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  1. Inaktiver User

    AW: Mutter jetzt im Seniorenheim und kreuzunglücklich

    Zitat Tumbleweed:

    "Dort ist sie jetzt seit letzter Woche Dienstag. In einem Doppelzimmer. Wir waren 5 Tage da und haben ihren Umzug organisiert und begleitet, Möbel mitgenommen und arrangiert usw. Zuerst hatte sie das Doppelzimmer zur Einzelnutzung, seit Dienstag ist eine weitere alte Dame dazugekommen. Das nächste freie Einzelzimmer bekommt meine Mutter, Mitte nächster Woche. Sie hat es gesehen und für sehr schön befunden."

    Deine Mutter ist erst seit wenigen Tagen in dem Heim. Da kann niemand erwarten, auch nicht sie selbst, dass man sich schon eingewöhnt hat.
    Ein bisschen Zeit braucht das schon. Also jetzt schon andere Pläne zu machen, ist arg verfrüht.

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    AW: Mutter jetzt im Seniorenheim und kreuzunglücklich

    Falls ihr Platz im Eigenheim hättet -
    man könnte dann evtl. jemanden einstellen, der für sie da ist? Während ihr arbeitet und auch überhaupt?

    Das war bei Bekannten vor Jahren mal d-i-e Lösung. Die Mutter kam einfach mit den Fremden im Heim nicht klar, genau wie deine. Keine Beziehung, keine Gefühle, keine Nähe. Ich meine, sie ist Anfang 90, sie wird wohl nicht 110 werden...kann man da nicht irgendeine Lösung in deiner Nähe finden...
    Den Druck des "...nur mit dir ist es schön!" von Mutters Seite kenne ich auch.
    The original Karla
    est. 2006


  3. gesperrt

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    AW: Mutter jetzt im Seniorenheim und kreuzunglücklich

    Die Frage, wie häufig die 650 Km gefahren werden, bleibt ja. Es wird sicher häufiger als vorher sein.

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    AW: Mutter jetzt im Seniorenheim und kreuzunglücklich

    Geht sie in eine Trauergruppe?
    Gehst Du oder jemand anderes mit ihr auf den Friedhof?
    Geht sie in die Kapelle, eine Kerze anzünden?
    Diese Dinge helfen einem.
    Mein Beileid für Euren Verlust.
    Gruß, s12

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    AW: Mutter jetzt im Seniorenheim und kreuzunglücklich

    Liebe TE,

    deine Mutter wohnt doch erst wenige Tage im Heim. Das sie unglücklich ist kann ich gut verstehen. Sie muss sich doch erstmal eingewöhnen. Und das brauch alles seine Zeit.

    Meine Mutter musste damals auch mehr oder weniger (über die Kurzzeitpflege + Verhinderungspflege) Hals über Kopf ins Pflegeheim, weil wir ihre Pflege selbst mit Pflegedienst nicht sicherstellen konnten, da sie eine 24/7 Pflege brauchte. Das ging bei uns nicht, wir alle zu Hause keinen Platz hatten bzw. einer auf jeden Fall bei ihr übernachten musste. Das war für mich nicht möglich, da ich zu Hause ein behindertes Kind zu versorgen hatte, was ich über Nacht nicht einfach alleine lassen konnte, da mein Mann Schichtgänger war. Und meine Schwester arbeiten musste und mein Bruder das nicht komplett alleine machen konnte. Es blieb also nur das Pflegeheim. Meine Mutter wollte auch nicht dahin und auch wieder nach Hause. Nach vielen Wochen hatte sie dann auch einen festen Platz bekommen. Sie nahm es dann auch so hin. Unglücklich war sie nicht. Meine Mutter zog 4 Jahre zuvor in das Mehrfamilienhaus, wo auch meine Schwester wohnte, in eine eigene Wohnung. Hat Freunde und Nachbarn praktisch hinter sich gelassen, was ich eigentlich etwas bedauere. Aber das war ihre Sache, was nicht unbedingt gut war. Freunde kamen hin und wieder mal zu Besuch oder umgekehrt fuhr sie zuerst auch selber mit ÖPNV, was nachher nicht mehr ging. Später fuhr meine Schwester sie ab und an mal zu Freunden. Im Pflegeheim wurden die Besuche wesentlich weniger. So alle 3 Monate kam mal jemand. Die noch fitt waren hatten dann irgendwann einen pflegebedürftigen Partner und so mit weniger Zeit. Mein Mutter hatte zwar Kontakt zu den Bewohnern im Heim, für ein Klönschnack langte es auch. Sie nahm lange Zeit auch an den angebotenen Aktivitäten teil. Das wurde auch weniger. Irgendwann hatte ich das Gefühl, man wird der Ersatz für den fehlenden sozialen Kontakt. Und häufig war ich komplett fertig nach dem Besuch, der häufig auch sehr anstrengend sein konnte, obwohl nur 1x die Woche.

