Antworten
Seite 2 von 3 ErsteErste 123 LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 29
  1. User Info Menu

    AW: Mein Kind zieht ins Ausland … Empty Nest 2.0

    Zitat Zitat von elli07 Beitrag anzeigen
    Was erwartest du denn ? Oder was fehlt dir, wenn du das Wort "oberflächlich" gebrauchst ?
    Ich habe geschrieben, dass sich die Gespräche in der Ferne eher an der Oberfläche gehalten haben und sich meistens um Alltagsthemen drehten. Ich habe nichts von oberflächlichen Gesprächen geschrieben. Und das ist für mich in der Tat etwas anderes.

    Hast du in dem Alter dein tiefstes Inneres vor deinen Eltern ausgebreitet ?
    Um deine Frage zu beantworten: Nein, das habe ich in der Tat nicht. Aber ich hatte auch ein gänzlich anderes Verhältnis zu meinen Eltern als unsere Kinder das heute zu uns haben. Und es geht mir auch nicht um "das Innerste auszubreiten". Sondern sich tatsächlich über Dinge zu unterhalten, die bewegen. Oder von mir aus auch über philosophische Themen. Ich "unterhalte" mich auch mit Freundinnen auf WA oder Messanger anders als im direkten Gespräch.

  2. User Info Menu

    AW: Mein Kind zieht ins Ausland … Empty Nest 2.0

    Ich kenne das nur zu gut:
    Kind 1 (inzwischen 32) zog mit 18 aus zum Freund und startete mit 21 eine Weltreise, sie reiste knapp 3 Jahre einmal rund um die Erde und verliebte sich in Brasilien, da kam auch meine Enkelin zur Welt....Die ist jetzt 9 Jahre...Inzwischen lebt meine Tochter in unserer Stadt, wir sehen uns eher selten bis gar nicht...Unser Verhältnis ist nie mehr richtig innig geworden....

    Kind 2 (27) zog mit 19 innerhalb von D 600km weit weg, weil er eine bestimmte Uni favorisierte. Anfangs kam er noch 3 bis 4mal im Jahr für 1 bis 2 Wochen nach Hause, aber seit 2 Jahren hat er eine sehr nette Freundin und wird nicht mehr zurückkommen...Beide besuchen uns zu Weihnachten, wir fahren meist zu Ostern eine Woche hin....Als im Februar mein Mann einen Herzinfarkt hatte, wäre mein Sohn sofort zu mir gekommen, ich hab ihm das aber ausgeredet, er kam dann gute 3 Wochen später für ein paar Tage zu uns....Zum Sohn habe ich, haben wir ein inniges Verhältnis, er aber auch zu uns, trotz der räumlichen Distanz ist das Verhältnis zu ihm besser als zur Tochter.

    Inzwischen kann ich gut damit umgehen, es sind Erwachsene und ich (und mein Mann) haben ein eigenes Leben....Wir überlegen allerdings, zur Rentenbeginn meines Mannes in die Nähe vom Sohn zu ziehen.
    Einfach machen...wird gut

    Ich hol mir mein Spiel zurück!!!!!

  3. User Info Menu

    AW: Mein Kind zieht ins Ausland … Empty Nest 2.0

    Zitat Zitat von Babsi64 Beitrag anzeigen
    Ich bin in einer ähnlichen Situation, zwar kein Ausland aber auch 3-4 Stunden mit dem Auto. Da er auch bereits während des Studiums 2x für längere Zeit (jeweils ein halbes Jahr) im Ausland war, weiß ich was auf mich zukommt. Den Kontakt werden wir nicht verlieren und auch wenn es näher schöner wäre, so freue ich mich für ihn. Aber irgendwie tut es natürlich auch weh.
    (Hervorhebungen von Rotbuche)

    Ohne dir und anderen zu nahe treten zu wollen: Aus Tochterperspektive löst das bei mir Beklemmungen aus. Dein Sohn hat offenbar das Studium schon abgeschlossen, ist also längst ganz und gar erwachsen.

    Ich kennen dieses Gefühl, die armen Eltern "verlassen" zu haben, bloß weil ich zum Studium in eine 300 km entfernte Stadt gezogen bin, was die Eltern anderer Studenten völlig normal fanden. Dann der ewige Druck, anzurufen, zu Besuch zu kommen. etc. pp. In diesem Alter will man sein eigenes Leben leben. Die Eltern stehen einfach nicht mehr im Mittelpunkt! Das Wissen, dass ihnen dies "weh" tut, ist eine ständige Last. Erspar das dir und deinem Sohn.
    Regelmäßige Lektüre von Frauenzeitschriften kann zur Verblödung führen.

