich herhalten und bekomme das ab, weil ich ja dann zu der "Blöden", die einem das eigene Leben soo schwer macht, viel zu nett bin, ihr Aufmerksamkeit schenke, die sie nicht verdient. Und tatsächlich ist das ein Punkt, der sich seit den ersten Monaten nicht geändert hat: die beiden sind füreinander viel wichtiger, als wir Eltern es jemals waren. Im Guten genauso wie im Schlechten.

    Das waren jetzt 14 Jahre Leben mit Zwillingen im Zeitraffer (vorher waren sie vor allem "süß" und normal anstrengend). Vielleicht bin ich auch einfach zu empfindlich, habe selber in der Beziehung zu Geschwistern nie diese Heftigkeit erlebt. Aber ich stand schon manches Mal da und habe mir überlegt, ob ich die Polzei, die Psychiatrie oder wen auch immer anrufen soll, weil ich Angst hatte, es passiert womöglich ein Unglück. Wenn ich dann zwei Tage später Fotos von ihnen im Whatsapp-Status sehe, die beiden lachend mit der Kleinen, halten sich im Arm, dann frage ich mich, bin ich verrückt oder im falschen Film??

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    AW: Wird das nie besser??

    Zitat Zitat von daisymiller2 Beitrag anzeigen
    Und tatsächlich ist das ein Punkt, der sich seit den ersten Monaten nicht geändert hat: die beiden sind füreinander viel wichtiger, als wir Eltern es jemals waren. Im Guten genauso wie im Schlechten.

    Das waren jetzt 14 Jahre Leben mit Zwillingen im Zeitraffer (vorher waren sie vor allem "süß" und normal anstrengend). Vielleicht bin ich auch einfach zu empfindlich, habe selber in der Beziehung zu Geschwistern nie diese Heftigkeit erlebt. Aber ich stand schon manches Mal da und habe mir überlegt, ob ich die Polzei, die Psychiatrie oder wen auch immer anrufen soll, weil ich Angst hatte, es passiert womöglich ein Unglück. Wenn ich dann zwei Tage später Fotos von ihnen im Whatsapp-Status sehe, die beiden lachend mit der Kleinen, halten sich im Arm, dann frage ich mich, bin ich verrückt oder im falschen Film??
    Ich denke der erste Satz ist der der alles zusammenfasst was Zwillinge füreinander ausmacht, sie sind sich wichtiger als alles andere haben eine ganz andere Verbindung als es sie mit anderen Menschen , Geschwistern gibt.

    Du gehst immer emotional mit wenn sie heftig werden, dann hast du Angst, wie du es beschriebst und eh du dich versiehst ist schon wieder Friede , Freude , Eierkuchen. An der Stelle macht denke ich loslassen Sinn sie leben ihre Beziehung wie sie es wollen und haben ihre Konflikte und ihre Hochs, ist ihr Leben, nicht mehr deine Baustelle.

    Die ganze Schuldodyssee und auch die Folgen für beide Zwillinge liest sich für mich sehr belastend und einschneidend und Folgenschwer für beide. Habt ihr da mal drüber geredet? Haben sie dir mal gesagt wie sie das empfunden haben?

    Haben sie damals mir dir geredet das sie nicht getrennt werden wollen oder haben sie das einfach so akzeptiert?

    Auch später schreibst du mal die eine hat ihre Lehrerin bearbeitet und wie war das mit dir hat sie dich auch bearbeitet ? Konntet ihr reden?

    Wie geht es dir damit wenn du siehst wie weitreichend die Folgen der Entscheidung damals waren? Machst du dir Vorwürfe? Versuchst du vielleicht was wieder gut zu machen bei den Zwillingen, indem du es ihnen jetzt recht machst?

