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  1. Registriert seit
    21.02.2019
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    AW: Eure Weihnachts-Traumata - oh kommet hierher...

    Zitat Zitat von Starbuck Beitrag anzeigen
    Anstatt uns hinterherzugehen und etwas zu sagen wie „Hallo Leute, habt ihr nicht was vergessen?!“ ist meine Mutter komplett ausgerastet und hat rumgeschrieen....das weiß ich noch wie heute, wie entsetzt wir alle waren.
    Danach war auch dieser heilige Abend gelaufen.
    Und sowas kam eigentlich regelmäßig vor.
    Sowas passiert bei uns zum Glück kaum noch, aaaaaber als mein Bruder und ich noch klein waren, ist unsere Mutter mindestens 1x in der Vorweihnachtszeit ausgerastet. Einmal hat sie gerade irgendwas mit meinem Vater versucht aufzubauen und die beiden haben sich angebrüllt. Mein Bruder und ich saßen in der Küche und haben Kekse ausgestochen aus einem Teig. Sie kam rein und warf uns vor wir würden ja eh die Hunde mit dem Keksteig füttern....
    (was wir tatsächlich NICHT getan haben!). Da gabs dann immer die Rundum-"Schelle" (im übertragenen Sinne), auch wenn wir gar nicht der Auslöser waren.
    Und dann hieß es jedes Mal "Weihnachten fällt ins Wasser!" (war natürlich nie so).
    Als wir älter wurden, haben wir ihr das mal gesagt. Das sie nicht jedes Jahr ausrasten muss. Wie gesagt mit der Zeit wurde sie entspannter. Als Kind hab ich das echt gehasst und da war man als Kind schon mega angespannt um ja nichts Falsches zu machen.


  2. Registriert seit
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    AW: Eure Weihnachts-Traumata - oh kommet hierher...

    Mein Weihnachtstrauma könnte eher überschrieben werden mit "die bleierne Zeit". Weihnachten war bei uns "warten, dass es vorübergeht, und bloß keine Verwandten beleidigen". Heiligabend zu dritt, mein Vater (das war ja ganz süß) hibbelte schon den halben Nachmittag rum, ob wir denn schon vor dem Gottesdienst bescheren könnten, was wir dann in späteren Jahren getan haben, dann ein Abendessen nur mit Brot, aber "besonderen" Dingen wie Räucherlachs, die es sonst nicht gab (den in vielen Familien üblichen Kartoffelsalat gab es schon mittags). Manchmal kamen auch meine Großeltern mütterlicherseits, die in der Wohnung unter uns wohnten für ein Stündchen dazu, aber ehrlich gesagt, habe ich wenig Erinnerung, wie und wo die Weihnachten verbracht haben - vermutlich abwechselnd bei den anderen beiden Töchtern mit Familie.
    Ach so, Geheimnisvolles gab es nicht groß - es war zwar manchmal die Rede vom Christkind, das die Geschenke brachte, aber da es meiner Mutter irgendwie ganz wichtig war, dass ich wusste, dass die Geschenke von meinen Eltern sind, damit ich ihnen dafür dankbar bin und nicht einem ominösen Christkind, habe ich schon sehr früh nicht mehr daran geglaubt (eher noch an den Osterhasen). War deshalb nicht besonders geschockt (im Gegensatz zu anderen Kindern), als eine progressive 70er-Jahre Erzieherin in meinem ersten Jahr im Kindergarten im Stuhlkreis irgendwann verkündete "Dass es das Christkind, den Weihnachtsmann und den Osterhasen nicht gibt, wisst Ihr ja hoffentlich alle schon."

    Wie auch immer, den Abend haben wir "abgesessen", im Fernsehen gab es ja nichts Interessantes und waren alle froh, wenn die Uhrzeit gekommen war, so man schlafen gehen darf.

    Am ersten Feiertag wurde die Oma väterlicherseits zum Mittagessen und Kaffeetrinken abgeholt, wieder nur Rumsitzen mit einer Oma, mit der sich niemand was zu sagen hatte. Ich war eine echte Leseratte und mein Weihnachten war gerettet, wenn ich ein gutes Buch bekam, das zum Schrecken meiner Eltern meist schon am Ende des 2. Feiertags ausgelesen war.

