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  1. Registriert seit
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    ...”es sind doch Deine Eltern”

    Guten Abend an alle,

    nach einem (mal wieder) misslungenen Telefonat mit meiner Mutter würde ich mich über Eure Meinung / Euer Feedback freuen 🙂

    Zu mir: ich bin 41, Single, und wohne und arbeite Paris. so weit, so gut 🙃

    Was leider nicht gut läuft, ist der Kontakt zu meiner Mutter - und das eigentlich seit ich mich erinnern kann.
    Laut meiner Mutter liegt das ausschließlich an mir, und ich bin hin und hergerissen zwischen genervt sein und Schuldgefühlen (“das ist doch Deine Mutter” und was man sonst immer zu hören kriegt...

    Ein bisschen Vorgeschichte (und sorry wenn es etwas länger wird): ich bin eigentlich recht “behütet” aufgewachsen, hatte nie Probleme in der Schule oder auch sonstwie... mit meinem Vater war ich als Kind sehr verbunden, weit mehr als mit meiner Mutter (ich habe sie immer eher als schimpfend und streng in Erinnernung, aber nie gewalttätig oder sowas).
    Als ich so ca 11 Jahre alt war haben sich meine Eltern angefangen viel zu streiten, haben monatelang nicht miteinander geredet, zuhause war eisiges Schweigen, anscheinend war auch von Scheidung die Rede, was ich aber damals nicht wirklich mitbekommen habe - kurzum, das hat sich eigentlich durchgezogen bis ich Anfang 20 war.

    Seit Anfang der Pubertät habe ich wohl nach und nach den Bezug zu beiden Elternteilen verloren, ich hatte mit beiden kein vertrauenshaftes Verhältnis (z.B. hätte ich meinen Eltern nie erzählen können welche Jungs ich toll fand oder wenn ich Liebeskummer hatte etc.) - alle Gespräche waren rein “praktisch”.
    Ich habe damals viel Zeit bei meinen Freunden verbracht und oft waren deren Eltern wie meine Ersatzfamilien.

    Dann habe ich angefangen zu studieren und bin auch bald danach ausgezogen, und war zwar häufig noch zuhause, aber mehr wegen meiner Freunde und nicht wegen meiner Eltern...
    Als ich 25 war ist dann mein Vater ganz überraschend gestorben - was für mich zwar ein Schock war, aber ich irgendwie außer Leere nicht viel gespürt habe...

    Das ist jetzt 15 Jahre her und seitdem ist meine Mutter alleine, und seit sie seit 4 Jahren in Rente ist fängt sie an extrem zu klammern.
    Sie hat einen großen Freundeskreis und ist jeden Tag woanders unterwegs und lässt sich keinesfalls gehen oder so, aber ich bekomme immer zu hören dass ich mich mehr melden “muss”, sie wäre ganz alleine, sie ist meine Mutter, Familie geht über alles usw.
    Ich ringe mich dazu durch, einmal die Woche anzurufen, aber für mich sind die Gespräche rein praktisch und mir ist es einfach unmöglich Gefühle aufzubringen 😔 Meine Mutter wirft mir dann immer vor, dass sie ganz alleine wäre, ich müsste eine Freundin für sie sein, für sie da sein, und ich muss ihr bei Ihren Problemen helfen usw usw.

    Ich fühl mich gleichzeitig schuldig und doch nicht in der Lage irgendwelche freundschaftlichen oder gar liebevollen Gefühle zu haben 😔 und ich weiß nicht was und wann etwas “schiefgelaufen” ist (laut meiner Mutter bin ich gefühlskalt und abweisend und daher auch Single usw)

    Ich bin selbst nicht in einer Beziehung und habe (trotz großem Freundeskreis) extrem Probleme mich anderen zu “öffnen” und über Gefühle usw zu reden - was ich auch oft von meiner Mutter zu hören bekomme (dass ich mir “zu gut” für jemand wäre, und ich doch lieber heiraten sollte statt im Ausland zu arbeiten usw...)

    Ist jemand in einer ähnlichen Situation (gewesen)?
    Mir tut meine Mutter auf der einen Seite leid (ich weiß dass das Alleinsein ihr sehr schwer fällt), aber ich kann auf der anderen Seite einfach keine “Eltern-Liebe” in mir finden... 😔

    Danke für den langen Post und danke 🙏 fürs Zuhören
    LG und schönen Abend!
    bluebell

  2. Moderation
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    AW: ...”es sind doch Deine Eltern”

    "es sind doch deine Eltern" sagen Leute, die sich nicht damit auseinandersetzen wollen, daß die Situation zwischen dir und deiner Mutter nicht das Bilderbuch ist, das sie erwarten, und deswegen eine Hohlfloskel drüberwerfen, damit du Ruhe gibst. Darauf mußt du gar nicht hören. (Vielleicht solltest du Leuten, die so was sagen, weniger Infos geben.)

    Überlege dir, wie du die Bezieung zu deiner Mutter gestalten willst. Das ist Orga, kein großes Gefühlskino. Ich habe gute Erfarhungen mit "wir haben einen festen Termin, an dem wir telefonieren" gemacht. Dann kann man sich in den richtigen Geisteszustand bringen, ein bißchen reden, und Grundsatzdiskussionen, Lamentos oder Vorwürfe frühzeitig abfangen, abbiegen, abwehren, oder durch Auflegen beenden.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: ...”es sind doch Deine Eltern”

    Ich konnte dem Text nicht entnehmen, wer jetzt konkret gesagt hat "es ist doch deine Mutter" oder "es sind doch deine Eltern".