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    AW: Wird das nie besser??

    weil die Frage nach Erfahrungen anderer Zwillingsmütter kam: ich habe Zwillinge und nein, das was Du schilderst kenne ich nicht. Meine beiden hatten so zwischen 12 und 14 sowas wie eine "Ehescheidung" in welcher Sie wirklich heftig gegeneinander agiert haben um seit sie 16 sind miteinander eine - so sagen sie es selbst - sehr besondere und sehr bereichernde Beziehung zu führen.
    Das hilft Dir jetzt aber nicht. Ich kann den Rat nach einer systemischen Beratung / Therapie nur dringend wiederholen: verstehe Euer System wie ein Mobile. Wenn sich ein Teil dieses Mobiles ändert (also Du) dann hat das Auswirkungen auf das Ganze Mobile. Insofern brauchen das wirklich nicht alle machen, es reicht, wenn Du es für Dich an gehst.

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    AW: Wird das nie besser??

    Daisy, das ist alles wahnsinnig viel und detailliert, was du dir überlegst und hier darlegst, und es liegt so viel in der Vergangenheit.

    Wo ist aber die konkrete, angemessene Reaktion in der Gegenwart?

    Du betreust das Enkelkind und bekommst aus dem Nichts eine Nachricht "auf mein Kind brauchst du nicht mehr aufzupassen" - wie hast du reagiert? Hast du angerufen und gesagt "Tochter, was soll das? Wie redest du bitte mit mir und warum? So lasse ich nicht mit mir umgehen"

    Die andere Tochter lädt ihren, mit Verlaub, kindischen Eifersuchtsscheiß so aggressiv bei dir ab, dass du auflegen musst und dein Mann "noch den Rest abkriegt". Wie ist hier deine Reaktion? Bist du gar nicht wütend? Warum verbittest du dir so etwas nicht?

  7. Moderation

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    AW: Wird das nie besser??

    Nun in der Rückbetrachung scheint es ja ganz einfach zu sein.
    Du wolltest ihr Induvidualität stärken und sie nach der Grundschulzeit trennen - sie wollten sich nicht trennen und haben anschließend alles daran gesetzt wieder zusammen zu kommen und dich für die Trennung büßen zu lassen.
    Und im Rahmen der Trennung hast du auch noch die eine massiv "zurück gesetzt", in dem du sie auf die Realschule geschickt hast. Zumindest diese Tochter hatte anschließend kein anders Ziel mehr, als sich aus dieser "Zurücksetzung" zu befreien.



    Das ist natürlich nur die halbe Wahrheit, denn keiner von uns weiß, wie die ganze Geschichte gelaufen wäre, wenn beide damals in die gleiche Klasse oder in verschiedenen Klassen der gleichen Schule gekommen wären.

    Aber ich denke, da hat die massive Verletzung stattgefunden und zieht sich seit dem durch.


    Das ist für mich gerade spannend, weil ich im Moment ein Buch über das innere Kind lese (eigentlich ein Roman, kein Fachbuch) und da wütet auch gerade das innere Kind des Protagonisten.





    Ich könnte mir vorstellen, dass du zwei parallele Strategien fahren könntest.
    Schau dir an, wo du als Mutter Fehler gemacht hast und entschuldige dich dafür bei deinen Töchtern.
    Sieh für dich selbst aber auch, dass jede Mutter (und natürlich jeder Vater) Fehler macht, es gibt kein Leben und keine Erziehung ohne Fehler und solange man sie nicht in böser Absicht begeht, ist alles gut.

    Du wolltest das Beste für deine Töchter - das hat so nicht funktioniert, das darf dir leid tun.

    Aber jetzt sind sie erwachsen und müssen ihre inneren und äußeren Konflikt selbst lösen und sollen dich da komplett raushalten.
    Ich würde ganz stark auf Distanz gehen, bei jedem Ansatz von Streit oder Angriff sofort den Raum, die Telefonleitung sprich die Situation verlassen und zwar mit der Ansage "da lasse ich mich nicht reinziehen" bzw. "so lasse ich nicht mit mir reden".



    Jede Änderung deines eigenen Verhalten wird das Gesamtgefüge verändern.



    Ob du das alleine hinbekommst oder ob du dafür therapeutische Unterstützung brauchst, kannst nur du entscheiden.
    Ich vermute zweiteres.
    Lassen Sie mich niemals in den gewöhnlichen Fehler verfallen, zu meinen, dass ich verfolgt werde, wann immer mir widersprochen wird. Ralph Waldo Emerson

    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

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    AW: Wird das nie besser??