    Am zweiten Feiertag war es bei gutem Wetter ein Kopf-an-Kopf rennen zwischen "wir machen einen ausgiebigen Spaziergang" und "Mist, wir sind nicht rechtzeitig losgegangen, jetzt taucht meine Patentante und mein Patenonkel"spontan" auf und wir "müssen" mit denen Kaffeetrinken". (Trafen sie uns nicht an, weil wir schneller waren, hatte meine Mutter ein schlechtes Gewissen.) Das war noch das Absurdeste von allem - wir mochten die eigentlich gerne, waren aber von Weinachtsmarathon völlig ausgelaugt, und heute würde ich sagen, die sind doch auch immer viel gewandert, hätte man gesagt "schön dass Ihr kommt, wollen wir alle zusammen einen schönen großen Spaziergang machen", wären sie gerne mitgekommen. Aber mit Gästen muss man ja rumsitzen.

    Am zweiten Feiertag stieß meine Mutter dann in der Regel den Stoßseufzer aus "zum Glück ist morgen wieder ein normaler Werktag."

    Das wollte ich mit Kindern so auf gar keinen Fall haben (auch wenn die Omas inzwischen schon lange nicht mehr lebten, war dann halt Rumsitzen und Warten ohne Oma). Deshalb sollte dann meine Mutter eben auch zu uns kommen. Leider ist sie inzwischen nicht mehr so gut zu Fuß, dass auch hier das Weihnachtsfest aus relativ viel Rumsitzen besteht - aber "zu unseren Bedingungen" - wir machen dann halt ein großes Puzzle oder so, was wir gerne mal machen, wofür sonst aber die Muße fehlt. Und sie kommt meist schon ein paar Tage vorher, wo wir noch viel Arbeits- und Einkaufsstress haben und ganz froh sind, wenn jemand bei den Kindern ist und mal Mittagessen kocht. Dafür fährt sie oft am 1. Feiertag nachmittags wieder ab und wir haben den 2. Feiertag ganz für uns.

    Jetzt wo ich das lese, fällt mir auf, dass wir es in einer Hinsicht aber auch echt leicht haben. Sowohl bei meinen Großeltern als auch bei meiner Schwiegermutter war es gang und gäbe, dass nicht alle Geschwister gemeinsam feiern, sondern dass die Großeltern bei den jeweiligen Familien mit Kindern auflaufen, individuell ausgehandelt an welchem Feiertag wo. Nicht dies Riesen-Familienfest, wo alle zusammenkommen. Sowas arrangiert meine Schwägerin inzwischen an Ostern, da ist das Wetter auch besser und das Ganze nicht so traditionsbefrachtet, da kann man auch mal einfach gemeinsam Ausflüge unternehmen und so. Sehr entspannend.

    Ich muss ja sagen, mir sind diese ganzen Feiertage nicht so wichtig, und da bei mir strukturell bedingt in der Vorweihnachtszeit die Arbeit immer besonders stressig ist, genieße ich einfach diese Feiertage und hätte (ehrlich!) kein Problem damit, die alleine zu verbringen und all die Bücher zu lesen und die Filme zu gucken und die CDs zu hören, für die ich sonst keine Zeit habe - und zwischendurch was leckeres kochen und mal die Nase an die frische Luft halten - da würde mir die Decke sicher nicht auf den Kopf fallen.

  3. Inaktiver User

    AW: Eure Weihnachts-Traumata - oh kommet hierher...

    Zitat Zitat von Starbuck Beitrag anzeigen
    Anstatt ... etwas zu sagen wie „Hallo Leute, habt ihr nicht was vergessen?!“ ist meine Mutter komplett ausgerastet und hat rumgeschrieen....das weiß ich noch wie heute, wie entsetzt wir alle waren.
    Danach war auch dieser heilige Abend gelaufen.
    ... kam eigentlich regelmäßig vor.
    LG
    Oh. Was du beschreibst, kenn ich fast 1:1 auch so... Denke auch, dass man, wer das kennt, deswegen das Ganze etwas entspannter gestaltet.

  4. Inaktiver User

    AW: Eure Weihnachts-Traumata - oh kommet hierher...

    @Tigerente, puh, das klingt bedrückend.


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    AW: Eure Weihnachts-Traumata - oh kommet hierher...

    Zitat Zitat von Sugarnova Beitrag anzeigen
    Damals, als wir nix, äh, noch Kerzen hatten.

    Ich kann mich dunkel erinnern, dass wir sogar Kerzen in der Schule angezündet haben (an jedem Platz eine). Undenkbar heute. (Aber die Stimmung, sag ich euch ...)
    Wirklich? Die Grundschüler heute dürfen nicht mal mehr Kerzen haben?