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    AW: ...”es sind doch Deine Eltern”

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    (Vielleicht solltest du Leuten, die so was sagen, weniger Infos geben.).
    Oder zu ihnen den Kontakt abbrechen, falls sie dich nicht verstehen wollen.

    Ehrlich: Beim Lesen des EP befiel mich eine gewaltige Aggression. Mit welchem Recht macht deine Mutter dir derartige Vorwürfe?
    Sie ist für ihr Leben selbst verantwortlich, nicht du! Warum denkt sie, dass du ihr eine Freundin sein musst bzw. was versteht sie darunter?


  5. Registriert seit
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    AW: ...”es sind doch Deine Eltern”

    ...sorry - “das sind doch Deine Eltern” kommt in der Regel von anderen Familienmitgliedern (zB meine Cousine, die regelmässig fragt wann ich das letzte Mal mit meiner Mutter gesprochen habe. Wenn ich dann antworte, schon länger nicht mehr, dann kommt das übliche “das ist Deine Mutter, Du musst Dich kümmern” usw.

  6. gesperrt
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    AW: ...”es sind doch Deine Eltern”

    Bluebell, erstmal die Fakten.

    Wie oft sehr ihr euch im Jahr?
    Wie oft in einem Monat rufst du sie an?
    Wie oft ruft sie dich an?

    Wie oft würdest du sie sehen, wenn du das frei entscheiden könntest?
    Wie oft würdest du mit ihr telefonieren, wenn du das frei entscheiden könntest?


  7. Registriert seit
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    AW: ...”es sind doch Deine Eltern”

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    "

    Überlege dir, wie du die Bezieung zu deiner Mutter gestalten willst. Das ist Orga, kein großes Gefühlskino. Ich habe gute Erfarhungen mit "wir haben einen festen Termin, an dem wir telefonieren" gemacht. Dann kann man sich in den richtigen Geisteszustand bringen, ein bißchen reden, und Grundsatzdiskussionen, Lamentos oder Vorwürfe frühzeitig abfangen, abbiegen, abwehren, oder durch Auflegen beenden.
    >> ja, das ist was ich im Moment mache, Orga kann ich, ich bin Projektmanager 😉wir telefonieren also einmal die Woche), das Problem ist dass es meiner Mutter nicht genug ist... zB war ich an Weihnachten 4 Tage zuhause, davon 2 1/2 Tage durchgehend, ohne irgendwo anders hinzugehen. Es war aber trotzdem “nicht genug”, sie sagte mir dann, ich müsste mehr mit ihr über Ihre Probleme sprechen und ihr zuhören, ich wäre zu oberflächlich, ich müsste sie “lieben” usw. - aber wie gesagt, ich hab keine “Liebes” Gefühle , auch wenn mir das leid tut, aber ich fühle mich einfach nur unter Druck... 😔


  8. Registriert seit
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    AW: ...”es sind doch Deine Eltern”

    Also 🙂
    Wir sehen uns 4-5 mal im Jahr (ich wohne ca 1000km weit weg)

    Ich rufe in der Regel 1x die Woche an, versuche den Kontakt unter der Woche auf Whatsapp zu beschränken, wobei ich auf 90% der Nachrichten “ruf mich doch lieber an” zurück kriege. Selbst ruft sie mich eigentlich kaum an, sie schickt mir in der Regel SMS mit “ruf mich mal zurück”

    Um ehrlich zu sein, ich käme auch mit nur 1-2 Besuchen im Jahr zurecht
    Wenn ich es frei entscheiden könnte würde ich wahrscheinlich nur einmal im Monat mit ihr sprechen (ich bin grundsätzlich kein großer Telefonierer, auch mit meinen Freunden schreibe ich meistens) - aber hier eher weil ich irgendwie das Gefühl habe dass es nicht wirklich viel zu sagen gibt... aber es fehlt mir auch nicht wirklich etwas wenn wir nicht sprechen...

  9. Avatar von Ullalla
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    AW: ...”es sind doch Deine Eltern”

    Zitat Zitat von bluebell22 Beitrag anzeigen
    ... sie sagte mir dann, ich müsste mehr mit ihr über Ihre Probleme sprechen und ihr zuhören, ich wäre zu oberflächlich, ich müsste sie “lieben” usw. - ... ��
    hast Du sie schon mal gefragt: "warum?"
    life is all about
    finding people who
    are your kind of
    CRAZY


  10. Registriert seit
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    AW: ...”es sind doch Deine Eltern”

    Liebe bluebell, als ich einen Beitrag gelesen habe, bin ich zwischen Mitgefühl und Wut hin und her gependelt.
    Erst mal zur Wut: Die Forderung, Du müsstest sie mehr lieben.
    Aha. Lieben müssen.
    Das ist für mich wie glauben einprügeln.
    Weder Liebe noch Glauben kann man erzwingen.
    Ich finde, Du schaffst es gut.
    Du bist räumlich distanziert (Paris.... träum...). Also fällt schon mal aus, dass sie jede Woche zweimal bei Dir auf dem Sofa sitzt , wenn Du von Arbeit kommst oder sie gleiches von Dir fordert.
    Und Du schaffst es trotz allem, mit ihr wöchentlich zu telefonieren. Respekt.
    Vielleicht schaffst Du es - notfalls auf die deutliche Tour - ihr zu sagen, dass Du 'gar nichts musst', dass Du sie magst, sie anrufst und auch besuchst, aber nicht für ihr Leben zuständig ist. Du bist für Dein Leben zuständig und sie für ihres.

    Alles Gute.
    Das Böse, das wir tun, wird uns Gott vielleicht verzeihen,
    aber unverziehen bleibt das Gute, das wir nicht getan haben.
    Karl Heinrich Waggerl

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