    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    Schau dir an, wo du als Mutter Fehler gemacht hast und entschuldige dich dafür bei deinen Töchtern

    In diesem Durcheinander? - die Kinder sind doch noch gar nicht bereit, so eine "Entschuldigung" in ihrem Ausmaß zu verstehen!
    Dazu kommt, dass die Kinder jetzt schon auf Schuldigen-Suche gehen, wo es nur möglich ist und damit noch mehr Futter in die Hand bekommen- nochmal, sie können sicher nicht mit so einer Entschuldigung umgehen.
    Dazu kommt: reddaisy fühlt sich doch sowieso schon schuldig- ist es denn ein guter Weg für diese Mutter, wenn es jetzt schon wieder um "falsch" und "entschuldigen" geht?

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich damit auch nur irgendwas verbessern würde- dafür gerne verschlechtern.



    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    Sieh für dich selbst aber auch, dass jede Mutter (und natürlich jeder Vater) Fehler macht, es gibt kein Leben und keine Erziehung ohne Fehler und solange man nicht in böser Absicht begeht, ist alles gut.
    was für ein Satz!!
    DIE Entscheidung- ob nach einer Entschuldigung "alles gut" ist- entscheidet doch wohl der Betroffene selbst und niemals der Täter.

    Was für eine Simplifizierung von unter Umständen fürchterlichen Ereignissen

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    AW: Wird das nie besser??

    Zitat Zitat von schlaucher Beitrag anzeigen
    Daisy, das ist alles wahnsinnig viel und detailliert, was du dir überlegst und hier darlegst, und es liegt so viel in der Vergangenheit.

    Wo ist aber die konkrete, angemessene Reaktion in der Gegenwart?

    Du betreust das Enkelkind und bekommst aus dem Nichts eine Nachricht "auf mein Kind brauchst du nicht mehr aufzupassen" - wie hast du reagiert? Hast du angerufen und gesagt "Tochter, was soll das? Wie redest du bitte mit mir und warum? So lasse ich nicht mit mir umgehen"

    Die andere Tochter lädt ihren, mit Verlaub, kindischen Eifersuchtsscheiß so aggressiv bei dir ab, dass du auflegen musst und dein Mann "noch den Rest abkriegt". Wie ist hier deine Reaktion? Bist du gar nicht wütend? Warum verbittest du dir so etwas nicht?
    Doch, ich war wütend. Das habe ich der Tochter mit dem Kind auch gleich so gesagt. Ich habe sie angerufen, habe ihr gesagt, dass ich wahnsinnig enttäuscht und wütend bin, auf diese Weise absolut nicht kommunizieren möchte und im Augenblick auch gar keine Lust auf irgendwelche Diskussionen habe. Das war am Mittwoch. Am Freitag hat sie mich dann angerufen, sich entschuldigt, dass es ihr leidtut, sie aber selber das Gefühl hatte, "plötzlich" in eine Diskussion hineingezogen zu werden, die sie SO nicht beabsichtigt hatte (sie hätte am Mittwoch "nur" etwas mit ihrer Schwester klären wollen, dass diese gleich so auf die Palme geht, hätte sie nicht erwartet etc). Wir haben das miteinander geklärt, sie will nicht mehr mit ständigen "Hilferufen" nerven, ich habe ihr versichert, dass ich ihr nicht böse bin, wenn sie sich abgrenzt und ihr auch sehr wohl zutraue, dass sie es "alleine", d.h. mit ihrem Freund und ohne Eltern oder Geschwister hinbekommt.

