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    AW: Mein Vater wird 70

    Zitat Zitat von VanessaB Beitrag anzeigen
    Nein. Ihr wart Kinder, ihr hattet ein recht drauf, bedingungslos geliebt zu werden.
    Die Fehler hat er gemacht und nicht du.
    Du bist nicht schuldig, und so solltest du dich fühlen.
    Exakt.
    Er ist für sein Leben verantwortlich.
    Ich ziehe den Hut vor dir, dass du mit deiner Vergangenheit überhaupt in Erwägung ziehst, Kontakt aufzunehmen.
    er hat für mein Gefühl jeden, wirklich jeden Grund verspielt, der dafür spräche, dass er deine positive Zuwendung bekommt. Auch jetzt zerstört er doch jeden deiner Versuche wieder im Ansatz. Ich kann verstehen, dass tief in dir drin dieses Gefühl "aber es ist doch mein Vater..." ist.

    Er hat keine Kinder mehr, hat er gesagt. Dann hast du auch keinen Vater mehr.

    Sein Verhalten war und ist komplett inakzeptabel. Und wenn eine Persönlichkeitsstörung im Spiel ist: Wer so berechnend ist wie er, der wäre auch in der Lage, sich einer Behandlung zu unterziehen, denn SO ist er asozial. Könnte er ändern, will er aber nicht. Dann muss er auch damit leben, wenn seine Kinder ihn unerträglich finden.
    Geändert von Lizzie64 (01.06.2020 um 17:08 Uhr)

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    AW: Mein Vater wird 70

    Mein Bruder hat Kontakt mit meinem Vater. Ich habe den Eindruck, dass er drunter leidet, aber diesen Glaubenssatz "aber er ist doch mein Vater" haben sie ihm erfolgreich eingeiimpft.

    Meine Nichte scheint rebellischer veranlagt. Ich habe das Kind erst drei mal gesehen, jedes mal größere Veranstaltungen wo die ganze zerbrochenes Familie war, und jedes mal hat sie einen Aufstand gemacht "ich will nicht zu Opa".
    Drei sind eine Bande.

    Nein, meine Kinder geb ich nicht!
    (nach R. Mey)

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    AW: Mein Vater wird 70

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Vorletztes Jahr war das mit Spanien bzw. dem Weihnachtsgruß. .............................
    Danke, dass Du es nochmal erklärt hast, jetzt verstehe ich.


    Und ich möchte ihn irgendwie in seinem Lebensabend noch beistehen oder unterstützen, ihn einfach nicht allein lassen. Schwer zu beschreiben.
    (...)
    Ich könnte, denke ich, am wenigsten dahinter stehen, ihm nicht zu gratulieren. Ich überlege allerdings gerade, ob ich das wirklich morgen mache oder doch lieber nachträglich.
    Die Gefühle bezüglich Deines Vaters finde ich ganz normal, sie folgen einem inneren
    Instinkt. Und genau davon würde ich mich an Deiner Stelle wohl leiten lassen. Im Grunde
    kannst Du nichts falsch machen - ganz im Gegenteil - solange Du gleichzeitig gut auf Dich achtest.

    Ich finde, mit Deiner inneren Haltung zeigst Du Größe.

    Solltest Du Dich dazu entschließen, ihm zu gratulieren, dann würde ich das tatsächlich
    morgen, als an seinem Geburtstag machen. Eine eventuell gemeinte Botschaft in einer
    absichtlichen Verspätung würde Dein Vater vermutlich gar nicht erkennen.

  4. Inaktiver User

    AW: Mein Vater wird 70

    Zitat Zitat von VanessaB Beitrag anzeigen
    Nein. Ihr wart Kinder, ihr hattet ein recht drauf, bedingungslos geliebt zu werden.
    Die Fehler hat er gemacht und nicht du.
    Du bist nicht schuldig, und so solltest du dich fühlen.
    Er ist für sein Leben verantwortlich.
    Ich ziehe den Hut vor dir, dass du mit deiner Vergangenheit überhaupt in Erwägung ziehst, Kontakt aufzunehmen.
    Hm, bedingungslose Liebe von Eltern zu Kindern kenne ich leider nicht. Ich weiß, dass es so sein sollte. Aber in unserer Familie wird das nicht gelebt. Da zählte immer nur Leistung.

    Vor 7 oder 8 Jahren, als ich gerade psychisch einen meiner größten Tiefpunkte hatte und kaum mit mir selbst klar kam, ist seine Mutter (= meine Oma) gestorben. Damals hat er versucht, mich zu erreichen, aber ich hatte mich abgeschottet vor allem, so dass ich die Nachricht erst mit einiger Verzögerung bekam. Als ich mich dann melden wollte und seine letzte Nachricht las, enthielt sie - wieder mal - nur Beschimpfungen... weil ich defacto ca. 2 Stunden gebraucht hab, um seine Nachrichten überhaupt mit zu bekommen. Daraufhin hab ich rein impulsiv und emotional alle Kanäle zu ihm blockiert. Und das, als seine Mutter gestorben ist und er mich gebraucht hat. Ich erhielt dann von ihm noch eine Brief, in dem er mich "als Fliege an der Wand" bezeichnete und schlimmere und demütigendere Dinge. In Beleidigungen macht ihm so schnell keiner was vor. Ab da wollte ich wirklich nichts mehr mit ihm zu tun haben. Ich wollte sowas nie wieder von irgend jemandem lesen!

