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  1. Inaktiver User

    Sohn zu Vater gezogen, ich hadere sehr!

    Liebe Bri,

    Ich habe zwei Söhne 9 und 11 bin seit 2013 geschieden, Verhältnis zum
    Ex ist recht gut, Kinder lebten bis dato bei mir (klassische 80/20 Betreuung).
    Ich habe eine sehr tollen Partner, der beide Jungs liebt und Vice versa. In Summe lieben wir uns alle vier!

    Mein Großer hatte schon immer einen sehr engen Bezug zum
    Papa, der Kleine hing immer mehr an mehr - mit beiden Söhnen habe ich aber eine sehr enge
    Bindung (auf unterschiedliche Weisen, da die Kinder sehr verschieden sind).

    Nun habe ich vor einem Jahr dem Wunsch meines Sohnes und meines Ex Mannes zugestimmt dass der Große mit Schulwechsel auf die Mittelschule beim Papa wohnen darf und ich quasi nur noch das Kontaktrecht habe. Vermutlich dachte ich dass ja noch lang hin ist und er es nicht durchzieht.

    Aber er zog es durch!

    Also ich bin jz der 20% Teil!

    Wirklich gut gefallen hat mir die Idee nie aber sie haben es sich beide konsequent gewünscht und ich wollte nicht auf biegen und brechen dagegen sein (gab mehrere Gespräche mit allen, ich hab von Anfang an meine Bedenken geäußert - Kind hat hier ein Zimmer, ich arbeite viel von zuhause, wir reißen die Geschwister auseinander, Ex hat frisches Baby im Haus, arbeitet bis 18 Uhr und Zimmer ist auch nicht vorhanden etc.) - es blieb aber dabei vor allem der Große wollte es vehement. Seine Argumentation war immer dass der Schulweg kürzer ist, aber tief in mir weiß ich dass er einfach dem Vater mehr verbunden ist als mir.

    Long Story Short: der Umzug ging vor einer Woche über die Bühne und seither geht es mir richtig schlecht. Am Tage des Wechsels habe ich mir die Augen ausgeheult während er fröhlich und mit wehenden Fahnen Richtung Papa abgedüst ist. Seither meldet er sich kaum, ist für mich nicht greifbar (hebt nicht ab, ruft nicht zurück), zieht sein Ding durch.

    Es macht mich traurig und tut mir weh. In der kurzen Zeit wo er da ist ist alles wie immer aber wenn er weg ist ist er nicht greifbar.

    Nun war es heute so, dass der Kleine seine Sporttasche vergessen hat und der Papa mich bat sie zu bringen (wohnen nur 10 Minuten mit dem Auto voneinander).

    Hab ich gemacht, der Kleine kam freudenstrahlend aus dem Haus um die Tasche zu holen. Wir haben kurz geplaudert und gekuschelt - vom
    Großen keine Spur. Auf meine Frage wo denn der Bruder ist kam nur ein: nein der kommt nicht raus.

    Wie gesagt ich bin traurig. Fühle mich nicht gebraucht und von meinem Sohn verlassen.

    ...vielleicht hat jemand eine Idee, einen Rat - ich wäre dankbar darüber.

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    AW: Sohn zu Vater gezogen, ich hadere sehr!

    Zuerst:ich kann deinen Schmerz gut verstehen.
    Aber ich glaube, dein Großer weiß ganz genau, was er bei dir ausgelöst hat. Nun hat er was er wollte und fühlt sich trotzdem schlecht.
    Ich denke, du musst ihm klarmachen, dass es so in Ordnung geht.
    Und es auch wirklich so empfinden.
    Du willst, dass er glücklich ist. Und er ist dein Sohn und er ist der Sohn deines Ex.
    Ganz schön grausam für deinen Sohn, dass er sich verantwortlich fühlen muss, dass es dir Sch... geht.

  3. Inaktiver User

    AW: Sohn zu Vater gezogen, ich hadere sehr!

    Also nur um es klar zu machen: sämtliche Tränen und traurigen Minuten waren nicht VOR ihm!

    Ich glaube eben nicht dass er es sieht (er ist in der Hinsicht momentan nicht besonders empathisch) - und ihm geht es ja mit der Lösung gut!

    Das ich loslassen muss weiß ich selbst, dass es jetzt als grausam für ihn betitelt wird das ich fühle wie ich fühle finde ich mies und taktlos von dir!