    Die andere hat mich am Donnerstag angerufen. In erster Linie, um mir zu erzählen, wie "beschissen" es ihr geht (natürlich wegen des ganzen Theaters). Ich habe abgeblockt, ihr gesagt, dass ich ihr da nicht helfen könne (das hatte ich ja am Mittwoch in dem Telefongespräch versucht... ihr zu "helfen", mit der für sie belastenden Situation mit ihrer Schwester umzugehen, indem ich versucht habe, ihren Blick auf sich selber zu lenken, was sie aber nicht wollte, ich solle bitte machen, dass die andere nicht SO ist) und dann aufgelegt. Es kamen noch ein zwei anklagende Nachrichten, die ich bisher ignoriert habe. Von meinem Ex habe ich dann gestern Nachmittag erfahren, dass sie sich auch bei ihm über mich beklagt hat, weil ich in der Erziehung ihrer Schwester "total versagt" habe. Solange sie mir Dinge vorwirft, die SIE nicht selber betreffen, sehe ich keine Grundlage für eine Kommunikation. Und vor allem ist mein Geduldsfaden gerissen, was dieses "hysterische" Verhalten angeht, jemand, der meint, mich anbrüllen zu müssen, kriegt beim ersten Brüller die Tür vor der Nase zugeschlagen oder das Telefon aufgelegt. Bisher war ich bemüht, sie zu "beruhigen", damit wir dann das Problem, welches auf sachlicher Ebene wohl vorhanden war, in Ruhe besprechen konnten.... das ist übrigens eine Strategie, die ich bei meinem Vater gelernt habe (ich habe hier also auch immer wieder "Aha-Augenblicke" ).... er war, seit ich denken kann, ein unberechenbarer Choleriker, der bei einer Kleinigkeit ausrasten konnte und auch gewalttätig wurde, sehr selten zwar, aber als Kind hatte ich wahnsinnig Angst davor. Ich musste früher mit solchen Situationen umgehen... aber mir wird bewusst, dass ich das heutzutage nicht muss und es nicht MEINE Aufgabe ist, den anderen zu "beruhigen", sondern dessen Aufgabe. Wenn man mit jemandem kommunizieren will, Umgang haben will, muss man sich SELBER so verhalten, dass der Umgang auch von der anderen Seite erwünscht ist.

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    AW: Wird das nie besser??

    @Promethea

    vieles, was du scheibst, ist mir auch durch den Kopf gegangen.... als ich gestern über die Situation mit dem Schulwechsel nachgedacht habe, sind mir die Tränen gekommen... ich habe das Leid meiner Tochter damals (und wohl bis gestern immer noch) abgeblockt, habe dagegen argumentiert. Ich glaube, das war tatsächlich ein Fehler. Dass ich das nicht an mich herangelassen habe, sie in ihrer Not nicht "gesehen" habe und ihr damit auch keinen Trost spenden konnte. Das tut mir ganz schön leid und das werde ich mit ihr bei Gelegenheit besprechen. Ich spüre, dass das wichtig ist und auch möglich, obwohl man an der Sache nichts ändern kann und diese vielleicht an sich auch richtig findet. Aber anzuerkennen, DASS es dem anderen wahnsinnig zu schaffen gemacht hat, ist der erste Schritt, damit dieser sich vielleicht auch mit der Situation "aussöhnen" kann (ich glaube, so langsam erkennt meine Tochter selber, dass sie nicht die "Akademikerin" ist, dass sie nicht "weniger intelligent" ist als ihre Geschwister, dass sie aber ihre Stärken auf anderen Gebieten hat).

    Mit der anderen ist es für mich tatsächlich schwieriger, vielleicht merkt man, dass sie eher das "Mama-Kind" war. Sie ist mir in vielem ähnlicher (leider auch in den negativen Dingen). Einerseits verteidigt sie mich gegenüber ihrer Schwester, die im Augenblick auch durch ihre Rolle als Mutter unsere Beziehung hinterfragt, zu mir auf Distanz geht und eine eigene Position ihrer Tochter gegenüber sucht (was ich auch absolut "gesund" finde). Andererseits kann sie mir gegenüber so garstig und aggressiv sein, dass es mich auf die Palme bringt. Da sehe ich immer wieder, dass es in gewisser Hinsicht auch meine (unterdrückte) Aggression ist, die der Grund dafür ist, dass ich darauf "anspringe". Aber das ist tatsächlich noch schwierig und unausgegoren... ich werde dem nachgehen, brauche aber jetzt erst einmal etwas Distanz, bevor ich einen Umgang damit finden kann.

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