    Ich weiß nicht ob es eine gute Idee ist sie in deiner Nähe in ein Pflegeheim unterzubringen. Kommen Freunde, Bekannte oder die unmittelbare Nachbarschaft häufig zu Besuch ins Heim? Hast du unter den Freunden und Bekannten Ansprechpartner?

    Vielleicht gewöhnt sich deine Mutter auch schnell ein. Gib ihr die Zeit, auch wenn es Monate dauert.

    LG Jedi

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    AW: Mutter jetzt im Seniorenheim und kreuzunglücklich

    Vielen lieben Dank für eure Beiträge, das hilft schon sehr und einige Beiträge fand ich wirklich tröstlich. Stellvertretend möchte ich mal Gabiellas Beitrag herausgreifen und darauf antworten.

    Zitat Zitat von gabiella Beitrag anzeigen
    Auch von mir erst mal viel Mitgefühl!
    Wie meine Vorschreiberin möchte ich dich bitten, deiner Mutter Zeit zu lassen, sie kann ja den Verlust des Ehemannes und des bisherigen Zuhauses noch nicht verkraftet haben.
    Sie hätte von mir aus alle Zeit der Welt, sich einzugewöhnen. Sie selbst ist jemand, dem keine Geduld gegeben ist und die mit Unverständnis reagiert, wenn ich sage, dass sie Zeit braucht, um sich einzugewöhnen. Sie sagt dann, dass sie das jetzt schon weiß, dass sie dort unglücklich ist und das nicht will. Es kommt sicher hinzu, dass sie geistig eben nicht mehr so fit ist.

    Zitat Zitat von gabiella Beitrag anzeigen
    Ich habe ein Seniorenpflegeheim geleitet und möchte dir aus dieser Erfahrung folgendes raten:

    Lass deine Mutter trauern und rede ihr das nicht aus. Sie ist frisch verwitwet und nicht gesund, da darf man traurig und verzweifelt sein.
    Ich möchte ihr das gar nicht ausreden. Sie versteht momentan anscheinend nicht richtig, dass ihr Unglücklichsein nicht davon kommt, dass sie da im Heim ist, sondern dass es daran liegt, dass mein Vater nicht mehr da ist, mit dem sie glücklich war. Vielleicht muss ich ihr das einfach immer und immer wieder sagen. Mein Mann hat vorhin mit ihr telefoniert, da war sie wieder etwas gefasster, hatte auch gerade Besuch da gehabt.

    Zitat Zitat von gabiella Beitrag anzeigen
    Sieh die Trauer nicht als Kritik an dir oder an der Entscheidung für das Heim. Deine Mutter darf sich wünschen, dass jemand im Heim oder du sich den ganzen Tag nur um sie kümmert, das wird sie aber nicht bekommen können.
    Ja, danke.

    Zitat Zitat von gabiella Beitrag anzeigen
    Achte darauf, was in ihren Erzählungen du verstärkst! Ich habe oft erlebt, dass gut integrierte Heimbewohner, die sich wohl fühlten und das auch oft sagten, sich bei den Kindern beklagten. Warum? Wenn sie sagten:" Hier ist alles prima, alle sind sehr freundlich, ich habe auch schon eine nette Freundin gefunden" ist oft das Telefonat schnell beendet oder es heißt:"Prima, dann brauche ich ja nächste Woche nicht zu kommen."
    Mit Beschwerden kann man hingegen das Gespräch am Laufen halten. Muss bei euch nicht so sein, nur ein Hinweis.
    Guter Punkt.
    Zitat Zitat von gabiella Beitrag anzeigen
    Dass, was deine Mutter möchte, dass dein Vater noch bei ihr wäre und dass sie jünger und gesünder wäre, kann ihr niemand geben und das wäre auch nicht so, wenn sie in deiner Nähe leben würde.
    So hat sie die vertraute Sprache und Freunde und Nachbarn, die Sie hoffentlich oft besuchen.
    Sie wird versorgt, gepflegt, betreut, aber die Trauer kann ihr das nicht nehmen. Aber mildern. Es wird besser werden, Tag für Tag, Woche für Woche.
    Darauf kannst du hoffen und bis dahin Verständnis zeigen und zuhören, aber auch deutlich machen, dass ein Umzug nicht zur Debatte steht (sie würde ja die Trauer und Einsamkeit mitnehmen. Zu uns kam mal eine Dame, für die wir das 5. Heim in 2 Jahren waren, auch sie hatte gehofft, durch Umzug der inneren Einsamkeit zu entfliehen. Das klappt nicht. Man muss dieses Gefühl aushalten und dann erleben, wie der Schmerz langsam nachlässt und Lebensfreude langsam zurückkehrt. Betonung auf langsam)