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    AW: Sohn zu Vater gezogen, ich hadere sehr!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Seither meldet er sich kaum, ist für mich nicht greifbar (hebt nicht ab, ruft nicht zurück), zieht sein Ding durch.
    (...)
    Fühle mich nicht gebraucht und von meinem Sohn verlassen.
    Liebe star,

    so sehr ich Deine Gefühlslage verstehen kann, gerade auch, weil die Situation ja noch so neu ist ... Dein "Fehler" liegt darin, dass Du lediglich Deine Emotionen im Blick hast und Dich nicht in Deinen Sohn hineinversetzt.

    Denn dann wäre Dir bewusst, dass der Junge einen ganz anderen Blick auf seine Entscheidung hat. Er hat sich ja nicht gegen Dich entschieden, sondern er wollte auch zum Vater. Das sind zwei grundverschiedene Dinge. Ich denke, auch ihm ist die Entscheidung nicht leicht gefallen. Doch solche Entscheidungen treffen zu müssen ist nun mal das Los vieler Scheidungskinder.

    Deinem Sohn solltest Du nach Möglichkeit nicht zu verstehen geben, dass Du Dich von ihm verlassen fühlst. Er bekäme ein schlechtes Gewissen, was sich wiederum sehr ungünstig auf Eure Beziehung auswirken würde.

    Vermittle ihm statt dessen, dass Du Dich für ihn freust und dass Du Dir sicher bist, dass er beim Vater gut aufgehoben ist.

    Und an Deiner Stelle würde ich es unterlassen, ihn mit Anrufen, Nachrichten etc. zu überfrachten. Lass ihn erst mal ankommen, für ihn ist das auch eine große Umstellung. Sage ihm, dass er sich jederzeit bei Dir melden kann - aber bitte nimm den Druck raus. Denn der belastet Dein Kind völlig unnötig.

    Das wird schon.

    .

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    AW: Sohn zu Vater gezogen, ich hadere sehr!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Long Story Short: der Umzug ging vor einer Woche über die Bühne und seither geht es mir richtig schlecht. Am Tage des Wechsels habe ich mir die Augen ausgeheult während er fröhlich und mit wehenden Fahnen Richtung Papa abgedüst ist. Seither meldet er sich kaum, ist für mich nicht greifbar (hebt nicht ab, ruft nicht zurück), zieht sein Ding durch.

    Es macht mich traurig und tut mir weh. In der kurzen Zeit wo er da ist ist alles wie immer aber wenn er weg ist ist er nicht greifbar.

    Nun war es heute so, dass der Kleine seine Sporttasche vergessen hat und der Papa mich bat sie zu bringen (wohnen nur 10 Minuten mit dem Auto voneinander).

    Hab ich gemacht, der Kleine kam freudenstrahlend aus dem Haus um die Tasche zu holen. Wir haben kurz geplaudert und gekuschelt - vom
    Großen keine Spur. Auf meine Frage wo denn der Bruder ist kam nur ein: nein der kommt nicht raus.
    Spontaner Gedanke: Lass es erstmal sacken. Der Umzug ist erst eine Woche her, für den Großen fühlt sich das nicht viel anders an als ein Urlaub beim Vater. Man hat nicht den Eindruck, dass dein Exmann den Umgang unterlaufen wird, das wird sich alles finden und einpendeln.

    Zu der letzten Szene: Mit elf Jahren geht es in Richtung Pubertät, da flaut das Kuschelbedürfnis ohnehin ein bisschen ab. Ganz gleich, bei welchem Elternteil das Kind wohnt.

    Seine Argumentation war immer dass der Schulweg kürzer ist, aber tief in mir weiß ich dass er einfach dem Vater mehr verbunden ist als mir.
    Der Wochenend-Elternteil wird manchmal auch ein bisschen idealisiert. Das lässt sich kaum verhindern, wenn einer für den grauen Alltag zuständig ist und der andere eher für Freizeit und Ferien.

    Es kann gut sein, dass euer Verhältnis auf Dauer sogar besser wird, wenn der Vater jetzt den 80%-Anteil übernimmt.

    Was mich ein bisschen erstaunt:

    Ex hat frisches Baby im Haus, arbeitet bis 18 Uhr und Zimmer ist auch nicht vorhanden etc.)
    Wie stellt sich denn die neue Partnerin zu der ganzen Situation? Eher beengte Wohnverhältnisse, ein Säugling im Haus, der Mann arbeitet viel, und dann zieht der elfjährige Sohn ein. Das ist auch mit viel gutem Willen nicht ganz einfach.

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    AW: Sohn zu Vater gezogen, ich hadere sehr!

    Mir wäre es besonders wegen der Kinder sehr schwer gefallen, diese zu trennen.

    Vielleicht kannst du ja versuchen, eine 50/50 oder wenigstens 40/60 Vereinbarung zu treffen. Dann geht es dir bestimmt besser.
    Und wer weiß, ob ihm die Situation dort auf Dauer zusagt. Vielleicht ist es auch für die neue Frau schwierig, nun viel mehr mit deinem Sohn zu tun zu haben und mit ihm zusammenleben zu müssen.