  4. User Info Menu

    AW: Mein Kind zieht ins Ausland … Empty Nest 2.0

    Ich bin auch nach Abi und darauf folgender Ausbildung ins Ausland, genauer gesagt nach England. Mein damaliger Freund, jetzt mein Mann, den ich auch dort kennengelernt hatte, konnte kein Deutsch. Also bin ich nach England gezogen.
    Mir waere es nie in den Sinn gekommen, meine Eltern zu fragen, ob sie damit einverstanden waeren, sie wurden vor vollendete Tatsachen gestellt.
    Aus ein paar Jahren sind inzwischen ganze 27 Jahre geworden und ich werde auch nicht mehr nach Deutschland zurueckkehren.
    Mein juengster Sohn ist nach seinem Schulabschluss vor 2 Jahren, mit gerade mal 18 Jahren, auch fuer ca. 10 Monate ganz allein durch die Welt gereist. Auch er hat das voellig allein beschlossen und geplant und haette sich auch von uns nicht reinreden lassen. Er sagt auch, das habe seinem Selbstbewusstsein sehr gut getan.
    Ich sehe es als grosse Bereicherung an, wenigstens einmal fuer ein paar Monate, im Ausland auf eigenen Fuessen zu stehen, muss ja nicht fuer immer sein. Ausserdem liegt doch ,wenigstens in Europa, alles recht nahe beieinander so dass man sich oft besuchen kann. Dank Telefonflatrate tratsche ich ,vor allem mit meiner Schwester, etliche Stunden pro Monat und bei gegenseitigen Besuchen kommt es uns so vor, als haetten wir uns gestern erst gesehen.
    Mach Dir keine Gedanken, sei froh einen selbstbewussten Sohn zu haben, der sich so was zutraut. Es waere doch traurig ein Kind zu haben, das auf immer und ewig in der Naehe der Eltern leben wollte.

    Steffi

  5. User Info Menu

    AW: Mein Kind zieht ins Ausland … Empty Nest 2.0

    Zitat Zitat von Steffi2804 Beitrag anzeigen
    .... Es waere doch traurig ein Kind zu haben, das auf immer und ewig in der Naehe der Eltern leben wollte.....
    So sehe ich es auch. Es gibt natürlich Kinder, die in der räumlichen(!) Nähe der Eltern wohnen, aber wenn sie das nur tun, weil ansonsten die Eltern "leiden" würden, halte ich das für schwieirig. Einige Eltern verstehen es sehr gut, dieses "Leiden" ganz subtil rüberzubringen, ich weiss wovon ich rede, ich hatte eine solche Mutter. Gott sei Dank ist mir der "Absprung" rechtzeitig gelungen.

    Es ist eine Errungenschaft unserer Zeit, dass wir uns -zumindest theoretisch - über Jahre und Jahrzehnte um die Befindlichkeiten unserer Kinder Gedanken machen können. Ob das -für alle Beteiligten- gut ist, das ist eine andere Frage.

    Ich persönlich halte mich gerne an die Gedanken von Khalil Gibran von vor fast hundert Jahren:

    Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
    Sie sind die Söhne und die Töchter der Sehnsucht
    des Lebens nach sich selber.
    Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
    Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
    Ihr dürft ihnen eure Liebe geben,
    aber nicht eure Gedanken,
    Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
    Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben,
    aber nicht ihren Seelen,
    Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen,
    das ihr nicht besuchen könnt,
    nicht einmal in euren Träumen.
    Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein,
    aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
    Denn das Leben läuft nicht rückwärts
    noch verweilt es im Gestern.
    Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder
    als lebende Pfeile ausgeschickt werden........

    Gruß Elli
    Geändert von elli07 (23.07.2020 um 09:58 Uhr) Grund: Ergänzung
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)

  6. User Info Menu

    AW: Mein Kind zieht ins Ausland … Empty Nest 2.0

    Vielen Dank @elli07
    Nur wer sich ändert, bleibt sich treu! (Wolf Biermann)

  7. User Info Menu

    AW: Mein Kind zieht ins Ausland … Empty Nest 2.0

    Ich habe hier auch Beklemmungen. Mutter zieht aufs Land, wegen eigener Probleme. Erwachsenes Kind will nun ganz weg...

    Das Hervorheben, wie schlecht man sich dabei wahrscheinlich wohl fühlen wird....

    Hat man/Frau keine eigenen Träume und Aufgaben mehr, denen man sich selbst widmen könnte? In sich selbst Frieden finden zu können...

    Beglückende Gedanken zu pflegen, das Kind geht nun s e i n e n Weg, darf diesen auch gehen?


    Im Gegensatz dazu frage ich mal ,wie es denn selbst im gleichen Alter war, hat man mit 21 glückseligst die Mami und den Papi umhuschelt? Und ist auch dabei geblieben, damit das Nest immer warm blieb?

    Hier wird geistig eine nie mehr zu erfüllenden Sehnsucht gezüchtet, die nur mit knebelnder Bindung umgesetzt werden könnte. Da wird zwar erwähnt, wie man das dem "Kind" zwar gönnt, weit weg zu sein aber die Wahrheit ist das Dramatisieren des eigenen Zustandes, wie schrecklich das sein wird.


    Himmel, ich bin mit 21 nach Südafrika ausgewandert, 1975, da gab es im Monat mal einen Brief, seltenst mal ein Telefongespräch. Mein Leben war es, was gelebt werden musste, da habe ich mir gar keine Gedanken gemacht, die Eltern mit tiefsten Gefühlen zu versorgen.

    Das ist der Gang des Lebens...

