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    Durch das Erbe 20 Jahre zurück katapultiert

    Hallo in die Runde,
    ich bin neu hier, drehe gerade am Rad und erhoffe mir den ein oder anderen Rat von neutralen Personen. Vorab vielen Dank.

    Wie der Titel es schon sagt, muss ich mich gerade mit meiner Schwester auseinandersetzen, da unsere Mutter verstorben ist und der Nachlass geregelt werden muss.

    Wir sind beide über 50, ziemlich unterschiedliche Typen und hatten seit vielen Jahren nur sehr wenig bis gar keinen Kontakt.
    Die selbständige Tätigkeit meiner Schwester wurde von Anfang an mit Bürgschaften und Darlehen durch meine Eltern gesichert, zum Ausgleich erhielt ich innerhalb zwanzig Jahren zwei dokumentierte Schenkungen.

    Vor zehn Jahren ereignete sich ein großer Streit zwischen meiner Schwester und den Eltern, als unser Vater die Reißleine ziehen wollte und ihr eine Auflistung über die bisherigen finanziellen Zuwendungen der vergangenen 15 Jahre (die Darlehenssumme erreichte einem unteren sechsstelligen Bereich) übergab.
    Danach war es aus mit dem Familienfrieden, meine Schwester bestritt die Richtigkeit der Aufstellung und strafte meine Eltern ab, in dem sie sich nicht mehr blicken ließ. Unsere alten Eltern verstanden die Welt nicht mehr und thematisierten ihr Fernbleiben immer wieder bis ich darum bat, dass sie mich bitte aus diesem Konflikt heraushalten mögen. Das taten sie dann mehr oder weniger, aber es belastete auch unsere Beziehung.
    Kurze Zeit später verstarb unser Vater, unsere Mutter kam zunächst alleine zurecht, wurde dann aber pflegebedürftig und von mir versorgt. Meine Schwester kam nur sporadisch und auf Drängen meiner Mutter bei ihr vorbei.

    Bei der Beerdigung unserer Mutter verkündete meine Schwester, dass sie auf ihren Erbteil verzichten wolle. Sie blieb untätig und stellte drei Monate später auf meine Nachfrage hin überrascht fest, dass sie die Erbschaft bei Gericht oder beim Notar hätte ausschlagen müssen.
    Die Kosten der Beisetzung habe ich vorgelegt, um den Nachlass kümmere ich mich alleine, aber ohne die Mitarbeit meiner Schwester kann ich nichts auflösen. Melde ich mich nicht bei ihr, dann bewegt sich überhaupt nichts.

    Anstelle des 50/50-Erbanteils möchte sie nun ihre erhaltenen Zuwendungen der letzten 25 Jahre prüfen lassen, damit alles gerecht aufgeteilt wird. Die damalige Aufstellung sei völlig aus der Luft gegriffen gewesen. Mit der Prüfung hat sie nicht mal angefangen, setzt man Termine, wird sie ausfallend. Meinen Vorschlag, sie solle mir einfach eine Summe nennen, um die sie sich benachteiligt fühlt und wir einigen uns gütlich, lehnte sie ab, weil sie überhaupt keine Zahl nennen konnte.

    Mich wühlt das alles sehr auf, fast fühle ich mich um Jahrzehnte zurück katapultiert. Für Trauer bleibt kaum Platz. Leider habe ich mir nun doch die Kontoauszüge unserer Mutter angeschaut. Dort gab es in den ersten Jahren nach dem Tod unseres Vaters enorm hohe Bargeldabhebungen und handschriftliche Notizen über Zahlungen an meine Schwester, während sämtliche Unterlagen unseres Vaters komplett verschwunden sind. Auch uralte Briefe, in denen es um Zuwendungen geht, reißen bei mir alte Wunden wieder auf.

    Ich möchte diesen jahrzehntelangen Familiengeldstreit nicht weiter fortführen, aber den Nachlass ordentlich regeln, mit der Angelegenheit abschließen und unsere Eltern in guter Erinnerung behalten.

    Eine Aussprache/Klärung zu Lebzeiten fand weder mit unserem Vater noch mit unserer Mutter statt, nun soll ich dafür herhalten und bekomme den ganzen angestauten Zorn meiner Schwester ab.
    Kann mir jemand einen Rat geben, wie man es dennoch schaffen kann, sich diesbezüglich vernünftig auseinanderzusetzen?

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    AW: Durch das Erbe 20 Jahre zurück katapultiert

    Erstmal mein beileid zum tot deiner Mutter.

    Ich muss leider so direkt fragen. Ist noch viel da? Immobilien... Geld.... Anlagen?

    Ist es den Ärger wert?

    Auch wenn deine Schwester sich nicht gekümmert hat und euer Kontakt schlecht war. Sie alhat auch ihre Mutter verloren und die Emotionen fahren Achterbahn.
    Before you argue with someone, ask yourself, is that person even mentally mature enough to grasp the concept of different perspectives. Because if not, there's absolutely no point.