    Also nicht verzagen, das kann in ein paar Wochen alles wieder ganz anders aussehen.

  7. User Info Menu

    AW: Sohn zu Vater gezogen, ich hadere sehr!

    Wie wohnt denn der Elfjährige beim Vater, wenn er kein eigenes Zimmer hat?

  8. Inaktiver User

    AW: Sohn zu Vater gezogen, ich hadere sehr!

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Liebe star,

    so sehr ich Deine Gefühlslage verstehen kann, gerade auch, weil die Situation ja noch so neu ist ... Dein "Fehler" liegt darin, dass Du lediglich Deine Emotionen im Blick hast und Dich nicht in Deinen Sohn hineinversetzt.

    Denn dann wäre Dir bewusst, dass der Junge einen ganz anderen Blick auf seine Entscheidung hat. Er hat sich ja nicht gegen Dich entschieden, sondern er wollte auch zum Vater. Das sind zwei grundverschiedene Dinge. Ich denke, auch ihm ist die Entscheidung nicht leicht gefallen. Doch solche Entscheidungen treffen zu müssen ist nun mal das Los vieler Scheidungskinder.

    Deinem Sohn solltest Du nach Möglichkeit nicht zu verstehen geben, dass Du Dich von ihm verlassen fühlst. Er bekäme ein schlechtes Gewissen, was sich wiederum sehr ungünstig auf Eure Beziehung auswirken würde.

    Vermittle ihm statt dessen, dass Du Dich für ihn freust und dass Du Dir sicher bist, dass er beim Vater gut aufgehoben ist.

    Und an Deiner Stelle würde ich es unterlassen, ihn mit Anrufen, Nachrichten etc. zu überfrachten. Lass ihn erst mal ankommen, für ihn ist das auch eine große Umstellung. Sage ihm, dass er sich jederzeit bei Dir melden kann - aber bitte nimm den Druck raus. Denn der belastet Dein Kind völlig unnötig.

    Das wird schon.

    .
    Ich weiß es! Und natürlich will ich ihn nicht direkt mit der Situation belasten und natürlich will ich auch dass es ihm gut geht und er glücklich ist!

    Darum schreibe ich es mir ja hier von der Seele. Mein Partner und ich reden sehr viel darüber und er zeigt vollstes Verständnis und ist absolut liebevoll. Trotzdem hoffe ich auf Austausch und Erfahrungen anderer Eltern.

  9. Inaktiver User

    AW: Sohn zu Vater gezogen, ich hadere sehr!

    Zitat Zitat von Macani Beitrag anzeigen
    Wie wohnt denn der Elfjährige beim Vater, wenn er kein eigenes Zimmer hat?
    Er und der Vater (und Bruder wenn da) schlafen in einem Zimmer. Mutter und Neugeborenes im Schlafzimmer.

  10. Inaktiver User

    AW: Sohn zu Vater gezogen, ich hadere sehr!

    Zitat Zitat von PollexNiger2 Beitrag anzeigen
    Spontaner Gedanke: Lass es erstmal sacken. Der Umzug ist erst eine Woche her, für den Großen fühlt sich das nicht viel anders an als ein Urlaub beim Vater. Man hat nicht den Eindruck, dass dein Exmann den Umgang unterlaufen wird, das wird sich alles finden und einpendeln.

    Zu der letzten Szene: Mit elf Jahren geht es in Richtung Pubertät, da flaut das Kuschelbedürfnis ohnehin ein bisschen ab. Ganz gleich, bei welchem Elternteil das Kind wohnt.


    Der Wochenend-Elternteil wird manchmal auch ein bisschen idealisiert. Das lässt sich kaum verhindern, wenn einer für den grauen Alltag zuständig ist und der andere eher für Freizeit und Ferien.

    Es kann gut sein, dass euer Verhältnis auf Dauer sogar besser wird, wenn der Vater jetzt den 80%-Anteil übernimmt.

    Was mich ein bisschen erstaunt:


    Wie stellt sich denn die neue Partnerin zu der ganzen Situation? Eher beengte Wohnverhältnisse, ein Säugling im Haus, der Mann arbeitet viel, und dann zieht der elfjährige Sohn ein. Das ist auch mit viel gutem Willen nicht ganz einfach.
    Danke für die reflektierte Antwort!
    Die neue Frau und die Kinder kommen gut aus, nicht mehr und nicht weniger. Ich denke sie hat es aktueptiert - hat aber sicher mit ihrem Baby selbst alle Hände voll zu tun.

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