    Alles Gute für deine Mutter und für dich viel Kraft in dieser Zeit!

    gabiella
    Das rot markierte werde ich mir merken und aufschreiben und immer sagen.

    Zu der Frage, ob sie Besuch von Freunden und Nachbarn bekommt: ja, schon. Leider vergisst sie nach ein paar Stunden, spätestens zwei Tagen, dass jemand da war.

    Danke bis hierhin schonmal euch allen!

  7. Inaktiver User

    AW: Mutter jetzt im Seniorenheim und kreuzunglücklich

    Ich denke auch dass es für Deine Mutter besser wäre, wenn sie an Deinem Wohnort einen Heimplatz bekäme.
    Die Gründe wurden hier schon genannt: Häufigere Besuche von Dir - können ja ruhig Kurzbesuche sein. Ihr könntet sie auch mal für einen Sonntagnachmittag zu Euch einladen usw.

    Die Sache mit der Sprachbarriere verstehe ich überhaupt nicht.
    Ich lebe relativ ländlich in Oberbayern und kenne mich in den Pflegeheimen einer dortigen Kreisstadt ganz gut aus. Weder sprechen alle Bewohner bayrisch noch spricht das Pflegepersonal überwiegend bayrisch.
    Geht auch gar nicht, weil ein nicht geringer Teil aus anderen europäischen Ländern kommt. Sie sprechen ziemlich gut deutsch, aber mit Akzent.

  8. User Info Menu

    AW: Mutter jetzt im Seniorenheim und kreuzunglücklich

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich denke auch dass es für Deine Mutter besser wäre, wenn sie an Deinem Wohnort einen Heimplatz bekäme.
    Die Gründe wurden hier schon genannt: Häufigere Besuche von Dir - können ja ruhig Kurzbesuche sein. Ihr könntet sie auch mal für einen Sonntagnachmittag zu Euch einladen usw.
    Kann sein, dass das hilft.
    Kann aber auch sein, dass dann bei der Mutter noch Heimweh dazu kommt nach dem vertrauten Ort, dem vertrauten Dialekt, den Nachbarn und Bekannten.

    Was ich erlebt habe: Tochter besucht ihre Mutter jeden Abend, für sie mehr, als sie eigentlich leisten kann und will, gefühlt ist sie ständig bei ihrer Mutter.
    Der Mutter reicht das nicht, sie vermisst die Tochter häufig vormittags oder nachts und klagt: " Meine Tochter kümmert sich gar nicht um mich, sie kommt nur abends und bleibt nur eine Stunde."
    Was ich damit sagen will: der Umzug in den 650 km entfernten Wohnort der Tochter wird ein großer Aufwand sein ohne Garantie, dass es das Befinden der Mutter wirklich verbessert.
    Ich würde zum Abwarten raten, auch wenn das nicht leicht ist.

  9. Inaktiver User

    AW: Mutter jetzt im Seniorenheim und kreuzunglücklich

    Es gibt noch einen weiteren Aspekt:
    Es kann für die Bewohner von Alteneinrichtungen durchaus zum Vorteil sein wenn es Verwandte gibt, die Präsenz zeigen.
    Und das geht nun mal nicht aus 650 km Entfernung.

    Außerdem:
    Ich erlebe es so, dass das Kommunikationverhalten Hocbbetagter untereinander ziemlich reduziert ist. Nahe Verwandte.sind ihnen deutlich wichtiger.

  10. Inaktiver User

    AW: Mutter jetzt im Seniorenheim und kreuzunglücklich

    Jofi, das hast du aber schon gelesen, oder?

    "Ich arbeite vollzeitnah mit längerem Anfahrtsweg und bin in der Woche 4-5 x für 10-11 Stunden außer Haus, mein Mann auch."

    "Und ich kann und will nicht jeden Tag für eine Stunde und am Wochenende für mehrere Stunden in ein Heim fahren, das schaffe ich nicht."

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