    Aber seine Mutter war damals gestorben! Ich hätte ihn nicht so weg schicken sollen! Und da war ich längst kein Kind mehr.

    Er ist davon sicher auch sehr verletzt. Und er hat im vorletzten und letzten Jahr den Kontakt ja wieder gesucht. Ich habe immer die Hoffnung oder den Gedanken, dass er seine Fehler einsieht und man sich wieder annähern kann. Wir hatten auch gute Zeiten. Er war auch für mich in schlechten Zeiten da, auch wenn das schon recht lange her ist.

    Ich will nichts entschuldigen, aber eben auch nicht ungerecht sein.

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    AW: Mein Vater wird 70

    Was wäre, wenn jetzt 2021 wäre und der 71. Geburtstag anstehen würde?
    Hättest du ähnliche Gedanken, dass du ihn an seinem Gbeurtstag gratulieren musst? Oder ist es nur, weil es ein runder Geburtstag ist?
    Wie sehr siehst du dich in der Verantwortung für deine Geschwister und/oder restliche Familie, wenn du sagst, dass du ihm an diesem Tag beistehen musst?
    Bist du das älteste Kind? Hatte er in deiner Kindheit auch so viel Macht über dich?
    Mal ehrlich - jeder (Geburtstags-)Gruß von Herzen ist mehr wert wie ein erzwungener oder anstandshalber erfolgter Gruß.
    Wenn du schon überlegen musst, ob es für dich gut ist, ihn zu kontaktieren, dann lass es lieber. Es wäre sicher nicht ehrlich und irgendwie kann man es dann auch gleich lassen.
    ______________


    Männliches Fahrgestell mit H-Kennzeichen - jung war früher, ich trage jetzt Falten






    NOTHING ELSE MATTERS

    Who the f*ck is Else?

  6. Inaktiver User

    AW: Mein Vater wird 70

    Zitat Zitat von AutarkieMan Beitrag anzeigen
    Was wäre, wenn jetzt 2021 wäre und der 71. Geburtstag anstehen würde?
    Hättest du ähnliche Gedanken, dass du ihn an seinem Gbeurtstag gratulieren musst? Oder ist es nur, weil es ein runder Geburtstag ist?
    Ich denke schon länger, dass ich mich bei ihm melden möchte. Nur das Wie war mir noch nicht klar. Ich wollte ihm jetzt irgendwann, wenn ich das richtige Gefühl dafür habe, einen Brief schreiben. Der wird Zeit in Anspruch nehmen, da das nicht einfach ist.

    Jetzt fiel mir halt auf, dass er ja jetzt seinen 70. feiert und das vielleicht die richtige Gelegenheit wäre, das in Angriff zu nehmen. Bei seinem 71. wäre mir das Datum dann wiederum nicht so wichtig, das stimmt.

    Wie sehr siehst du dich in der Verantwortung für deine Geschwister und/oder restliche Familie, wenn du sagst, dass du ihm an diesem Tag beistehen musst?
    Ich weiß, dass meine Geschwister sich nicht melden werden. Es geht auch nicht um diesen einen Tag, sondern darum, dass der 70. in diesem Moment so eine Art Zäsur ist. Wer weiß, wieviel Zeit wir noch haben. Und ich kann mir vorstellen, dass mit diesem 0er man sich dann auch einsam fühlt. Ich bin ja bereit für den Kontakt, nur nicht ganz so, wie er sich das (möglicherweise) vorstellt. Das sehe ich aber nicht als Verantwortung für meine Geschwister. Also nicht nach dem Motto "Ohne mich hat er niemanden". Das ist nicht meine Motivation. Wenn ich ihm nicht verzeihen könnte, würde ich den Kontakt auch nicht aufnehmen wollen.

    Bist du das älteste Kind? Hatte er in deiner Kindheit auch so viel Macht über dich?
    Ja und ja.

    Mal ehrlich - jeder (Geburtstags-)Gruß von Herzen ist mehr wert wie ein erzwungener oder anstandshalber erfolgter Gruß.
    Wenn du schon überlegen musst, ob es für dich gut ist, ihn zu kontaktieren, dann lass es lieber. Es wäre sicher nicht ehrlich und irgendwie kann man es dann auch gleich lassen.
    Der Gruß selbst wäre ehrlich. Ich habe nur Angst vor den Konsequenzen = seine hohen Erwartungen, was z. B. mein Antwortverhalten bzw. -Frequenz angeht. Die kann ich einfach so nicht erfüllen. Und dann kann es sein, nein, wird es so sein, dass er wieder beleidigend wird und mich beschimpft.