    Die armen Kinder!


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    AW: Eure Weihnachts-Traumata - oh kommet hierher...

    Ach so, das klingt jetzt so entspannt mit der Oma hier bei uns - ist aber ein Trugschluss. Jahrelang ging ich an den letzten Tagen vor Weihnachten am Krückstock, weil die Kinder, als sie noch klein waren, vor lauter Aufregung durch den Wind und hibbelig waren, nicht einschlafen konnten, früh aufwachten, und deshalb Trotzanfälle und ähnliches sich häuften. Das verstand die Oma überhaupt nicht (den "Normalbetrieb" in den Wochen vorher hatte sie ja nicht miterlebt) und versuchte abwechselnd an den Kinder rumzuerziehen (mit so tollen Sprüchen wie "wenn Du das und das machst, dann bringt das Christkind keine Geschenke") oder mir ins Gewissen zu reden, wie sehr ich die Kinder "verzogen" hätte, oder sich in den Schlaf zu weinen, weil wir Eltern so ignorant sind und aus den Kindern nie was "Richtiges" werden wird. Einmal gab es am Abend des 23. einen Rieseneklat, weil der Große (damals 4 oder 5) austickerte und wir uns in einer Diskussion um Erziehungsfragen richtig an die Gurgel gegangen sind. Da ist sie heulend um 21 Uhr schlafen gegangen und mir grauste wirklich vor dem Heiligabend.

    Wirklich entspannt ist es erst, seit der Jüngere so 7 oder 8 ist und ich nicht interveniere, wenn die beiden sich zurückziehen wollen. Gucke ich halt mit meiner Mutter irgendwelche Schmalzfilme im Fernsehen, so als Gemeinschaftserlebnis. Und mein Mann packt das neueste Puzzle aus und wir puzzlen.
    Geändert von Tigerente (24.10.2019 um 10:37 Uhr)


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    AW: Eure Weihnachts-Traumata - oh kommet hierher...

    Zitat Zitat von Pantanal Beitrag anzeigen
    Ich finde den Strangtitel daneben, man verwendet nicht schwerwiegende Begriffe wie Trauma für skurrile Begebenheiten,
    Naja, skurrile Begebenheiten wurden draus gemacht. Es hätte sicherlich auch User gegeben, die "harte" Begebenheiten (wenn vielleicht auch wirklich nicht "Trauma") beschrieben hätten, wenn es nicht gleich in die lustige Ecke abgerutscht wäre.


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    AW: Eure Weihnachts-Traumata - oh kommet hierher...

    Zitat Zitat von Saetien2 Beitrag anzeigen
    Wirklich? Die Grundschüler heute dürfen nicht mal mehr Kerzen haben?

    Die armen Kinder!
    Kommt drauf an. Mein durften. Aber nur Teelichter, die nicht umkippen können. Und die hatten auch alle über 50jährige Lehrerinnen, die kannten das noch aus der eigenen Kindheit


  9. Registriert seit
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    AW: Eure Weihnachts-Traumata - oh kommet hierher...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    @Tigerente, puh, das klingt bedrückend.
    Ich war in meiner Kindheit hauptsächlich froh, wenn Weihnachten vorbei war.

    Das wollte ich meinen Kindern ersparen - die freuen sich wirklich drauf. Auch, weil sie nicht nur rumsitzen müssen, sondern z. B. der Große auch schon am 1. Feiertag bei seinen Kumpels in der Nachbarschaft vorbeischauen darf - das war bei uns undenkbar, dass man vor dem 27.12. Freunde besucht.


  10. Registriert seit
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    AW: Eure Weihnachts-Traumata - oh kommet hierher...

    Zitat Zitat von Tigerente Beitrag anzeigen
    Ich war in meiner Kindheit hauptsächlich froh, wenn Weihnachten vorbei war.

    Das wollte ich meinen Kindern ersparen - die freuen sich wirklich drauf. Auch, weil sie nicht nur rumsitzen müssen, sondern z. B. der Große auch schon am 1. Feiertag bei seinen Kumpels in der Nachbarschaft vorbeischauen darf - das war bei uns undenkbar, dass man vor dem 27.12. Freunde besucht.
    Finde ich sehr gut von Dir :)
    Das war früher iwie auch "undenkbar" bei uns zu Hause, hat sich aber über die Jahre zum Glück gelockert. Ich sehe das auch alles nicht so "verbissen" wie manche anderen.

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