    Grab nicht zu weit in dem Mist rum, dann stinkt's nur noch mehr. Geh davon weg, und merk dir, wie's gerochen hat, damit du beim nächsten Verlierer früher Lunte riechst. (Zitat Wildwusel)

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    AW: Durch das Erbe 20 Jahre zurück katapultiert

    Ich würde dir raten, nimm dir einen guten Anwalt der die Korrespondenz mit deiner Schwester übernimmt.
    Dann wird dieser prüfen, inwiefern die Aufstellungen stimmen und erst dann könnt ihr euch mit euren Forderungen auseinandersetzen.
    Ich finde das zwischen euch zu verfahren, um objektiv betrachten zu können.
    Ich mache heute was für Bauch, Beine, Po.
    Pfannkuchen mit Nutella.

  4. Moderation

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    AW: Durch das Erbe 20 Jahre zurück katapultiert

    Ich stimme Kleinfeld zu. Anwalt.
    Nicht nur wegen der verworrenen Lage, sondern auch, weil der die gesamte Kommunikation mit deiner Schwester machen kann.

    Kann allerdings ein etwas teurer Spaß sein. (Fragen, und dazu die Situation gut schildern!) Eventuell lohnt es sich, einen guten Freund oder Partner zu bitten, so etwas wie "Papierkram sichten und sortieren" zu machen, weil der nicht so emotional involviert ist und das als Buchhaltungsthema abhandeln kann. Kontoauszüge müßte man bei der Bank nach-anfordern können, aber wenn du dir einen Anwalt nimmst, dann wird der dir sagen, ob das sinnvoll und nötig ist. Kostet ja auch Geld.

    Alternativ wäre ein Nachlaßveralter vielleicht eine Möglichkeit? Ich bin nicht 100% sicher, daß der als Lösung zu dem Problem paßt, aber wenn hier niemand was dazu sagen kann, wende dich mal an das Nachlaßgericht und frage.

    Wahrscheinlich wäre die beste Lösung nicht, die ganze Vergangenheit (mit Hilfe teurer Experten) aufzuarbeiten -- was vermutlich gar nicht möglich ist, wenn sie deinen Eltern ihre Zahlen nicht geglaubt hat, warum soll sie dir die Zahlen deiner Eltern glauben? -- sondern eine große Generalamnestie zu machen und nur das zu verteilen, was jetzt da ist.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Durch das Erbe 20 Jahre zurück katapultiert

    Wie wäre es denn, wenn Du einfach einen Schlussstrich unter die Vergangenheit ziehst und das Erbe abzüglich der Bestattungskosten zu gleichen Teilen aufteilst?

    Zu Wildwusels Tipp mit der Anfrage beim Nachlassgericht: diese sind größtenteils chronisch überlastet. Ich würde mich lieber eine Beratung beim Fachanwalt für Erbrecht leisten.

  6. Moderation

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    AW: Durch das Erbe 20 Jahre zurück katapultiert

    Es werden doch Schenkungen nur innerhalb der letzten 10 Jahre angerechnet, hat das mit den 25 Jahren dann überhaupt noch Relevanz?

    Wenn die Unterstützung der Schwester durch Schenkungen an Dich, Erdbeermascarpone, ausgeglichen wurde, ist der alte Streitpunkt doch eh hinfällig?
    Ich würde mich nur noch auf die letzten 10 Jahre konzentrieren (Kontoauszüge liegen vor? Sonst bei der Bank nachfordern; auch da gibt es eine 10-Jahresfrist).

    Da aber die Schwester nicht tat- sondern nur "maul"kräftig ist, würde ich auch versuchen das Erbe nach heutigem Stand aufzuteilen. Bei Barauszahlungen liegt eine Beweiskraft nicht vor, wenn nicht auch Quittungen vorliegen, wer denn nun das Geld erhalten hat.

    Alles andere bringt ja nichts außer unguten Gedanken.
    Moderatorin in
    *Gesundheit* und *Frauengesundheit*
    *Fasten* und *Welchen Nutzen haben Diäten?*
    *Haushalt - Tipps und Tricks*

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    AW: Durch das Erbe 20 Jahre zurück katapultiert

    Zitat Zitat von Erbeermascarpone Beitrag anzeigen
    Anstelle des 50/50-Erbanteils möchte sie nun ihre erhaltenen Zuwendungen der letzten 25 Jahre prüfen lassen, damit alles gerecht aufgeteilt wird.
    Wie stellt sie sich das denn in der Praxis vor?
    Und wer soll das prüfen?

    .

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    AW: Durch das Erbe 20 Jahre zurück katapultiert

    Zitat Zitat von schubidu Beitrag anzeigen
    Zu Wildwusels Tipp mit der Anfrage beim Nachlassgericht: diese sind größtenteils chronisch überlastet. Ich würde mich lieber eine Beratung beim Fachanwalt für Erbrecht leisten.
    Erstens das und wie ich letztes Jahr feststellen mußte, wissen die bei weitem nicht alles und erteilen schon mal falsche Auskünfte.
    Ich mache heute was für Bauch, Beine, Po.
    Pfannkuchen mit Nutella.

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    AW: Durch das Erbe 20 Jahre zurück katapultiert

    Zitat Zitat von Utetiki Beitrag anzeigen
    Es werden doch Schenkungen nur innerhalb der letzten 10 Jahre angerechnet, hat das mit den 25 Jahren dann überhaupt noch Relevanz?
    Stimmt, die 10 Jahresfrist hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm.
    Ich mache heute was für Bauch, Beine, Po.
    Pfannkuchen mit Nutella.

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    AW: Durch das Erbe 20 Jahre zurück katapultiert

    Danke für eure Antworten!
    Zitat Zitat von luftistraus Beitrag anzeigen
    Erstmal mein beileid zum tot deiner Mutter.
    Ich muss leider so direkt fragen. Ist noch viel da? Immobilien... Geld.... Anlagen?
    Ist es den Ärger wert?
    Auch wenn deine Schwester sich nicht gekümmert hat und euer Kontakt schlecht war. Sie alhat auch ihre Mutter verloren und die Emotionen fahren Achterbahn.
    Dankeschön!
    Ja, leider sind noch das Elternhaus und Bankguthaben vorhanden.
    Nein, kein Geld der Welt ist diesen Ärger wert, nur irgendwer muss irgendwann den Nachlass auflösen.
    Meine Emotionen fahren aber auch Achterbahn, mit ganz vielen Loopings!
    Zitat Zitat von Kleinfeld Beitrag anzeigen
    Ich würde dir raten, nimm dir einen guten Anwalt der die Korrespondenz mit deiner Schwester übernimmt.
    Dann wird dieser prüfen, inwiefern die Aufstellungen stimmen und erst dann könnt ihr euch mit euren Forderungen auseinandersetzen.
    Ich finde das zwischen euch zu verfahren, um objektiv betrachten zu können.
    Einen Anwalt einzuschalten finde ich fürchterlich, das war schon die letzten Jahre meine größte Befürchtung. Ich glaube, wir bräuchten zusätzlich noch einen Therapeuten.
    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ich stimme Kleinfeld zu. Anwalt.
    Nicht nur wegen der verworrenen Lage, sondern auch, weil der die gesamte Kommunikation mit deiner Schwester machen kann.
    Kann allerdings ein etwas teurer Spaß sein. (Fragen, und dazu die Situation gut schildern!) Eventuell lohnt es sich, einen guten Freund oder Partner zu bitten, so etwas wie "Papierkram sichten und sortieren" zu machen, weil der nicht so emotional involviert ist und das als Buchhaltungsthema abhandeln kann. Kontoauszüge müßte man bei der Bank nach-anfordern können, aber wenn du dir einen Anwalt nimmst, dann wird der dir sagen, ob das sinnvoll und nötig ist. Kostet ja auch Geld.
    Alternativ wäre ein Nachlaßveralter vielleicht eine Möglichkeit? Ich bin nicht 100% sicher, daß der als Lösung zu dem Problem paßt, aber wenn hier niemand was dazu sagen kann, wende dich mal an das Nachlaßgericht und frage.
    Wahrscheinlich wäre die beste Lösung nicht, die ganze Vergangenheit (mit Hilfe teurer Experten) aufzuarbeiten -- was vermutlich gar nicht möglich ist, wenn sie deinen Eltern ihre Zahlen nicht geglaubt hat, warum soll sie dir die Zahlen deiner Eltern glauben? -- sondern eine große Generalamnestie zu machen und nur das zu verteilen, was jetzt da ist.
    Einen gemeinsamen Freund oder guten Bekannten haben wir gar nicht.
    Mein Vorschlag war: Schwamm drüber (über die Vergangenheit), der stattliche Rest des Erbes wird gerecht aufgeteilt und vielleicht finden wir ja doch einen Weg, künftig miteinander umzugehen, auch als Vorbildfunktion für unsere Kinder.
    Aber nein, sie, die jahrzehntelang „gesponsort“ wurde, fühlt sich hintergangen.
    Zitat Zitat von schubidu Beitrag anzeigen
    Wie wäre es denn, wenn Du einfach einen Schlussstrich unter die Vergangenheit ziehst und das Erbe abzüglich der Bestattungskosten zu gleichen Teilen aufteilst?
    Zu Wildwusels Tipp mit der Anfrage beim Nachlassgericht: diese sind größtenteils chronisch überlastet. Ich würde mich lieber eine Beratung beim Fachanwalt für Erbrecht leisten.
    Das war mein Plan, aber der kam nicht gut an.
    Aufteilen kann ich gar nichts, so lange meine Miterbin nicht mitzieht.
    Die Überlastung des Nachlassgerichtes habe ich – gerade in der Coronazeit – schon hautnah mitbekommen.

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