  7. User Info Menu

    AW: Mein Vater wird 70

    Was würdest Du einem Freund raten?
    Drei sind eine Bande.

    Nein, meine Kinder geb ich nicht!
    (nach R. Mey)

  8. User Info Menu

    AW: Mein Vater wird 70

    Anky, ich glaube, wenn du es einmal aushalten würdest zu tun, was du willst, dann würdest du dich sehr sehr viel besser fühlen.

    Freier. Erwachsener. Glücklicher.
    Aber das musst du erstmal aushalten. Das tut erst mal weh und macht irre Angst. Aber dann:

  9. Moderation

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    AW: Mein Vater wird 70

    Erstmal tut es mir wirklich Leid, was Du erleben musst(est), und ich muss vorausschicken, dass ich weder einschlägige Erfahrungen noch Fachwissen besitze, deshalb nur meine Gedanken dazu:

    Ich denke auch, was auch immer Du tust, sollte für Dich sein. Du darfst den Geburtstag ignorieren, den Kontakt zu Deinem Vater aussetzen, ihn die Konsequenzen für sein Verhalten tragen lassen... Du darfst dem Geburtstag Rechnung tragen, den Kontakt offenhalten... Du darfst das auch, egal was Du jetzt tust, später wieder anders machen. (Wer A sagt, muss überhaupt gar nichts. )
    Du bist nicht dafür verantwortlich, dass Dein Vater sich gut/gesehen/familiär verbunden fühlt. Du bist nicht dafür verantwortlich, ihn die Konsequenzen für seinen Missbrauch spüren zu lassen.

    Mir erscheint es einfach wichtig zu betonen, dass Du jedes Recht hast, so oder so zu handeln, aber keinerlei Pflicht.

    Ich finde den Vorschlag ganz gut, gleich dazuzusagen, dass es ein Geburtstagsgruß ist, nicht mehr und nicht weniger. Nicht erklärend oder rechtfertigend, sondern als Tatsache.
    Oder anders: schreib, was Du hier schreibst. Dass Du am Geburtstag an ihn denkst, auch wenn ihr jetzt gerade keinen Kontakt haben könnt.
    WENN Du schreibst.

    Ich wünsch Dir, dass Du das Rechte für Dich findest.
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    [Damals] wurde weniger Geschiss gemacht und insgesamt war alles besser. Was an den Müttern lag. Denen von damals. Wenn sie ihren Kindern doch bloß [...] noch beigebracht hätten, wie man Kinder erzieht.
    Userin Minstrel02 im Forum Erziehung

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    AW: Mein Vater wird 70

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Er ist davon sicher auch sehr verletzt.
    Es ist leider eine Tatsache, dass verletzte Menschen wiederum Menschen verletzen -
    oft gerade diejenigen, die sie eigentlich lieben.

    Ihre eigenen schmerzhaften Erfahrungen und Enttäuschungen machen sie dafür anfällig,
    anderen zu schaden. Sie haben einfach keine bessere Strategie gefunden, mit den selbst
    erlittenen Verletzungen umzugehen.

    Das soll selbstverständlich keine Entschuldigung sein, sondern lediglich ein Erklärungsansatz. Den man natürlich auch, personenbezogen, analysieren kann/könnte, um zum Kern vorzudringen.


    Ich habe immer die Hoffnung oder den Gedanken, dass er seine Fehler einsieht und man sich wieder annähern kann.
    Ja, verständlich.

    Aber wenn überhaupt, so sehe ich darin eher das Ergebnis eines länger dauernden Prozesses, eingebettet in Gespräche, als eine Art einmaliges Schuldeingeständnis.

    Sich (und besonders Anderen gegenüber) viele, offenbar sehr gravierende Fehler in fortgeschrittenem Alter einzugestehen ist mit Sicherheit nicht einfach, da es mental als Versagen eines beträchtlichen teils der gesamten Lebensleistung wahrgenommen wird.

    Ich fände es wichtig, dass auch er eine Chance auf Wiedergutmachung in dem ganzen Opfer/Täter-Gefüge bekommt. In wie weit er diese nutzt oder nutzen würde - darauf hast Du keinen Einfluss.


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und ich kann mir vorstellen, dass mit diesem 0er man sich dann auch einsam fühlt.
    Unabhängig von seinem Alter (70 ist übrigens nicht so alt) - ist er denn ganz alleine
    in Spanien? Keinerlei Bindungen etc. dort?


    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen
    Ich denke auch, was auch immer Du tust, sollte für Dich sein.
    Das sehe ich etwas anders.

    Ich appelliere da an die gerade hier so oft angesprochene Empathie.

    Man darf sich ruhig auch in seine Mitmenschen hinein versetzen und ihnen zuliebe situativ über den eigenen emotionalen Schatten springen. Wer ausschließlich sich selbst und seine eigene Befindlichkeit im Fokus hat, ist schlichtweg ein Egozentriker.

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