    Allein der Titel. Nest leer.... Dabei ist es das natürlichste der Welt, Küken werden flügge - und werden sie es nicht werden, wäre das Nest bald zertrampelt, weil die Dimensionen gesprengt werden....


    Mir scheint, das Dorf hier bietet nichts, das Leben gefühlt auch nicht, die Leere ist schon lange da...

    Da würde ich mal hinschauen, einen neuen Mittelpunkt ausmachen, wo man selbst glücklich sein kann. Statt sein Glück davon abhängig zu machen, wo das Kind lebt....
    Mein Himmel bleibt magisch, wie meine Träume, meine Bilder, mein Leben....
    Ich bin die, die ich bin.

  8. User Info Menu

    AW: Mein Kind zieht ins Ausland … Empty Nest 2.0

    Spadina, Elli, Steffi: Ich teile uneingeschränkt eure Sichtweise. Mich triggert es auch ein bisschen, wenn Mütter "mein Kind" sagen, wenn sie einen erwachsenen Menschen meinen, und über das "leere Nest" jammern, als sei dieser erwachsene Mensch noch ein Küken. Ich meine das nicht böse, aber man sollte es doch mal hinterfragen.

    Wenn meine Mutter nölte, wann ich denn mal wieder "nach Hause" käme, fragte ich zurück, wie sie das meine, mein Zuhause sei doch nun mal in X-Stadt. Irgendwann hat sie es dann sein lassen.

    Und bitte, liebe Mütter, redet euch nicht damit heraus, dass euer Verhältnis zu euren Kindern doch ein gaaanz anderes sei als das, das ihr als junge Menschen zu euren eigenen Eltern hattet. Das halte ich für eine grandiose Selbsttäuschung. Beziehungsweise: Kann schon sein, dass es anders ist, aber deshalb ist es noch lange nicht besser. Das "Beste Freundin"-Spielen mancher Mütter und das endlose Beglucken erscheint mir manchmal ganz schön übergriffig und erstickend. Wie Mütter heutzutage ihre "Kinder" zur Einschreibung an der Uni begleiten, ist nur ein Beispiel dafür. (Wir StudentInnen der 70er Jahre hätten uns in Grund und Boden geschämt.) Gerade zwischen Müttern und Söhnen beobachte ich diese symbiotischen Beziehungen oft mit einer gewissen Beklemmung.
    Regelmäßige Lektüre von Frauenzeitschriften kann zur Verblödung führen.

  9. User Info Menu

    AW: Mein Kind zieht ins Ausland … Empty Nest 2.0

    Zitat Zitat von Rotbuche Beitrag anzeigen
    Wie Mütter heutzutage ihre "Kinder" zur Einschreibung an der Uni begleiten, ist nur ein Beispiel dafür. (Wir StudentInnen der 70er Jahre hätten uns in Grund und Boden geschämt.)
    Ob sich in den 70er Jahren alle Neustudenten dafür geschämt haben, weiß ich nicht, aber du täuscht dich.
    Elternbegleitung zur Einschreibung gab es damals auch schon.

    Ich habe 1974/75 als studentische Hilfskraft im Unisekretariat gearbeitet und da kam es durchaus vor, dass Mama dabei war und alles überwacht hat.
    Ich habe mich auch darüber gewundert, weil mir selbst sowas gar nicht in den Sinn gekommen wäre.

    Ob das heute öfter vorkommt als früher, kann ich nicht beurteilen, weil ich jetzt keinen Einblick mehr habe.

  10. User Info Menu

    AW: Mein Kind zieht ins Ausland … Empty Nest 2.0

    Zitat Zitat von Macani Beitrag anzeigen
    Ob sich in den 70er Jahren alle Neustudenten dafür geschämt haben, weiß ich nicht, aber du täuscht dich.
    Elternbegleitung zur Einschreibung gab es damals auch schon.

    Ich habe 1974/75 als studentische Hilfskraft im Unisekretariat gearbeitet und da kam es durchaus vor, dass Mama dabei war und alles überwacht hat.
    Ich habe mich auch darüber gewundert, weil mir selbst sowas gar nicht in den Sinn gekommen wäre.

    Ob das heute öfter vorkommt als früher, kann ich nicht beurteilen, weil ich jetzt keinen Einblick mehr habe.
    markiert von UC

    Mein Sohn war vor 5 Jahren an der RWTH Aachen einer der wenigen, der von "weit her" (Berlin), kam und da wir Rabeneltern nicht jede Woche mal so eben 2x600km fahren konnten, haben wir ihm Ende Juli ne Wohnung gesucht, ihn zwei Wochen später seinen Krempel gebracht und eingeräumt, um das Studienzeug hab ich mich nie gekümmert, er meinte, alle ihm bekannten Kommilitonen wurden von Mami oder Papi begleitet....Ich fand die große Distanz gewöhnungsbedürftig, aber er wollten unbedingt an diese Uni....

    Ja, es ist inzwischen wohl die Regel.
    Einfach machen...wird gut

    Ich hol mir mein Spiel zurück!!!!!

Antworten
Seite 2 von 3 ErsteErste 123 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •