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    AW: Mein Vater wird 70

    Ich würde ihm schreiben, so etwa in dem Stil:
    Hallo Papa (oder wie du ihn nennst),
    du hast heute einen runden Geburtstag. Ich nehme an, dass es dir gut geht und ich wünsche dir einen schönen Tag im sonnige Spanien.
    Deine Anky


    Wenn dann wieder nur Beleidigungen zurückkommen, wäre es das für mich gewesen. Es gibt Menschen, die kommen aus ihrem Teufelskreis einfach nicht heraus.
    "Widme dich der Liebe und dem Kochen mit ganzem Herzen!"
    Dalai Lama (geb. 1935)

    in der BriCom als Hillie unterwegs seit 2003

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    AW: Mein Vater wird 70

    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen
    Ich denke auch, was auch immer Du tust, sollte für Dich sein. Du darfst den Geburtstag ignorieren, den Kontakt zu Deinem Vater aussetzen, ihn die Konsequenzen für sein Verhalten tragen lassen... Du darfst dem Geburtstag Rechnung tragen, den Kontakt offenhalten... Du darfst das auch, egal was Du jetzt tust, später wieder anders machen. (Wer A sagt, muss überhaupt gar nichts. )

    Mir erscheint es einfach wichtig zu betonen, dass Du jedes Recht hast, so oder so zu handeln, aber keinerlei Pflicht.
    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Unabhängig von seinem Alter (70 ist übrigens nicht so alt) - ist er denn ganz alleine
    in Spanien? Keinerlei Bindungen etc. dort?

    Das sehe ich etwas anders.

    Ich appelliere da an die gerade hier so oft angesprochene Empathie.

    Man darf sich ruhig auch in seine Mitmenschen hinein versetzen und ihnen zuliebe situativ über den eigenen emotionalen Schatten springen. Wer ausschließlich sich selbst und seine eigene Befindlichkeit im Fokus hat, ist schlichtweg ein Egozentriker.
    Wer sich selbst so ganz vergisst, wie das Anky hier tut, darf auch gern an sich selbst erinnert werden, so wie Frau Flau geschrieben hat.

    Anky, du glaubst, dass du deinem Vater beistehen musst. Zu einem Geburtstag muss man niemanden beistehen, man feiert gemeinsam und freut sich gemeinsam, alles andere klingt sehr nach Pflicht, das niemandem Freude bereitet, auch dem Geburtstagskind nicht.

    Es gibt Menschen, die fahren extra weg, damit sie nicht feiern müssen, sind abwesend, feiern lieber für sich allein, feiern mit ihrem liebsten Freund, dem Alkohol oder feiern den 50. ganz groß, während sie dem 70. kaum Bedeutung bemessen oder ihn am liebsten vergessen würden.

    Wenn ich das weiß, kann ich mein Bedürfnis zu gratulieren anders sortieren, weil es dem Adressaten nicht genau so viel bedeutet wie mir.

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    AW: Mein Vater wird 70

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Es ist leider eine Tatsache, dass verletzte Menschen wiederum Menschen verletzen -
    oft gerade diejenigen, die sie eigentlich lieben.

    (...)

    Sich (und besonders Anderen gegenüber) viele, offenbar sehr gravierende Fehler in fortgeschrittenem Alter einzugestehen ist mit Sicherheit nicht einfach, da es mental als Versagen eines beträchtlichen teils der gesamten Lebensleistung wahrgenommen wird.

    (...)

    Ich appelliere da an die gerade hier so oft angesprochene Empathie.

    Man darf sich ruhig auch in seine Mitmenschen hinein versetzen und ihnen zuliebe situativ über den eigenen emotionalen Schatten springen. Wer ausschließlich sich selbst und seine eigene Befindlichkeit im Fokus hat, ist schlichtweg ein Egozentriker.
    Das finde ich in seiner Gesamtheit sehr schwierig. Es erteilt Eltern, die sich lebenslang ihren Kindern gegenüber wie Rotz am Ärmel aufführen, eine Art Absolution - und wenn man als (erwachsenes, gealtertes) Kind diese Absolution verweigert, weil auch andere erwachsene Menschen einfach die Konsequenzen des eigenen Tuns aushalten müssen, selbst wenn es sich dabei um die Eltern handelt - dann ist man ein Egozentriker?

    Was der Grund für dieses Rotz-am-Ärmel-Getue ist, muss mich doch nicht interessieren, wenn es die Person selbst gar nicht interessiert.

    Ich habe meiner Mutter nicht zum 70. gratuliert, ich habe es nicht einmal in Erwägung gezogen.
    Warum sollte ich immer und immer und immer wieder die Hand auf die heiße Herdplatte legen, obwohl ich schon vor Jahrzehnten gelernt habe, dass ich mir dabei schmerzhafte Brandblasen zuziehe? Für mich ist das vollkommen unlogisch.
    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.

    Oscar Wilde

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    AW: Mein Vater wird 70

    Ich glaube, dass es gut wäre den Wunsch nach Kontakt und den Geburtstag gedanklich auseinander zu dividieren.
    Drei sind eine Bande.

    Nein, meine Kinder geb ich nicht!
    (nach R. Mey)

  5. Moderation

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    AW: Mein Vater wird 70

    Zitat Zitat von merinowool Beitrag anzeigen
    Wer sich selbst so ganz vergisst, wie das Anky hier tut, darf auch gern an sich selbst erinnert werden,[...].
    Richtig, das war tatsaechlich mein Beduernis, iat aber, genau wie das Post von schafwolle, auch nur eine subjektive Meinung. Unter den Umstaenden schaetze ich die konkrete Situation eben subjektiv (!) so ein, dass die TE sich ruhig an erste Stelle setzen kann.
    Nur schliesst das eine Gratulation an den Vater oder Kontakt oder sogar ein Verzeihen nicht aus. Die TE ist nicht notwendig schwach oder fremdbestimmt, wenn sie sich dafuer entscheidet - auch das kann fuer sie richtig sein.
    Und wiederum macht es das fuer den Vater nicht weniger wertvoll.
    Ich hoffe, das ergibt Sinn.



    Ich geb mal was Kontext: Meine Mutter hat auch bald einen runden Geburtstag, und wir ziehen - Pandemie-bedingt eingeschraenkt - alle uns moeglichen Register. Fuer sie, weil sie es uns wert ist - und es uns damit wichtig ist.
    Ich kann also nicht ermessen, was fuer jemanden richtig ist, der eine ganz negative Beziehung zu einem Elternteil hat, oder, das kann man ja unter Umstaenden auch ruhig bennenen: dessen Eltern die Beziehung nachhaltig ge- oder zerstoert haben. Ich denke nur, wenn jemand so gebeutelt wurde wie Ankg-v-G, dann hat die Person jedes Recht, die Beziehung so zu gestalten (oder aufzugeben), wie es sich gut und konstruktiv fuer sie anfuehlt. Im Rahmen von Recht und Anstand, freilich. Daraus kann ja nichts schlimmeres folgen, als die Konfrontation des Elternteils bzw. der Verlust des "Kindes" - und das ist dann etwas, was eben auch die Eltern akzeptieren muessen, als Folge eines Fehlverhaltens oder auch nur Unvermoegens.

    Umgekehrt gilt das freilich auch, oder ueberhaupt fuer jede Beziehung. Manche Dinge gehen kaputt. Manche werden kaputt gemacht. Man kann nur dafuer zu sorgen suchen, dass man selbst nicht mutwillig was kaputtschlaegt.
    Geändert von Flau (01.06.2020 um 18:33 Uhr)
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    [Damals] wurde weniger Geschiss gemacht und insgesamt war alles besser. Was an den Müttern lag. Denen von damals. Wenn sie ihren Kindern doch bloß [...] noch beigebracht hätten, wie man Kinder erzieht.
    Userin Minstrel02 im Forum Erziehung

  6. Inaktiver User

    AW: Mein Vater wird 70

    Nur kurz, weil mir das gerade klar geworden ist, ich aber unterwegs bin:

    Ich möchte keinen Kontakt, solange ich diese Angst vor weiteren Verletzungen haben muss. Er soll aber wissen, dass ich an ihn denke und meine Tür offen ist, wenn er bereit ist, nicht nur seine Erwartungen zu sehen, sondern auch meine Wünsche respektiert.

    Ich gehe später auf Eure Posts detaillierter ein, da sie mir schon helfen, klarer zu sehen.

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    AW: Mein Vater wird 70

    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen
    Richtig, das war tatsaechlich mein Beduernis, iat aber, genau wie das Post von schafwolle, auch nur eine subjektive Meinung. Unter den Umstaenden schaetze ich die konkrete Situation eben subjektiv (!) so ein, dass die TE sich ruhig an erste Stelle setzen kann.
    Nur schliesst das eine Gratulation an den Vater oder Kontakt oder sogar ein Verzeihen nicht aus. Die TE ist nicht notwendig schwach oder fremdbestimmt, wenn sie sich dafuer entscheidet - auch das kann fuer sie richtig sein.
    Und wiederum macht es das fuer den Vater nicht weniger wertvoll.
    Ich hoffe, das ergibt Sinn.



    Ich geb mal was Kontext: Meine Mutter hat auch bald einen runden Geburtstag, und wir ziehen - Pandemie-bedingt eingeschraenkt - alle uns moeglichen Register. Fuer sie, weil sie es uns wert ist - und es uns damit wichtig ist.
    Ich kann also nicht ermessen, was fuer jemanden richtig ist, der eine ganz negative Beziehung zu einem Elternteil hat, oder, das kann man ja unter Umstaenden auch ruhig bennenen: dessen Eltern die Beziehung nachhaltig ge- oder zerstoert haben. Ich denke nur, wenn jemand so gebeutelt wurde wie Ankg-v-G, dann hat die Person jedes Recht, die Beziehung so zu gestalten (oder aufzugeben), wie es sich gut und konstruktiv fuer sie anfuehlt. Im Rahmen von Recht und Anstand, freilich. Daraus kann ja nichts schlimmeres folgen, als die Konfrontation des Elternteils bzw. der Verlust des "Kindes" - und das ist dann etwas, was eben auch die Eltern akzeptieren muessen, als Folge eines Fehlverhaltens oder auch nur Unvermoegens.

    Umgekehrt gilt das freilich auch, oder ueberhaupt fuer jede Beziehung. Manche Dinge gehen kaputt. Manche werden kaputt gemacht. Man kann nur dafuer zu sorgen suchen, dass man selbst nicht mutwillig was kaputtschlaegt.
    Dieses Mal weiß ich gar nicht, was ich kürzen soll in deinem Zitat.
    Mein Kommentar war überhaupt keine Kritik an deinem anderen Post. Deine Einschätzung, dass sich Anky an erste Stelle setzen darf, teile ich und die ist für jemanden mit destruktiver Beziehung die fehlende Sichtweise. Da wird so sehr auf die Eltern geschaut, um nicht wieder verletzt zu werden, dass sie sich selbst ganz aus dem Blick verliert.

    Sich selbst an erste Stelle zu setzen, um sich genügend zu schützen, ist meiner Meinung nach legitim und überhaupt nicht egoistisch, sondern notwendig.

    Wenn du Frau Flau am Geburtstag deiner Mutter heiraten wölltest, würdet ihr das besprechen und eine Lösung finden, ganz ohne gegenseitige Verletzung. Das ist in destruktiven Beziehungen anders.

    Anky und jeder andere in destruktiven Beziehungen ist damit keinesfalls schwach, nur viel angreifbarer.

    Du schreibst, es macht es für den Vater nicht weniger wertvoll, es macht es aber auch nicht mehr wertvoll oder weniger wertlos.

  8. Moderation

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    AW: Mein Vater wird 70

    Hallo merinowool, ich hab mich auch nicht kritisiert gefühlt. Ich -wir(?)- seh es nur in Teilen anders als schafwolle, aber das ist ja ok.
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    [Damals] wurde weniger Geschiss gemacht und insgesamt war alles besser. Was an den Müttern lag. Denen von damals. Wenn sie ihren Kindern doch bloß [...] noch beigebracht hätten, wie man Kinder erzieht.
    Userin Minstrel02 im Forum Erziehung

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    AW: Mein Vater wird 70

    Zitat Zitat von merinowool Beitrag anzeigen
    Wer sich selbst so ganz vergisst, wie das Anky hier tut, darf auch gern an sich selbst erinnert werden, so wie Frau Flau geschrieben hat.
    Nur ganz kurz aus Zeitgründen:

    daran habe ich auch keinen Zweifel gelassen, dass sie sich selbst nicht aus
    den Augen verlieren darf.

    --->

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Im Grunde kannst Du nichts falsch machen - ganz im Gegenteil - solange Du gleichzeitig gut auf Dich achtest.

    (Hervorhebungen von mir)

  10. Moderation

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    AW: Mein Vater wird 70

    @schafwolle, ich sag ja, das schließt einander nicht kategorisch aus.
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    [Damals] wurde weniger Geschiss gemacht und insgesamt war alles besser. Was an den Müttern lag. Denen von damals. Wenn sie ihren Kindern doch bloß [...] noch beigebracht hätten, wie man Kinder erzieht.
    Userin Minstrel02 im Forum Erziehung

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